Lena Janneck, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Büro: U2 / 02.16
Tel.: 0951 / 863 1718
Email: lena.janneck(at)uni-bamberg.de

Sprechstunde nach Vereinparung per Email auf »Zoom«

in Elternzeit bis Herbst 2022

Lebenslauf

  • seit 2017: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
  • 2017–2019: Masterstudium »Interreligiöse Studien: Judentum – Christentum – Islam« an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
  • 2015–2017: Bachelorstudium mit den Hauptfächern Theologische Studien und Anglistik/Amerikanistik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
  • 2012–2013: Studium am Mary Immaculate College Limerick, Irland
  • 2011–2017: Studium des Lehramts an Gymnasien mit den Fächern Kath. Religionslehre und Englisch an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Erstes Staatsexamen)
  • 2011: Allgemeine Hochschulreife am Willibald-Gymnasium Eichstätt

Stipendien und Auszeichnungen

  • 2019: Bettina Paetzold Preis für gute Gender-Lehre für das Seminar »›Ich will eine Tat vollbringen, von der man noch in fernsten Zeiten den Kindern unseres Volkes erzählen wird.‹ (Jdt 8,32) – Frauen im Alten Testament«
  • 2017: Preis des Instituts für Katholische Theologie für hervorragende Abschlussarbeiten 2017 für die schriftliche Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien »Die Hinwendung Israels zu den Völkern sowohl biblisch aufgezeigt anhand von Ps 96, Jes 19,16–25 und Jona 1 wie auch historisch diskutiert im Falle der kultischen Maßnahmen von Antiochus IV. Epiphanes«
  • 2017: Teilnahme als Stipendiatin des Deutschen Vereins zur Erforschung Palästinas am Palästina-Kurs 2017 zum Thema »Private Frömmigkeit im Kontext der Religionsgeschichte Palästinas von der Bronzezeit bis zur islamischen Zeit«
  • 2014–2017: Stipendiatin des Max-Weber-Programms Bayern
  • 2011: Stipendiatin von e-fellow.net aufgrund hervorragender Abiturleistungen

Dissertationsprojekt »Mythisches Denken im Alten Testament«

 

„Die Welt hat für uns die Gestalt, die der Geist ihr gibt.“[1]

In dieser kurzen Formel lässt sich Ernst Cassirers Philosophie der symbolischen Formen prägnant zusammenfassen. Schließlich kann es als großes Verdienst Cassirers bezeichnet werden, neben dem (natur)wissenschaftlich-theoretischen Denken, das den menschlichen Geist seit der Neuzeit zunehmend dominiert, auch andere »Gestaltungsweisen«, andere »symbolische Formen« identifiziert und beschrieben zu haben.

Im wissenschaftlich-theoretischen Denken, dem auch wir heutzutage zu großen Teilen folgen, wird jedes Einzelne, jeder Eindruck, nur als Teil eines Systems allgemeiner Gesetze gedacht. Wir beobachten ein Ereignis, zergliedern es im Geiste in seine einzelnen Bestandteile, ordnen es in Abfolgen von Ursachen und Folgen, hierarchisieren in ein Ganzes und in seine Elemente.

Auch das mythische Denken ordnet die Sinneseindrücke, die Welt zu einem geordneten Ganzen – allerdings tut es dies auf grundlegend andere Weise als das wissenschaftlich-theoretische Denken: Das mythische Bewusstsein kennt keine Scheidung von »subjektiv« und »objektiv«, keine Analyse mit dem Ziel, Eindrücke in eine allgemeine Gesetzlichkeit einzuordnen und vollzieht somit viele Grenzziehung nicht, die auch uns heute so selbstverständlich erscheinen: die Trennung zwischen Wachen und Träumen, Leben und Tod, Bild und Sache, Ding und Eigenschaft, dem Ganzen und seinen Teilen, Name und Bezeichnetem. Stattdessen kennzeichnet die Unterteilung in »Heiliges« und »Profanes« die mythische Welt, sie schlägt sich nieder in Reinheitsvorschriften und Tabus, der Gliederung des Raumes sowie der Zeit.

Ernst Cassirers mythisches Denken anschaulich zu beschreiben und aufzuzeigen, wie bestimmte biblische Texte und archäologische Funde vor dem Hintergrund mythischen Denkens gelesen und gedeutet werden können, ist Ziel meiner Dissertation.


[1] Cassirer, Ernst: Die Begriffsform im mythischen Denken (1922), in: ders.: Schriften zur Philosophie der symbolischen Formen. Auf der Grundlage der Ausgabe Ernst Cassirer. Gesammelte Werke herausgegeben von Marion Lauschke (Philosophische Bibliothek 604), Hamburg 2009, 60f.