Qualifikationsziele

Im Bachelorstudiengang Theologische Studien werden Studierende dazu befähigt, theologische Inhalte in ihrer Beziehung zum christlichen Glauben, zur religiös geprägten Gegenwartskultur und zur postsäkularen Lebenswelt als solche wahrzunehmen, deutend zu reflektieren, angemessen darzustellen und auf damit verknüpfte, berufliche und gesellschaftliche Handlungskontexte zu transformieren.

Im Einzelnen wird dies durch folgende Qualifikationsziele erreicht:

Wissenschaftliche Befähigung

Alle Varianten (Nebenfach mit 30 ECTS-Punkten; erweitertes Nebenfach mit 45 ECTS-Punkten; Hauptfach mit 75 ECTS-Punkten):

  • Die Absolventinnen und Absolventen kennen und reflektieren die wissenschaftlich-theoretischen Grundlagen katholisch-theologischen Forschens und Denkens, insofern Sie im sog. „Orientierungskurs“ sowohl die fachliche Systematik der Katholischen Theologie als auch grundlegende Techniken wissenschaftlichen Arbeitens angeeignet haben. Dieses propädeutische Wissen können Sie mit Grundlagen fundamentaltheologischer (Gottesglaube, Religionskritik, Glaube und Vernunft etc.) und theologisch-ethischer (ethische Argumentation, Verantwortung etc.) Weltdeutung sowie mit Kontexten religiöser Lern- und Bildungsprozesse angesichts einer religiös-pluralen Gesellschaft verzahnen, wozu sie u.a. mittels eines interdisziplinär angelegten Portfolios motiviert und befähigt werden.
  • Nach dem Studium der bibelwissenschaftlichen Grundlagenmodule können die Absolventinnen und Absolventen ausgewählte biblische Schriften des Alten und Neuen Testaments grundlegend einordnen, in ihren theologischen Grundzügen deuten sowie im Horizont anthropologischer Fragestellungen rund um die Sinnhaftigkeit eines als kontingent erfahrbaren Lebens hermeneutisieren.
  • Im kirchengeschichtlichen Basismodul haben die Absolventinnen und Absolventen sich ein Überblickswissen zur Entwicklung von Kirche und Christentum angeeignet und können kirchenhistorische Quellen in Grundzügen sowohl einordnen als auch deuten. Dadurch sind sie befähigt, eine überschaubare kirchengeschichtliche Fragestellung forschungsgeleitet zu erarbeiten und diese unter Berücksichtigung eines angemessenen methodischen Vorgehens einer Antwort zuzuführen.  
  • Auf Basis fundamentaltheologisch-dogmatischer Grundkenntnisse, die die Absolventinnen und Absolventen in den entsprechenden Grundlagenmodulen angeeignet haben, reflektieren sie die Spezifika des christlichen Glaubens (z.B. Auferstehungsgedanke, christliches Offenbarungsverständnis) in Dialog und kritischer Auseinandersetzung mit nichtchristlichen Religionen und können eine eigenständige Antwort auf damit verbundene Fragestellungen entfalten. Sie nutzen überdies Grundkenntnisse in zentralen Bereichen der Theologischen Ethik (z.B. 10 Gebote, biomedizinische Ethik, ökologische Ethik, Medienethik, …), um aktuelle individuelle und gesellschaftliche Herausforderungen im Horizont christlicher Wirklichkeitsdeutung zu beurteilen.
  • Im religionspädagogischen Grundlagenmodul eignen sich die Absolvierenden grundlegende Erkenntnisse in Bezug auf gegenwärtige religionssoziologische Theorien und Befunde, hinsichtlich religiöser Lern- und Bildungsorte oder – je nach Wahl – in Bezug auf Handlungsfelder der Kirche (Pastoral oder Liturgie oder Kirchenrecht) an. Auf dieser Basis sind sie in Grundzügen fähig, Kontexte christlich-religionsgeprägten Handelns zu analysieren und erste Ideen hinsichtlich der Gestaltung religiöser Lern- und Bildungsprozesse zu entwickeln sowie reflexiv zu evaluieren.

