Forschungs- und Entwicklungsprojekte an der Professur für Wirtschaftspädagogik

An der Professur für Wirtschaftspädagogik sind aktuell verschiedene Forschungs- und Entwicklungsprojekte verankert. Schwerpunkte sind die Gestaltung von Lehr-Lernumgebungen in der wirtschaftswissenschaftlichen Bildung und deren Evaluation, die organisatorische Modellierung von Bildungsorganisationen, insbesondere von beruflichen Schulen und Hochschulen, sowie die Entwicklung von Studien- und Bildungsgängen. Die Projekte können dabei den Bereichen hochschulische, berufliche und betriebliche Bildung und der Lehrerbildung zugeordnet werden. Dabei sind die Perspektiven in den einzelnen Projekten jeweils verbindend zu betrachten.

Die an der Professur für Wirtschaftspädagogik verankerten Projekte zeichnen sich durch die enge Verzahnung von Gestaltungsprozess und Theoriebildung aus. Ziel ist es, Phänomene der Berufsbildungspraxis aufzunehmen, theoretisch zu fundieren, um darüber Strukturen von sozialen Phänomenen empirisch fundiert zu erfassen und Gestaltungspotentiale für die Berufsbildungspraxis aufzuzeigen.

Aktuelle Projekte

Foundations 4 Sector 3

Der europäische Dritte Sektor ist ein bedeutender Wirtschaftszweig mit etwa 13 Millionen Vollzeitbeschäftigten und zusätzlich 16 Millionen Ehrenamtlichen. Die europäische Wirtschaft und ein ein großer Teil unserer gesellschaftlichen und bürgerlichen Unterstützung ist stark von einem gesunden Sektor abhängig, welcher die Fähigkeit besitzt, hochqualifiziertes Personal anzuziehen und zu halten.

Viele Arbeitnehmer des Sektors haben befristete Verträge, werden schlecht bezahlt und besitzen nur begrenzte Weiterbildungsmöglichkeiten. Das Projekt „Foundation 4 Sector 3“ (F4S3) befasst sich mit der Relevanz der Reduktion von Personalfluktuation, Burnout, Mobilität und unklarer Wege der Karriereentwicklung innerhalb des Sektors.

F4S3 stellt ein Einführungsprogramm für Arbeitskräfte, die in den Dritten Sektor eintreten möchten, bereit. Dieses Programm stellt eine Einführung in den Sektor dar, mit Schwerpunkt auf persönlicher Entwicklung und branchenspezifischen Kernkompetenzen. Durch die Verwendung digitaler Abzeichen können die erworbenen Fähigkeiten der Programmteilnehmer validiert und anschließend sowohl für die persönliche Entwicklung als auch für den beruflichen /Erfolg genutzt werden. Zur Gewährleistung, dass das Material auch nach dem Projekt verwendet werden kann, wird zudem am Ende des Projekts ein Transferplan erstellt. Das Programm wird in allen Partnerländern durch den lokalen Partner und in der jeweiligen Landessprache durchgeführt. Hierzu wird der Ansatz des Blended-Learning verwendet, bei welchem die Präsenzlehre durch Online-Lehre ergänzt wird. Das Training ist auf die Lernenden ausgerichtet, wobei eine Analyse des jeweiligen Trainingsbedarfs im Vorfeld der Schulung durchgeführt wird.

Das Projekt bietet drei Vorteile. Erstens wird es die Teilnehmer selbstbewusster und effektiver in ihrer Tätigkeit in Organisationen des Dritten Sektors machen, ebenso wie die Vermittlung validierter Fähigkeiten, die für ihren beruflichen Werdegang förderlich sind. Zweitens wird es den Organisationen des Dritten Sektors helfen, indem es den Einführungsprozess neuer Mitarbeiter und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz unterstützt. Drittens werden die von F4S3 produzierten Materialien nach dem Projekt europaweit zur Verfügung gestellt.

Das Projekt „Foundation 4 Sector 3“ (2020 - 2022) wird durch das Programm Erasmus+finanziert.

Output und Zeitplan:

  • Entwicklung der Programmpädagogik, des Inhalts und des Systems zur Validierung der Fähigkeiten sowie Ausbilderschulungen (von Dezember 2020 bis November 2021)
  • Programm-Piloten in zwei Durchläufen (zwischen Dezember 2021 und Juni 2022)
  • Verfassen einer Transferplanung und eines Berichts (von Juli bis November 2022).

