Drittmittelgeförderte Forschungsprojekte

Akzeptanz sozial- und arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen und Regelungen

Förderung: BMAS

Leitung: Prof. Dr. Olaf Struck, Prof. Dr. Gesine Stephan (IAB), Dr. Christopher Osiander (IAB)

Laufzeit: 2019 - 2022

Das Projekt analysiert die Akzeptanz tagesaktueller und konkreter Ausgestaltungsalternativen der Arbeitslosenversicherung und der sozialen Grundsicherung bei unterschiedlichen Gruppen und Betroffenen. Hierfür werden zu befragenden Personen spezifische und systematisch variierte Kurzszenarien (sog. Vignetten) vorgelegt, die verschiedene Regulierungsmöglichkeiten beschreiben und die dann beurteilt werden sollen. Für Analysen zur Erklärung dieser Urteile werden sozio-demografische Merkmale, Formen der eigenen Betroffenheit von wohlfahrtsstaatlichen Umverteilungen und Maßnahmen sowie allgemeine Werteinstellungen und Persönlichkeitsmerkmale einbezogen. Zentraler Bestandteil des Projekts sind Online-Befragungen. Die Kontaktdaten hierfür sollen aus den Prozessdaten der Bundesagentur für Arbeit (BA) gezogen werden, mit denen die Befragungsdaten zudem verknüpft werden sollen.

Alternative Wege zur Hochschulreife: Eine Ergründung der Ablenkungsprozesse von Hochschulbildung - ARTHEE

Förderung: DFG

Leitung: Prof. Dr. Steffen Schindler

Laufzeit: 2018 - 2020

Neben dem klassischen Weg über das Gymnasium finden sich im Deutschen Schulsystem zahlreiche weitere, jedoch weniger bekannte und unzureichende beforschte Bildungswege die einen Zugang zur Hochschulbildung gewähren. Ausgehend von einem erstem Schulabschluss der unteren Sekundarstufe, beispielsweise nach Besuch einer Haupt- oder Realschule, stehen heutzutage weitere (berufliche) Wege offen, die mit einem Abitur oder Fachabitur abschließen. Bisherige empirischen Forschungsarbeiten zeigen jedoch auf, dass die Wahrscheinlichkeit, ein Studium aufzunehmen, deutlich mit dem Bildungsweg in der Sekundarstufe korreliert und Personen, die ihren Abschluss über alternative Wege erworben haben, ein deutlich geringeres Interesse an der Aufnahme eines Studiums haben. Obwohl verschiedene theoretische Erklärungen existieren wurden diese bisher nur unzureichend empirisch getestet. ARTHEE soll diese Forschungslücke schließen und untersucht mit den Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) Bildungsverläufe in der unteren Sekundarstufe. Neben Bildungsentscheidungen rücken somit auch Aspirationen, Zeithorizonte und Leistungsdaten in den Fokus um kausale Mechanismen aufzeigen zu können. Dabei gliedert sich das Projekt in drei Phasen: zunächst soll überprüft werden, ob die Verfügbarkeit alternativer Bildungswege soziale Ungleichheit insgesamt reduzieren kann. Dazu werden retrospektiv erhobene Daten der Erwachsenenkohorte herangezogen, die vollständige Bildungswege beinhalten. Anschließend werden mit prospektiven Paneldaten Bildungsverläufe zwischen Klasse 5 und 9 (Phase 2) sowie ab Klassenstufe 10 (Phase 3) untersucht. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, die Rolle von alternativen Bildungswegen neu bewerten und insgesamt Bildungsverläufe und Bildungsentscheidungen in Interaktion mit sozialer Herkunft besser verstehen zu können.

