Abgeschlossene Forschungsprojekte

Vorbereitungstreffen “Chancen und Barrieren beim Übergang vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt: Eine vergleichende Jugendstudie in Aserbaidschan, Georgien und Tadschikistan”

Laufzeit: 2014

Finanzierung: VolkswagenStiftung (Förderinitiative "Zwischen Europa und Orient – Mittelasien/Kaukasus im Fokus der Wissenschaft", Ausschreibung „Institutioneller Wandel und soziale Praxis. Forschungen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Mittelasien und im Kaukasus“)

Finanzierungsvolumen: 6.900 Euro

Kurzbeschreibung: Ziel des Workshops, der vom 29. – 30. Oktober 2014 an der Universität Bamberg stattfand, war es, einen Forschungsantrag zum Thema “Chancen und Barrieren beim Übergang vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt: Eine vergleichende Jugendstudie in Aserbaidschan, Georgien und Tadschikistan” zu entwickeln. Die Teilnehmer am Workshop waren Tair Faradov (International Centre for Social Research ICSR) und Rajab Sattarov (ICSR and Baku State University) aus Aserbaidschan, Irina Badurashvili (Georgian Centre of Population Research GCPR) und Giorgi Meladze (I.Javakhishvili Tbilisi State University) aus Georgien und Saodat Olimova (SHARQ Research Center) sowie Subhon Ashurov (Technological University of Tajikistan, Dushanbe) aus Tadschikistan. Dieses Forschungsnetzwerk verbindet Experten der Soziologie, Psychologie, Wirtschaftswissenschaften, Demografie und Humangeografie, was eine vielversprechende Vorgehensweise angesichts der Vielzahl von Problemen ist, mit denen Jugendlichen in Zentralasien und im Kaukasus konfrontiert sind. Die Partner des Forschungsnetzwerkes sind der VolkswagenStiftung für die Finanzierung des Vorbereitungsworkshops sehr dankbar. Bei der Vorbereitung, während und nach dem Workshop konnte das Forschungsnetzwerk seine Kooperation intensivieren. Der Workshop wurde als Chance genutzt, um die hilfreichen Kommentare der Gutachter des Vorantrags zu diskutieren und gemeinsam einen Forschungsantrag zu entwickeln.

Während des Workshops präsentierten die Mitglieder des Forschungsnetzwerkes vorläufige Ergebnisse und Gedanken zur Thematik des Übergangs in den Jugenarbeitsmarkt im Kaukasus und Zentralasien aus einer interdisziplinären Perspektive. Michael Gebel hielt eine Präsentation zum “Übergang vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt in Zentralasien und im Kaukasus aus einer international vergleichenden Perspektive”. Er nahm eine ländervergleichende Perspektive ein und fasste die Hauptergebnisse vorangegangener Forschungsprojekte zu den Nachbarregionen Osteuropa (wie z.B. das Projekt der VolkswagenStiftung “Bildungssysteme und Arbeitsmärkte in Zentral- und Osteuropa”) und Mittlerer Osten zusammen. Die Kollegen aus Georgien deckten demografische und humangeografische Aspekte des Übergangs vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt in Georgen ab. Irina Badurashvili referierte über “Geschlechteraspekte des Übergangs in das Erwachsenenalter in Georgien” und Giorgi Meladze referierte über “Regionale Aspekte der demografischen Situation in Georgien”. Tair Faradov und Rajab Sattarov boten wichtige erste Einblicke aus der (Sozial-)Psychologie. Sie hielten gemeinsam eine Präsentation zum Thema “Soziale Werte und individuelle Einstellungen bezüglich der Bildung, Arbeit und Familie unter Jugendlichen in Aserbaidschan”. Ihre Präsentation beinhaltete wichtige Einblicke in die Rolle subjektiver Faktoren und Einstellungen, welche in der geplanten Jugendstudie, insbesondere in der qualitativen Jugenstudie zur Selbstkonzeption der Jugendlichen, behandelt werden sollen. Saodat Olimova referierte zu “Die Jugend aus Tadschikistan beim Übergang vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt: Herausforderungen und individuelle Lebensstrategien in Tadschikistan” und betonte hierdurch das Problem der ethnischen Minderheiten und Religion (Islam) als wichtige askriptive Faktoren im Übergangsprozess vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt in Tadschikistan. In seiner Präsentation “Die Arbeitsmarktsituation und Erwerbstätigkeit Jugendlicher in Tadschikistan” fasste Subhon Ashurov die Herausforderungen für das tadschikische Bildungssystem bezüglich der Arbeitsmarktintegration Jugendlicher zusammen. Er betonte ebenfalls das zentrale Problem der Arbeitsmigration Jugendlicher von Tadschikistan nach Russland, woraufhin sich das Forschungsnetzwerk dazu entschied, sich mit dem Problem der Migration intensiver zu beschäftigen.

 

Arbeitsmarktchancen junger Frauen in muslimischen Ländern Nordafrikas und des Mittleren Ostens

Laufzeit: 2011 bis 2014

Finanzierung: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Ba-Wü und Universität Mannheim

Finanzierungsvolumen: 93.933€

Projektleitung: Prof. Dr. Michael Gebel (Dieses Forschungsprojekt war am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) angesiedelt.)

