Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

Soziologie

Drittmittelgeförderte Forschungsprojekte

Förderung: DFG, Schwerpunktprogramm 1646 "Education as Lifelong Process"

Leitung: Prof. Dr. Corinna Kleinert

Laufzeit: 15.06.2015-15.07.2018


In Deutschland ist das Berufsprinzip zentral für die Verbindung zwischen (Aus-)Bildungssystem und Arbeitsmarkt und daher besonders relevant für die Genese von Ungleichheiten über den Lebensverlauf. Das Projekt untersucht daher die Bedeutung des Berufsprinzips für die (Re-) Produktion von Geschlechterungleichheiten im deutschen Arbeitsmarkt. Während die erste Projektphase in erster Linie auf nicht-monetäre Aspekte der Arbeitsmarktungleichheiten zwischen Frauen und Männern fokussierte, untersuchen wir nun, welche Bedeutung die geschlechtliche Differenzierung der Berufsstruktur in Deutschland für die Entwicklung der Lohnlücke seit Mitte der 1970er Jahre hat. Theoretisch unterscheiden wir dabei drei Mechanismen: 1) die Entwertung von frauentypischen Tätigkeitsinhalten, 2) die geringere Nachfrage nach spezifischem Humankapital in Frauenberufen und 3) höhere berufliche Schließungspotentiale in Männerberufen.  Basis der Analysen ist ein einzigartiger Datensatz zu individuellen Löhnen im Lebensverlauf: Die ersten drei Wellen von NEPS Startkohorte 6 wurden mit Registerdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verlinkt und enthalten dadurch zusätzlich sehr valide Lohn- und Firmeninformationen für die Erwerbsverläufe der Befragten. Zur Modellierung und Dekomposition der geschlechtlichen Lohnlücke werden diesen Individualdaten die Informationen des in der ersten Projektphase generierten Berufspanels zugespielt und mit beruflichen Strukturdaten angereichert, die bislang nicht berücksichtigt wurden: beruflichen Tätigkeitsprofilen und neuen Indikatoren beruflicher Schließung.

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Leitung: Prof. Dr. Corinna Kleinert

Laufzeit: 01.04.2016-31.01.2019

Dieses Projekt hat zum Ziel, die Erträge formaler Bildungslaufbahnen und allgemeiner kognitiver Grundkompetenzen in drei Dimensionen zu untersuchen, die im Erwachsenenalter sowohl für die Individuen selbst als auch für ihr soziales Umfeld von großer Bedeutung sind und darüber hinaus eng miteinander verknüpft sind: das subjektive Wohlbefinden, das Sozialkapital sowie die soziale und politische Teilhabe. Im Kern sollen folgende Fragestellungen beantwortet werden: Welchen Beitrag leisten die formale Bildungslaufbahn, die erreichten Zertifikate sowie die kognitiven Grundkompetenzen zur Erklärung von Unterschieden in den Zufriedenheiten, dem Sozialkapital und der sozialen Teilhabe im Erwachsenenalter? Auf welche dieser drei nicht-monetären Ertragsdimensionen zeitigen die unterschiedlichen Aspekte von Bildung - Laufbahn, Zertifikate und Kompetenzen - direkte Effekte und auf welche wirken sie nur indirekt? Diese Fragestellungen werden in erster Linie mit Daten des NEPS-Erwachsenensurveys (SC6) untersucht. Um die Ergebnisse zu plausibilisieren, werden zusätzlich Daten von PIAAC und PIAAC-L herangezogen. Um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen, die auch für die Bildungsberichterstattung genutzt werden können, werden verschiedene Methoden wie Panelanalysen, Mehrebenenanalysen sowie statistisches Matching kombiniert. Das Projekt ist Teil des Verbundvorhabens "Bildungserträge im Lebenslauf", in dem neben den hier genannten Bildungserträgen bei GESIS in Mannheim auch Zusammenhänge von Bildung und Persönlichkeitsaspekten im Kindes- und Erwachsenenalter untersucht werden.

