Drittmittelgeförderte Forschungsprojekte

Akzeptanz sozial- und arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen und Regelungen

Förderung: BMAS

Leitung: Prof. Dr. Olaf Struck, Prof. Dr. Gesine Stephan (IAB), Dr. Christopher Osiander (IAB)

Laufzeit: 2019 - 2022

Das Projekt analysiert die Akzeptanz tagesaktueller und konkreter Ausgestaltungsalternativen der Arbeitslosenversicherung und der sozialen Grundsicherung bei unterschiedlichen Gruppen und Betroffenen. Hierfür werden zu befragenden Personen spezifische und systematisch variierte Kurzszenarien (sog. Vignetten) vorgelegt, die verschiedene Regulierungsmöglichkeiten beschreiben und die dann beurteilt werden sollen. Für Analysen zur Erklärung dieser Urteile werden sozio-demografische Merkmale, Formen der eigenen Betroffenheit von wohlfahrtsstaatlichen Umverteilungen und Maßnahmen sowie allgemeine Werteinstellungen und Persönlichkeitsmerkmale einbezogen. Zentraler Bestandteil des Projekts sind Online-Befragungen. Die Kontaktdaten hierfür sollen aus den Prozessdaten der Bundesagentur für Arbeit (BA) gezogen werden, mit denen die Befragungsdaten zudem verknüpft werden sollen.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf berufliches Lernen im Erwachsenenalter

Förderung: DFG Fokusförderung Bildung und Corona

Leitung: Prof. Dr. Corinna Kleinert, Dr. Christina Haas, Prof. Dr. Martin Ehlert (WZB), Prof. Dr. Gundula Zoch (Uni Oldenburg)

Laufzeit: 2022 – 2023

Seit dem ersten Lockdown im März 2020 wurde breit und kontrovers diskutiert, wie sich die Corona-Pandemie auf die Lernbeteiligung, -prozesse und -ergebnisse ausgewirkt hat. Allerdings haben sich diese Debatten stark auf Kinder und Jugendliche im Bildungssystem konzentriert. Die Frage dieses Projektes, wie sich die Pandemie auf das Lernen von Erwachsenen, insbesondere auf die berufsbezogene Erwachsenenbildung (BEB), ausgewirkt hat, wurde im öffentlichen Diskurs und in der Forschung bisher weitgehend vernachlässigt.

Die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens ist in den letzten Jahrzehnten mit dem technologischen Wandel und der demografischen Alterung der Erwerbsbevölkerung gestiegen, gleichzeitig ist die Teilnahme an BEB aber nach wie vor sozial stratifiziert. Die Corona-Pandemie hat nun Angebot und Nachfrage nach Erwachsenenbildung in kurzer Zeit tiefgreifend verändert. Die traditionelle BEB in Form von Vor-Ort-Kursen ist weitgehend zusammengebrochen, und viele Firmen haben ihre Weiterbildungsinvestitionen reduziert. Gleichzeitig sind bei einigen Beschäftigtengruppen durch Kurzarbeit neue Spielräume für BEB entstanden, während andere aufgrund von Kinderbetreuung und Homeoffice weniger Zeit hatten. Und schließlich hat die Krise einen Digitalisierungsschub bewirkt, der es für viele Beschäftigte notwendig gemacht hat, in kurzer Zeit neue Dinge zu erlernen. Insgesamt ist daher noch nicht abzusehen – und empirisch nicht ausreichend untersucht – wie sich die Pandemie auf die Beteiligung an unterschiedlichen Formen der BEB ausgewirkt hat, welche Lernbarrieren und -chancen die Krise mit sich gebracht hat und wie sich dadurch Muster sozialer Ungleichheit in der BEB verändert haben. Da BEB ein zentraler Baustein sein wird, um pandemiebedingte Verwerfungen im Arbeitsmarkt abzufedern, ist eine zügige Beantwortung dieser Fragen wichtig, um daraus zielgerichtete Bildungsstrategien abzuleiten. 

