Gegenwartsliteratur

Die Reihen Literatur&Gegenwart und Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur verstehen sich als Forum poetologischer, literaturwissenschaftlicher und literaturkritischer Beiträge im Kontext der Bamberger Poetikprofessur.

Bisher erschienen sind folgende Bände:

Literatur&Gegenwart

Handlungsmuster der Gegenwart

Lukas Bärfuss' Dramen, Novellen und Romane befassen sich mit unlösbaren Problemen, etwa mit der Frage nach der Legitimität von Sterbehilfe (Alices Reise in die Schweiz), nach der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung (Die sexuellen Neurosen unserer Eltern) oder nach den Gründen des Suizids (Koala). Immer wieder sind Bärfuss' Figuren ausweglosen Situtionen ausgesetzt, in denen ihr Selbstbild, ihre Wünsche, ihr Begehren und ihre sozialen Rollen in Konflikt geraten. Seine Texte lassen sich als Experimente lesen, die kein gesichertes Wissen in Aussicht stellen, sondern die Rezipienten selbst zum Teil ihrer Versuchsanordnung machen.

Mit Beiträgen von: Lukas Bärfuss, Laura Beck, Stephanie Catani, Marta Famula, Judith Gerstenberg, Marie Gunreben, Julian Kanning, Friedhelm Marx, Peter Meilaender, Andea Schindler, Benjamin Schlüer, Julia Schöll, Christoph Steier, Jan Süselbeck, Christian van der Steeg, Stephanie Waldow, Johannes Windrich und Elias Zimmermann.

Handlungsmuster der Gegenwart. Beiträge zum Werk von Lukas Bärfuss. Herausgegeben von Marie Gunreben und Friedhelm Marx. Würzburg: Königshausen & Neumann 2017 [=Literatur&Gegenwart, Bd. 1].

€ 28,00 (D)

ISBN: 978-3-8260-6209-4

Erwerben können Sie den Band unter anderem auf der Seite des Verlages.

Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur

Über Grenzen. Texte und Lektüren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

Ein Blick hinter die Kulissen: Autoren und Autorinnen schreiben über ihre Recherchereisen, aus denen erfolgreiche Romane der Gegenwartsliteratur entstanden.

Die deutsche Gegenwartsliteratur blickt häufig über die Landesgrenzen hinaus. Autoren wie Olga Grjasnowa, Sibylle Lewitscharoff oder Feridun Zaimoglu sind selbst, um für ihre Texte zu recherchieren, buchstäblich über Grenzen gegangen: Die Reisen, die ihnen das Grenzgänger-Programm der Robert Bosch Stiftung ermöglichte, sind ihnen zu wichtigen Inspirationsquellen geworden. In ihren Büchern thematisieren sie kulturelle, sprachliche oder politische »Grenz-Erfahrungen« und greifen damit ein wichtiges literarisches Sujet der Gegenwart auf. Über diese Reisen und deren Einfluss auf ihr Schreiben berichten sie in diesem Band. Ihre Einblicke werden durch literaturwissenschaftliche Lektüren ergänzt.

Mit Beiträgen von Jenny Erpenbeck zu »Heimsuchung«, Jan Faktor zu »Georgs Sorgen um die Vergangenheit«, Olga Grjasnowa zu »Der Russe ist einer, der Birken liebt«, Sibylle Lewitscharoff zu »Apostoloff«, Kolja Mensing zu »Die Legenden der Väter«, Julia Schoch zu »Kaliningrader Nacht« und Feridun Zaimoglu zu »Hinterland«.

Catani, Stephanie und Marx, Friedhelm (Hgg.): Über Grenzen. Texte und Lektüren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (= Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur 12), Wallstein: Göttingen 2015.

€ 24,90 (D)

ISBN: 978-3-8353-1723-9

Link zur Verlagshomepage

Wahrheit und Täuschung

Literaturwissenschaftler untersuchen das vielfach preisgekrönte literarische und essayistische Werk Jenny Erpenbecks.

Jenny Erpenbecks Texte beobachten Menschen bei ihrer unermüdlichen Suche nach Wahrheit - die jedoch stets in der Erkenntnis mündet, dass »die Wahrheit« per se nicht existiert. Stattdessen bleibt jedem Einzelnen nur die Aufdeckung der persönlichen Illusionen und Selbsttäuschungen. So verschwimmen vermeintlich lineare Lebensläufe in Kontingenz, lösen sich Familienbindungen auf, verschwinden Sicherheit und Geborgenheit - immer im Zwischenspiel von individueller Existenz und gesellschaftlich-geschichtlicher Realität.
Literaturwissenschaftler gehen diesen verschiedenen Facetten der Wahrheitssuche in Jenny Erpenbecks Werken nach.