Bildungserträge im Lebensverlauf: Wohlbefinden, soziales Kapital und Teilhabe im Erwachsenenalter

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Leitung: Prof. Dr. Corinna Kleinert

Laufzeit: 01.04.2016 - 31.01.2019

Dieses Projekt hat zum Ziel, die Erträge formaler Bildungslaufbahnen und allgemeiner kognitiver Grundkompetenzen in drei Dimensionen zu untersuchen, die im Erwachsenenalter sowohl für die Individuen selbst als auch für ihr soziales Umfeld von großer Bedeutung sind und darüber hinaus eng miteinander verknüpft sind: das subjektive Wohlbefinden, das Sozialkapital sowie die soziale und politische Teilhabe. Im Kern sollen folgende Fragestellungen beantwortet werden: Welchen Beitrag leisten die formale Bildungslaufbahn, die erreichten Zertifikate sowie die kognitiven Grundkompetenzen zur Erklärung von Unterschieden in den Zufriedenheiten, dem Sozialkapital und der sozialen Teilhabe im Erwachsenenalter? Auf welche dieser drei nicht-monetären Ertragsdimensionen zeitigen die unterschiedlichen Aspekte von Bildung - Laufbahn, Zertifikate und Kompetenzen - direkte Effekte und auf welche wirken sie nur indirekt? Diese Fragestellungen werden in erster Linie mit Daten des NEPS-Erwachsenensurveys (SC6) untersucht. Um die Ergebnisse zu plausibilisieren, werden zusätzlich Daten von PIAAC und PIAAC-L herangezogen. Um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen, die auch für die Bildungsberichterstattung genutzt werden können, werden verschiedene Methoden wie Panelanalysen, Mehrebenenanalysen sowie statistisches Matching kombiniert. Das Projekt ist Teil des Verbundvorhabens "Bildungserträge im Lebenslauf", in dem neben den hier genannten Bildungserträgen bei GESIS in Mannheim auch Zusammenhänge von Bildung und Persönlichkeitsaspekten im Kindes- und Erwachsenenalter untersucht werden.

Chancen und Barrieren beim Übergang vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt: Eine vergleichende Jugendstudie in Aserbaidschan, Georgien und Tadschikistan

Förderung: VolkswagenStiftung; Förderinitiative "Zwischen Europa und Orient – Mittelasien/Kaukasus im Fokus der Wissenschaft", Ausschreibung „Institutioneller Wandel und soziale Praxis. Forschungen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Mittelasien und im Kaukasus“

Leitung: Prof. Dr. Michael Gebel

Laufzeit: 01.07.2015 - 30.06.2019

In diesem interdisziplinären Forschungsprojekt wird eine vergleichende Länderstudie zur Integration Jugendlicher in den Arbeitsmarkt in Aserbaidschan, Georgien und Tadschikistan in Zeiten zunehmender Unsicherheit durchgeführt. Ausgehend von einem mikro-makro-theoretischen Modell werden die Chancen und Barrieren analysiert, mit denen Jugendliche bei ihrem Übergang vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt in unterschiedlichen kulturellen, ökonomischen und institutionellen Kontexten konfrontiert sind. In einem Mixed-Method Ansatz werden insbesondere Primärdaten in Form dreier quantitativer Jugendbefragungen (N=2.000 Personen pro Land) und ergänzenden qualitativen Tiefeninterviews in einem vergleichenden Studiendesign in Aserbaidschan, Georgien und Tadschikistan erhoben. Hierbei stellt der explizite Fokus auf die Dynamik der Übergangsprozesse von Jugendlichen in Lebensverlaufperspektive die zentrale Innovation des Projekts dar. Die objektiven und subjektiven Bedingungen der Situation von Jugendlichen werden in einer mehrdimensionalen Perspektive betrachtet, um eine umfassende Bewertung der Situation von Jugendlichen zu erreichen und um das Wechselspiel von objektiven Lebensbedingungen und subjektiven Identitäten von Jugendlichen zu verstehen. Es wird analysiert, inwieweit die institutionelle Struktur des Bildungssystems, Institutionen auf dem Arbeitsmarkt und die damit verbundenen Segmentation und wohlfahrtsstaatliche Institutionen und Familien-/Geschlechterregime eine erfolgreiche Integration in adäquate Beschäftigungsverhältnisse behindern oder fördern. Durch die vergleichende Analyse sollen Best-Practise Beispiele und Empfehlungen für institutionelle Reformen und Politikmaßnahmen herausgearbeitet werden, die speziell zu einer Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Jugendlichen beitragen und damit die sozioökonomische Lage von Jugendlichen im allgemeinen in der Region des Südkaukasus und Zentralasiens verbessern.