Dazu planen wir Analysen auf der Basis groß angelegter Paneldaten des NEPS, die jährlich seit Ende der 2000er Jahre bis Herbst 2020-Frühjahr 2021 erhoben wurden und detaillierte Längsschnittinformationen zum nonformalen und informellen berufsbezogenen Lernen von  erwerbstätigen Erwachsenen liefern.

Beschäftigung und Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Pflegesektor - eine multimethodische Studie (ArbeitGuP)

Förderung: BMAS - Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung

Leitung: Prof. Dr. Olaf Struck, Dr. Christopher Osiander, Dr. Monika Senghaas, Prof. Dr. Gesine Stephan

Laufzeit: 2021 - 2023

Der Gesundheits- und Pflegesektor ist durch Fachkräfteengpässe und teilweise von Beschäftigten als wenig attraktiv empfundene Arbeitsbedingungen gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund anhand von ExpertInneninterviews und mittels beruflicher Übergangsanalysen (auf Basis von Prozessdaten der Bundesagentur für Arbeit, ergänzt durch regionale Struktur- und Gesundheitsdaten sowie berufliche Belastungsindikatoren) werden die Ursachen und Veränderungen des Fachkräftemangels in den verschiedenen Berufen des Gesundheits- und Pflegesektors vor und während der Covid-19-Pandemie analysiert. Auf Erkenntnissen der ExpertInneninterviews aufbauend wird mit einem faktoriellen Survey ermittelt, ob und in welchem Maße Erwerbspersonen bereit wären, für als zielführend betrachtete Veränderungen der Arbeitsbedingungen von Fachkräften in Gesundheits- und Pflegeberufen Kosten in Kauf zu nehmen.

Blended Learning im Digitallabor Berufswelten

Förderung: Stiftung Innovation der Hochschullehre

Leitung: Prof. Dr. Olaf Struck

Laufzeit: 2021 - 2024

Im Rahmen des Verbundprojektes „Digitale Kulturen der Lehre entwickeln“ (DiKule) erforscht das Teilprojekt verschiedene Formen des Blended Learning. In der Lehre werden Lehrformate und damit Inhalte und Anteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning systematisch variiert und evaluiert. Ziel ist es u. a. die Bedingungen umfänglicherer Lernzeit bei gleichzeitiger Lernfreude sowie auch die Steigerung fachlicher oder sozialer Kompetenzen zu erforschen.

Die Rolle von Höherqualifizierung bei der Formierung sozialer Ungleichheit (HQUAL)

Förderung: DFG

Leitung: Prof. Dr. Steffen Schindler

Laufzeit: 2021 - 2024

Das Projekt untersucht die Frage, wie Höherqualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und Arbeitsmarkterträgen im Karriereverlauf beeinflussen und verändern. Es wird analysiert, inwieweit formale und non-formale Bildungsaktivitäten, die nach einem ersten Bildungsabschluss entweder vor oder nach dem Einstieg in den Arbeitsmarkt aufgenommen werden, diesen Zusammenhang über den Lebenslauf hinweg verstärken oder abschwächen. Dabei nimmt das Projekt sowohl die Veränderungen beruflicher Positionen als auch von Einkommenserträgen in den Blick.

Digitale Kooperationssysteme im Mittelstand: innovative Kommunikations- und Kooperationsprozesse in der digitalen Arbeitswelt (KoMiK)

Förderung: BMBF

Leitung: Prof. Dr. Olaf Struck, Dr. Klaus Schmierl (ISF München), Prof. Dr. Alexander Pflaum (ZIO - Fraunhofer SCS)

Laufzeit: 2019 - 2022

Ziel des Forschungsvorhabens KoMiK ist es die Auswahl, Einführungsprozesse und Effekte von Enterprise Collaboration Systems (ECS) in kleinen bis mittelständischen Unternehmen auf der Grundlage einer Längsschnittstudie zu untersuchen. Schwerpunkt unseres Teilvorhabens ist es, bestehende und neue technisch unterstützte Kommunikations- und Bearbeitungsprozesse sowie qualifikatorische Anforderungen in Betrieben zu erfassen und Veränderungen durch die Einführung von ESC zu analysieren.

