Forschungsprojekte

Hier finden Sie Informationen über Forschungsprojekte an der Juniorprofessur für Soziologie, insb. Arbeit und Gesundheit

Aktuelle Forschungsprojekte


Fields of Education as New Drivers of Health Inequalities (FIELDS)

Projektleitung: Prof. Dr. Marvin Reuter

Förderung: European Research Council (ERC Starting Grant)
Fördersumme: 1.498.715 Euro
Laufzeit: 01/2027–12/2031

Bildung ist eine der wichtigsten sozialen Determinanten von Gesundheit. Während gut belegt ist, dass Menschen mit höherem Bildungsniveau im Durchschnitt länger und gesünder leben, ist bislang kaum untersucht, welche Bedeutung die inhaltliche Ausrichtung von Bildung hat. Das Forschungsprojekt FIELDS setzt hier an und fragt, wie Studienfächer und berufliche Ausbildungsrichtungen die körperliche und psychische Gesundheit über den Lebensverlauf prägen. Damit erweitert das Projekt die Forschung zu gesundheitlichen Ungleichheiten um eine bislang wenig beachtete horizontale Dimension.

FIELDS untersucht drei zentrale Mechanismen, über die Studien- und Ausbildungsfelder langfristig mit Gesundheit zusammenhängen können. Erstens eröffnen sie spezifische berufliche Möglichkeiten und sind mit bestimmten Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen verbunden. Zweitens können sie gesundheitsbezogenes Wissen, Einstellungen und Verhaltensweisen prägen. Drittens können sie die Größe und Qualität sozialer Netzwerke beeinflussen, die während der Ausbildung und im späteren Erwerbsleben entstehen.

Empirisch basiert das Projekt auf sechs großen Längsschnittstudien aus Deutschland (SOEP), den Vereinigten Staaten (PSID), den Niederlanden (LISS), der Schweiz (SHP), Südkorea (KLIPS) und Australien (HILDA) mit insgesamt mehr als 2,3 Millionen Beobachtungen. Die Daten werden systematisch harmonisiert und mit modernen Verfahren der Längsschnittanalyse ausgewertet. Dadurch kann FIELDS untersuchen, wie sich gesundheitliche Unterschiede zwischen Ausbildungsfeldern über verschiedene Lebensphasen entwickeln und in welchem Ausmaß sie durch Arbeitsbedingungen, Gesundheitsverhalten und soziale Beziehungen erklärt werden.


Berufsepidemiologische Analysen zu ausgewählten Infektionskrankheiten basierend auf Längsschnittdaten der NAKO Gesundheitsstudie (BAuA F2597)

Projektleitung: Prof. Dr. Marvin Reuter
Projektkoordination und wissenschaftliche Mitarbeit: Katharina Heger, M.A.

Auftraggeber: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Fördersumme: 545.714 €
Laufzeit: 09/2025–06/2028
Projektpartner: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Technische Universität Dresden

Infektionskrankheiten behalten trotz medizinischen Fortschritts und verbesserter Hygiene- sowie Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz eine hohe gesundheitliche und ökonomische Bedeutung. Die COVID-19-Pandemie hat dies eindrücklich gezeigt. Gleichzeitig existiert bislang vergleichsweise wenig Forschung dazu, wie sich Infektionsrisiken in modernen Arbeitswelten verteilen und welche Beschäftigtengruppen besonders betroffen sind. Ziel des Projekts ist es, auf Basis der Längsschnittdaten der NAKO Gesundheitsstudie berufliche Ungleichheiten im Infektionsrisiko in der deutschen Erwerbsbevölkerung zu identifizieren und systematisch zu untersuchen. Im Mittelpunkt stehen bislang wenig beachtete Risikogruppen sowie soziale Unterschiede im Auftreten von Infektionen. Analysiert werden Infekte der oberen und unteren Atemwege, Magen-Darm-Infektionen und ausgewählte seltenere Erkrankungen wie Tuberkulose, HIV und Hepatitis B oder C. Die Ergebnisse sollen einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des beruflichen Infektionsschutzes leisten und Handlungsmöglichkeiten zur Prävention aufzeigen.