Uni.IT-Newsletter Nr. 20 - Formularserver Special

03/2026

Formularserver Formcycle geht an den Start 🚀

Die Universität Bamberg macht einen großen Schritt in Richtung Digitalisierung der Verwaltung! Gemäß dem Hochschulvertrag 2023-2027 wird der Formularserver bis 2027 auf alle relevanten Formulare der Universitätsverwaltung ausgeweitet. Damit gehören mühsame PDF-Formulare und Papieranträge bald der Vergangenheit an.

Was kann der neue Formularserver?

Der neue Formularserver Formcycle ist vollständig web-basiert und setzt konsequent auf Low-Code-Prinzipien und Usability. Die einfache, intuitive Bedienung und der Zugang über eine Web-Oberfläche ermöglicht es auch Ungeübten Online-Verfahren zu erstellen und bietet damit die Möglichkeit die Digitalisierung direkt dorthin zu bringen, wo das entsprechende Prozesswissen vorliegt in die Fachabteilungen.

Für die Verwaltung bedeutet Formcycle saubere, strukturierte Daten statt unleserlicher Handschrift, automatisierte Workflows mit konfigurierbaren Genehmigungsprozessen und einer Minimierung von Unklarheiten und damit auch Rückfragen sowohl von Seite der Antragstellenden als auch der Sachbearbeitung.

Ein wichtiger strategischer Vorteil liegt in der unbegrenzten Anzahl von Redakteuren und Redakteurinnen, die mit Formcycle arbeiten können. Während andere Lösungen kostenpflichtige Arbeitsplatzlizenzen erfordern, ermöglicht Formcycle eine echte dezentrale Redaktion ohne zusätzliche Lizenzkosten. Dies fördert die Eigenverantwortung der Fachbereiche und reduziert die Abhängigkeit von zentralen IT-Ressourcen. Im Jahr 2026 und gerade an einer Universität gibt es auch in der Verwaltung sehr viele digital-affine Personen, die diese Freiheit, eigene Prozesse zu digitalisieren und zu optimieren zu schätzen und zu nutzen wissen.

Wie lautet die Umsetzungsstrategie?

Die Umsetzungsstrategie basiert auf bewährten Best Practices erfolgreicher Digitalisierungsprojekte und folgt einem systematischen 7-Punkte-Ansatz, der sich in der Praxis als besonders erfolgreich erwiesen hat und rechtlichen Vorgaben folgt (z.B. BayDig).

Verschlankung und Usability stehen an erster Stelle. Dabei geht es nicht darum, bestehende Formulare eins zu eins ins Digitale zu übertragen, sondern die Verfahren grundlegend zu überdenken. Logische Benutzerführung sorgt dafür, dass häufige Anwendungsfälle mit minimaler Interaktion abgewickelt werden können. Einfache Sprache ersetzt Verwaltungsjargon, und umfangreiche Hinweise, Platzhalter sowie Feldvalidierung leiten die Nutzerinnen und Nutzer intuitiv durch den Prozess.

Zentralisierung gewährleistet ein einheitliches Erscheinungsbild und reduziert den Pflegeaufwand. Eine zentrale Formatvorlage sorgt für konsistentes Design, während globaler Code für alle Anträge und eine zentrale Code-Bibliothek für wiederkehrende Funktionen die Effizienz steigern.

Standardisierung auf drei Ebenen bildet das Rückgrat des Systems. Auf Formular-Ebene werden Elementvorlagen für häufig benötigte Datenblöcke wie Bankverbindungen oder persönliche Daten erstellt. Standard-Workflows für typische Genehmigungsprozesse reduzieren den Entwicklungsaufwand erheblich. Zentrale Datenquellen für Staatsangehörigkeiten, Währungen, Kontaktdaten und andere Stammdaten sorgen für Konsistenz und erleichtern die Pflege und Wartung. E-Mail-Bausteine und Formular-Vorlagen mit Standardprozessen (z.B. zweistufiger Genehmigungsprozess) minimieren den Erstellungs- und Pflegeaufwand.