Digitaler Studienassistent

Förderung: Stiftung Innovation der Hochschullehre

Leitung: Prof. Dr. Andreas Henrich und Prof. Dr. Olaf Struck

Laufzeit: 2021 – 2024

Im Rahmen des Verbundprojektes „Digitale Kulturen der Lehre entwickeln“ (DiKule) erforscht das Teilprojekt die Möglichkeiten Digitale Studienassistenten einzusetzen. Auf Basis von Daten, die den Universitäten über Studierende und ihren jeweiligen Studienverläufen vorliegen wird kritisch untersucht, ob und in wieweit diese Daten zur Analyse erfolgreicher oder nicht erfolgreicher Studienverläufe darüber Auskunft geben können, ob und in wie weit diese Datenquellen für eine digital unterstützte „Navigation“ durch die angebotenen Module im Studienverlauf im Rahmen einer Studienberatung geeignet sein könnten oder ob solche Daten auch Hinweise für Neuanpassungen von Curricula zur Verbesserung von Studienverläufen geben können.

Health Measures and Health Inequality over The Life Course

Förderung: DFG

Leitung: Prof. Dr. Henriette Engelhardt-Wölfler

Laufzeit: 2019 - 2024

Numerous studies report existence of a persistent socioeconomic status (SES)-health gradient in different countries, and regardless of SES and health outcome measures. It is also well known from several studies that the unequal distribution of health between SES groups increases with age. But there is little conclusive evidence about the underlying mechanisms behind health inequalities, and less is known why the SES-health gradient increases with age and whether the gradient has changed over time. The effect of SES on health may of course causally increase with age, e.g. having a low education level and/or a low income makes one more prone to a risky lifestyle that gradually affects ones health. But the relationship could as well run in the opposite direction, i.e. from health to SES. A third explanation could be that the positive age increase in the SES-health gradient is related to measurement errors in the variables used for both, SES and health. In the case of health it is difficult to find a measure that is useful over the entire adult life span. We want to answer these questions with the project Health Measures and Health Inequality over The Life Course.

How do Religious Markets Emerge?

Förderung: DFG

Leitung in Bamberg: Prof. Dr. Thomas Kern

Laufzeit: 2019 - 2022

The Protestant field in the US has experienced a profound process of transformation over the past decades: Evangelicalism has considerably gained in influence, so-called "Megachurches" have spread all over the country, and the traditional Protestant denominations have increasingly lost their impact on the religious everyday life of ordinary believers. Contemporary sociological approaches tend to interpret this development either in terms of secularization theory as a decline of religion, or with a critical view to secularization theory as a sign for its increasing importance.

In contrast to both perspectives, the planned project builds on market sociological approaches and proposes a "middle range theory" that looks into the specific institutional conditions of religious change in the US. We assume that the previously dominating "logic of Protestant denominationalism" has been superimposed by a new "logic of religious markets". In this process, firstly, religious competition shifts from the level of denominations to the level of congregations (competitive orientation). Secondly, believers are increasingly perceived as religious "consumers" with congregations tailoring their offers to their expectations (consumer orientation). The project aims at answering two questions: (i) What are the conditions for the institutionalization of the new market logic? (ii) What effects does the institutionalization of markets have on religious participation?

To study these questions, six congregations each from Houston and Minneapolis will be compared in terms of their cultural and social network structures. We expect that the religious market is more established and institutionalized in Houston than in Minneapolis. On this basis, we will examine how religious participation changes under the conditions of the market logic. The project builds on recent qualitative and quantitative methods such as social network analysis (SNA), topic modeling (TM) and qualitative comparative analyses (QCA).

Kompromissbildung und deren Konsequenzen – Pfadabhängigkeiten zwischen Berufsfindung, Bildungsentscheidungen und Ausbildungsverläufen (Übergänge)

Förderung: DFG

Leitung: Prof. Dr. Corinna Kleinert, Prof. Dr. Brigitte Schels (FAU Nürnberg)