Determinants of the emergence of gender-specific patterns of competencies and decision making over the educational career in Germany

Förderung: BMBF

Leitung: Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld

Laufzeit: 2014 - 2019

The patterns of competencies and educational decision making of boys and girls, as well as young men and women, seem to become increasingly heterogeneous over the educational career. Using an explicit life course perspective and longitudinal data from the NEPS and BiKS, this project aims to describe and analyze the stepwise formation and differentiation of gender-specific interests, competencies and decision making at crucial phases of educational careers. In particular, we will study in the project the development and dynamic interaction of gender-specific cognitive and social competencies, self-concepts, learning efforts, motivations and the educational decision making of families for their girls and boys, teachers for their students, as well as by young men and women themselves. We will concentrate on the most important phases in German educational careers: (a) The preschool experiences in the kindergarten and the entry process into the school system; (b) the transition to secondary school; (c) the increasingly longer period of transition from secondary school to vocational training, and (d) the entry process into the institutions of higher education. This project is the second phase of a larger project studying the long-term development of gender-specific educational and job careers over the life course, and has an intended duration of three years.

Digitale Kooperationssysteme im Mittelstand: Innovative Kommunikations- und Kooperationsprozesse in der digitalen Arbeitswelt – KoMiK.

Förderung: BMBF

Leitung: Prof. Dr. Olaf Struck, Dr. Klaus Schmierl (ISF München), Prof. Dr. Alexander Pflaum (ZIO - Fraunhofer SCS)

Laufzeit: 2019 - 2022

Ziel des Forschungsvorhabens KoMiK ist es die Auswahl, Einführungsprozesse und Effekte von Enterprise Collaboration Systems (ECS) in kleinen bis mittelständischen Unternehmen auf der Grundlage einer Längsschnittstudie zu untersuchen. Schwerpunkt unseres Teilvorhabens ist es, bestehende und neue technisch unterstützte Kommunikations- und Bearbeitungsprozesse sowie qualifikatorische Anforderungen in Betrieben zu erfassen und Veränderungen durch die Einführung von ESC zu analysieren.

Digitale Logistik, Arbeitsstrukturen und Mitbestimmung – DiLAMi

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung

Leitung: Prof. Dr. Olaf Struck, Dr. Klaus Schmierl (ISF München)

Laufzeit: 2018 - 2021

Die Digitalisierung hat mittlerweile flächendeckend Einzug in die Logistik, in Kurier-, Express- und Paketdienste sowie in den Straßengüterverkehr gehalten. Die Digitalisierung trifft in der Transportlogistik auf ein arbeits- und tarifpolitisch vergleichsweise schwieriges, teilweise prekäres Umfeld. Sie bietet für die Arbeitsform mobiler Fahrdienstleistung neue Arbeitsanforderungen und Qualifizierungschancen sowie Möglichkeiten zur Entkopplung des Lernens von einem konkreten Lernort. Sie birgt aber auch Gefahren einer neuen zeitlichen und kognitiven Belastung sowie einer permanenten Überwachung und Leistungskontrolle. Das Projekt fokussiert sich auf die Alltagspraxis von Berufskraftfahrern sowie Kurier- und Expressfahrern und stellt die Anwenderperspektive ständig mobil Arbeitender in den Mittelpunkt. In den Feldern der Kurier-, Express- und Paketdienste und des Straßengüterverkehrs werden die Arbeitsbedingungen, die Qualifizierungs- und Partizipationsmöglichkeiten untersucht. Das Ziel des Projektes DiLAMi ist es neue Entwicklungen in der Digitalisierung der Logistik zu analysieren. Es werden qualitative empirische Erhebungen und quantitative Analysen durchgeführt.

 

 

Education as a Lifelong Process. Analyzing Data of the National Educational Panel Study

Förderung: DFG (DFG Priority Program 1646 "Education as a Lifelong Process")

Koordination: Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, Prof. Dr. Sabine Weinert

Laufzeit: 2018 - 2020

The Priority Programme 1646 "Education as a Lifelong Process. Analyzing Data of the National Educational Panel Study (NEPS)" of the German Research Foundation (DFG) started on January 1, 2012, and has been approved for six years. It is coordinated by Prof. Dr. rer. pol. Dr. h.c. Hans-Peter Blossfeld and Prof. Dr. Sabine Weinert (both University of Bamberg). The Priority Programme combines different research projects that are devoted to one or more of the following research topics: (1) studying competence development over the life course, (2) utilizing the NEPS database for other relevant substantive analyses, (3) dealing with methodological issues relevant to the NEPS. The Priority Programme of DFG aims to be a starting point to foster widespread public use of the data and the research opportunities of NEPS. Individual projects will be founded initially for three years. After this first funding phase new projects can be included into the Priority Programme and the projects approved for funding in the first phase may be extended throughout the second funding phase (2015-2017). By now the Priority Programme encompasses seventeen research projects from five different disciplines. These projects are distributed across seven German universities and seven German research institutes.