Kurzbeschreibung: Vor dem Hintergrund, dass junge Frauen im Nahen Osten und Nordafrika weltweit die schlechtesten Arbeitsmarktchancen haben, wurde in diesem Projekt der zentralen Forschungsfrage nachgegangen, welche Einflussfaktoren auf die Arbeitsmarktchancen von jungen Frauen in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas wirken. Statt einer reinen Fokussierung auf Arbeitsmarktthemen verfolgte dieses Projekt eine holistische Perspektive, die gemäß des Konzepts der „Transition to Adulthood“ den Prozess des Arbeitsmarkteintritts in Kombination mit den wichtigen Prozessen des Bildungserwerbs und der Familiengründung erfasst. Gemäß einer Lebensverlaufsperspektive wurde ein mikro-makro-theoretisches Modell entwickelt, um die Chancen und Barrieren zu identifizieren, die Frauen in ihrer „Transition to Adulthood“ erfahren.

Für die empirischen Analysen wurden Ägypten, Iran, Jordanien und Syrien als Länderfallstudien ausgewählt. Es wurden Makrodaten zusammengetragen und analysiert, um den institutionellen, kulturellen und makrostrukturellen Kontext der vier ausgewählten Länder zu beschreiben. Außerdem wurden ägyptische, iranische, jordanische und syrische Mikrodaten national repräsentativer Paneldaten und retrospektiver Jugendbefragungen aus der Zeitperiode vor dem Arabischen Frühling untersucht. Auf Basis dieser Daten konnte der frühe Lebensverlauf von Frauen analysiert werden, was eine Identifikation der dynamischen Übergangsprozesse und kausalen Mikro-Mechanismen der „Transition to Adulthood“ ermöglichte.

Die Ergebnisse wurden auf internationalen Konferenzen präsentiert und in einer Monografie veröffentlicht (Gebel, M. and S. Heyne (2014). Transitions to adulthood in the Middle East and North Africa. Young women’s rising? Basingstoke: Palgrave MacMillan). Die Ergebnisse zeigen, dass es keine standardisierte „Transition to Adulthood“ gibt und stattdessen eine große Vielfalt an individuellen frühen Lebensverläufen von Frauen beobachtbar sind, was auf ein großes Maß an sozialer Ungleichheit innerhalb der Gruppe junger Frauen hindeutet. Eine Reihe an individuellen, familialen und kontextualen Faktoren konnte identifiziert werden, welche die Chancen von jungen Frauen in verschiedenen Lebensbereichen behindern oder begünstigen. Außerdem konnten starke Wechselbeziehungen von frühen Lebensbedingungen und Übergängen im Lebenslauf identifiziert werden.

Für detaillierte Infos siehe hier

 

Der Einfluss der ökonomischen Krise auf Jugendarbeitsmärkte in Europa

Laufzeit: 2012 bis 2014

Finanzierung: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Ba-Wü

Finanzierungsvolumen: 139.794€ (Das ursprünglich auf drei Jahre angelegte Projekt wurde vom Drittmittelgeber des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg bereits nach sieben Monaten eingestellt, da der Projektleiter als Professor in ein anderes Bundesland gewechselt ist.)

Projektleitung: Prof. Dr. Michael Gebel (Dieses Forschungsprojekt war am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) angesiedelt.)

Kurzbeschreibung: Die Entwicklungen der altersspezifischen Arbeitslosenquoten zeigen, dass Jugendliche besonders stark von der ökonomischen Krise betroffen waren. Dies führte zu der Befürchtung, dass eine „verlorene Generation“ heranwächst, da die Nichtintegration in den Arbeitsmarkt weitreichende und langfristige Folgen mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund analysierte das geplante Forschungsprojekt, inwieweit die ökonomische Krise die generell benachteiligte Lage von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt verschärft hat. Es war das Ziel des Projekts durch eine europäisch komparative Perspektive neue Einsichten zu erlangen, welche institutionellen Arrangements und politischen Maßnahmen Jugendliche am besten vor den Auswirkungen ökonomischer Krisen schützen.

Die empirischen Analysen erfolgten auf Basis europäisch-komparativer Mikrodaten der Europäischen Arbeitskräftestichprobe (EULFS). Die Arbeitsmarktlage von Jugendlichen wurde in Zeiten der Krise in mehrdimensionaler Perspektive erfasst. Hierbei wurden sowohl Risiken der Arbeitsmarktexklusion in Form verschiedener Arten der Nichtbeschäftigung als auch Risiken verschiedener Arten prekärer Beschäftigungsformen analysiert.

Die ersten Ergebnisse wurden auf internationalen Konferenzen präsentiert und eine erste Publikation erschien als Report zu „Youth Transitions“ in Europa in Zeiten der ökonomischen Krise. Das ursprünglich auf drei Jahre angelegte Projekt wurde vom Drittmittelgeber des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg bereits nach sieben Monaten eingestellt, da der Projektleiter als Professor in ein anderes Bundesland gewechselt ist.

Für detaillierte Infos siehe hier.