Laufzeit: 2018 - 2022

In dem Projekt „Übergänge“ wird der Prozess der Berufswahl im Übergang von der Schule und dessen Konsequenzen für Übergänge in Ausbildung und Ausbildungsverläufe untersucht. Berufswahlprozesse und die damit einhergehenden Bildungsentscheidungen sind wichtige Entwicklungsschritte für junge Menschen, und gleichzeitig stellt der erlernte Beruf zentrale Weichen für ihre Karrierechancen. In Deutschland strukturieren Berufe den Übergang in das Erwerbsleben besonders stark und spielen eine Schlüsselrolle bei der (Re-)Produktion sozialer Ungleichheit. Im Zuge der Bildungsexpansion und des Strukturwandels auf dem Arbeitsmarkt haben sich die Bildungswege in Deutschland allerdings deutlich verändert. Entlang dieser Trends zeigen sich zunehmend qualitative Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie solche Ungleichgewichte zustande kommen. Die bisherige Forschung kann darüber nur bedingt Auskunft geben. Zwar existieren bereits viele Studien zu einzelnen Aspekten des Übergangsprozesses wie Berufswahl, Bildungsentscheidungen, Ausbildungsübergänge und -abbrüche, diese stehen allerdings konzeptionell, theoretisch und empirisch weitgehend unverbunden nebeneinander. Eine dynamische Perspektive, die berücksichtigt, wie Berufsfindung, Entscheidungen im Übergangsverlauf und deren Revision aufeinander aufbauen, wurde – auch bedingt durch einen Mangel an geeigneten Längsschnittdaten – kaum empirisch umgesetzt.

Das Projekt zielt darauf ab, diese Lücken zu schließen, indem es aus einer Längsschnittperspektive grundlegende Erkenntnisse über angebotsseitige Mechanismen generiert. Die forschungsleitenden Fragen lauten: Wie passen Jugendliche vor Ende der Schulzeit ihre Berufswünsche und Bildungsaspirationen an die Erwartungen ihrer Umwelt und die Realitäten des Ausbildungsmarktes an? Welche Folgen hat dieser Prozess der Kompromissbildung für ihren weiteren Bildungs- und Ausbildungsverlauf? Welchen strukturierenden Einfluss hat dabei die soziale Herkunft und wie entwickeln sich diese sozialen Unterschiede im Übergangsprozess?

Um diese Fragen zu beantworten, werden die Werdegänge von Schülerinnen und Schülern ab der neunten Jahrgangsstufe mit den Längsschnittdaten der Startkohorte 4 „Klasse 9“ des Nationalen Bildungspanels (NEPS) betrachtet. Diese Daten werden mit Strukturinformationen zu Ausbildungsberufen aus amtsstatistischen Daten angereichert, um unterschiedliche Dimensionen der beruflichen Präferenzen von Jugendlichen abzubilden. Damit lässt sich untersuchen, wie gut die Passung zwischen Wunschberuf und erreichtem Beruf ist und welche Konsequenzen diese Parameter für den weiteren Ausbildungsverlauf haben.

Lehr-Lernlabor Berufswelten: Erforschung des berufspraktischen Lernens mit digitalen Medien und Technik

Förderung: Oberfrankenstiftung

Leitung: Prof. Dr. Olaf Struck

Laufzeit: 2021 – 2024

Für die Umsetzung und Erforschung digital unterstützter Lehrformen wird in 2021 ein neues digitales Lern-Lehrlabor in der Feldkirchenstraße eingerichtet. Ziel ist es dann in diesem BerufsweltenLab Studierende, darunter besonders auch angehende Lehrkräfte für die souveräne Nutzung digitaler Technik zu professionalisieren. Hierfür werden Lehr-Lern-Settings für Lehrveranstaltungen in der Soziologie und hier insbesondere in den Schwerpunkten der Arbeitswissenschaft sowie die Lehrerbildung in den berufsausbildungsnahen Studiengängen Berufliche Bildung, Didaktik der Arbeitslehre sowie Wirtschaft und Beruf für das Mittelschullehramt und die Wirtschaftspädagogik entwickelt, angewendet und in ihrer Umsetzung erforscht.

Nationales Bildungspanel (NEPS)

Das Nationale Bildungspanel wird seit dem 01.01.2014 im Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V. (LIfBi) weitergeführt.