Förderung: DFG
Leitung: Prof. Dr. Richard Münch

Förderung: VolkswagenStiftung; Förderinitiative "Zwischen Europa und Orient – Mittelasien/Kaukasus im Fokus der Wissenschaft", Ausschreibung „Institutioneller Wandel und soziale Praxis. Forschungen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Mittelasien und im Kaukasus“
Leitung: Prof. Dr. Michael Gebel
Laufzeit: 1. Juli 2015- 30. Juni 2018

In diesem interdisziplinären Forschungsprojekt wird eine vergleichende Länderstudie zur Integration Jugendlicher in den Arbeitsmarkt in Aserbaidschan, Georgien und Tadschikistan in Zeiten zunehmender Unsicherheit durchgeführt. Ausgehend von einem mikro-makro-theoretischen Modell werden die Chancen und Barrieren analysiert, mit denen Jugendliche bei ihrem Übergang vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt in unterschiedlichen kulturellen, ökonomischen und institutionellen Kontexten konfrontiert sind. In einem Mixed-Method Ansatz werden insbesondere Primärdaten in Form dreier quantitativer Jugendbefragungen (N=2.000 Personen pro Land) und ergänzenden qualitativen Tiefeninterviews in einem vergleichenden Studiendesign in Aserbaidschan, Georgien und Tadschikistan erhoben. Hierbei stellt der explizite Fokus auf die Dynamik der Übergangsprozesse von Jugendlichen in Lebensverlaufperspektive die zentrale Innovation des Projekts dar. Die objektiven und subjektiven Bedingungen der Situation von Jugendlichen werden in einer mehrdimensionalen Perspektive betrachtet, um eine umfassende Bewertung der Situation von Jugendlichen zu erreichen und um das Wechselspiel von objektiven Lebensbedingungen und subjektiven Identitäten von Jugendlichen zu verstehen. Es wird analysiert, inwieweit die institutionelle Struktur des Bildungssystems, Institutionen auf dem Arbeitsmarkt und die damit verbundenen Segmentation und wohlfahrtsstaatliche Institutionen und Familien-/Geschlechterregime eine erfolgreiche Integration in adäquate Beschäftigungsverhältnisse behindern oder fördern. Durch die vergleichende Analyse sollen Best-Practise Beispiele und Empfehlungen für institutionelle Reformen und Politikmaßnahmen herausgearbeitet werden, die speziell zu einer Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Jugendlichen beitragen und damit die sozioökonomische Lage von Jugendlichen im allgemeinen in der Region des Südkaukasus und Zentralasiens verbessern.

Förderung: Fritz Thyssen Stiftung
Leitung: Prof. Dr. Elmar Rieger

 "One of the primary objectives of the foreign policy of the United States is the creation of conditions in which we and other nations will be able to work out a way of life free from coercion." (Präsident Harry S. Truman im März 1947).

In der "National Security Strategy of the United States" vom März 2006 heißt es: "Championing freedom advances our interests because the survival of liberty at home increasingly depends on the success of liberty abroad". Diese Maxime folgt nicht nur der auf Immanuel Kant zurückgehenden Idee des "demokratischen Friedens". Sie zielt auch auf die "Gleichrichtung" von Regierungssystemen nach dem Muster der US-amerikanischen liberalen Demokratie. In dem Projekt "Creating Conditions" wird die These verfolgt, dass die Außenpolitik eines staatenumgestaltenden Demokratietransfers nicht allein auf die besonderen Umstände zurückzuführen ist, die durch die Ereignisse am 11. September 2001 provoziert wurden, sondern als ein Strukturelement der internationalen Politik der Vereinigten Staaten gesehen werden kann, das aus Gründen, die in der Eigenart ihrer Verfassungsordnung liegen, die Aufgabe hat, für ihre Gesellschaft wirtschaftliche Wohlfahrts- und soziale Sicherungsaufgaben zu erfüllen. Die internationale Gleichrichtungspolitik zielt nicht nur darauf, die Reibungsfläche mit anderen Staaten zu verkleinern und außenwirtschaftliche Transaktionskosten zu verringern. Sie soll auch eine erhöhte Legitimität der liberalen Verfassungsordnung in den inneren Verhältnissen der Vereinigten Staaten gegenüber eher "sozial-demokratischen" Alternativen erreichen. Allerdings scheint der Preis für diese letztlich innen- bzw. gesellschaftspolitisch motivierte Strategie eine stark erhöhte Unsicherheit in den internationalen Beziehungen und die Schwächung eines Völkerrechts zu sein, das einer egalitären Staatengesellschaft als Ordnungsgrundlage dient. Als Korrelat zu dieser These soll in diesem Projekt auch der Vermutung nachgegangen werden, dass wesentliche Fortschritte in der sozialpolitischen Versorgung der Gesellschaft der Vereinigten Staaten mit Wohlfahrts- und Sicherheitsgütern immer wieder die Grundlage für eine Außen- und Völkerrechtspolitik bieten konnte, in der die Souveränitäts- und Gleichheitsnormen der Staatengesellschaft strategie- und strukturbestimmend und Projekte einer multilateralen Ordnungspolitik vorangetrieben werden konnten.

