Programm der Germanistischen Sommer-Universität 2026
Carolin Cholotta M.A., wiss. Mitarbeiterin an der Professur für Germanistische Sprachwissenschaft
Den Deutsch-Kurs erfolgreich abgeschlossen, das Wörterbuch in der Tasche und ab nach Bamberg: Doch was meint die Bedienung, wenn Sie auf das „Göggerla“ auf der Tageskarte hinweist? Und was der Jugendliche im Bus, der sagt: „heute Döner auf mein Nacken!“? Deutsch ist nicht gleich Deutsch. Neben der Standardsprache gibt es zahlreiche Varietäten: Dialekte und regionale Umgangssprachen, Soziolekte und andere Sondersprachen. Das Seminar gibt einen Überblick über diese „unterschiedlichen deutschen Sprachen“ und einen Einblick in verschiedene Dialekte und das Phänomen der Jugendsprache. Mit Textbelegen und Beispielen erarbeiten wir uns Merkmale einzelner Varietäten und überlegen, wo wir diese antreffen und benutzen können. Und übrigens: das „Göggerla“ ist im Bamberger Dialekt ein Brathähnchen und der Jugendliche wollte schlicht für den Döner die Rechnung übernehmen.
Christine Coca, wiss. Mitarbeiterin an der Professur für Deutsche Sprachwissenschaft/Deutsch als Fremdsprache
In seinem berühmten Essay The awful German language (1880) beschreibt Mark Twain auf humorvolle Weise verschiedene Besonderheiten und die Komplexität der deutschen Grammatik, mit denen sich Deutschlernende auseinandersetzen müssen. Im Zusammenhang mit der Distanzstellung trennbarer Verben (Sie lächelt Franz an) fragt er sich beispielsweise: „Can any one conceive of anything more confusing than that?“ (Twain 1880: 605). Auch Ihnen fallen sicherlich weitere Besonderheiten bzw. Schwierigkeiten der deutschen Sprache ein, mit denen Sie sich beim Erlernen des Deutschen bereits auseinandersetzen mussten.
Obwohl jeder Lernende aufgrund individueller Voraussetzungen (z. B. der eigenen Muttersprache) und Lernbedingungen der deutschen Sprache auf eigene Weise begegnet, gelten einige Aspekte der deutschen Sprache unabhängig davon als besonders schwierig.
Gemeinsam gehen wir einigen dieser Problembereiche der deutschen Sprache auf den Grund. Nach einer Einführung in zentrale Begriffe und Konzepte wie Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ), Mehrsprachigkeit und Lernersprache(n) analysieren wir authentische Texte von Deutschlernenden. Ziel ist es, Einblicke in typische Lernprozesse zu gewinnen und die eigenen Erfahrungen beim Erlernen des Deutschen zu reflektieren.
Dr. Detlef Goller, Akademischer Direktor am Lehrstuhl für Deutsche Philologie des Mittelalters
Alicia Fuchs, wiss. Mitarbeiterin an der Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Kinderbücher und andere Medien für Kinder werden oft unterschätzt. Und das, obwohl sie große Kunst sind. Bilderbücher behandeln zum Beispiel interessante oder schwierige Themen mit kurzen Texten und Bildern auf eine einfache, aber spannende Weise.
Kindermedien richten sich vor allem an eine junge Zielgruppe, aber auch Erwachsene können viel aus ihnen mitnehmen. Sie eignen sich für den Unterricht mit Kindern und Erwachsenen, fördern Gespräche zwischen verschiedenen Generationen und enthalten oft Anspielungen, die nur ältere Leserinnen und Leser verstehen.
In diesem Seminar lernen wir gemeinsam verschiedene Bilderbücher und andere bekannte Kindermedien kennen. Am Anfang des Nachmittags besprechen wir theoretisch und praktisch einige Beispiele. Wir üben zusammen, wie wir Bilder und Texte in Kindermedien analysieren können. Im zweiten Teil machen wir dann einen Spaziergang durch Bamberg. Dabei schauen wir uns an, welche Spuren die bekannte deutsche Buch- und Filmreihe „Das Sams“ von Paul Maar für Kinder und Erwachsene in der Stadt hinterlassen hat.
Judith Albert, wiss. Mitarbeiterin an der Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Warum faszinieren Märchen bis heute? Was unterscheidet Volksmärchen von Kunstmärchen – und welche Geheimnisse verbergen sich hinter ihren fantastischen Welten? In diesem Seminar begeben wir uns auf eine literarische Entdeckungsreise durch die deutsche Märchentradition. Gemeinsam lesen und interpretieren wir bekannte und weniger bekannte Volks- und Kunstmärchen und lernen dabei zentrale Methoden der germanistischen Literaturwissenschaft kennen.
Ein besonderer Höhepunkt ist die Begegnung mit dem Werk von E. T. A. Hoffmann, dessen fantastische Erzählungen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Imagination verschwimmen lassen. Bei einer literarischen Stadtführung durch Bamberg folgen wir seinen Spuren und erleben, wie Literatur und Stadtgeschichte miteinander verbunden sind.
Armin Gertz M.A., wiss. Mitarbeiter am Sprachenzentrum
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer üben außerdem Recherche und Präsentationstechniken an einem eigenen Projekt.
Exkursionen nach Bayreuth, Würzburg und Weimar sowie landeskundliche Aktivitäten runden das Programm ab.
Das ausführliche Programm finden Sie hier in Kürze!