Origins matter: Immigrant selectivity in Western Europe

Förderung: DFG

Leitung: Prof. Dr. Cornelia Kristen, Prof. Dr. Christoph Spörlein (Uni Düsseldorf)

Laufzeit: 2019 - 2022

This project builds upon a core principle in the sociology of migration, namely that immigrants are not a random sample of the origin population, but differ in certain characteristics from individuals who stay behind. The first aim is to provide a description of educational selectivity for a range of different immigrant groups across a variety of Western European destinations. In addition to educational selectivity, which is the main focus of this research, selectivity in attitudes also enters the account. The second aim is to theoretically disentangle and empirically investigate the links between selectivity and immigrants’ incorporation into the receiving societies. The focus is on a selection of important outcomes including cultural integration (in terms of language acquisition), positional or structural integration (in terms of education and labor market performance) and aspects of social and identificative integration (in terms of inter-ethnic relations and attitudes). An additional methodological aim is to contribute to the literature by systematically implementing improved measures of selectivity. In this project, selectivity is framed as an individual-level characteristic as opposed to the common approach of group-based specifications. We measure selectivity by recording an individual’s age- and sex-specific position in the origin country’s distribution of the selectivity characteristic in question. The resulting selectivity measure acknowledges that origin groups are typically composed of varying proportions of positively and negatively selected individuals. Advances in data availability allow making use of a variety of data sources, both for a large set of countries of origin and for various immigrant destinations throughout Europe. All data harmonization efforts as well as the scripts necessary for replicating the analyses carried out in the course of the project will be made available to the scientific community.

The socio-economic consequences of temporary employment: A comparative panel data analysis (SECCOPA)

Förderung: European Research Council (ERC) Starting Grant

Leitung: Prof. Dr. Michael Gebel

Laufzeit: 2018 - 2023

Befristete Beschäftigung ist in den Industrieländern weit verbreitet und es wurden viele Bedenken über diese Entwicklung geäußert. Vor diesem Hintergrund werden wir neue Einblicke in die vielfältigen sozioökonomischen Folgen von befristeter Beschäftigung geben. Theoretisch ist das SECCOPA Projekt innovativ, indem es ein mehrstufiges dynamisches Modell entwickelt, das Ideen aus Soziologie, Ökonomie, Psychologie und Sozialpolitik verbindet. Konkret werden wir ein neuartiges, umfassendes Verständnis dafür gewinnen, wie sich befristete Arbeitsverhältnisse auf die Beschäftigung und den beruflichen Werdegang, die Risiken von Einkommensarmut und materieller Deprivation sowie das subjektive Wohlbefinden auswirken. Ziel dieses Projektes ist es, die kausalen Auswirkungen von befristeten Verträgen mit Hilfe von Paneldaten zu schätzen und moderne Methoden der Kausalanalyse anzuwenden. Die Ergänzung des dominanten "Aufwärts"-Vergleichs von Arbeitnehmern/Innen mit befristeten Arbeitsverhältnissen zu solchen mit permanenten Arbeitsverträgen mit einem "Abwärts"-Vergleich von befristeter Beschäftigung zu Arbeitslosigkeit hat das Potenzial, bahnbrechende Ergebnisse über das integrative Potenzial von befristeten Arbeitsverträgen für Arbeitslose zu erzielen. Darüber hinaus werden neue Erkenntnisse über die Heterogenität der Auswirkungen von befristeter Beschäftigung auf der Mikroebene durch detaillierte Subgruppenanalysen gewonnen. Ferner wird dieses Projekt die Forschung vorantreiben, indem es die sozioökonomischen Folgen von befristeten Arbeitsverhältnissen in einer dynamischen Prozess- und Lebensverlaufsperspektive herausarbeitet. Die Auswahl, Behandlung und Ergebnisdynamik wird durch die Beobachtung von Leiharbeitnehmern und ihren Lebensumständen im Laufe der Zeit untersucht. Während sich die bisherigen Studien nur auf einzelne Arbeitnehmer konzentriert haben, wird auch die wichtige Haushaltsperspektive und ihre moderierende Rolle herausgearbeitet. Die Analyse der west- und osteuropäischen Länder sowie der liberalen Wohlfahrtsstaaten Kanada, USA, Südkorea, Japan und Australien und die Anwendung innovativer mehrstufiger Paneldatenmethoden werden zu signifikanten neuen Erkenntnissen führen und Pionierforschung über die moderierende Rolle des strukturellen und institutionellen Makrokontextes darstellen.

