Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaften

Forschung am Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaften

Das Themenspektrum der Forschung am Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaften reicht vom Chalkolithikum bis zur Neuzeit, von der Archäologie über Arbeit am Text bis zum Gespräch mit aktuellen Kulturwissenschaften und hat seine eigene Geschichte.

Aktuelle Forschungsschwerpunkte

Hermeneutik

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Den Anfang erzählen
Altorientalische und alttestamentliche Schöpfungserzählungen

Schöpfungserzählungen aller Kulturen versuchen, narrativ zu verdichten, was als »Notenschlüssel« für die gesamte anschließend zu erzählende Menschengeschichte stillschweigend mitgedacht werden soll. So bieten sie – in literaturgeschichtlicher Folge gelesen – ein fortgesetztes Ringen um eine Anthropologie, die der Kontingenz und Fragilität, Ungesichertheit und Endlichkeit des Lebens gerecht wird. mehr

Ringen um Gottes Gerechtigkeit
Theodizee

Wir werden mit dem Leiden, mit unerklärlichem Leiden, nicht fertig. Wir reden über das Leiden, weil wir über Leiden reden müssen. Wir erzählen einander Leiden, weil wir unseren Erfahrungen im wiederholten Erzählen eine narrative Form – einen Sinn – geben müssen, und erzählen uns einander unsere Leiden solange, bis wir ihnen im immer wieder nachjustierten Erzählen eine Form gegeben haben, die uns Sinn vermittelt und mit der wir dann leben können. mehr

Die Geburt des Jüngsten Gerichts
Eschatologie

Das Jüngste Gericht gehört zu den Grundvorstellungen des Judentums, des Christentums und des Islam. Der Forschungsschwerpunkt geht der Entstehung und schrittweisen Entfaltung der Zukunftserwartungen der biblischen und außerbiblischen frühjüdischen und frühchristlichen Literatur nach und fragt Motiv um Motiv, welche theologisch unaufgebbaren Optionen den eschatologischen Erwartungen zugrundelagen und der säkularisierten Rezeption apokalyptischer Szenarien noch immer zugrundeliegen. mehr

Jerusalem
Die Geschichte seiner Erinnerungslandschaften

Jerusalem ist für die theologische Forschung nicht nur eine Stadt im westjordanischen Bergland. Vielmehr ist in dieser Stadt der größte Teil der hebräischen Bibel des Judentums, des Alten Testaments des Christetums, entstanden, und selbst die nachbiblische Geschichte der Stadt ist bis hin zum Bau des Felsendomes am Ort des ehemaligen biblischen Tempels als eine konfessionsübergreifende Rezeptionsgeschichte der Zionstheologie zu begreifen. Daher kommt der Erforschung dieser Stadt für Judentum, Christentum und Islam eine im wörtlichen Sinne »grundlegende« Bedeutung zu. mehr

Ältere Forschungsschwerpunkte

»Auch Klio dichtet« (Hayden White)
Geschichte, Geschichten und Identitätsbildung

Geschichte steht nie einfach an, sondern ist eine von Generation zu Generation neu zu leistende Konstruktion, die von den Sinnbedürfnissen einer Gemeinschaft ausgeht, um der Strukturierung von Erfahrung und der Orientierung im Handlung zu dienen und im kulturellen Gedächtnis der Gemeinschaft eine stabilisierende Identität zu errichten. mehr

Josua
Fact und Fiction

Grabungen am Tell es-Sultan, dem alttestamentlichen Jericho, führten mit zu­neh­men­der Deut­lich­keit zu einem Dilemma zwischen den archäologischen Be­fun­den der Spät­bron­ze­zeit auf der einen und der li­te­rarischen Überlieferung zum Schick­sal der Stadt während der israe­li­ti­schen Land­nahme un­ter Jo­sua auf der anderen Seite Diese Spannung zwischen archäologischen Befunden und biblischen Geschichten zu erklären und die Geschichte dieser Geschichten von ihren ersten schriftlichen Fassungen bis zum vorliegenden kanonischen Text zu verfolgen, war die Fragestellung dieses Forschungsprojekts. mehr

Jehu

Mit König Jehu, dem Usurpator, fand in Samaria die Dynastie der Omriden ein gewaltsames Ende. 2 Kön 8,25–10,36 erzählt in eine spannungsvolle Geschichte von der Revolution des des Jehu – eine Geschichte voller Probleme. mehr

Hosea

Hos 5,8–8,14 bildet das zweite Drittel des Buches Hosea, dessen literarische Struktur erhebliche Probleme bereitet. mehr