Wissenschaftliche Einrichtungen

Zentrum für Mittelalterstudien

Oswald von Wolkenstein im Kontext der Liedkunst seiner Zeit

Tagung der externer Link folgt Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Deutsche Philologie des Mittelalters der Universität Bamberg

Brixen, 28. September – 02. Oktober 2011

Die Erforschung der Lieder Oswalds von Wolkenstein hat seit der 1995 stattgefundenen einschlägigen Tagung der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft nochmals einen messbaren Aufschwung genommen (vgl. JOWG 9, 1996/97). Dies betrifft insbesondere die biographische Erschließung von Lebenszeugnissen, die mittlerweile in vier umfangreichen Bänden von Anton und Ute Monika Schwob ediert vorliegen, sowie die Frage nach der Wirkungsmächtigkeit (auto)biographischer Referenzen in Wolkensteins Œuvre. Ein Resümee des derzeitigen Forschungsstandes bietet die 2007 erschienene Monographie von Johannes Spicker.

Daran anknüpfend soll die Tagung dazu beitragen, im Anschluss an die jüngeren methodischen Entwicklungen im Bereich der mediävistischen Literatur- und Musikwissenschaft unter Berücksichtigung des bisher von der Forschung Erreichten eine Akzentverlagerung hin zu einer Neubewertung von Oswalds Liedern in ihrer spezifischen Poetik bzw. als genuinen Text-Melodie-Schöpfungen zu vollziehen.

Zahlreiche namhafte Wolkenstein-Forscher werden in ihren Vorträgen Oswalds Œuvre in seinen verschiedenen Gattungen wie die geistlichen Lieder, die Reise- oder Liebeslieder aus historischer, philologischer und musikwissenschaftlicher Perspektive in den Blick nehmen und etwa den Text-Musik-Beziehungen, den biographischen Referenzen, der Rezeption seiner Lieder, den möglichen Anregungen und Quellen, der Komik oder einzelnen thematischen Schwerpunkten nachgehen. Auch Fragen der Internationalität und der Möglichkeit von Übersetzungen sollen diskutiert werden.
Die aktuelle Aufführungspraxis der Lieder Oswalds von Wolkenstein wird durch Konzerte von Marc Lewon, Grenzach-Wyhlen, dem Ensemble Alta Musica, Berlin, und Dr. Eberhard Kummer, Wien, intergraler Bestandteil der Tagung sein.

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