Kurzinterview zwischen Martin Friesl und dem Dekan der Sowi Karl-Heinz Gerholz

Dekan: Martin, Du hast bis 2020 den Strategy Kurs an der Lancaster University geleitet. Das Global MBA Ranking der Financial Times hat diesen Kurs mehrfach #1 weltweit gerankt, so auch wieder im aktuellen Ranking. Woran liegt das?

MF: Gute Frage. Das Ranking basiert ja auf Studierendenbewertungen, d.h. ich kann natürlich nur vermuten. Der Kurs macht sich grundsätzlich eine in der Pädagogik sehr altmodische Idee zu eigen: Lasst uns mit der Praxis starten und was machen, d.h. lasst uns den gesamten Kurs um ein aktuelles strategisches Problem herumbauen. Theorie kommt später.

Dekan: Der handlungsorientierte Ansatz gefällt mir. Wann kommen denn nun aber wissenschaftliche Theorien und Erkenntnisse zum Einsatz?

MF: Ohne diese geht es nach wie vor nicht. Es verändert sich aber die Erschließung von Theorien im Lernprozess. In diesem Kurs wie auch in einigen Kursen die ich hier in Bamberg unterrichte, wird Theorie zur Reflexionsinstanz. Sie erlaubt Studierenden gemachte Erfahrungen besser zu verstehen, soz. in der Retrospektive. Das führt zu einem anderen Lernprozess, als wenn wir Studierende bitten, Konzepte im Rahmen von Fallstudien anzuwenden. Sie entwickeln damit ein reflektierteres Verständnis von Management-Problemen.

Dekan: Was nimmst Du daraus für Deine eigene Lehre hier in Bamberg mit?

MF: Ich versuche diesen Ansatz soweit es geht auch hier anzuwenden, insbesondere in den kleineren, seminarorientierten Veranstaltungen. Die Rückmeldung der Studierenden war bisher ziemlich einheitlich. Diese Art von Lehre ist zeitaufwändig, aber es lohnt sich.

Dekan: Danke für das Gespräch Martin und halte uns doch auf den Laufenden. Ein schönes Good Practice-Beispiel für unsere gute und vielfältige Lehre an der Fakultät.

 

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