Mit Beiträgen von Andrea Bartl, Anke Biendarra, Johannes Birgfeld, Jenny Erpenbeck, Carsten Gansel, Iris Hermann, Friedhelm Marx, Georg Mein, Agnes Mueller, Julia Schöll und Ulrike Vedder.

Wahrheit und Täuschung. Beiträge zum Werk Jenny Erpenbecks. Herausgegeben von Friedhelm Marx und Julia Schöll. Göttingen: Wallstein 2014 [= Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, Bd. 11]

€ 18,00 (D)

Zwischen Alptraum und Glück

Erstmals eine umfassende Betrachtung der Prosa von Thomas Glavinic, einem der meistgelesenen und facettenreichsten deutschsprachigen Gegenwartsautoren.

Thomas Glavinic versteht es wie kaum ein anderer Gegenwartsautor, Kritikerlob und Massentauglichkeit zu vereinen. Dabei ist Glavinics Prosa inhaltlich wie formal von einem außergewöhnlich großen Facettenreichtum geprägt. Sie variiert Gattungen wie Kriminalroman, Sozialsatire, Reisebericht oder Anti-Utopie und umkreist immer wieder große anthropologische Themen: Angst, Ich-Verlust, Einsamkeit und die Suche nach Glück und Liebe.
Der Band legt erstmals eine literaturwissenschaftliche Gesamtschau von Glavinics Werk vor. Namhafte Wissenschaftler(innen) aus dem In- und Ausland beschäftigen sich in Einzelanalysen mit Glavinics Romanen. Darüber hinaus finden sich übergreifende Untersuchungen zu Aspekten wie Glückssuche, Angst, Medienkritik oder Autorinszenierung, die grundlegende Charakteristika der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zur Sprache bringen. Thomas Glavinic leitet den Band ein und gibt zudem in einem Interview Auskunft über Grundzüge seiner Poetik.

Mit Beiträgen von: Florian Auerochs, Andrea Bartl, Nora Boeckl, Stephanie Catani, Kerstin Cornils, Hans-Peter Ecker, Marta Famula, Felix Forsbach, Jörn Glasenapp, Thomas Glavinic, Gudrun Heidemann, Iris Hermann, Christoph Houswitschka, Annette Keck, Selmar Klein, Wynfrid Kriegleder, Lothar van Laak, Dana Pfeiferová, Sandra Potsch, Jan Standke, Hans Wagener.

Zwischen Alptraum und Glück. Herausgegeben von Andrea Bartl, Jörn Glasenapp und Iris Hermann unter Mitarbeit von Judith Ellenbürger. Mit einem Vorwort von Thomas Glavinic. Göttingen: Wallstein 2014 [= Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, Bd. 10]

€ 34,90 (D)

Inseln des Eigensinns

Einblicke in das Werk einer der wichtigsten und eigenwilligsten Autorin der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

Im Zentrum von Annette Pehnts literarischem Werk stehen Figuren, die sich am Rande des Gewöhnlichen und gesellschaftlich Etablierten bewegen: So erzählt der Roman »Insel 34« von einer eigenwilligen jungen Frau, die vor der elterlichen Fürsorge auf immer entlegenere und unwirklichere Inseln flieht. In den Romanen »Haus der Schildkröten« und »Mobbing« werden mit dem Seniorenheim und modernen Arbeitsverhältnissen jeweils soziale »Inseln« in den Blick genommen, wobei in der lakonischen Beschreibung gesellschaftlicher Phänomene immer wieder surreale Momente aufscheinen.

Literaturwissenschaftler aus dem In- und Ausland, Literaturkritiker und Schriftsteller gehen dieser narrativen Mehrdimensionalität im Werk Annette Pehnts nach und widmen sich seinen eigentümlichen Außenseiterfiguren ebenso wie der facettenreichen Auseinandersetzung mit den sozialen Herausforderungen der Zeit. Annette Pehnt leitet den Band mit ihrem Essay »Metapher und Gebet« ein und diskutiert in einem abschließenden Gespräch mit der Schriftstellerin Katja Lange-Müller zentrale Aspekte des Schreibens.

