Projekte

Am Lehrstuhl wird aktuell an folgenden Projekten gearbeitet:

Otto-Friedrich-Universität Bamberg; Bergische Universität Wuppertal; Universität Bremen

Ziel des Projekts ist es, das Bindeglied zwischen den Rahmenbedingungen der Wissenschaft und den Forschungsergebnissen besser zu verstehen: die wissenschaftliche Karriere. Diese wird bezüglich (a) struktureller (nationale und disziplinäre Förderprofile), (b) kontextueller (Netzwerkökologien und Fachdiskurse) sowie (c) individueller Einflussfaktoren (Biographien) hin untersucht. Die zentrale Frage ist damit, welche Faktoren Verlauf, Produktivität und Endergebnis wissenschaftlicher Karrieren in den USA und Deutschland beeinflussen, diese fördern oder behindern. Zur Abdeckung verschiedener disziplinärer Kontexte werden zudem anwendungsferne (Theoretische Physik) und anwendungsnahe (Biochemie) Fächer sowie eine Mischform (Psychologie) untersucht.

Zunächst wird eine umfangreiche Datenbank u.a. aus Publikationen, Dissertationen und Biographien angelegt. Deren Kombination im Zeitverlauf erlaubt die zentrale abhängige Variable abzuleiten: die Berufung auf eine Professur oder den Abbruch der Karriere. Zur Überprüfung von (a)-(c) generieren wir Indikatoren, indem Fachdiskurse mit Hilfe von Topic Models nachgezeichnet oder Kollaborationen analysiert werden. Die Teilergebnisse werden in einem Multilevel-Modell integriert, wodurch wir Faktoren von gelingende(abgebrochenen) Karriereverläufen identifizieren. Die Kontextsensitivität kann helfen das Potential früher wissenschaftlicher Karrieren besser einzuschätzen und erlaubt eine gezieltere Förderung sowie die Reduktion von Karrierehemmnissen.

Es wird ein grundlegender Beitrag zur wissenschaftlichen Arbeit und der dafür notwendigen Infrastruktur erwartet: die Bereitstellung kontextsensitiver Leistungsindikatoren, die Entwicklung verbesserter Auswahlkriterien für wissenschaftliche Arbeitsteilung (insbes. Peer-Reviews), die Publikation eines umfassenden Datensatzes und die Begleitung durch Workshops, die in die Nutzung der Indikatoren und des Datensatzes sowie in die verwendeten Methoden einführen sollen.


 

Zuwendungsempfänger:

Otto-Friedrich-Universität Bamberg; Bergische Universität Wuppertal; Universität Bremen
Verbundleitung: Prof. Dr. Richard Münch

FKZ: 01PU17021A; 01PU17021B; 01PU17021C
Betrag: 589.649,64 EUR
Laufzeit: 01.10.2018 - 30.09.2021

Teilprojekt 1 der DFG-Forschergruppe (FOR 1539) „Europäische Vergesellschaftungsprozesse. Horizontale Europäisierung zwischen nationalstaatlicher und globaler Vergesellschaftung“

Im Wettbewerb um wissenschaftlich-technischen Fortschritt und wirtschaftliche Innovationsdynamik in der globalen Wissensgesellschaft entsteht ein europäischer Hochschulraum, der neue Formen von Konkurrenz zwischen Hochschulen hervorbringt und in nationale Kontexte hineinstrahlt und diese verändert. Auf der europäischen Ebene ringen die erfolgreichsten Hochschulen mit Expertennetzwerken und politischen Akteuren um Definitionsmacht über gültige Kriterien für Exzellenz in Bildung und Forschung. Zugleich entbrennen in nationalen Feldern Kämpfe zwischen Europäisierungsgewinnern und -verlierern. Im Zuge dieses Prozesses verschärfen sich materielle und symbolische Ungleichheiten in nationalen Hochschulräumen, während europaweit Unterschiede abgebaut werden. Das Projekt untersucht im Zeitverlauf sowie im nationalen und Mehrebenen-Vergleich, wie Öffnungs- und Schließungsprozesse auf diesen beiden Ebenen ineinandergreifen, neue Allianzen und Konfliktlinien hervorbringen und in materieller und symbolischer Hinsicht die Gestalt der nationalen und europäischen Hochschulräume sowie der Universität als Institution prägen.
Mit der Öffnung der nationalen, in sich hierarchisch strukturierten akademischen Felder ist gleichzeitig eine Europäisierung des akademischen Kapitalismus verbunden: Die zuvor vor allem national vermittelte Ungleichheit zwischen Forschern, Disziplinen und Universitäten wird zunehmend zum Gegenstand eines europaweiten institutionellen Leistungsvergleichs mit einigen wenigen, global sichtbaren Gewinnern.  Auf der Mikro- und Mesoebene haben sich schon vielfältige Strategien transnationaler Karrierewege und Drittmittelkooperationen entwickelt, die auf eine stärker europäisierte wissenschaftliche Arbeitsweise hinweisen. Die mitunter konflikthafte Genese eines europäischen Hochschulraums wird insbesondere im Hinblick auf transnationale akademische Migration, Ungleichheitseffekte des „brain-drain“ und die Entstehung einer europäischen Elite untersucht.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der DFG-Forschergruppe.