In dem Projekt sollen die fundamentalen Antinomien einer liberalen Verfassungsordnung herausarbeitet werden, die mit einer Gesellschaft konfrontiert ist, die durch sehr starke soziale Gegensätze gekennzeichnet ist. Es konzentriert sich dabei auf die Außen- und Völkerrechtspolitik einerseits und die Sozialpolitik andererseits, und geht davon aus, dass es zwischen diesen beiden Politikfeldern wichtige Entsprechungs- und Wechselverhältnisse gibt, die ihre Ursprünge in bestimmten verfassungspolitischen Festlegungen haben, die nur sehr schwer revidierbar sind. Das Projekt will zum Verständnis der Ordnungs- und Steuerungsprobleme eines internationalen Systems beitragen, das ganz wesentlich durch die Auswirkungen der inneren Ordnungsprobleme eines weltpolitisch und weltwirtschaftlich vorherrschenden Staates geprägt wird. Umgekehrt haben die Vereinigten Staaten die Staatenordnung ihrer internationalen Umwelt immer wieder als Bedrohung ihrer Identität wahrgenommen und bewertet. Das Projekt ist als eine historische Untersuchung angelegt, die mit den Mitteln der Verfassungsgeschichte, der institutionellen Ansätze der Politikwissenschaft und der historischen Makrosoziologie versucht, die Regelmäßigkeiten in den Beziehungen zwischen Innen- und Außenpolitik der Vereinigten Staaten auszumachen und sie für das Verständnis der Gegenwartsprobleme der internationalen Beziehungen fruchtbar zu machen.

Das Projekt ist abgeschlossen, auf zwei Arbeitsergebnisse, die Sie herunterladen können sei verwiesen:

* Elmar Rieger, Die gesellschaftlichen Ursprünge imperialer Außenpolitik, Historische Soziologie der Verfassung der Vereinigten Staaten(264.3 KB)

* Stefan Johnke, Gesellschaft und Verfassungsordnung: Grundlagen amerikanischer Außenpolitik nach dem Ende des Ost-Wes-Konflikts(176.1 KB)

Förderung: DFG
Koordination:
Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld,
Prof. Dr. Sabine Weinert
Laufzeit: 2012 - 2015

The Priority Programme 1646 "Education as a Lifelong Process. Analyzing Data of the National Educational Panel Study (NEPS)" of the German Research Foundation (DFG) started on January 1, 2012, and has been approved for six years. It is coordinated by Prof. Dr. rer. pol. Dr. h.c. Hans-Peter Blossfeld and Prof. Dr. Sabine Weinert (both University of Bamberg). The Priority Programme combines different research projects that are devoted to one or more of the following research topics: (1) studying competence development over the life course, (2) utilizing the NEPS database for other relevant substantive analyses, (3) dealing with methodological issues relevant to the NEPS. The Priority Programme of DFG aims to be a starting point to foster widespread public use of the data and the research opportunities of NEPS. Individual projects will be founded initially for three years. After this first funding phase new projects can be included into the Priority Programme and the projects approved for funding in the first phase may be extended throughout the second funding phase (2015-2017). By now the Priority Programme encompasses seventeen research projects from five different disciplines. These projects are distributed across seven German universities and seven German research institutes.

Verbundprojekt: Dritter Bericht zur sozioökonomischen Entwicklung in Deutschlang (soeb 3) - Teilprojekt: Arbeitspaket 7

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Leitung: Prof. Dr. Olaf Struck
Laufzeit: 2013 - 2016

 

In der Projektlaufzeit soll ein Dritter Bericht zur sozio-ökonomischen Entwicklung in Deutschland (soeb 3) erarbeitet und veröffentlicht werden. Ziel ist die Entwicklung, Verbesserung und Umsetzung von Beobachtungskonzepten und Indikatoren für eine wissenschaftsgestützte Sozialberichterstattung, die sich am Konzept der Wohlfahrtsproduktion orientiert. Das Arbeitsprogramm des Verbundvorhabens zielt insbesondere auf verbesserte Methoden der Wohlfahrtsmessung und eine bessere Integration von Makro-, Organisations- und Mikrodaten.