Mit Beiträgen von: Ulf Abraham, Andrea Bartl, Viviana Chilese, Iris Hermann, Friedemann Holder, Katja Lange-Müller, Friedhelm Marx, Annemarie Matthies, Annette Pehnt, Alexandra Pontzen und Wolfgang Schneider

Inseln des Eigensinns. Beiträge zum Werk Annette Pehnts. Hrsg. v.  Friedhelm Marx unter Mitarbeit von Marie Gunreben. Göttingen: Wallstein 2013 [= Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, Bd. 9].

€ 18,00 (D)

Fährmann sein

Robert Schindels Poetik des Übersetzens – Ein genauer Blick auf den originellen Lyriker

Robert Schindels Werk ist in erster Linie das eines bildmächtigen und Neologismen nicht scheuenden Lyrikers. Seine Gedichte sind so poetologisch wie sinnlich zugleich. Seine Themen sind Liebe, Melancholie, die Surrealität des Alltags, die Seelenlandschaften und -städte, sowie der Blick auf die jüngste Geschichte der Judenverfolgung. Sein Roman »Gebürtig« setzte in Österreich die Aufarbeitung des Naziterrors in Gang.
Die Beiträge dieses Bandes widmen sich neben der Lyrik dem Roman »Gebürtig«, dem filmischen Werk, sowie den Essays. Im Mittelpunkt steht die von Robert Schindel gewählte poetische Perspektive: der Dichter als Fährmann.
Der Band enthält ein unveröffentlichtes Gedicht von Robert Schindel sowie den Text der abschließenden vierten Poetikvorlesung an der Universität Bamberg.


Mit Beiträgen von:
Andrea Bartl, Matthias Beilein, Norbert Otto Eke, Nora Gomringer, Iris Hermann, Christoph Houswitschka, Joanna Jablkowska, Friedhelm Marx, Artur Pelka, Doron Rabinovici, Meinolf Schumacher und Hartmut Steineck.

Fährmann sein. Robert Schindels Poetik des Übersetzen. Hrsg. von Iris Hermann. Göttingen: Wallstein 2012. [Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, Bd. 8].

€ 18,00 (D)

Verstehensanfänge

Über das literarische und essayistische Gesamtwerk des Büchner-Preisträgers Wilhelm Genazino

Die Romane und Essays Wilhelm Genazinos fragen nach dem Handeln des Einzelnen, aber auch nach den Bedingungen der modernen Arbeitswelt und Ökonomie, nach Grenzen der Wahrnehmung, aber auch nach den Möglichkeiten der Kunst. Antworten darauf geben seine Texte in Form von »Verstehensanfängen«, wie es in dem Roman »Ein Regenschirm für diesen Tag« (2001) heißt. Erkenntnis bedeutet bei Genazino demnach eine beständige, oszillierende Bewegung von Aufbruch und Scheitern, Annäherung und Distanz. In allen Büchern Genazinos werden Grundthemen der menschlichen Existenz verhandelt: Affekte wie Scham und Ekel, Liebe und Sexualität, Kindheit und Alter, Melancholie und der alltägliche Wahnsinn.
Literatur- und Kulturwissenschaftler aus dem In- und Ausland verfolgen diese vielfältigen Spuren durch das literarische und essayistische Gesamtwerk des Autors. 

Wilhelm Genazino leitet den Band mit seinem Essay »Der Roman als Delirium« ein und bezieht in einem abschließenden Gespräch mit Hubert Spiegel (FAZ) Stellung zu seinem Schreiben und zu literaturwissenschaftlichen Deutungsversuchen.

Mit Beiträgen von: Andrea Bartl, Hans-Peter Ecker, Wilhelm Genazino, Sven Hanuschek, Iris Hermann, Alexander Honold, Oliver Jahraus, Annika Klinge, Manuel Maldonado Alemán, Friedhelm Marx, Heiko Neumann, Dana Pfeiferová, Anne Schmuck und Hubert Spiegel.

Verstehensanfänge. Das literarische Werk Wilhelm Genazinos. Hrsg. v. Andrea Bartl und Friedhelm Marx. Göttingen: Wallstein 2011 [= Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, Bd. 7].