Health Measures and Health Inequality over The Life Course

Förderung: DFG

Leitung: Prof. Dr. Henriette Engelhardt-Wölfler

Laufzeit: 2019 - 2022

Numerous studies report existence of a persistent socioeconomic status (SES)-health gradient in different countries, and regardless of SES and health outcome measures. It is also well known from several studies that the unequal distribution of health between SES groups increases with age. But there is little conclusive evidence about the underlying mechanisms behind health inequalities, and less is known why the SES-health gradient increases with age and whether the gradient has changed over time. The effect of SES on health may of course causally increase with age, e.g. having a low education level and/or a low income makes one more prone to a risky lifestyle that gradually affects ones health. But the relationship could as well run in the opposite direction, i.e. from health to SES. A third explanation could be that the positive age increase in the SES-health gradient is related to measurement errors in the variables used for both, SES and health. In the case of health it is difficult to find a measure that is useful over the entire adult life span. We want to answer these questions with the project Health Measures and Health Inequality over The Life Course.

How do Religious Markets Emerge?

Förderung: DFG

Leitung in Bamberg: Prof. Dr. Thomas Kern

Laufzeit: 2019 - 2022

The Protestant field in the US has experienced a profound process of transformation over the past decades: Evangelicalism has considerably gained in influence, so-called "Megachurches" have spread all over the country, and the traditional Protestant denominations have increasingly lost their impact on the religious everyday life of ordinary believers. Contemporary sociological approaches tend to interpret this development either in terms of secularization theory as a decline of religion, or with a critical view to secularization theory as a sign for its increasing importance.

In contrast to both perspectives, the planned project builds on market sociological approaches and proposes a "middle range theory" that looks into the specific institutional conditions of religious change in the US. We assume that the previously dominating "logic of Protestant denominationalism" has been superimposed by a new "logic of religious markets". In this process, firstly, religious competition shifts from the level of denominations to the level of congregations (competitive orientation). Secondly, believers are increasingly perceived as religious "consumers" with congregations tailoring their offers to their expectations (consumer orientation). The project aims at answering two questions: (i) What are the conditions for the institutionalization of the new market logic? (ii) What effects does the institutionalization of markets have on religious participation?

To study these questions, six congregations each from Houston and Minneapolis will be compared in terms of their cultural and social network structures. We expect that the religious market is more established and institutionalized in Houston than in Minneapolis. On this basis, we will examine how religious participation changes under the conditions of the market logic. The project builds on recent qualitative and quantitative methods such as social network analysis (SNA), topic modeling (TM) and qualitative comparative analyses (QCA).

Immigrants’ first and second language proficiency and social integration (2nd funding period)

Förderung: DFG (Project within the DFG Priority Programme 1646 “Education as a Lifelong Process”)

Leitung: Prof. Dr. Cornelia Kristen, Prof. Dr. Petra Stanat (IQB, HU Berlin)

