Wissenschaftliche Einrichtungen

Zentrum für Mittelalterstudien

PD Dr. Hans Losert

Die mittlere und nördliche Oberpfalz und ihre Nachbarregion im frühen bis hohen Mittelalter

Gemeinsam mit Prof. Dr. Erik Szameit, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien
Im Rahmen des Projekts Die mittlere und nördliche Oberpfalz und ihre Nachbarregionen im frühen Mittelalter sollen zunächst Objekte im Gebiet zwischen Fichtelgebirge und Donau und in einer nächsten Stufe auch in Böhmen, Mähren sowie Österreich archäologisch untersucht werden. Es handelt sich um das erste und bislang einzige praktische Forschungsvorhaben zum frühen Mittelalter, bei dem ausgebildete Wissenschaftler und Studierende aus Bayern, Österreich, Slowenien und der Tschechischen Republik beteiligt sind. Die Antragsteller erhoffen sich durch grenzüberschreitenden Meinungsaustausch das Zusammenwachsen einer neuen archäologischen Generation und Erkenntnisse zur Entwicklung einer Region, die seit der Spätantike komplexen und dynamischen Prozessen ausgesetzt war, die ohne internationale Zusammenarbeit nicht zu klären sind. Das Projekt wird von aktuellen Publikationen, Studienaufenthalten, Vorträgen sowie Ausstellungen begleitet und durch eine zusammenfassende Veröffentlichung zum frühen Mittelalter in der Oberpfalz und ihren Nachbarregionen abgeschlossen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Untersuchung chronologischer, typologischer und kultureller Beziehungen während der Merowinger- und Karolingerzeit im Kontaktbereich von Slawen, Awaren, Romanen und Germanen zwischen der deutschen Mittelgebirgszone und den Ostalpen bzw. Pannonien.

 

Grabung im Bereich der spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Glashütte bei Neubau, Gemeinde Fichtelberg, Lkr. Bayreuth

Die seit 2005 vom Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit durchgeführte archäologische Untersuchung gilt dem bislang einzigen bekannten Standort, an dem das seltene Gestein Proterobas, das man nach Ausweis schriftlicher Quellen und archäologischer Funde überwiegend zur Herstellung von Knöpfen nutzte, zusammen mit Glas verarbeitet wurde. Erstmals werden hier ein Hüttenstandort im Fichtelgebirge, lange Zeit eine der bedeutendsten Regionen zur Glaserzeugung und Verarbeitung in Süddeutschland, archäologisch untersucht und die Ergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Die Grabung soll im Sommer 2007 unter der örtlichen Grabungsleitung von Frau Dr. Anja Heidenreich stattfinden.