24,90 € (D)

Familien Erzählen

Familienmodelle und -konflikte im Werk John von Düffels

John von Düffels Romane und Theaterstücke richten ihren Blick leitmotivisch auf die Familie, ihr Konfliktpotenzial und das wechselhafte Spiel ihrer Figuren: Dabei öffnen sie nicht nur die Perspektive einer Generation, sondern fächern die Eindimensionalität familiärer Sichtweisen multiperspektivisch auf. So berichtet das Romandebüt »Vom Wasser« von der Identitätssuche eines Ich-Erzählers, die ihren Ausgang im kollektiv erzeugten Familiengedächtnis nimmt. Der Roman »Houwelandt« lässt Vertreter verschiedener Generationen zu Wort kommen, die gerade mit ihren Widersprüchen das Familienporträt vervollständigen. Und schließlich erzählt der jüngste Roman »Beste Jahre« von der Sehnsucht des Protagonisten nach einer eigenen Familie und gleichzeitig der Angst, selbst Vater zu werden.
Literaturwissenschaftler, Lektoren, Filmemacher und John von Düffel selbst äußern sich zur narrativen Gestaltung familiärer, gesellschaftlicher sowie individueller Ordnungen in seinen Texten.

Mit Beiträgen von: Jörg Adolph und Anja Pohl, Andrea Bartl, John von Düffel, Norbert Eke, Matteo Galli, Christof Hamann, Martin Hielscher, Michael Scheffel u.a.

Familien Erzählen. Das literarische Werk John von Düffels. Hrsg. von Stephanie Catani und Friedhelm Marx. Göttingen:Wallstein 2010 [= Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, Bd. 6].

€ 24,00 (D)

Ins Fremde schreiben

Fremdheitsforschung und Literatur im Gespräch - das Wiederaufleben des Zeitalters großer Entdeckungsreisen in der Gegenwartsliteratur

Maghellans Weltumseglung und Humboldts lateinamerikanische Flussfahrten, der mühevolle Weg nach Timbuktu und die Gefahren des jemenitischen Hinterlands, das Vordringen zu den Nilquellen oder dem Gipfel des Kilimandscharo - in der deutschsprachigen Literatur ist »Welthaltigkeit« eingezogen. In den vergangenen Jahren haben Autorinnen und Autoren aus Deutschland, aus der Schweiz und aus Österreich in bemerkenswerter Formenvielfalt das Zeitalter der großen Entdeckungsreisen literarisch nachgestellt. Ilija Trojanow, Felicitas Hoppe, Michael Roes, Thomas Stangl, Hans Christoph Buch, Alex Capus und Christof Hamann geben Auskunft über ihre Recherchen, ihre persönlichen Reiseerfahrungen und Schreibweisen. In doppeltem Dialog setzen sich die Schriftsteller mit historischen Protagonisten aus der Frühgeschichte der Globalisierung auseinander, aber auch mit Fragen und Thesen der Literaturwissenschaft und zeigen damit: die Frühgeschichte der Globalisierung ist von unverminderter kultureller Aktualität.

Ins Fremde schreiben. Gegenwartsliteratur auf den Spuren historischer und fantastischer Entdeckungsreisen. Hrsg. von Christof Hamann und Alexander Honold. Göttingen: Wallstein 2009. [Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, Bd. 5].

€ 34,90 (D)

Sex - Tod - Genie

Einer der umstrittensten und originellsten Gegenwartsautoren: Erstmals wird Helmut Kraussers Werk erklärt und entmystifiziert

Helmut Krausser ist nicht nur ein großer Romancier, er ist auch Dichter, Dramatiker, Essayist und Tagebuchautor. Diese Formenvielfalt sichert ihm einen besonderen Platz in der deutschen Literatur; zudem gelingt es ihm, sein ‘uvre von Buch zu Buch konsequent weiter zu entwickeln. Dabei versteht er es, an die großen europäischen Erzähltraditionen des Realismus, mehr noch aber der Romantik anzuknüpfen und diese Tradition eigenständig und innovativ weiterzuführen. Auch scheut er die großen Themen nicht: Liebe und Sexualität, Kunst und Musik, Wahnsinn und Tod, Verbrechen und Gewalt.

Mit Beiträgen von: Moritz Baßler, Ingrid Bennewitz, Johannes Birgfeld, Claude D. Conter, Hans-Peter Ecker, Inga Mai Groote, Lutz Hagestedt, Oliver Jahraus, Christoph Jürgensen, Tom Kindt, Klaus Maiwald, Steffen Martus, Friedhelm Marx, Stefan Neuhaus, Dirk Niefanger, Martin Rehfeldt, Eckhard Schumacher, Wulf Segebrecht, Friedrich Vollhardt.