Das Arbeitspaket „Erwerbsverläufe und betriebliche Beschäftigungssysteme“ fokussiert auf betriebliche Ursachen und Folgen ungleicher Teilhabechancen. Untersucht werden die Wirkungen von sozio-demografischen und erwerbsbiographischen, arbeitsmarkt- und insbesondere betriebsstrukturellen Einflussfaktoren auf inner- und überbetriebliche Auf- und Abstiegsmobilität sowie Arbeitslosigkeitsrisiken.

In den Analysen werden verknüpfte Individual- und Betriebspaneldaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) durch berufsspezifische Tätigkeitsmerkmale auf Betriebs- und Individualebene sowie durch regionale Wirtschafts- und Arbeitsmarktmerkmale ergänzt. Zunächst werden betriebliche Arbeits- und Beschäftigungssysteme empirisch und konzeptionell systematisiert. Mittels deskriptiver (Kaplan-Meier-Schätzungen) und multivariater Verfahren (Cox-Modelle) werden zudem die genannten Determinanten in ihrer Wirkung auf Erwerbsverläufe analysiert.

Förderung: European Commission - Horizon 2020; Schwerpunkt „Societal Challenges-Inclusive, innovative & reflective societies- Call YOUNG-1-2014
Leitung: Prof. Dr. Michael Gebel
Laufzeit: 1. Mai 2015- 30. April 2018

Against the background of increasing labour market insecurities among youth during the recent crisis, the aim of this interdisciplinary and internationally comparative project is to provide a comprehensive understanding of the consequences of youth labour market vulnerability for risks of social exclusion in Europe. A multidimensional dynamic perspective on both objective and subjective dimensions of the social exclusion of young people is adopted in order to identify the complex interrelationships and potential risks of cumulative disadvantages and possible compensatory mechanisms. Specifically, implications of labour market insecurities for youth’s risks of poverty and material deprivation, their subjective well-being and health status as well as their ability to reach independence from parental home are investigated in a mixed-method approach. First, qualitative interviews are conducted with youths from nine selected European countries including Ukraine in order to reach an in-depth understanding of how disadvantaged youths perceive their social situation and try to cope with it in different economic, institutional and cultural environments. Second, quantitative methods are applied using EU-28 and national micro-data in order to identify the causal interrelationships and dynamic processes of youth’s social exclusion in different national contexts. Third, the diffusion and effectiveness of EU and national policies that address various issues of youth social exclusion are assessed in EU-28 based on expert interviews and policy evaluation analyses. A central objective of this comparative project is to learn about examples of best practises and provide suggestions for reforms and policies that help improving the social situation of young people who face labour market insecurities and also involve youth own voice in this process. By involving and addressing different stakeholder groups at all stages of the project the dissemination of results will be ensured.

Förderung: DFG (Priority Program “Education as a Lifelong Process”, SPP 1646)
Leitung in Bamberg: Prof. Dr. Cornelia Kristen

Based on the NEPS data it will be possible to analyze educational trajectories and their determinants over time across five different starting cohorts. Adopting an interdisciplinary perspective and based on analyses of NEPS data, the project aims at clarifying the role of immigrants’ language proficiency for their social integration in the context of their country of residence. Emanating from a resource approach, language proficiency is seen as a central resource for social integration, especially structural integration into the educational system. While it is generally accepted that the language of the country of residence (L2) plays a crucial role for integration, the effects of the language of origin (L1) are highly controversial. The main goal of the research lies in illuminating the role of L1 and L2 for educational success. More specifically, the impact of language proficiency for different aspects of competence development, educational decisions and eventual school success will be examined. In addition, immigrants’ language proficiency will be studied in relation to other aspects of social integration, such as labor market outcomes, psychological well-being and social adaptation as well as cultural identity. In exploring determinants of proficiency development in L1 and L2 at different levels, moreover, the prevalence and the effects of language support in L1 and L2 will be analyzed. To answer an important methodological question that is relevant for research on immigrant integration more generally, finally, there are plans to examine whether self-reports of proficiency in L1 and L2 yield the same results as objective measurements.