Priorisierung folgt einem bewährten und ausreichend flexiblen Konzept. An erster Stelle steht die Digitalisierungsbereitschaft der Fachabteilungen. Darüber hinaus wird das Verhältnis von Aufwand und Nutzen berücksichtigt, um sicherzustellen, dass der eingesetzte Ressourceneinsatz in einem angemessenen Verhältnis zum erwarteten Mehrwert steht. Ebenso fließt die Komplexität der jeweiligen Vorhaben in die Bewertung ein, da aufwendigere Prozesse eine sorgfältigere Planung erfordern und die Umsetzung sehr zeitintensiv ist. Schließlich spielt auch die Dringlichkeit eine Rolle, wenn zeitkritische Anforderungen eine bevorzugte Behandlung notwendig machen.

Gleichzeitig können besonders einfache Prozesse ohne Schriftformerfordernis Quick Wins erzeugen und helfen beim Aufbau von Expertise und werden daher auch mal “dazwischengeschoben”.

Beteiligung setzt konsequent auf das in den Fachabteilungen vorhandene Know-How. Digital-affine Mitarbeitende sehen in der Mitwirkung konkrete Vorteile für sich: Entlastung durch Optimierung eigener Prozesse, Unabhängigkeit bei kleineren Anpassungen und bessere, vorvalidierte Antragsdaten. Gleichzeitig erhalten die Nutzenden frühzeitig die Möglichkeit mitzuwirken, im Rahmen von Pilotprojekten und Demo-Testversionen.

Qualitätssicherung erfolgt durch ein bewährtes 4-Augen-Prinzip. Neben der fachlich zuständigen Organisationseinheit sollte mindestens eine weitere Person, idealerweise ein potenzieller Nutzer bzw. potenzielle Nutzerin des Dienstes, das Formular testen und freigeben. Formular-Redakteure und -Redakteurinnen arbeiten auf einem Testsystem, beim Übergang ins Produktivsystem findet eine zentrale Qualitätskontrolle mit konstruktivem Feedback statt.

Netzwerk und Nachnutzung erschließen Synergien und reduzieren den Entwicklungsaufwand. Durch den Austausch mit anderen Universitäten entstehen gemeinsame Standards und wiederverwendbare Lösungen. Formular-Stores ermöglichen es, vorhandene Lösungen direkt als Prototypen zu nutzen und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Wie ist der aktuelle Umsetzungsstand?

Die nachfolgenden Verfahren sind bereits digitalisiert oder befinden sich in Arbeit.

Einstellungsunterlagen Hilfskraftverträge

Das aktuell am höchsten priorisierte Verfahren sind die Einstellungsunterlagen für Hilfskräfte. Hierfür wurde die aktuelle Vielzahl der Unterlagen in ein einziges Online-Formular überführt, welches in Zusammenarbeit zwischen zuständigem Sekretariat und Hilfskraft ausgefüllt werden kann. Die benötigten Zieldokumente (Arbeitsvertrag, Personalbogen für das LFF, etc.) werden nach Finalisierung im Hintergrund generiert und an die zuständigen Stellen gesendet. Das Verfahren dient künftig auch als Vorlage für die anderen Einstellungen (wissenschaftliches und wissenschaftsstützendes Personal). Die Testphase für die Hilfskraftverträge startet im März/April 2026 und wird von Referat III/3 gemeinsam mit ausgewählten potenziellen Nutzenden durchgeführt. Ab WS 2025/26 ist der Go-Live geplant. Dieses Verfahren bildet die Grundlage für andere Einstellungsverfahren, die anschließend zeitnah umgesetzt werden können.

Dokumentation der Lehrverpflichtung

Künftig füllen Lehrende die Lehrverpflichtung direkt über ein Online-Formular aus – alternativ kann das Lehrstuhlsekretariat das Formular vorab befüllen und die Lehrperson bestätigt es abschließend. Das Verfahren geht in Kürze live.

