Nina Monowski, M.A.

Raum F21/01.43
Feldkirchenstr. 21
96052 Bamberg
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nina.monowski(at)uni-bamberg.de

Sprechstunde:
Montags 16-18 Uhr nach Anmeldung per Mail.

Nina Monowski ist seit dem Wintersemester 2019/2020 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Soziologie, insb. Soziologische Theorie, an der Universität Bamberg tätig.

Ihr Master-Studium in Soziologie absolvierte sie an der Universität Bamberg. Die Masterthesis verfasste sie zum Thema " Zeit als gesellschaftliches Ordnungsprinzip Zeitnormen in Studienverläufen ". Neben ihrer Lehrtätigkeit forscht sie in dem von Prof. Kern und Dr. Pruisken geleiteten DfG Projekt "Wie entstehen religiöse Märkte?“.

Dissertationsprojekt: "Organisationale Akteurwerdung protestantischer Gemeinden: Die Diffusion kultureller Modelle unter dem Einfluss von Beratung"

Die die Dissertation befasst sich aus einer organisationssoziologischen Perspektive mit der Rolle von Beratungswissen auf religiösen Märkten. In der sogenannten Beratungsgesellschaft gilt der Verzicht auf professionalisierte Beratung bei Problemlagen und Unsicherheiten als irrational (Schützeichel und Brüsemeister 2004). Dementsprechend nehmen auch religiöse Gemeinden Beratung in Anspruch, um ihr Handeln nach innen und außen zu rechtfertigen. Institutionentheoretisch betrachtet trägt das durch die Berater vermittelte universalistische Wissen zur Rationalisierung des organisationalen Handelns bei, infolgedessen sich Gemeinden immer weniger als Subeinheit ihrer Denomination verstehen, sondern zunehmend als autonome zweckorientierte Akteure (Kern et al.; Brüsemeister 2004; Meier 2004; Meyer et al. 2005). Dieses Akteurmodell geht mit der Ausbreitung religiöser Märkte einher, auf denen sich die Gemeinden als individuelle Leistungsanbieter mit selbstdefinierten Zielen wahrnehmen und die religiöse Praxis entsprechend ihrer strategischen Ausrichtung anpassen.

Der Neo-Institutionalismus steht allerdings in der Kritik, Organisationen als automatisch an ihre Umwelt anpassend zu betrachten (Chang 2003). Die Forschungstradition ignoriere einerseits die Tatsache, dass verschiedene Denominationen Ergebnis individueller Lösungen für vergangene Probleme seien und andererseits, dass die Anpassungsflexibilität der religiösen Praxis und organisationalen Strukturen durch die Identifikation mit der Denomination begrenzt sei (ebd.). Somit ist zu bezweifeln, dass sich Gemeinden automatisch am kulturellen Modell organisationaler Agenschaft orientieren und sich als Marktteilnehmer verstehen. Stattdessen muss individuell ausgehandelt werden, inwiefern die neuen Deutungsangebote der Berater legitimiert werden können oder ob diese dem organisationalen Selbstbild widersprechen. Dementsprechend steht folgende Fragestellung im Zentrum des Forschungsvorhabens: Welchen Beitrag leistet Beratung zum organisationalen Wandel im protestantischen Feld? Was sind die institutionellen Bedingungen, die Modelle organisationaler Agentschaft in einer Gemeinde anschlussfähig machen?

Methoden: soziale Netzwerkanalyse, Topic Modelling, Machine Learning, qualitative Inhaltsanalyse

Forschungsinteressen

  • Soziologische Theorie
  • Wirtschaftssoziologie
  • Religionssoziologie
  • Soziale Netzwerkanalyse