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Förderung:DFG (Project within the DFG Priority Programme 1646 “Education as a Lifelong Process”)
Leitung in Bamberg: Prof. Dr. Cornelia Kristen

With the continuation of our interdisciplinary project (1st funding period), we aim at further clarifying the role of immigrants’ first and second language proficiency and language use for their social integration, making use of the advanced analytical potential of the forthcoming new waves of NEPS data. Emanating from a general resource perspective, language proficiency is seen as a crucial resource for social integration, especially structural integration into the educational system. This view is generally accepted with respect to the language of the country of residence (L2), whereas the role of the language of the country of origin (L1) is disputed. In our research, we address this controversial issue and investigate how L1 and L2 relate to educational success. In the first funding period, we explored the relationship between language proficiency, language use and different aspects of educational competencies based on the then available cross-sectional NEPS Scientific Use Files. During the second funding period, the NEPS will provide the opportunity to analyze at least three and up to seven waves of data in the different starting cohorts. Thus, we will be able to carry out longitudinal analyses addressing the processes at work more thoroughly. A first goal will be to further examine the role of language for structural integration, including the direction of linguistic transfer between proficiency in L1 and L2 as well as effects of L1 proficiency and L1 use on different aspects of competence development, educational decisions and labor market returns. A second objective is to expand our view by including other aspects of social integration, namely cultural identity and its interplay with language use and proficiency. We plan to study their joint and separate effects on immigrant students’ educational achievement. The third set of research questions pertains to patterns and determinants of language development over time, focusing on crucial stages during childhood and adolescence. In these analyses, we will compare patterns across immigrant groups, generations and cohorts. Building on our previous analyses showing restricted validity of self-assessed language proficiency, finally, we set out to develop statistical strategies to correct for these biased self-reports.

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Leitung in Bamberg: Prof. Dr. Cornelia Kristen

Kompetenzerwerb und Lernvoraussetzungen (KuL) ist ein Verbundprojekt, an dem neben der Otto-Friedrich-Universität Bamberg das Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) an der Universität Mannheim sowie die Humboldt-Universität zu Berlin beteiligt sind.

Das Forschungsprojekt setzt sich mit dem Unterrichtsgeschehen in Grundschulen auseinander. Welche Lernvoraussetzungen bringen Kinder in die Grundschule mit? Wie gestalten Lehrerinnen und Lehrer die Lernumgebungen angesichts einer bunt zusammengesetzten Schülerschaft? Welche Bedingungen sind bedeutsam für einen förderlichen Umgang zwischen Lehrkräften und Kindern? Welche Arten der Interaktion zwischen Kindern und Lehrkräften begünstigen Lernprozesse und damit den Kompetenzerwerb?

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Förderung: DFG
Leitung: Prof. Dr. Olaf Struck
Laufzeit: 2014 - 2017

Ziel des Forschungsprojektes ist es, auf Erwerbsverläufe Einfluss nehmende Chancen- und Risikostrukturen zu untersuchen, wobei in einem simultanen Analyseverfahren neben individuellen und betrieblichen Determinanten insbesondere regionsspezifische Rahmenbedingungen und konjunkturelle Einflüsse berücksichtigt werden. Die Wirkung dieser Ebenen auf Erwerbsverläufe wird anhand der inhaltlichen Aspekte „Beschäftigungsstabilität und überbetriebliche vertikale Auf- und Abstiegsmobilität“, „innerbetrieblicher Beschäftigungsverlauf und vertikale Mobilität“ sowie „regionale Mobilität und vertikale Auf- und Abstiege“ erforscht.

Für dieses Vorhaben wird ein neuer und sehr gut geeigneter längsschnittlicher Linked-Employer-Employee-Datensatz des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur Verfügung stehen, der durch regionale Strukturdaten ergänzt wird. Um der hierarchischen Clusterung der Daten gerecht zu werden, erfolgen die empirischen Analysen auf Basis von Mehrebenenmodellen.

Förderung: DFG
Leitung: Dr. Christoph Spörlein
Laufzeit: 2015 -2018

Educational systems can typically be characterized according to two fundamental features: stratification and standardization. While "standardization" refers to the extent to which nationwide criteria for educational standards exist, "stratification" describes the extent to which the educational system is hierarchically stratified (i.e., the degree to which educational systems are tracked). The German educational system is a classic example of high standardization coupled with high levels of stratification whereas the educational system of the United States represents the prototypical case of low standardization and low stratification. It has been argued that educational systems with a stronger focus on stratification or tracking manage to more effectively educate pupils, however at the cost of exacerbating social inequality in children's educational achievement. Based on cross-national comparative data, the focus of this project is to reinvestigate the “equality-efficiency-trade-off” with respect to ethnic educational inequality and potential long-term effects of educational systems on labor market outcomes using a variance function regression framework. This approach is ideally suited to tackle research questions involving hypotheses about distributional differences (i.e., means and variances combined) of two (or more) groups.