Digitale Abgabe von Abschlussarbeiten

Ziel dieser Lösung ist es, in einem ersten Schritt die Papierarbeit abzulösen, die bisher in dreifacher Ausführung beim Prüfungsamt abgegeben werden musste. Anlagen wie Code o.ä. müssen weiterhin direkt mit den Prüferinnen bzw. Prüfern ausgetauscht werden. In einem zweiten Schritt soll der Prozess von der Anmeldung bis zur Bewertung abgebildet werden. Perspektivisch wird die Abgabe voraussichtlich in das Campus-Management-System wandern, sobald das entsprechende Modul eingeführt wird. Das Verfahren wird erfolgreich seit 01.12.2025 genutzt.

Drittmittelerklärung

Das bisherige PDF-Formular wird abgelöst: Da es je nach verwendetem Programm zu Darstellungsproblemen kam, war die Bedienung fehleranfällig. Mit dem neuen Online-Formular entfällt dieses Problem, und die Abzeichnung erfolgt künftig direkt im Formularserver. Das Verfahren geht in Kürze live.

Arbeitsunfähigkeitsmeldung

Die Oberfläche wurde neu durchdacht, um Fehleingaben zu minimieren und die Interaktion auf ein Minimum zu reduzieren. Gleichzeitig findet in Zusammenarbeit mit der Uni Bayreuth die Vorbereitung zur Nutzung einer Schnittstelle statt, welche die Daten direkt an die Abrechnugsstelle überträgt, sodass die Sachbearbeitung nur noch bei Unregelmäßigkeiten eingreifen muss und damit erheblich entlastet wird. Die neue Krankmeldung ist voraussichtlich ab dem zweiten Quartal verfügbar.

Sonstige Verfahren

Eine Reihe weiterer Online-Dienste ist bereits zentral oder dezentral entstanden oder in Arbeit und lösen die alten Formulare schrittweise ab. Sie finden diese künftig auf den gewohnten Seiten der zuständigen Organisationseineiten oder werden zielgruppengerecht informiert.

  • diverse Formulare der Personalabteilung
  • diverse Formulare des ITS
  • diverse Formulare des Dezernats Z/IS
  • Formulare des Universitäts-Archivs
  • Formulare des Sprachenzentrums
  • Anerkennung und Anrechnung von Studienleistungen
  • Antrag auf einen studentischen Reisekostenzuschuss
  • Hiwi-Stundenzettel
  • Hiwi-Urlaubsantrag

Wie kann ich meine eigenen Prozesse mit dem Formularserver digitalisieren?

Es gibt zwei Möglichkeiten geeignete Prozesse mit dem Formularserver zu digitalisieren. In beiden Fällen erfolgt die Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Dezernat Z/IS über folgendes Formular: https://form.uni-bamberg.de/form/alias/1/formularanfrage/

Dezentral (Empfehlung des CIO)

Bei der dezentralen Umsetzung wirken Mitarbeitende der Fachabteilungen direkt an der Erstellung der Online-Verfahren mit. Dabei gibt es unterschiedliche Varianten der Mitarbeit inklusive zentraler Unterstützung, die individuell abgestimmt werden. Bei komplexeren Prozessen wird im Zuge der Digitalisierung auch eine Prozessoptimierung angestrebt, hierbei unterstützt neben dem Dezernat Z/IS bei Bedarf das Team der AG “Qualitätssicherung in der Verwaltung” zusätzlich.

In der Regel fängt eine dezentrale Mitarbeit im Zuge von “Bring-your-own-Antrag”-Workshops statt. Bei Bedarf werden auch Workshops für ganze Abteilungen angeboten, die Inhalte werden dann explizit an die dortigen Bedürfnisse angepasst. Interessierte Personen oder Fachabteilungen wenden sich hierfür an formulare(at)uni-bamberg.de.

Hinweis: Vor jeder Umsetzung wird geprüft, ob Formcycle die richtige Software für ein bestimmtes Verfahren ist. Bei Bedarf wird auf andere Systeme verwiesen, die besser geeignet sind.

Zentral

Auf Anfrage über oben verlinktes Formular können Verfahren auch gänzlich zentral durch das Dezernat Z/IS umgesetzt werden. Das passiert in enger Abstimmung mit allen Beteiligten und im Rahmen der verfügbaren Ressourcen.

Hinweis

Dieser Newsletter wurde mit freundlicher Unterstützung von generativen Technologien erstellt.

Kontakt und Archiv

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