Projektleitung von Prof. Dr. Münch, Otto-Friedrich Universität, in Kooperation mit der Zeppelin Universität.

Projektmitarbeiter:
Vincent Gengnagel
Stephanie Beyer
Len Ole Schäfer

Projektleitung:
Prof. Dr. Thomas Kern (Universität Bamberg)

Kooperationspartner:
National Research University - Higher School of Economics (Moscow)
Institute of Sociology of the Russian Academy of Sciences (Moscow)
Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften (Speyer)

Projektförderung:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektdauer:
Seit 10.2016

Projektkoordination:
Dr. Thomas Laux (Universität Bamberg)
Jun. Prof. Dr. Christian Fröhlich (Higher School of Economics)

Das Vernetzungsprojekt beschäftigt sich in drei internationalen Workshops mit der Frage, wie sich die Zivilgesellschaften in (Ost-)Deutschland und Russland im Zusammenspiel mit den politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozessen nach dem Ende des Sozialismus entwickelt haben. Mit dem Vergleich zwischen Ost- und Westdeutschland sowie mit Russland sollen die langfristigen Einflüsse der sozialistischen Vergangenheit analysiert werden.

Entgegen der oft unterschwelligen Konvergenzannahme westlich-liberaler Theorieansätze geht das Projekt davon aus, dass die Entwicklung von Zivilgesellschaften durch kulturell und historisch unterschiedlichen Dynamiken geprägt ist. Das Interesse richtet sich dabei vor allem auf das Verhältnis zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in ihren jeweils länderspezifischen Ausformungen, Verflechtungsmustern und institutionellen Logiken.

Projektbeteiligte:

Prof. Dr. Kai Fischbach, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbes. Soziale Netzwerke (Universität Bamberg)
Prof. Dr. Marc Helbling, Lehrstuhl für Politische Soziologie (Universität Bamberg)
Prof. Dr. Thomas Kern, Lehrstuhl für Soziologie, insbes. Soziologische Theorie (Universität Bamberg)

Projektlaufzeit:

1 plus 2 Jahre
gefördert durch das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt)

Projektbeschreibung:

Konflikte sind eine treibende Kraft des sozialen Wandels und ein tragendes Element moderner Demokratien. Dies gilt besonders für geregelte Konflikte wie etwa den Parteienwettbewerb in der Politik. Über den fortwährenden Ausgleich gegensätzlicher Interessen leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Sozialintegration. Sobald sich Konflikte aber ungeregelt entfalten – das Spektrum reicht von "Hasskommentaren" im Internet (online) bis hin zur kollektiven Gewalt (offline) – können sie die soziale Ordnung unterhöhlen. Im Rahmen des Projekts soll der Wandel von Strukturen und Dynamiken gesellschaftlicher Konflikte in Deutschland untersucht werden. Im Zentrum steht dabei einerseits der Aufbau einer umfangreichen Datenbasis über Konflikte, Protestwellen und soziale Bewegungen auf der Grundlage neuer digitaler Datenquellen. Zum anderen sollen die Konsequenzen untersucht werden, die sich aus der Verlagerung von Konflikten in die sozialen Medien für die Demokratie ergeben. Ein zentrale Frage lautet dabei: Wie werden "ungeregelte" in "geregelte" Konflikte transformiert?

A Comparative Study of US-American Protestantism

Projektleitung:
Prof. Dr. Thomas Kern
Dr. Insa Pruisken
Projektmitarbeiterin:
Josefa Loebell, M.A.
Nina Monowski, M.A.

Background

One of the most salient features of the Unites States is the high level of its population's religiosity and participation in congregational activities. Most recently, the spread of evangelical megachurches has drawn much attention in sociological debates. In our view, the growth of megachurches indicates the rise of a new religious market logic that increasingly displaces the previous logic of the denomination in the field of US Protestantism. In this process, the traditional image of the local congregation as a "subunit" of the denomination is replaced by the idea of the congregation as an entrepreneurial organization that has to shape its market niche. Consequently, local congregations increasingly produce worship services as religious performances for large audiences, tailor their programs to the religious preferences of potential participants, and compete with each other using innovative techniques in order to attract new members.

