Aktuell geförderte Forschungsprojekte

2015-2017

Sozialpolitik per Tarifvertrag. Ursachen und Folgen der Vertariflichung sozialer Sicherung

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung

Die Entstaatlichung sozialer Sicherung äußert sich neben den häufig beschriebenen Entwicklungen der Vermarktlichung, Privatisierung und Refamiliarisierung in jüngster Zeit auch in der Vertariflichung sozialer Sicherung. Mit dem Prozess der zunehmenden Überantwortung der Wohlfahrtsproduktion an die Tarifvertragsparteien verändert sich die Rolle der Tarifverbände; über die Gestaltung der unmittelbaren Arbeitsbedingungen hinaus werden sie in steigendem Maße auch zu Adressaten von Sicherungserwartungen. Zugleich ist zu erwarten, dass der Zugang zu tariflich gestalteter sozialer Sicherheit deutlich selektiver und exklusiver ist sowie aufgrund unterschiedlicher Kräfteverhältnisse in den Branchen auch erheblich stärkere Variationen aufweist als staatliche Sicherungssysteme. Methodisch ist das Projekt qualitativ ausgerichtet, indem es mittels interpretativer Verfahren (Experteninterviews) geschilderte Sichtweisen in Deutschland und Österreich erhebt, auswertet und systematisiert.

 

2015-2016

Schulzeit gleich Bildungszeit? Analysen zum Zusammenhang von ganztägiger Beschulung mit den Kompetenzen von Schülern in Deutschland

Förderung: Bertelsmann-Stiftung

An den Ausbau von Ganztagsschulen wurden von Politik und Wissenschaft große und vielfältige Hoffnungen gebunden. Ganztagschulen sollen die kognitiven und sozialen Fähigkeiten der Schüler besonders fördern, die Lernmotivation und Schulfreude erhöhen, herkunftsabhängige Benachteiligung kompensieren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Im Projekt wird der schulische Kernaspekt dieser Erwartungen untersucht. Es wird gefragt: Unter welchen Bedingungen hat die Lernzeit in Ganztagsschulen einen Effekt auf die Kompetenz (Sprache, Naturwissenschaften, Metakognition), die Lernfreude und die Anstrengungsbereitschaft von Schülern?

 

2013 - 2017

Mobilität am Arbeitsmarkt. Individuelle, betriebliche und regionale Chancen- und Risikostrukturen im Erwerbsverlauf

Förderung: DFG

Ziel des Forschungsprojektes ist es, auf Erwerbsverläufe Einfluss nehmenden Chancen- und Risikostrukturen zu untersuchen, wobei in einem simultanen Analyseverfahren neben individuellen und betrieblichen Determinanten insbesondere regionsspezifische Rahmenbedingungen und konjunkturelle Einflüsse berücksichtigt werden. Die Wirkung dieser Ebenen auf Erwerbsverläufe wird anhand der inhaltlichen Aspekte "Beschäftigungsstabilität und überbetriebliche vertikale Auf- und Abstiegsmobilität", "innerbetrieblicher Beschäftigungsverlauf und vertikale Mobilität" sowie "regionale Mobilität und vertikale Auf- und Abstiege" erforscht. Für dieses Vorhaben wird ein neuer und sehr gut geeigneter längsschnittlicher Linked-Employer-Employee Datensatz des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur Verfügung stehen, der durch regionale Strukturdaten ergänzt wird. Um der hierarchischen Clusterung der Daten gerecht zu werden, erfolgen die empirischen Analysen auf Basis von Mehrebenenmodellen.

 

2013 - 2017

Verbundprojekt: Dritter Bericht zur sozioökonomischen Entwicklung in Deutschland (soeb 3)

Teilprojekt: Arbeitspaket 7 - Erwerbsverläufe und betriebliche Beschäftigungssysteme

Förderung: BMBF

In der Projektlaufzeit soll ein Dritter Bericht zur sozio-ökonomischen Entwicklung in Deutschland (soeb 3) erarbeitet und veröffentlicht werden. Ziel ist die Entwicklung, Verbesserung und Umsetzung von Beobachtungskonzepten und Indikatoren für eine Wissenschaftsgestütze Sozialberichterstattung, die sich am Konzept der Wohlfahrtsproduktion orientiert. Das Arbeitsprogramm des Verbundvorhabens zielt insbesondere auf verbesserte Methoden der Wohlfahrtsmessung und eine bessere Integration von Makro-, Organisations- und Mikrodaten ab.

Das Arbeitspaket "Erwerbsverläufe und betriebliche Beschäftigungssysteme" fokussiert auf betriebliche Ursachen und Folgen ungleicher Teilhabechancen. Untersucht werden die Wirkungen von sozio-demografischen und erwebsbiographischen, arbeitsmarkt- und insbesondere betriebsstrukturellen Einflussfaktoren auf inner- und überbetriebliche Auf- ind Abstiegsmobilität sowie Arbeitslosigkeitsrisiken.

In den Analysen werden verknüpfte Individual- und Betriebspaneldaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) durch berufsspezifische Tätigkeitsmerkmale auf Betriebs- und Individualebene sowei durch regionale Wirtschafts- und Arbeitsmarktmerkmale ergänzt. Zunächst werden betriebliche Arbeits- und Beschäftigungssysteme empirisch und konzeptionell systematisiert. Mittels deskriptiver (Kaplan-Meier Schätzungen) und multivariater Verfahren (Cox-Modelle) werden zudem die genannten Determinanten in ihrer Wirkung auf Erwerbsverläufe analysiert.

2009 – fortlaufend

Das Nationale Bildungspanel (National Educational Panel Study, NEPS)

Förderung: BMBF

Unter der Leitung von Professor Dr. Hans‐Peter Blossfeld untersucht das interdisziplinäre Exzellenznetzwerk des Nationalen Bildungspanels (National Educational Panel Study, NEPS) Bildungsprozesse und Kompetenzentwicklung von früher Kindheit an bis ins hohe Erwachsenenalter im Längsschnitt. Bund und Länder unterstützen das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wissenschaftlich begutachtete Projekt. Finanziert wird das Nationale Bildungspanel durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die erste Förderphase läuft von 2009 bis 2013.

Gute Bildung spielt für alle Menschen im privaten und beruflichen Leben eine wichtige Rolle. Der Grundstein dafür wird schon früh gelegt, zunächst zu Hause und im Kindergarten, später dann in der Schule und im Beruf. Aufgrund der großen Bedeutung von Bildung für ein erfolgreiches individuelles und gesellschaftliches Leben hat das BMBF das Nationale Bildungspanel ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um eine Längsschnittstudie, in der untersucht wird, wie sich der Bildungsstand der Menschen vom Kindes- bis zum hohen Erwachsenenalter entwickelt. Bei einer solchen Panelstudie werden dieselben Personen über einen längeren Zeitraum wiederholt befragt. Auf diese Weise ist es möglich, Bildungsprozesse und -verläufe über die gesamte Lebensspanne zu beschreiben und zu analysieren. Ein wichtiges Ziel der Studie ist es, mehr über die Bildungsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft zu erfahren, um mit diesem Wissen Lernangebote entsprechend verbessern zu können.

Der Schwerpunkt unseres Engagements im Nationalen Bildungspanel richtet sich auf Fragen der Weiterbildung und des lebenslangen Lernens.

Für weitere Information:  www.neps-data.de