Partner:

  • Koordinator: The Wheel, Irland, www.wheel.ie
  • Sivis Studienzentrum, Finnland, www.ok-sivis.fi
  • Universität Bamberg, Deutschland, www.uni-bamberg.de
  • WCVA, Wales, Vereinigtes Königreich, www.wcva.cymru 

Zuordnung:
Lehrerbildung

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz

Operative Leitung:
M. Sc. Sebastian Ciolek

Förderer:
Erasmus+

Förderzeitraum:
2020 - 2022

Digitale Transformation in der beruflichen Bildung: wissenschaftliche Begleitung von tablet2BFS im Bundesland Baden-Württemberg

Im Projekt tablet2BFS wird der Tablet-Einsatz geclustert nach den Unterrichtsfächern Deutsch, Englisch und Mathematik in Berufsfachschulen in Baden-Württemberg erprobt. Insgesamt nehmen 12 Schulen und 24 Klassen an dem Projekt teil. Seit September 2020 übernimmt die Professur für Wirtschafspädagogik die wissenschaftliche Begleitung, welche einen formativen und summativen Evaluationsansatz im Sinne responsiver Begleitforschung einsetzt. Einerseits wird der Tabletunterricht evaluiert. Dabei wird der Fokus auf die didaktischen Gestaltungsparameter und deren Wirkung auf die fachlichen Fähigkeiten, Affektivitätsmerkmale und motivationalen Dispositionen der Schülerinnen und Schüler gesetzt. Andererseits wird die Entwicklung digitaler und kommunikativer Fähigkeiten, sowie Arbeitshaltung der Schülerinnen und Schüler im Zeitverlauf aufgenommen. Weiterhin werden durch die Kooperation mit Projektschulen, ZLS und Kultusministerium Rückmelde- und Austauschprozesse zu den gewonnenen Ergebnissen gefördert.

Ausgewählte Literatur:

Gerholz, K.-H. (2020). Unterrichtsarbeit an beruflichen Schulen im Zuge der digitalen Transformation – Ein fachdidaktisches Modell für den Einsatz digitaler Medien. In: Buchmann, U. & Cleef, M. (Hrsg.): Digitalisierung über berufliche Bildung gestalten. Bielefeld: wbv, 107-124.

Gerholz, K.-H. & Dormann, M. (2017). Ausbildung 4.0: Didaktische Gestaltung der betrieblich- beruflichen Ausbildung in Zeiten der digitalen Transformation. bwp@ Berufs- und Wirtschaftspädagogik – online, Ausgabe 32, 1-22.

Gerholz, K.-H., Ciolek, S. & Wagner, A. (2020). Digitalisation of Design Research – A case study to illustrate the use of digital technologies and tools for collaboration in Design Research projects. Journal of Educational Design Research, Vol. 4/1

Zuordnung:
Berufliche Bildung

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz

Operative Leitung:
M. Sc. Judith Wittig
M. Sc. Julian Klaus

Förderer:
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Laufzeit:
09/2020-10/2022

Erfahrungen und Perspektiven digitalen Unterrichtens und Entwickelns an beruflichen Schulen

Die digitale Transformation zieht Veränderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen nach sich. Insbesondere im Bildungsbereich betrifft es nicht nur die digitale Gestaltung von Unterricht, sondern auch die Veränderung von Arbeits- und Organisationsprozessen (z. B. IT-Infrastrukturen, Arbeitszeiten und -orte). Durch das Einwirken und die Einschränkungen der Covid-19-Pandemie wurde die Digitalisierung enorm beschleunigt, wodurch Lehre und Organisation des Schulbetriebs fast vollständig in den virtuellen Raum verlegt worden ist. Die besonderen Erfahrungen während und nach der Covid-19-Pandemie haben ein Umdenken der bisherigen Schulorganisation in Gang gesetzt und die Frage nach neuen Organisationsformen eröffnet.