Laufzeit: 2015 - 2018

With the continuation of our interdisciplinary project (1st funding period), we aim at further clarifying the role of immigrants’ first and second language proficiency and language use for their social integration, making use of the advanced analytical potential of the forthcoming new waves of NEPS data. Emanating from a general resource perspective, language proficiency is seen as a crucial resource for social integration, especially structural integration into the educational system. This view is generally accepted with respect to the language of the country of residence (L2), whereas the role of the language of the country of origin (L1) is disputed. In our research, we address this controversial issue and investigate how L1 and L2 relate to educational success. In the first funding period, we explored the relationship between language proficiency, language use and different aspects of educational competencies based on the then available cross-sectional NEPS Scientific Use Files. During the second funding period, the NEPS will provide the opportunity to analyze at least three and up to seven waves of data in the different starting cohorts. Thus, we will be able to carry out longitudinal analyses addressing the processes at work more thoroughly. A first goal will be to further examine the role of language for structural integration, including the direction of linguistic transfer between proficiency in L1 and L2 as well as effects of L1 proficiency and L1 use on different aspects of competence development, educational decisions and labor market returns. A second objective is to expand our view by including other aspects of social integration, namely cultural identity and its interplay with language use and proficiency. We plan to study their joint and separate effects on immigrant students’ educational achievement. The third set of research questions pertains to patterns and determinants of language development over time, focusing on crucial stages during childhood and adolescence. In these analyses, we will compare patterns across immigrant groups, generations and cohorts. Building on our previous analyses showing restricted validity of self-assessed language proficiency, finally, we set out to develop statistical strategies to correct for these biased self-reports.

Life-Course Dynamics of Educational Tracking (LIFETRACK)

Förderung: DFG im Rahmen von Norface-DIAL

Leitung: Prof. Dr. Steffen Schindler

Laufzeit: 01.04.2018 - 2021

In LIFETRACK untersuchen wir in sechs europäischen Ländern, wie sich verschiedene Arten der Gliederung von Sekundarschulsystemen oder der Aufteilung von Schülerinnen und Schülern langfristig auf die Entstehung von Ungleichheit im Lebensverlauf auswirken. An dem Projekt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Bildungsverläufe, von den Universitäten Kopenhagen und Aarhus in Dänemark, von der Universität Durham in Großbritannien, von der Universität Turku in Finnland und von Sciences Po in Paris beteiligt. Es wird von Prof. Schindler an der Universität Bamberg geleitet. 

Moving beyond mean differences: The role of educational systems in ethnic educational achievement and labor market inequality

Förderung: DFG

Leitung: Dr. Christoph Spörlein

Laufzeit: 2015 - 2018

Educational systems can typically be characterized according to two fundamental features: stratification and standardization. While "standardization" refers to the extent to which nationwide criteria for educational standards exist, "stratification" describes the extent to which the educational system is hierarchically stratified (i.e., the degree to which educational systems are tracked). The German educational system is a classic example of high standardization coupled with high levels of stratification whereas the educational system of the United States represents the prototypical case of low standardization and low stratification. It has been argued that educational systems with a stronger focus on stratification or tracking manage to more effectively educate pupils, however at the cost of exacerbating social inequality in children's educational achievement. Based on cross-national comparative data, the focus of this project is to reinvestigate the “equality-efficiency-trade-off” with respect to ethnic educational inequality and potential long-term effects of educational systems on labor market outcomes using a variance function regression framework. This approach is ideally suited to tackle research questions involving hypotheses about distributional differences (i.e., means and variances combined) of two (or more) groups.

 

 

Das Nationale Bildungspanel wird seit dem 01.01.2014 im Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V. (LIfBi) weitergeführt.

Network Effects on Fertility

Förderung: DFG

Leitung: Prof. Dr. Henriette Engelhardt-Wölfler

Laufzeit: 2017 - 2019

This project aims to provide a comprehensive quantitative assessment of social interaction effects on fertility in Germany. Specifically, we ask whether fertility is “contagious” within the family, within the circle of friends, and at the workplace. These questions derive from a compelling theoretical idea that is increasingly recognized in recent research on fertility: The decision to have a child may spread across network partners through social interaction. This claim has been substantiated by a novel line of research which studies contagion effects on fertility within different domains of social interaction. Although this pioneering literature is growing steadily, it still leaves considerable gaps in knowledge about the social contagion of fertility.

We draw on the framework of analytical sociology, which offers a new lens through which to view the social contagion of fertility. Based on this framework, our project proposes a comprehensive set of studies to investigate contagion effects on fertility within different domains of social interaction. The research will use data from the German Socio-economic Panel Study (SOEP) and the German Panel Analysis of Intimate Relationships and Family Dynamics (pairfam).

Two main research deficits stand out: First, there is a lack of rigorous tests identifying contagion effects and assessing their size in different social networks. Second, theoretical accounts of how contagion operates remain largely disconnected from the empirical analysis of its effects. This project seeks to fill these gaps.