Wie verändern sich die zentralen gesellschaftlichen Konfliktstrukturen in Deutschland? Social Media Analytics kollektiver Proteste und Bewegungen

Förderung: Bayerisches Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt)

Leitung:  Prof. Dr. Thomas Kern, Prof. Dr. Kai Fischbach, Prof. Dr. Marc Helbling

Laufzeit: 2020 – 2023

Konflikte sind eine treibende Kraft des sozialen Wandels und ein tragendes Element moderner Demokratien. Dies gilt besonders für geregelte Konflikte wie etwa den Parteienwettbewerb in der Politik. Über den fortwährenden Ausgleich gegensätzlicher Interessen leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Sozialintegration. Sobald sich Konflikte aber ungeregelt entfalten – das Spektrum reicht von "Hasskommentaren" im Internet (online) bis hin zur kollektiven Gewalt (offline) – können sie die soziale Ordnung unterhöhlen. Im Rahmen des interdisziplinären Projekts soll der Wandel von Strukturen und Dynamiken gesellschaftlicher Konflikte in Deutschland untersucht werden. Im Zentrum steht dabei einerseits der Aufbau einer umfangreichen Datenbasis über Konflikte, Protestwellen und soziale Bewegungen auf der Grundlage neuer digitaler Datenquellen (u.a. Twitter und Facebook). Zum anderen sollen die Konsequenzen untersucht werden, die sich aus der Verlagerung von Konflikten in die sozialen Medien für die Demokratie ergeben. Zentral ist die Frage, inwiefern Konflikte in soziale Medien übertragen werden und welche Konsequenzen damit für Demokratien und den Umgang mit neuen Formen der Partizipation verbunden sind.

YouthLife

Förderung: European Union´s Horizon 2020 research and innovation programme

Leitung: Prof. Dr. rer. pol. Dr. h. c. Hans-Peter Blossfeld, Prof. Dr. Ann Berrington (Centre for Population Change (CPC)),  Prof. Dr. Ros Edwards (University of Southampton), Prof. Dr. Saar (University of Tallinn), Liefbroer (Netherlands Interdisciplinary Demographic Institute (NIDI))

Laufzeit: 2021-2023

Project "Life course perspectives in studying youth transitions to adulthood: bridging qualitative and quantitative approaches" (YouthLife) 

YouthLife project aims to strengthen research on youth transitions from a life course perspective through a partnership with Tallinn University and three internationally-leading research institutions with complementary methodological expertise and experience: University of Bamberg, University of Southampton, and the Netherlands Interdisciplinary Demographic Institute. YouthLife will initiate a three-year twinning programme to bridge qualitative and quantitative approaches to life course research with the aim of introducing methodological innovations and providing new insights into youth transitions to adulthood. The new knowledge will be applied in the design of the Estonian Longitudinal Study of Youth.

General objectives:

  • to tackle the methodological divide between quantitative and qualitative approaches in life course research through mutual learning and cooperation between Partners with excellence in both fields and by advancing the use of mixed method research designs and providing innovative tools for further research.
  • to bridge the research and policy divide and support successful science based policy making in youth field in order to better solve the pressing issues on the social inclusion agenda in EU and to raise the awareness about the advantages of longitudinal data, mixed methods and life course perspective in providing profound insights into youth transitions.
  • to strengthen the excellence of research on youth transitions and facilitating the multifaceted capacity building at TLU through a series of Twinning activities involving knowledge transfer, experience exchange and mutual learning during intensive training courses, practical workshops, networking events, expert and study visits, co-supervision and mentoring of ERSs, peer-to-peer interactions during the preparation of joint research proposals and publications.
  • to develop a scientifically excellent research design for the Estonian Longitudinal Study of Youth (ELSY) to fill the gap in empirical data on young people´s transitions into adulthood in Estonia.
  • to foster research management and administration (RMA) skills of both academic and support staff and to upgrade the RMA support system within TLU.