Durch eine deutschlandweite Querschnittserhebung werden dazu die Einstellungen und Motive von Lehrkräften sowie deren retrospektiven Erfahrungen aus der Covid-19-Pandemie erhoben. Zielstellung der Befragung ist es, Gestaltungspotentiale und Herausforderungen für zukünftige Arbeits- und Organisationsprozesse an beruflichen Schulen vor dem Hintergrund der digitalen Transformation zu identifizieren.

Zuordnung:
Lehrerbildung

Wissenschaftliche Leitung:

Prof. Dr. Thomas Bals (Universität Osnarbrück)

Prof. Dr. Uwe Fasshauer (PH Schwäbisch-Gmünd)

Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz (Sprecher, Universität Bamberg)

Prof. Dr. Julia Gillen (Universität Hannover)

Operative Leitung:
M. Sc. Philipp Schlottmann

Unterstützer:

Laufzeit:
07/2020 - 07/2021

 

Entwicklung fachdidaktischer Konzepte zu Digital Literacy und Berufssprache Deutsch (WegE)

Das Projekt WegE II (Wegweisende Entwicklung in der Lehrerbildung II) ist Teil des bundesweiten Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Ziel des Projektes ist es, die Lehrerbildung am Standort Bamberg weiterzuentwickeln und zu profilieren. Dazu sollen sowohl die unterschiedlichen Fächer und Fachdidaktiken als auch die Phasen der Lehrerbildung besser miteinander verzahnt werden. Das Teilprojekt Berufliche Bildung (BeBi) arbeitet fakultätsübergreifend und setzt sich zusammen aus Vertretenden der beiden beruflichen Studiengänge Wirtschaftspädagogik und Berufliche Bildung/Fachrichtung Sozialpädagogik.

 

Die Professur für Wirtschaftspädagogik ist im Rahmen der Qualitätsoffensive an der Gestaltung und Weiterentwicklung fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Lehrformate beteiligt. Durch die Digitale Transformation angetrieben, verändern sich Geschäftsprozesse und damit verbunden die Berufsbilder der klassischen Ausbildung. Um den Veränderungen gerecht zu werden, ist es notwendig die Lehr-Lern-Formate auf die Anforderungen der digitalen Transformation auszurichten und neu zu denken. Zwei Arbeitspakete stehen im Mittelpunkt:

(1) Etablierung eines fachdidaktisches Angebot zur Digital Literacy, insbesondere für die Schnittstelle kaufmännisch-verwaltend und gewerblich-technisch und Evaluation hinsichtlich der Wirksamkeit auf die Kompetenzentwicklung der Studierenden.

(2) Fokussierung auf die Heterogenität der Schülerschaft in der beruflichen Bildung in Bezug auf Berufssprache Deutsch. Zur Förderung der pädagogischen Professionalität angehender Lehrkräfte wird ein Lehrkonzept entwickelt und umgesetzt zur „Berufssprache Deutsch“.  

Weitere Informationen unter: https://www.uni-bamberg.de/wege/bebi/

 

Ausgewählte Literatur:

Gerholz, K.-H. & Dormann, M. (2017). Digitale Transformation – Konsequenzen für die didaktische Arbeit in der beruflichen Bildung. In: Wirtschaft & Erziehung 6/2017, 163-174.

Gerholz. K.-H. (2018): Digitale Transformation und Hochschullehre – Konsequenzen für die didaktische und evaluative Gestaltung. In: Harris-Huemmert, S., Pohlenz, P. & Mitterauer, L. (Hrsg.): Digitalisierung in der Hochschullehre. (Waxmann) New York, 41-57. 

Zuordnung:
Lehrerbildung

Wissenschaftliche Leitung Teilprojekt BeBi:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz

Operative Leitung:
M. Sc. Philipp Schlottmann

Förderer:

Förderzeitraum:
07/2019 - 09/2023

Enhancing European teacher education through university schools (EdUSchool)