Weitere Kompetenzen im erweiterten Nebenfach mit 45 ECTS-Punkten:

Im Nebenfachstudium von 45 ECTS-Punkten eignen sich die Absolventinnen und Absolventen über das Nebenfachstudium von 30 ECTS-Punkten hinausgehende Kompetenzen im Bereich eines theologischen Teilfachs an – entweder in biblischer, historischer, systematischer oder praktischer Theologie.

  • Wählen sie biblische Theologie als Vertiefung, kennen sie zentrale Texte und theologische Themen des Alten und Neuen Testaments (bspw. zu schöpfungstheologischen Diskursen, zur Theodizeefrage, zu den synoptischen Evangelien oder zum Corpus Johanneum) und deren zeit- und kulturgeschichtlicher Einordnung. Diese Kenntnisse befähigen sie wiederum zu eigenständigen biblisch-religiösen Weltdeutungen und deren Reflexion – auch in Bezug auf die Rezeptionsgeschichte der Bibel in Kunst, Kultur oder Werbung.  
  • Haben die Absolventinnen und Absolventen Kirchengeschichte als Vertiefung in quellenbasierten Seminaren und Vorlesungen studiert, besitzen sie vertieftes Überblickswissen zur historischen Verflechtung der Kirche und des Christentums mit gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Strukturen der jeweiligen Zeit (Antike, Mittelalter und Neuzeit). Auf dieser Basis können sie wichtige kirchenhistorische Sachverhalte einordnen, ein eigenständiges und begründetes historisches Sachurteil fällen und nachvollziehbare Thesen anhand historischer Quellen entfalten – nicht zuletzt in interreligiöser Hinsicht.
  • Nach einer Vertiefung im Bereich systematischer Theologie besitzen die Absolventinnen und Absolventen die Fähigkeit, christliche Schöpfungs- und Jenseitsvorstellungen sowie damit verknüpfte Fragen der Anthropologie im Rahmen schriftlicher Hausarbeiten wissenschaftlich zu deuten und im Licht gegenwärtiger Herausforderungen (z.B. Freiheitsdiskurse, Sinnfragen, interreligiöse Verständigung, …) zu kommunizieren. Überdies nutzen sie, in vertiefenden Seminaren angeeignete Kenntnisse bezüglich theologisch-ethischer Schlüsselprobleme (z.B. Wirtschafts- oder Umweltethik), um begründete Antworten oder gar Alternativen angesichts der Herausforderung einer verantwortlichen Gestaltung von eigenem Leben, Gesellschaft und Welt im Diskurs, aber auch durch schriftliche Konzeptionierung im Rahmen eines Portfolios zu generieren.
  • Eine Vertiefung in praktischer Theologie befähigt die Absolventinnen und Absolventen – angeeignet in Seminaren, die befähigen, Lehr-Lern-Arrangements zu initiieren – verschiedene Kontexte christlich-religionsgeprägten Handelns zu analysieren und erste Ideen hinsichtlich der Gestaltung religiöser Lern- und Bildungsprozesse zu entwickeln sowie reflexiv zu evaluieren oder pastoraltheologische, kirchenrechtliche und liturgische Fragestellungen sowie damit einhergehende unterschiedliche Anforderungssituationen in Grundzügen sachgerecht zu bewerten und zu kommunizieren.

Weitere Kompetenzen im Hauptfachstudium (75 ECTS-Punkte):

Die Absolventinnen und Absolventen des Hauptfachs Theologische Studien besitzen über das erweiterte Nebenfach (45 ECTS-Punkte) hinausgehende Kompetenzen in den vier theologischen Teilfächern, die sich insbesondere in der Befähigung zur vertieften Bearbeitung theologischer Fragestellungen zeigen.