Sex - Tod – Genie. Beiträge zum Werk von Helmut Krausser. Hrsg. von Claude D. Conter und Oliver Jahraus. Göttingen: Wallstein 2009. [Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, Bd. 4].

€ 29,90 (D)

Wovon ich schreibe

Worauf kommt es im Leben an? Am Ende sind es die gleichen Dinge, die in ein gutes Buch gehören. Und wie meistert man das Leben? Mit allem, was auch zum Schreiben eines Romans gehört. John von Düffel ist ein dem Leben zugewandter Schriftsteller. Seine Themen, Figuren und Geschichten verfolgt er über den Rand der Buchseite hinaus. In persönlichen Beobachtungen macht er sich nun auf die Suche nach den vielfältigen Berührungspunkten von Literatur und Wirklichkeit, er verknüpft Leben und Schreiben. Die Kunst, Ich zu sagen, ist auf beiden Feldern gefragt, ebenso der Umgang mit Familie, die Bewegung, die verschiedenen Formen von Zeit. Und erstaunlich viele Deutungsmuster aus der Literatur lassen sich auf den ganz privaten Alltag übertragen. Was John von Düffel gelingt, ist nicht weniger als eine Poetik des Lebens.

Unter dem Titel "Wovon ich schreibe" hat John von Düffel seine Vorträge im Rahmen der Bamberger Poetikprofessur veröffentlicht:

Düffel, John von: Wovon ich schreibe. Eine kleine Poetik des Lebens. Köln: DuMont 2009.

€ 16,95 (D)

Aus dem Inhalt:

Die Kunst des Ich. Über Leben und Lesen

Literatur und Sport. Der Autor als Sportler, der Roman als Marathon

Die erfundene Familie. Vom Schreiben am lebenden Sujet

Epische versus dramatische Zeit

Kunst der Erinnerung, Poetik der Liebe

Hanns-Joseph Ortheil: Literaturwissenschaftler, -kritiker, Lektoren und der Autor selbst untersuchen sein Werk

Geschichte, Kunst und die Liebe: Das sind die großen Themen im Werk von Hanns-Joseph Ortheil. Die frühen Romane greifen historisch-politische Zäsuren deutscher Vergangenheit auf, indem sie von der deutschen Nachkriegsgeschichte und der konfliktbeladenen Auseinandersetzung mit der Vätergeneration erzählen. Jüngere Texte thematisieren Kunst und Künstlerfiguren. Sie begleiten Goethe durch Rom (»Faustinas Küsse«), berichten von Mozart und der glanzvollen Uraufführung seines »Don Giovanni« in Prag (»Die Nacht des Don Juan«) oder tauchen ein in den Farbenrausch eines jungen Malergenies im Venedig des 18. Jahrhunderts (»Im Licht der Lagune«). Mit »Die große Liebe« und »Das Verlangen nach Liebe« gelingt Hanns-Josef Ortheil schließlich eine Wiederbelebung des Liebesromans als ästhetisches Manifest.
Die Autoren widmen sich intertextuellen Bezügen ebenso wie zentralen Topoi, lesen Ortheils Texte als Künstler-, Familien- und Liebesromane und folgen damit dem Autor selbst, der im Gespräch mit Heinz-Jürgen Dambmann einleitend »aktuelle Projekte des Liebesromans« poetologisch bestimmt.

Kunst der Erinnerung, Poetik der Liebe. Das erzählerische Werk Hanns-Josef Ortheils. Hrsg. von Stephanie Catani, Julia Schöll und Friedhelm Marx. Göttingen: Wallstein 2009 [= Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, Bd. 3].

€ 24,00 (D)

Familien - Geschlechter - Macht

Ein Hermaphrodit auf der Suche nach der eigenen Geschlechteridentität, eine junge Frau als Opfer autoritärer Machtstrukturen, ein Körper, der zum Samenraub eingesetzt wird: In ihren Romanen, Erzählungen und Gedichten thematisiert Ulrike Draesner Beziehungsmuster, Identitäts- und Familienmodelle, die in der modernen Gesellschaft an Stabilität verloren haben. Die Autorin verknüpft die individuelle Suche nach Heimat und Identität mit Erinnerungen, die auf ein kollektives Gedächtnis gründen, wie im jüngsten Roman »Spiele«.