Zielstellung des Projektes EdUSchool ist die Entwicklung eines europäischen Konzeptes von Universitätsschulen zur Stärkung und Weiterentwicklung der Theorie-Praxis-Verzahnung in der Lehrerbildung. Universitätsschulen nehmen die Idee von Universitätskrankenhäuser aus dem Medizinstudium auf, indem Bildung, Entwicklung und Forschung zwischen Wissenschaft und Berufspraxis verzahnt werden und darüber Bildungsprozesse – hier für zukünftige Lehrkräfte an Schulen – hochwertiger gestaltet werden können. In der europäischen Lehrerbildung können aktuell in Deutschland (Bundesland Bayern) und Norwegen institutionalisierte Formen von Universitätsschulkonzepten festgehalten werden. Darüber hinaus gibt es in der europäischen Lehrerbildung strukturell ähnliche Kooperationsformen (u.a. Partnerschulen, Laborschulen). Die Projektarbeit strukturiert sich über vier Arbeitspakete, in welchen die bestehenden Konzepte konzeptionell und empirisch analysiert und darauf basierend ein Qualifizierungsmodul und ein Manual entwickelt werden. Das Projekt schließt mit einen Multiplier Event im September 2020 in Lissabon ab, bei welchen die Ergebnisse sowie ein europäisches Konzept zu Universitätsschulen vorgestellt wird.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Homepage: www.university-schools.eu

Kontakt: info(at)university-schools.eu

 

Ausgewählte Literatur:

Gerholz, K.-H. (2018). Universitätsschulen als (ein) Kooperationsmodell wirksamer Lehrerbildung. Wirtschaft & Erziehung, 2/2018, 45-50.

Gerholz, K.-H. & Wilbers, K. (2018). Mehr als Transfer: Universitätsschulen als Kooperationsraum zur Verbindung von Wissenschaft und schulischer Praxis. berufsbildung, Zeitschrift für Praxis und Theorie in Betrieb und Schule, H. 170/2018, 6-9. 

Zuordnung:
Lehrerbildung

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz

Operative Leitung:
M. Sc. Hannes Reinke

M. Sc. Anne Wagner

Förderer:
Erasmus+

Förderzeitraum:
12/2018 - 08/2021

Digitale Transformation in der beruflichen Bildung: wissenschaftliche Begleitung von tabletBS.dual im Bundesland Baden-Württemberg

Im Projekt tabletBS.dual wird der Tablet-Einsatz in anerkannten Ausbildungsberufen nach Berufsbildungsgesetz bzw. Handwerksordnung in Baden-Württemberg erprobt. Hierbei nehmen in drei Tranchen über 30 berufliche Schulen teil. Die Professur für Wirtschaftspädagogik übernimmt seit September 2018 die wissenschaftliche Begleitung. Im Sinne eines Design Research-Ansatzes werden Gestaltungsprozess und Theoriebildung miteinander verzahnt. Einerseits werden die Lehrkräfte bei der Entwicklung von Lernsituationen und komplexen Lehr-Lernarrangements fachdidaktisch unterstützt. Die Entwicklungen orientieren an dem LERN-Modell, indem der Einsatz von Tablets nach den Veränderungen von Berufsfeldern in der digitalen Transformationen und zur Lernprozessunterstützung erfolgt Andererseits werden die Entwicklungen wissenschaftlich über den Verlauf von vier Design-Zyklen evaluiert. Darüber erfolgt eine Theorieentwicklung zu einer digitalen Fachdidaktik und der Beschreibung von wirksamen didaktischen Gestaltungsparametern von Tablet-Unterricht in der beruflichen Bildung. Weiterhin werden über die Projektlaufzeit organisatorische Erfolgsfaktoren für den digitalen Medieneinsatz in beruflichen Schulen erforscht (Schulentwicklung).

Ausgewählte Literatur:

Gerholz, K.-H. & Dormann, M. (2017). Ausbildung 4.0: Didaktische Gestaltung der betrieblich- beruflichen Ausbildung in Zeiten der digitalen Transformation. bwp@ Berufs- und Wirtschaftspädagogik – online, Ausgabe 32, 1-22.

Gerholz, K.-H. & Dormann, M. (2017). Digitale Transformation – Konsequenzen für die didaktische Arbeit in der beruflichen Bildung. Wirtschaft & Erziehung, 6/2017, 163-174.