Origins matter: Immigrant selectivity in Western Europe

Förderung: DFG

Leitung: Prof. Dr. Cornelia Kristen, Dr. Christoph Spörlein

Laufzeit: 2019 - 2022

This project builds upon a core principle in the sociology of migration, namely that immigrants are not a random sample of the origin population, but differ in certain characteristics from individuals who stay behind. The first aim is to provide a description of educational selectivity for a range of different immigrant groups across a variety of Western European destinations. In addition to educational selectivity, which is the main focus of this research, selectivity in attitudes also enters the account. The second aim is to theoretically disentangle and empirically investigate the links between selectivity and immigrants’ incorporation into the receiving societies. The focus is on a selection of important outcomes including cultural integration (in terms of language acquisition), positional or structural integration (in terms of education and labor market performance) and aspects of social and identificative integration (in terms of inter-ethnic relations and attitudes). An additional methodological aim is to contribute to the literature by systematically implementing improved measures of selectivity. In this project, selectivity is framed as an individual-level characteristic as opposed to the common approach of group-based specifications. We measure selectivity by recording an individual’s age- and sex-specific position in the origin country’s distribution of the selectivity characteristic in question. The resulting selectivity measure acknowledges that origin groups are typically composed of varying proportions of positively and negatively selected individuals. Advances in data availability allow making use of a variety of data sources, both for a large set of countries of origin and for various immigrant destinations throughout Europe. All data harmonization efforts as well as the scripts necessary for replicating the analyses carried out in the course of the project will be made available to the scientific community.

Recent Immigration Processes and Early Integration Trajectories in Germany (ENTRA)

Förderung: DFG

Leitung: Prof. Dr. Cornelia Kristen, Prof. Dr. Claudia Diehl (Uni Konstanz), Prof. Dr. Matthias Koenig (Uni Göttingen)

Laufzeit: 2017 - 2020

The project aims at analyzing the immigration and settlement dynamics and integration trajectories of recent immigrants in Germany. Building upon the international SCIP project (Socio-cultural Integration Processes among New Immigrants in Europe) we will collect two waves of panel data among different groups of recent immigrants in order to adequately describe recent inflows, to answer unsettled questions in immigration and integration research and to provide relevant information for decision makers in the field. We start out from three shortcomings of existing research. First of all, it is difficult to disentangle origin and destination effects when analyzing integration trajectories because migrants included in most data sets have been living in the country for many years at the point of the first interview. Secondly, most data sets still are cross national in nature so that issues of causality remain unsettled. Finally, migration research has long focused on low skilled labor or colonial migrants. Substantively, we plan to study recent migrants’ immigration and settlement processes and their integration trajectories in the field of their cognitive and structural integration, ethnic and national identities, and acculturation and religiosity based on a standardized survey among recently arrived Poles, Turks, Romanians, Italians, Syrians and Iraqis. We implement a research design that enables us to analyze potential group specific patterns while taking into account their internal diversity. The migrant groups included in our study differ with respect to their average educational and skill level, religious background, reasons for coming and the salience of ethnic boundaries they encounter in the receiving country. In order to survey a sufficiently large number of recent migrants we plan to conduct a standardized and incentivized mixed-mode survey in those municipalities that are the most important destinations for the different groups. In a separate project it is planned to supplement this endeavor with a survey among natives in the same municipalities in order to capture processes of informal exclusion and the construction of ethnic boundaries.

SECCOPA Projekt: The socio-economic consequences of temporary employment: A comparative panel data analysis