Literaturwissenschaftler und -kritiker, Übersetzer und Schriftsteller nähern sich verschiedenen Texten Ulrike Draesners und fragen gemeinsam mit der Autorin, die den Band einleitet, nach der Bedeutung von Familien-, Geschlechter- und Machtstrukturen für den schwierigen Prozess der Identitätsfindung in der Moderne.

Ulrike Draesner gewährt dem Leser in ihrem einleitenden Essay autobiografische Einblicke und lässt ihn teilhaben an ihrer Selbstfindung als freie Autorin.

Familien, Geschlechter, Macht. Beziehungen im Werk Ulrike Draesners. Hrsg. von Stephanie Catani und Friedhelm Marx. Göttingen: Wallstein 2008 [= Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, Bd. 2].

€ 18,00 (D)

Zauber im Zoo

Herkunft, das meint, wie wir darüber sprechen, wer man wird, indem man erfindet, wer man war, um zu werden, was man nicht sein muß, sondern kann.

Was bedeutet »zuhause«, wenn man einmal ­ vertrieben oder freiwillig ­ fortgegangen ist, um dann, als Fremder, in der heimlich unheimlichen Spannung dessen zu kreiseln, was »Heimat« war?

Herkunft ist das Thema dieses Buches. Da alles, was für uns Welt ist, im Raster der Sprache erscheint, im Glanz ihrer Metaphern und Irreschein ihrer Idiome, handelt der Text davon, wie Herkunft nicht nur erfunden wurde, um Geschichten zu erzählen, sondern selbst Geschichte ist.

Nachgehört wird der Reibung zwischen der Zeugung von Körpern und dem Zeugnisgeben in Sprache. Nachgeschrieben dem Entstehungsprozess eines literarischen Textes. Nachgegangen der Spannung zwischen dem, was wir Wirklichkeit nennen, und dem, was Fiktion heißt. Die Ideen Heimkehr, Zuhause und Heimat sind künstliche und kunstvoll gebaute kulturelle Konstrukte. Zahlreiche Beispiele aus der Literaturgeschichte und aus Ulrike Draesners Werk veranschaulichen dies, bis die Autorin schließlich, zum ersten Mal, ein Stück ihrer eigenen »Heimatgeschichte« in all seiner Ambivalenz erzählt.

Unter dem Titel "Zauber im Zoo. Vier Reden von Herkunft und Literatur" sind die Vorträge im Rahmen der Bamberger Poetikprofessur bei Wallstein erschienen.

Ulrike Draesner: Zauber im Zoo. Vier Reden von Herkunft und Literatur. Göttingen: Wallstein 2007.

€  16,00 (D)

Erinnern, Vergessen, Erzählen

Literaturwissenschaftler, Lektoren, Literaturkritiker und der Autor selbst diskutieren das Zusammenspiel von Erinnern und Vergessen im Werk von Uwe Timm.

Uwe Timm, einer der erfolgreichsten deutschen Gegenwartsautoren, thematisiert in seinem literarischen Werk das Verhältnis von Erinnerung und Geschichte, von Gedächtnis und Literatur. Vom ersten Roman »Heißer Sommer« an lassen sich seine Bücher als erzählerische Bearbeitung individueller, familiärer und kollektiv-nationaler Gedächtnisinhalte lesen, füllen Leerstellen des kulturellen Gedächtnisses und lösen dessen prekäre Fixierungen auf.

Der Band ist Auftakt der Reihe Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, einem Forum poetologischer, literaturwissenschaftlicher und literaturkritischer Beiträge im Kontext der Bamberger Poetikprofessur.

Mit Beiträgen von: Andrea Albrecht, Michael Braun, Hans-Peter Ecker, Matteo Galli, Heinz Gockel, Christof Hamann, Martin Hielscher, Oliver Jahraus, Friedhelm Marx, Andreas Meier, Dirk Niefanger, Michael Preis, Julia Schöll, Ulrich Simon und Uwe Timm.

Erinnern, Vergessen, Erzählen. Beiträge zum Werk Uwe Timms. Hrsg. von Friedhelm Marx. Göttingen: Wallstein 2007 [= Poiesis. Standpunkte zur Gegenwartsliteratur, Bd. 1].

€ 24,00 (D)