Zuordnung:
Berufliche Bildung

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz

Operative Leitung:
M. Sc. Sebastian Ciolek
M. Sc. Anne Wagner

Förderer:
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Laufzeit:
09/2018-08/2021

Service Learning in den Wirtschaftswissenschaften

Service Learning ist ein Lehr-Lernformat, welches curriculare Inhalte mit gemeinnützigem Engagement verbindet. Studierende unterstützen mit ihren im Studium erworbenen Fähigkeiten gemeinnützige Organisationen der Region bei deren konkreten Problemstellungen. Neben dem fachlich-methodischen Kompetenzaufbau soll ein Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden geleistet werden. Während im US-amerikanischen Raum dieser Ansatz bereits breit verankert und erforscht ist, stellt Service Learning für den deutschsprachigen Raum noch ein vergleichsweise wenig theoretisch und empirisch fundiertes Phänomen dar. Zielstellung des Projektes ist es, eine theoretische und empirische Fundierung von Service Learning in der Domäne der Wirtschaftswissenschaften vorzunehmen. Das Projekt ist nach einem Design Research-Ansatz aufgebaut, indem einerseits kontextsensitive Prototypen zur Umsetzung von Service Learning in den Wirtschaftswissenschaften entwickelt werden und andererseits über die wissenschaftliche Fundierung und Evaluation ein Beitrag zur Theorieentwicklung in der hochschulischen Lehr-Lernforschung geleistet wird.

Ausgewählte Literatur:

Gerholz, K.-H., Liszt, V. & Klingsieck, K. (2017). Effects of learning design patterns in service learning courses. Active Learning in Higher Education. DOI: 10.1177/1469787417721420


Gerholz, K.-H. (2017). Zivilgesellschaftliche Bildungsnetzwerke zur Förderung einer Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung. In: Fischer, A. & Hahn, G. (Hrsg.). Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung auf dem Weg in den (Unterrichts-)Alltag: Wie können Vernetzungsaktivitäten die Implementierung unterstützen? Schneider Verlag Hohengehren. Baltmannsweiler, 52-65.

Gerholz, K.-H. & Slepcevic-Zach, P. (2015). Service Learning in business education: What perceptions and expectations do undergraduate and graduate students have of service-learning courses? International Journal for Business Education, N.155, 47-59.  

Zuordnung:
Hochschulische Bildung

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz

Operative Leitung:
Anne Wagner

Förderer:
Stifterverband

Förderzeitraum:
10/2013 - 03/2022

Campus Community Partnerships

Didaktische Formate wie Service Learning, Community Service oder Community Outreach nehmen die Zivilgesellschaft als Lernort in der Gestaltung von institutionellen Bildungsprozessen (z.B. Hochschulbildung, berufliche Bildung) mit aus. Aus didaktischer Perspektive stellen sich dabei Fragen, durch welche Methoden Lernprozesse mit und in der Zivilgesellschaft adäquat gestaltet werden können. Auf curricular-organisatorischer Ebene geht es um Strukturen und Prozesse des Zusammenspiels der Lernorte Bildungsorganisation und Zivilgesellschaft. Im Projekt werden diese Strukturen und Prozesse erforscht im Sinne von zivilgesellschaftlichen Bildungsnetzwerken. 

Zuordnung:
Hochschulische Bildung

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz

Förderer:
Stifterverband

Förderzeitraum:
04/2015 - 03/2022

Wissenschaftliche Begleitung Führungskräfteentwicklung Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg

Die Caritas in der Erzdiözese Bamberg hat im Jahr 2016 ein umfassendes Führungskräfteentwicklungsprogramm gestartet, welches auf drei Jahre angelegt ist. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung werden als Längsschnittstudie einerseits die Wirkungen der Führungskräfteentwicklung auf die Führungskultur untersucht. Andererseits werden die Maßnahmen evaluiert, um entsprechende Anpassungen im Prozess vornehmen zu können. Die wissenschaftliche Begleitung wird methodisch in Form eines Mixed Methods-Ansatzes durchgeführt.

Zuordnung:
Führungskräfteentwicklung

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz

Operative Leitung:
Dr. Jens Aichinger

Förderer:

Laufzeit:
10/2016 - 12/2021

Promotionsprojekte

Der Einsatz digitaler Technologien hat disruptive Auswirkungen auf die Wertschöpfung von Unternehmen und das gesamte Wirtschaftssystem. Neue Geschäftsmodelle entstehen, Alte werden transformiert und teilweiße bis vollständig in die digitale Welt

Abstract:

China hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur wirtschaftlich, sondern auch wissenschaftlich rasant entwickelt und ist für Deutschland längst zu einem wichtigen internationalen Partner geworden, und besonders auch im Berufsbildungsbereich. Die beiden Staaten haben auch viele Kooperationsprogramme im Bereich der Lehrerbildung für berufliche Schulen. Mit einer vergleichenden Studie der Lehrerbildung für berufliche Schulen in Deutschland und China kann das gegenseitige Verständnis vertieft werden. 