  • In biblischer Theologie können Absolventinnen und Absolventen in schriftlichen Hausarbeiten eine ausgewählte, fachwissenschaftliche Fragestellung im Lichte aktueller biblischer Forschungsdiskurse eigenständig erarbeiten und präsentieren.
  • Durch Seminare in historischer Theologie werden sie befähigt, spezifische Quellen und einschlägige Fachliteratur auszuwerten, fragestellungsgeleitet aufzubereiten und in einer schriftlichen Abhandlung historisch-wissenschaftlich angemessen darzustellen.
  • In systematischer Theologie wiederum haben sich die Absolventinnen und Absolventen ökumenisch-theologische wie auch interreligiös angelegte Überblicke zu fundamentaltheologisch-dogmatischen wie auch zu theologisch-ethischen Kontexten angeeignet, auf deren Basis sie fähig sind, im Rahmen theologischer Diskurse (z.B. in mündlichen Prüfungen oder schriftlichen Hausarbeiten) eigenständige Argumentationen zu entfalten und einer kritischen, wissenschaftlich begründeten Prüfung zu unterziehen.
  • In den vertieften Studien praktischer Theologie wurden die Absolventinnen und Absolventen befähigt, religionspädagogische Fragestellungen (z.B. Gottesglaube gegenwärtiger Jugendlicher, Schöpfungsvorstellungen, …) methodisch geleitet, qualitativ-empirisch zu bearbeiten, erste eigenständige Forschungen anzustellen sowie die Ergebnisse in Befunde vorliegender Forschungsergebnisse einzuordnen.

Befähigung zu einer qualifizierten Erwerbstätigkeit

Nebenfach mit 30 ECTS-Punkten

  • Die Absolventinnen und Absolventen sind durch das gemeinsame Arbeiten in Seminaren, aber auch durch das Verfassen von Seminararbeiten in der Lage, Grundlagenwissen der katholischen Theologie selbstständig im Blick auf eine Fragestellung anzuwenden, entsprechend zu recherchieren und Ergebnisse zu dieser Fragestellung stringent zu verschriftlichen.
  • In Präsentationen können die Absolventinnen und Absolventen Grundlagenwissen der katholischen Theologie systematisiert wiedergeben. Insbesondere in Seminargesprächen, mündlichen Präsentationen bzw. Prüfungen, aber auch in schriftlichen Klausuren haben sie sich angeeignet, Unterschiede verschiedener theologischer Ansätze in Grundzügen wahrzunehmen, für sich selbst zu reflektieren und zu bewerten.
  • In praktisch-theologischen Modulen wurden die Absolventinnen und Absolventen in die Lage versetzt, religionsbezogene Bildungskontexte (z.B. Erwachsenenbildung, Jugendarbeit) als solche zu identifizieren sowie entsprechend Lernprozesse zu planen, zu initiieren und zu evaluieren.

 

Nebenfach mit 45 ECTS-Punkten

  • Die Absolventinnen und Absolventen sind durch das gemeinsame Arbeiten in Seminaren, aber auch durch das Verfassen von Seminararbeiten in der Lage, tiefergehende Wissensbestände der katholischen Theologie selbstständig im Blick auf eine Fragestellung anzuwenden, entsprechend selbständig zu recherchieren und Ergebnisse zu dieser Fragestellung stringent und mit eigenen Perspektiven versehen zu verschriftlichen.
  • In Präsentationen können die Absolventinnen und Absolventen Grundlagen- und weiterführendes Wissen der katholischen Theologie systematisiert und ergänzt um ökumenische sowie interreligiöse Fokussierungen wiedergeben. Insbesondere in Seminargesprächen, mündlichen Präsentationen bzw. Prüfungen, aber auch in schriftlichen Klausuren haben sie sich angeeignet, Unterschiede verschiedener theologischer Ansätze wahrzunehmen, für sich selbst und im Horizont weiterer Referenztheorien zu reflektieren und zu bewerten.
  • In praktisch-theologischen Modulen wurden die Absolventinnen und Absolventen in die Lage versetzt, religionsbezogene Bildungskontexte (z.B. Erwachsenenbildung, Jugendarbeit) als solche zu identifizieren sowie entsprechend Lernprozesse zu planen, zu initiieren und zu evaluieren. Auch zeigen sie sich sprachfähig in Bezug auf verschiedene christliche Konfessionen und interreligiöse Dimensionen religiöser Weltdeutung – auch in liturgischer, pastoraler und kirchenrechtlicher Hinsicht.