 

 

Das Nationale Bildungspanel wird seit dem 01.01.2014 im Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V. (LIfBi) weitergeführt.

Förderung: BMBF
Leitung: Prof. Dr. Richard Münch
Laufzeit: 1.10.2013 - 30.09.2017

In dem Vorhaben sollen die Voraussetzungen, Verfahrensweisen und Wirkungen der Leistungsbewertung in der Wissenschaft anhand von zwei Fallstudien zum britischen Research Assessment Exercise (RAE) bzw. neuerdings Research Excellence Framework (REF) und zum Ranking des National Research Council (NRC) in den USA untersucht werden.

Die Untersuchung soll sich auf drei wissenschaftliche Disziplinen konzentrieren: Chemie, Soziologie und Geschichte. Im Anschluss daran soll geprüft werden, welche Effekte von der Übernahme von Elementen dieser Bewertungsverfahren im Kontext des deutschen Wissenschaftssystems zu erwarten sind. Zwei in das Vorhaben integrierte Dissertationsprojekte sollen die Fallstudien jeweils durch eine umfassendere Analyse der Praxis der Leistungsbewertung in den USA und in Großbritannien ergänzen. Die Untersuchung ist auf drei Dimensionen der wissenschaftlichen Praxis fokussiert: 

  1. Die Verteilung von Ressourcen, Positionen und wissenschaftlichen Leistungen auf Departments
  2. Karrieremuster von Wissenschaftlerinnen bzw. Wissenschaftlern
  3. Leitlinien und Rhetoriken der Leistungsbewertung.


Methodisch soll dieses Programm mit Hilfe von quantitativen Querschnitts- und Längsschnittstudien sowie qualitativen Inhalts- und Diskursanalysen durchgeführt werden.

Förderung: ORA
Leitung: Dr. Manlio Cinalli, Dr. Laura Morales, Prof. Thomas Saalfeld (coordinator), Prof. Jean Tillie
Laufzeit: 1 May 2014 - 30 April 2017

The project - “Pathways to Power: The Political Representation of Citizens of Immigrant Origin in Seven European Democracies” - is a cooperative international endeavor on the political representation of citizens of immigrant origin in seven European Democracies. Over the past decades, European societies have grown increasingly ethnically diverse. Immigration is one of the most important challenges facing Europe today. Social and political participation constitutes the ultimate expression of integration in society. The project seeks to advance knowledge on descriptive representation of citizens of immigrant origin at the national and regional levels over a twenty year period. Additionally, the project adds an innovative dimension by examining substantive representation of citizens of immigrant origin at the national level. We examine participation patterns in France, Germany, Greece, Italy, Netherlands, Spain, and United Kingdom. The team includes over 20 scholars, working in several participant institutions, led by the University of Amsterdam (Netherlands), University of Bamberg (Germany), University of Leicester (United Kingdom), and SciencesPo (France). The project is funded by British ESRC, the Dutch NWO, the French ANR, and the German DFG, under the Open Research Area (ORA+) scheme. The principal investigators are Prof. Manlio Cinalli (SciencesPo), Prof. Laura Morales (Leicester), Prof. Thomas Saalfeld (Bamberg), and Prof. Jean Tillie (Netherlands).

Postsozialistische Zivilgesellschaften in der Transformation: (Ost-)Deutschland und Russland im Vergleich

Förderung: BMBF
Leitung: Prof. Dr. Thomas Kern

Kooperationspartner: National Research University - Higher School of Economics (Moscow), Institute of Sociology of the Russian Academy of Sciences (Moscow), Deutsche Universität für  Verwaltungswissenschaften (Speyer)
Laufzeit: Oktober 2016

Das Vernetzungsprojekt beschäftigt sich in drei internationalen Workshops mit der Frage, wie sich die Zivilgesellschaften in (Ost-)Deutschland und Russland im Zusammenspiel mit den politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozessen nach dem Ende des Sozialismus entwickelt haben. Mit dem Vergleich zwischen Ost- und Westdeutschland sowie mit Russland sollen die langfristigen Einflüsse der sozialistischen Vergangenheit analysiert werden.

Entgegen der oft unterschwelligen Konvergenzannahme westlich-liberaler Theorieansätze geht das Projekt davon aus, dass die Entwicklung von Zivilgesellschaften durch kulturell und historisch unterschiedlichen Dynamiken geprägt ist. Das Interesse richtet sich dabei vor allem auf das Verhältnis zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in ihren jeweils länderspezifischen Ausformungen, Verflechtungsmustern und institutionellen Logiken.