Diese Studie beschäftigt sich mit 3 Zielen: (1) Systematische Einblicke und vergleichende Betrachtungen zur Lehrerbildung für berufliche Schulen in Deutschland und China, sowie an Beispielen von Wirtschaftspädagogik und Metalltechnik; (2) Lösungen für chinesische Probleme bei der Lehrerbildung für berufliche Schulen und mögliche Vorschläge für die deutsche Lehrerbildung für berufliche Schulen; (3) Rückblick auf die vergangene Kooperation und Ausblick auf  die zukünftige Kooperation der Lehrerbildung für berufliche Schulen in Deutschland und China.

Promovend:

Hui Tang

Kontakt: 

hui.tang(at)uni-bamberg.de

Digitale Kompetenzen für die betriebswirtschaftliche Domäne

Abstract:

Der Einsatz digitaler Technologien hat disruptive Auswirkungen auf die Wertschöpfung von Unternehmen und das gesamte Wirtschaftssystem. Neue Geschäftsmodelle entstehen, Alte werden transformiert und teilweiße bis vollständig in die digitale Welt integriert. Dabei verändern sich Arbeits- und Geschäftsprozesse und führen ausweislich zu neuen Kompetenzanforderungen. Für die Betriebswirtschaftslehre – und auf der fachwissenschaftlichen Ebene auch die kaufmännischen Lehrerbildung – ergibt sich die Herausforderung, die wirtschaftswissenschaftliche Domäne und die sie beschreibenden ökonomischen Anforderungssituationen vor dem Hintergrund digitaler Transformation zu analysieren und neu zu modellieren. Ziel der Promotion ist es jene Veränderungen zu erfassen und für das Modell der Business Digital Literacy zu systematisieren. Auf dieser Basis wird ein Testinstrument für die Diagnostik digitale Kompetenzen im Kontext ökonomischer Handlungsanforderungen entwickelt und validiert.

Literatur:

  • Schlottmann, P., Gerholz, K.-H., Winther, E. (2021). Digital Literacy für Wirtschaftspädagog*innen – Modellierung des domänenspezifischen Fachwissens in der beruflichen Lehrerbildung. In: bwp@Berufs- und Wirtschaftspädagogik – online, Ausgabe 40, 1-20. Online: https://www.bwpat.de/ausgabe40/schlottmann_etal_bwpat40.pdf
  • Schlottmann, P. (2021). Digital Literacy – was bedeutet es digital kompetent zu sein? In: berufsbildung. Zeitschrift für Theorie-Praxis-Dialog, 75. Jg./H. 188, 36-38.
  • Gerholz, K.-H. & Schlottmann, P. (2020). Digital Literacy – die unsichtbare Hand des Erfolgs?! – Lernsituationen für die berufliche Unterrichtsarbeit. vlb-Akzente 10/2020, 14-18.

Promovend:

M. Sc. Philipp Schlottmann

Kontakt: 

philipp.schlottmann(at)uni-bamberg.de

Der Einsatz digitaler Technologien hat disruptive Auswirkungen auf die Wertschöpfung von Unternehmen und das gesamte Wirtschaftssystem. Neue Geschäftsmodelle entstehen, Alte werden transformiert und teilweiße bis vollständig in die digitale Welt

Abstract:

Ein Ziel der beruflichen Bildung ist es, die Lernenden dazu zu befähigen, sich in der Gesellschaft zu orientieren und politische, soziale und wirtschaftliche Fragen und Probleme kompetent zu beantworten bzw. zu bewältigen. Die berufliche Bildung soll bei den Schülerinnen und Schüler ein Verständnis von Werten, die auf den freiheitlichen und demokratischen Grund- und Menschenrechten basieren, aufbauen und festigen. Im Rahmen des Promotionsprojektes werden Unterrichtssequenzen mit Lehrkräften an beruflichen Schulen (weiter-)entwickelt, um einen stärkeren Lebensweltbezug bei den Lernenden zu erreichen und Demokratie in praktisches Handeln für und außerhalb des Unterrichts einzuüben. Diese komplexen Lehr-Lernsituationen werden durch die wissenschaftliche Begleitung evaluiert, um didaktische Gestaltungsparameter zu identifizieren, die für eine Demokratie- und Wertebildung an den Berufsschulen förderlich sind.