Förderung: European Research Council (ERC) Starting Grant

Leitung: Prof. Dr. Michael Gebel

Laufzeit: 01.04.2018 - 31.03.2023

Befristete Beschäftigung ist in den Industrieländern weit verbreitet und es wurden viele Bedenken über diese Entwicklung geäußert. Vor diesem Hintergrund werden wir neue Einblicke in die vielfältigen sozioökonomischen Folgen von befristeter Beschäftigung geben. Theoretisch ist das SECCOPA Projekt innovativ, indem es ein mehrstufiges dynamisches Modell entwickelt, das Ideen aus Soziologie, Ökonomie, Psychologie und Sozialpolitik verbindet. Konkret werden wir ein neuartiges, umfassendes Verständnis dafür gewinnen, wie sich befristete Arbeitsverhältnisse auf die Beschäftigung und den beruflichen Werdegang, die Risiken von Einkommensarmut und materieller Deprivation sowie das subjektive Wohlbefinden auswirken. Ziel dieses Projektes ist es, die kausalen Auswirkungen von befristeten Verträgen mit Hilfe von Paneldaten zu schätzen und moderne Methoden der Kausalanalyse anzuwenden. Die Ergänzung des dominanten "Aufwärts"-Vergleichs von Arbeitnehmern/Innen mit befristeten Arbeitsverhältnissen zu solchen mit permanenten Arbeitsverträgen mit einem "Abwärts"-Vergleich von befristeter Beschäftigung zu Arbeitslosigkeit hat das Potenzial, bahnbrechende Ergebnisse über das integrative Potenzial von befristeten Arbeitsverträgen für Arbeitslose zu erzielen. Darüber hinaus werden neue Erkenntnisse über die Heterogenität der Auswirkungen von befristeter Beschäftigung auf der Mikroebene durch detaillierte Subgruppenanalysen gewonnen. Ferner wird dieses Projekt die Forschung vorantreiben, indem es die sozioökonomischen Folgen von befristeten Arbeitsverhältnissen in einer dynamischen Prozess- und Lebensverlaufsperspektive herausarbeitet. Die Auswahl, Behandlung und Ergebnisdynamik wird durch die Beobachtung von Leiharbeitnehmern und ihren Lebensumständen im Laufe der Zeit untersucht. Während sich die bisherigen Studien nur auf einzelne Arbeitnehmer konzentriert haben, wird auch die wichtige Haushaltsperspektive und ihre moderierende Rolle herausgearbeitet. Die Analyse der west- und osteuropäischen Länder sowie der liberalen Wohlfahrtsstaaten Kanada, USA, Südkorea, Japan und Australien und die Anwendung innovativer mehrstufiger Paneldatenmethoden werden zu signifikanten neuen Erkenntnissen führen und Pionierforschung über die moderierende Rolle des strukturellen und institutionellen Makrokontextes darstellen.

Sozialpolitik per Tarifvertrag. Ursachen und Folgen der Vertariflichung sozialer Sicherung

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung

Leitung: Prof. Dr. Thilo Fehmel, Prof. Dr. Olaf Struck

Laufzeit: 2015 - 2018

Die Entstaatlichung sozialer Sicherung äußert sich neben den häufig beschriebenen Entwicklungen der Vermarktlichung, Privatisierung und Refamiliarisierung in jüngster Zeit auch in der Vertariflichung sozialer Sicherung. Mit dem Prozess der zunehmenden Überantwortung der Wohlfahrtsproduktion an die Tarifvertragsparteien verändert sich die Rolle der Tarifverbände; über die Gestaltung der unmittelbaren Arbeitsbedingungen hinaus werden sie in steigendem Maße auch zu Adressaten von Sicherungserwartungen. Zugleich ist zu erwarten, dass der Zugang zu tariflich gestalteter sozialer Sicherheit deutlich selektiver und exklusiver ist sowie aufgrund unterschiedlicher Kräfteverhältnisse in den Branchen auch erhebliche Variationen aufweist als staatliche Sicherungssysteme. Methodisch ist das Projekt qualitativ ausgerichtet, indem es mittels interpretativer Verfahren (Experteninterviews) geschilderte Sichtweisen erhebt, auswertet und systematisiert.

When immigrants are aiming high: Educational achievement and attainment in light of greater aspirations

Förderung: DFG (DFG Priority Program 1646 "Education as a Lifelong Process")

Leitung: Prof. Dr. Cornelia Kristen, Dr. Christoph Spörlein, Dr. Gisela Will (LIfBi)