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Leitung: Prof. Dr. Claus H. Carstensen

Laufzeit: 01.01.2014- 31.12.2017

GESIS, LIfBi und DIW führen gemeinsam eine der weltweit ersten international vergleichbaren Langzeitstudien zu Kompetenzen im Erwachsenenalter und deren Bedeutung im Lebenslauf durch.

Wie wirken sich individuelle Kompetenzen auf den Erwerbsverlauf der Menschen in Deutschland aus? In welchem Zusammenhang stehen persönliche Fähigkeiten zur beruflichen Mobilität? Wie sind Kompetenzen in einzelnen Familien/zwischen Partnern verteilt? Was bedeutet das für die Aufstiegschancen in unserer Gesellschaft?

Diesen und ähnlichen Fragen geht die deutschlandweite Langzeitstudie PIAAC-L nach, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit mehr als 5,7 Millionen Euro Fördergeldern gefördert wird. PIAAC-L führt PIAAC im deutschlandweiten Kontext weiter. PIAAC, eine Studie der OECD, auch bekannt als PISA-Studie für Erwachsene, untersuchte die Alltagsfertigkeiten Erwachsener im internationalen Vergleich.

Durchgeführt wird die Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi) sowie des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) (siehe auch Konsortialpartner). Etwa 5.000 Menschen in Deutschland im Alter zwischen 18 und 67 Jahren, die bereits an PIAAC teilgenommen haben, sowie deren Familien werden für PIAAC-L befragt. Die Wiederbefragung wird in insgesamt drei Wellen zwischen 2014 und 2016 durchgeführt.

Recent immigration processes and early integration trajectories in Germany

Förderung: DFG

Leitung: Prof. Dr. Cornelia Kristen, Prof. Dr. Claudia Diehl, Prof. Dr. Matthias König

Laufzeit: 2017-2020

The project aims at analyzing the immigration and settlement dynamics and integration trajectories of recent immigrants in Germany. Building upon the international SCIP project (Socio-cultural Integration Processes among New Immigrants in Europe) we will collect two waves of panel data among different groups of recent immigrants in order to adequately describe recent inflows, to answer unsettled questions in immigration and integration research and to provide relevant information for decision makers in the field. We start out from three shortcomings of existing research. First of all, it is difficult to disentangle origin and destination effects when analyzing integration trajectories because migrants included in most data sets have been living in the country for many years at the point of the first interview. Secondly, most data sets still are cross national in nature so that issues of causality remain unsettled. Finally, migration research has long focused on low skilled labor or colonial migrants. Substantively, we plan to study recent migrants’ immigration and settlement processes and their integration trajectories in the field of their cognitive and structural integration, ethnic and national identities, and acculturation and religiosity based on a standardized survey among recently arrived Poles, Turks, Romanians, Italians, Syrians and Iraqis. We implement a research design that enables us to analyze potential group specific patterns while taking into account their internal diversity. The migrant groups included in our study differ with respect to their average educational and skill level, religious background, reasons for coming and the salience of ethnic boundaries they encounter in the receiving country. In order to survey a sufficiently large number of recent migrants we plan to conduct a standardized and incentivized mixed-mode survey in those municipalities that are the most important destinations for the different groups. In a separate project it is planned to supplement this endeavor with a survey among natives in the same municipalities in order to capture processes of informal exclusion and the construction of ethnic boundaries.

Förderung: Bertelsmann-Stiftung

Leitung: Tobias Linberg, Olaf Struck, Thomas Bäumer

Laufzeit: 2015-2016

An den Ausbau von Ganztagsschulen wurden von Politik und Wissenschaft große und vielfältige Hoffnungen gebunden. Ganztagschulen sollen die kognitiven und sozialen Fähigkeiten der Schüler besonders fördern, die Lernmotivation und Schulfreude erhöhen, herkunftsabhängige Benachteiligung kompensieren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Im Projekt wird der schulische Kernaspekt dieser Erwartungen untersucht. Es wird gefragt: Unter welchen Bedingungen hat die Lernzeit in Ganztagsschulen einen Effekt auf die Kompetenz (Sprache, Naturwissenschaften, Metakognition), die Lernfreude und die Anstrengungsbereitschaft von Schüler?