 

Hauptfach mit 75 ECTS-Punkten

  • Die Absolventinnen und Absolventen sind durch das gemeinsame Arbeiten in Seminaren, aber auch durch das Verfassen von Seminararbeiten – sowie im erweiterten Hauptfachstudium durch das Verfassen einer Bachelorarbeit – in der Lage, vertiefte Wissensbestände der katholischen Theologie selbstständig im Blick auf spezifische Fragestellungen anzuwenden, entsprechend selbständig zu recherchieren und Ergebnisse zu diesen Fragestellungen stringent und mit eigenen Perspektiven versehen begründet zu verschriftlichen. Dabei berücksichtigen sie allgemein anerkannte Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis.
  • In Präsentationen können die Absolventinnen und Absolventen tiefergehendes Wissen der katholischen Theologie systematisiert und ergänzt um ökumenische, interreligiöse, kulturbezogene wie auch weltanschaulich-philosophische Fokussierungen wiedergeben. Insbesondere in Seminargesprächen, mündlichen Präsentationen bzw. Prüfungen, aber auch in schriftlichen Klausuren haben sie sich angeeignet, Unterschiede verschiedener Weltdeutungsweisen wahrzunehmen, für sich selbst und im Horizont theologischer wie weiterer geistes- und sozialwissenschaftlicher Referenztheorien zu reflektieren und zu bewerten.
  • In praktisch-theologischen Modulen wurden die Absolventinnen und Absolventen in die Lage versetzt, religionsbezogene Bildungskontexte (z.B. Erwachsenenbildung, Jugendarbeit) als solche zu identifizieren sowie entsprechend Lernprozesse zu planen, zu initiieren und zu evaluieren. Auch zeigen sie sich sprachfähig in Bezug auf verschiedene christliche Konfessionen und interreligiöse Dimensionen religiöser Weltdeutung – auch in liturgischer, pastoraler und kirchenrechtlicher Hinsicht. Überdies können sie Optionen religiöser Wirklichkeitsdeutung im Horizont anderer geistes- und kulturwissenschaftlicher Deutungsmodi situieren und unter Zuhilfenahme sozialwissenschaftlich-empirischer Methoden erste Erhebungen zu Religiosität und Glaube initiieren und deren Ergebnisse auswerten.

 

Persönlichkeitsentwicklung

  • Die Absolventinnen und Absolventen haben ein berufliches Selbstbild (in Kombination mit den andern Haupt- bzw. Nebenfächern) entwickelt und kennen alternative Optionen. Sie können ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten in Bezug auf die Bearbeitung theologischer Fragestellungen sowie Sachverhalte einschätzen und wissen um Optionen, diese weiterzuentwickeln.
  • In Referaten, Hausarbeiten und mündlichen sowie schriftlichen Prüfungen zeigen die Absolventinnen und Absolventen, dass sie Fachkenntnisse sachgerecht, wissenschaftsbasiert und verständlich kommunizieren können. Aufgrund von Teamarbeit im Rahmen von Lehrveranstaltungen können sie eigenständig und ergebnisorientiert mit anderen zusammenarbeiten und ihre Aufgaben in geteilter Verantwortung erledigen.
  • Dass die Absolventinnen und Absolventen zu vereinbarten Terminen Leistungen fristgerecht erbringen, beweist, dass sie ihre Arbeit eigenverantwortlich strukturieren können.
  • In den unterschiedlichen Diskursformaten haben die Absolventinnen und Absolventen gelernt, individuelle und gesellschaftsrelevante Problemlagen differenziert zu betrachten, d.h. anderen Meinungen und insbesondere anderen Glaubens- bzw. Rationalitätsentwürfen mit Respekt zu begegnen und die eigene Perspektive in deren Horizont kritisch zu hinterfragen.
  • Die Absolventinnen und Absolventen können gesellschaftliche Prozesse kritisch, reflektiert sowie mit Verantwortungsbewusstsein und in demokratischem Gemeinsinn maßgeblich mitgestalten.