Laufzeit: 2018 - 2020

Despite immigrants oftentimes portraying exceptionally high educational aspirations, they and their descendants tend to show lower educational outcomes compared to their majority populationcounterparts (also termed the aspiration-achievement paradox). The primary aim of this project is to investigate the question how high educational aspirations found among immigrant families shape ethnicinequalities throughout educational careers, both in terms of educational achievement and educational transitions. While current research suggests that immigrants transition more frequently to themore demanding tracks given high aspirations and holding constant prior achievement and social origin, there is far less research on the relationship between educational aspirations and educationalachievement. Overall, we identified a number of key research gaps which we seek to address in this project: (1) we use high-quality data to provide longitudinal evidence for the relation between educationalaspirations and ethnic differences in transitional behavior and educational achievement for the German context, (2) we apply theoretical models of educational decisions and learning investmentsto integrate disparate conceptual and theoretical ideas; and we specify the underlying processes separately for the theoretically distinct concepts of idealistic and realistic aspirations, (3) we investigate behavioral changes associated with high levels of educational aspirations leading up to critical transitional episodes in the careers of students and (4) we assess the consequences of making ambitious choices in light of higher aspirations at lower levels of prior achievement. The empirical foundation of this project will be the German National Educational Panel Study (NEPS) which provides consistent and highly detailed measurement of key concepts which enable us to properly distinguish between idealistic and realisticaspirations and which includes sufficiently large samples on immigrants and their descendants.

Why are Megachurches Attractive? Network Structures and Cultural Reproduction of a New Organizational Form in the U.S.

Förderung: DFG

Leitung: Prof. Dr. Thomas Kern, Prof. Dr. Uwe Schimank (Universität Bremen)

Laufzeit: 2011 - 2020

Background

Megachurches have become a widespread phenomenon around the globe. Congregations are considered megachurches if their weekly services are attended by more than 2,000 adults. Although very large congregations have existed throughout the history of Christianity, their number has been rising sharply since the 1970s. Currently, there are more than 1,600 megachurches in the United States alone. While economic explanations for the extraordinary growth of congregations abound, more research is needed to explore the role of social networks for the recruitment of new attenders. Sociologists are also called to identify key features responsible for the success of megachurches as a new organizational form. Most importantly, tracing the rise of the megachurch movement may reveal profound transformations of spiritual culture in America.

Objective

The project seeks to provide insights about growth trajectories typical for megachurches by describing the specific niche they occupy in terms of the characteristics of their members, their embeddedness in organizational networks, and their positioning in the overall spiritual landscape.

Key Questions

  • How do megachurches mobilize new members?
  • What are key characteristics of megachurches as a new type of congregation?
  • How are megachurches culturally embedded in a network of meanings, ideas, and values?

Methodology

The study follows a multilevel case study approach with four congregations located in Texas serving as research sites. In January and February 2013 about 70 interviews with staff members of the four churches were conducted in order to gather information about the organizations’ structure and goals. Between September 2013 and February 2014 an online survey for the members of the congregations was distributed. Questions dealt with their individual recruitment, their participation in church activities, and their affiliations with other organizations. In addition, a semantic network analysis of organizational documents and religious publications important for congregation members will be conducted.

Publications

Kern, Thomas & Insa Pruisken (2017): Evangelikalismus als Bewegung. In: Elwert, Frederik, Martin Radermacher & Jens Schlamelcher (Hrsg.): Handbuch Evangelikalismus, Bielefeld: transcript (in Vorbereitung).

Kern, Thomas & Insa Pruisken (2017): Religiöse Bewegungen. Das Beispiel des Evangelikalismus in den USA. In: Pollack, Detlef, Volker Krech, Olaf Müller & Markus Hero (Hrsg.): Handbuch Religionssoziologie, Springer: VS (in Vorbereitung).

Kern, Thomas & Insa Pruisken (2017): Kontingenzbewältigung durch "Organisation": Das Wachstum der Megakirchen in den USA. In: Sammet, Heidemarie & Kornelia Winkel: Religion soziologisch denken, Springer VS (im Erscheinen).

Kern, Thomas & Insa Pruisken (2016): Wohin geht der religiöse Wandel? Essay, Soziologische Revue 39(3): 337–349.

Pruisken, Insa & Janina Coronel (2014): Megakirchen: Managerialisierung im religiösen Feld? In: Heiser, Patrick & Christian Ludwig: Sozialformen der Religion im Wandel, Springer VS, S. 53-79.

Kern, Thomas & Uwe Schimank (2013): Megakirchen als religiöse Organisationen: Ein dritter Gemeindetyp jenseits von Sekte und Kirche? Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie Bd. 65, Supplement 1 (Sonderheft 53: Religion und Gesellschaft): 285-309.