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung

Leitung: Thilo Fehmel und Olaf Struck

Laufzeit: 2015-2017

Die Entstaatlichung sozialer Sicherung äußert sich neben den häufig beschriebenen Entwicklungen der Vermarktlichung, Privatisierung und Refamiliarisierung in jüngster Zeit auch in der Vertariflichung sozialer Sicherung. Mit dem Prozess der zunehmenden Überantwortung der Wohlfahrtsproduktion an die Tarifvertragsparteien verändert sich die Rolle der Tarifverbände; über die Gestaltung der unmittelbaren Arbeitsbedingungen hinaus werden sie in steigendem Maße auch zu Adressaten von Sicherungserwartungen. Zugleich ist zu erwarten, dass der Zugang zu tariflich gestalteter sozialer Sicherheit deutlich selektiver und exklusiver ist sowie aufgrund unterschiedlicher Kräfteverhältnisse in den Branchen auch erhebliche Variationen aufweist als staatliche Sicherungssysteme. Methodisch ist das Projekt qualitativ ausgerichtet, indem es mittels interpretativer Verfahren (Experteninterviews) geschilderte Sichtweisen erhebt, auswertet und systematisiert.

Why are Megachurches Attractive? Network Structures and Cultural Reproduction of a New Organizational Form in the U.S.

Förderung: DFG

Leitung: Prof. Dr. Thomas Kern, Prof. Dr. Uwe Schimank (Universität Bremen)

Laufzeit: August 2012 - Dezember 2017

Background

Megachurches have become a widespread phenomenon around the globe. Congregations are considered megachurches if their weekly services are attended by more than 2,000 adults. Although very large congregations have existed throughout the history of Christianity, their number has been rising sharply since the 1970s. Currently, there are more than 1,600 megachurches in the United States alone. While economic explanations for the extraordinary growth of congregations abound, more research is needed to explore the role of social networks for the recruitment of new attenders. Sociologists are also called to identify key features responsible for the success of megachurches as a new organizational form. Most importantly, tracing the rise of the megachurch movement may reveal profound transformations of spiritual culture in America.

Objective

The project seeks to provide insights about growth trajectories typical for megachurches by describing the specific niche they occupy in terms of the characteristics of their members, their embeddedness in organizational networks, and their positioning in the overall spiritual landscape.

Key Questions

  • How do megachurches mobilize new members?
  • What are key characteristics of megachurches as a new type of congregation?
  • How are megachurches culturally embedded in a network of meanings, ideas, and values?

Methodology

The study follows a multilevel case study approach with four congregations located in Texas serving as research sites. In January and February 2013 about 70 interviews with staff members of the four churches were conducted in order to gather information about the organizations’ structure and goals. Between September 2013 and February 2014 an online survey for the members of the congregations was distributed. Questions dealt with their individual recruitment, their participation in church activities, and their affiliations with other organizations. In addition, a semantic network analysis of organizational documents and religious publications important for congregation members will be conducted.

Publications

Kern, Thomas & Insa Pruisken (2017): Evangelikalismus als Bewegung. In: Elwert, Frederik, Martin Radermacher & Jens Schlamelcher (Hrsg.): Handbuch Evangelikalismus, Bielefeld: transcript (in Vorbereitung).

Kern, Thomas & Insa Pruisken (2017): Religiöse Bewegungen. Das Beispiel des Evangelikalismus in den USA. In: Pollack, Detlef, Volker Krech, Olaf Müller & Markus Hero (Hrsg.): Handbuch Religionssoziologie, Springer: VS (in Vorbereitung).

Kern, Thomas & Insa Pruisken (2017): Kontingenzbewältigung durch "Organisation": Das Wachstum der Megakirchen in den USA. In: Sammet, Heidemarie & Kornelia Winkel: Religion soziologisch denken, Springer VS (im Erscheinen).

Kern, Thomas & Insa Pruisken (2016): Wohin geht der religiöse Wandel? Essay, Soziologische Revue 39(3): 337–349.

Pruisken, Insa & Janina Coronel (2014): Megakirchen: Managerialisierung im religiösen Feld? In: Heiser, Patrick & Christian Ludwig: Sozialformen der Religion im Wandel, Springer VS, S. 53-79.

Kern, Thomas & Uwe Schimank (2013): Megakirchen als religiöse Organisationen: Ein dritter Gemeindetyp jenseits von Sekte und Kirche? Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie Bd. 65, Supplement 1 (Sonderheft 53: Religion und Gesellschaft): 285-309.