Objective

Our project aims at studying how the transformation of the protestant field from denominationalism to the religious market affects religious participation, spiritual practices, and the patterns of local religious organization.

Methodology

We compare six congregations each from two metropolitan areas in the United States (Houston and Minneapolis/St. Paul) in terms of their social network structures, governance forms and religious identifications. Our empirical research rests on a multilevel case study approach that includes:

  1. interviews with staff members and attenders of the congregations, focusing on questions about organizational practices, religious programs, and network structures,
  2. an online survey with attenders of the congregations, focusing on their religious biographies, attitudes, and practices,
  3. a content analysis of organizational documents and websites focusing on the formal governance, mission statements and representation of the organization in social media.

 

Research Project
Funded by the German Research Foundation/Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
gepris.dfg.de/gepris/projekt/409780244

Ausgelaufene Projekte

Projektleitung:
Prof. Dr. Thomas Kern
Prof. Dr. Uwe Schimank (Universität Bremen)

Projektmitarbeiterin:
Dr. Insa Pruisken

Projektdauer:
August 2012 - Dezember 2017
Projektfinanzierung: gefördert durch die DFG

Background

Megachurches have become a widespread phenomenon around the globe. Congregations are considered megachurches if their weekly services are attended by more than 2,000 adults. Although very large congregations have existed throughout the history of Christianity, their number has been rising sharply since the 1970s. Currently, there are more than 1,600 megachurches in the United States alone. While economic explanations for the extraordinary growth of congregations abound, more research is needed to explore the role of social networks for the recruitment of new attenders. Sociologists are also called to identify key features responsible for the success of megachurches as a new organizational form. Most importantly, tracing the rise of the megachurch movement may reveal profound transformations of spiritual culture in America.

Objective

The project seeks to provide insights about growth trajectories typical for megachurches by describing the specific niche they occupy in terms of the characteristics of their members, their embeddedness in organizational networks, and their positioning in the overall spiritual landscape.

Key Questions

  • How do megachurches mobilize new members?
  • What are key characteristics of megachurches as a new type of congregation?
  • How are megachurches culturally embedded in a network of meanings, ideas, and values?

Methodology

The study follows a multilevel case study approach with four congregations located in Texas serving as research sites. In January and February 2013 about 70 interviews with staff members of the four churches were conducted in order to gather information about the organizations’ structure and goals. Between September 2013 and February 2014 an online survey for the members of the congregations was distributed. Questions dealt with their individual recruitment, their participation in church activities, and their affiliations with other organizations. In addition, a semantic network analysis of organizational documents and religious publications important for congregation members will be conducted.

Publications

Kern, Thomas & Insa Pruisken (2017): Evangelikalismus als Bewegung. In: Elwert, Frederik, Martin Radermacher & Jens Schlamelcher (Hrsg.): Handbuch Evangelikalismus, Bielefeld: transcript (in Vorbereitung).

Kern, Thomas & Insa Pruisken (2017): Religiöse Bewegungen. Das Beispiel des Evangelikalismus in den USA. In: Pollack, Detlef, Volker Krech, Olaf Müller & Markus Hero (Hrsg.): Handbuch Religionssoziologie, Springer: VS (in Vorbereitung).

Kern, Thomas & Insa Pruisken (2017): Kontingenzbewältigung durch "Organisation": Das Wachstum der Megakirchen in den USA. In: Sammet, Heidemarie & Kornelia Winkel: Religion soziologisch denken, Springer VS (im Erscheinen).

Kern, Thomas & Insa Pruisken (2016): Wohin geht der religiöse Wandel? Essay, Soziologische Revue 39(3): 337–349.

Pruisken, Insa & Janina Coronel (2014): Megakirchen: Managerialisierung im religiösen Feld? In: Heiser, Patrick & Christian Ludwig: Sozialformen der Religion im Wandel, Springer VS, S. 53-79.

Kern, Thomas & Uwe Schimank (2013): Megakirchen als religiöse Organisationen: Ein dritter Gemeindetyp jenseits von Sekte und Kirche? Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie Bd. 65, Supplement 1 (Sonderheft 53: Religion und Gesellschaft): 285-309.

In diesem Vorhaben sollen die Voraussetzungen, Verfahrensweisen und Wirkungen der Leistungsbewertung in der Wissenschaft anhand von zwei Fallstudien zum britischen Research Assessment Exercise (RAE) bzw. neuerdings Research Excellence Framework (REF) und zum Ranking des  National Research Council (NRC) in den USA untersucht werden.


Projektmitarbeiter:
Len Ole Schäfer
Oliver Wieczorek