Theologisches Forum 2021/22

(Un-)Gerechtigkeit!?
Beteiligung des Christentums an einer (un)gerechten Welt

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Christentum und christliches Ethos sind zweifelsohne prinzipiell darauf angelegt, einer gerechteren Welt zum Durchbruch zu verhelfen und für mehr Gerechtigkeit in der Welt einzutreten. Im Alten Testament stellt die Kritik an sozialer Ungerechtigkeit einen der Schwerpunkte prophetischer Rede dar. Im Neuen Testament ist es Paulus, der den Begriff der Gerechtigkeit theologisch spezifiziert, und in den Evangelien ist es die Reich-Gottes-Verkündigung und -praxis Jesu, an der es abzulesen gilt, was gerecht und was ungerecht ist. Auch in der Geschichte des Christentums finden sich zahlreiche Punkte, an denen sich Christ*innen und Theolog*innen gegen die herrschende hegemoniale Moral für eine gerechtere Welt einsetzten.

Zugleich stellt sich jedoch angesichts bleibender Ungerechtigkeit und Ungleichheit in der Welt die Frage, ob das Christentum in seiner institutionellen Verfasstheit und Praxis sowie die Theologie in ihrem Denken nicht vielmehr auch einen eigenen Beitrag zu Ungerechtigkeit und Ungleichheit leisteten, immer noch leisten und damit gegen ihren eigentlichen Auftrag agieren.

Nach einer biblischen Fundierung im ersten Vortrag fragen vor dem Hintergrund dieses Dilemmas das Institut für Katholische Theologie und die Katholische Erwachsenenbildung des Erzbistums Bamberg im Rahmen des Theologischen Forums im Wintersemester 2021/2022 deshalb in weiteren vier Vorträgen im Blick auf heute:

  • Trägt kirchliches Handeln nicht vielmehr zu Ungleichheit und Diskriminierung in Bezug auf Gender und die sexuelle Orientierung bei, z.B. in der Frage nach der Rolle der Frau in der Kirche oder der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare?
  • Verfestigt der »dritte Weg« der katholischen Soziallehre die weltweit ungleich verteilten Eigentumsverhältnisse nicht noch mehr? Trägt auch Theologie (un-)bewusst dazu bei?
  • Ermangelt es dem Christentum insgesamt nicht einer noch deutlicheren Kritik an der Zerstörung der Umwelt?
  • Beschränkt sich pastorales Handeln im Grunde nicht auf die bürgerliche Normalbiographie, ohne (von ein paar überschaubaren Ausnahmen abgesehen) an die ›Ränder‹ der Gesellschaft zu gehen?
  • Inwiefern trägt das Christentum zu Gerechtigkeit und/oder Ungerechtigkeit bei? Und wie könnte es im besten Fall zu Gerechtigkeit beitragen?

Herzliche Einladung an alle Interessierten!

Hinweise zum Hygienekonzept

  • Im Gebäude und während der gesamten Veranstaltung gilt Maskenpflicht (mind. medizinische Maske, empfohlen sind FFP2-Masken).
  • Beim Zutritt zur Veranstaltung wird ein 3G-Nachweis (geimpft, genesen, getestet (kein Selbsttest)) erfragt.
  • Die Kontaktnachverfolgung erfolgt digital (via App) oder analog (über Eintrag in separate Kontaktformulare).
  • Während der Veranstaltung haben Sie freie Platzwahl im Rahmen der gekennzeichneten Sitzplätze.
  • Bitte kommen Sie rechtzeitig, damit der Anmeldeprozess mit Hygienekonzept nicht zu Staus und Wartezeiten führt.

Die einzelnen Vorträge

  • Donnerstag, 28. Oktober 2021 | 18:15 Uhr | An der Universität 2, Hörsaal U2/00.25
    Subversive Gerechtigkeit. Provokative Sinnspitzen biblischer Gerechtigkeitsvorstellungen
    Prof. em. Dr. Martin Ebner (Universität Bonn)

    Zu diesem ersten Vortragstermin findet im Anschluss an den Vortrag traditionell der Institutsempfang des Instituts für Katholische Theologie statt. Auch dazu ergeht herzliche Einladung!
     
  • Donnerstag, 18. November 2021 | 18:15 Uhr | An der Universität 2, Hörsaal U2/00.25
    Die Gottesfrage und der Humanismus der Praxis. Karl Marx, Franz J. Hinkelammert und eine mögliche Antwort
    Dr. Kuno Füssel (Institut für Theologie und Politik Münster)
     
  • Donnerstag, 09. Dezember 2021 | 18:15 Uhr | An der Universität 2, Hörsaal U2/00.25
    Motivation, Transformation, Resignation? Diakonisches Handeln im Justizvollzug
    Prof. Dr. Michelle Becka (Universität Würzburg)
     
  • Donnerstag, 13. Januar 2022 | 18:15 Uhr | An der Universität 2, Hörsaal U2/00.25
    Brennpunkte ökologischer Gerechtigkeit aus christlicher Sicht
    Prof. Dr. Markus Vogt (LMU München)
     
  • Donnerstag, 03. Februar 2022 | 18:15 Uhr | An der Universität 2, Hörsaal U2/00.25
    Weiberaufstand. Die »Frauenfrage« als Machtfrage in der katholischen Kirche
    Dr. Christiane Florin (Deutschlandfunk, Redaktion »Religion und Gesellschaft«)

Livestream

  • Die einzelnen Vorträge werden auch über das Internet via Livestream in Zoom übertragen.
  • In der Diskussion, die jeweils auf die Vorträge folgt, haben aus technischen Gründen nur die vor Ort anwesenden Teilnehmer*innen die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
  • Die Diskussion wird beim ersten Vortrag am 28.10.2021 nicht im Livestream übertragen.
  • Link: https://uni-bamberg.zoom.us/j/93243509748
  • Veranstaltungs-/Sitzungs-ID: 932 4350 9748
  • Schnelleinwahl per Telefon: +49 695 050 2596  oder  +49 69 7104 9922 (internationale Nummern)

Konzeption und Veranstalter*innen

Eine Veranstaltung des Instituts für Katholische Theologie


in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung im Erzbistum Bamberg e.V.


Gefördert durch