Literatur:

  • Ciolek, S. (2021). Stichwort – Wertebildung. In: berufsbildung. Zeitschrift für Theorie-Praxis-Dialog, 75. Jg./H. 188, 26.

Promovend:

M. Sc. Sebastian Ciolek

Kontakt: 

sebastian.ciolek(at)uni-bamberg.de

Die Rolle von Promotoren bei der Implementation digitaler Medien an beruflichen Schulen – Erprobung einer Fuzzy-set QCA für die Wirtschaftspädagogik auf Basis einer Interviewstudie

Abstract:

Die Implementation digitaler Medien stellt eine zentrale Herausforderung für berufliche Schulen dar. Neben der Integration auf didaktischer Ebene im Unterricht, erfordert der Medieneinsatz einen Wandel auf administrativer, organisationaler und kultureller Ebene der Schule (Blau & Shamir-Inbal 2017, Pettersson 2018, 2021, Zhang 2010). Beim Implementationsprozess im Rahmen der Schulentwicklung (Rolff 2016, Schulz-Zander 2001) spielen Promotoren eine wichtige Rolle (Klieber 2012, Prasse 2012). Es braucht also Beteiligte – Fach-, Macht- (Witte 1973), Prozess- (Hauschildt & Chakrabarti 1988) und Beziehungspromotoren (Gemünden & Walter 1995) – innerhalb der Schulorganisation, die das Vorankommen einer Innovation aktiv unterstützen sowie Barrieren und Widerstände überwinden und abbauen. Mithilfe der Fuzzy-set QCA (Ragin 2000) soll die Bedeutung der Promotorenrollen für den Implementationsprozess digitaler Medien an Schulen zu untersucht werden.  Ziel ist es verschiedene Kombinationen relevanter Bedingungen (Promotoren), die das Outcome (nachhaltige Schulentwicklung) erzeugen, herauszufinden. Zum einen wird also der Frage nachgegangen, welche Rolle Promotoren an beruflichen Schulen aus theoretisch-konzeptioneller und empirischer Sicht bei der Implementation digitaler Medien als Innovationen im Rahmen der Schulentwicklung spielen und zum anderen welche Bedeutsamkeit dem in der Berufs- und Wirtschaftspädagogik bisher wenig beachteten Forschungsansatz Fuzzy-set QCA für generelle Fragestellungen der Disziplin beigemessen werden kann.

Promovend:

M. Sc. Anne Wagner

Kontakt: 

anne.wagner(at)uni-bamberg.de

Innovationsmanagement im bayerischen Berufsbildungssystem – Eine rekonstruktiveStudie zur Implementierung von Innovationen an bayerischen Berufsschulen

Abstract:

Die Medienkonzeptinitiative ist ein Innovationsvorhaben des Bayerischen Kultusministeriums, das u.a. mit dem Ziel initiiert wurde, die bayerischen Berufsschulen auf die Herausforderungen der digitalen Transformation vorzubereiten. Die Studie untersucht anhand dieser Initiative die Sicht von Akteuren der Makro- und der Mesoebene auf das Innovationshandeln des Bayerischen Kultusministeriums und rekonstruiert im Zuge dessen auch den Kontext und die Entstehung vor dem Hintergrund aktueller Erkenntnisse der Governance-Forschung

Promovend (extern):

Matthias Fünffinger

Status:

abgeschlossen Juli 2021

Kontakt:

matthias(at)5-finger.de

Abgeschlossene Projekte

Erasmus+-Projekt Improving Validation in the Voluntary sector (ImProVal)

Viele Millionen Menschen in Europa sind ehrenamtlich, also freiwillig, tätig. Ob als Fußballtrainer, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder im direkten Umgang mit anderen Menschen, diese Aufgaben führen bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern auch zu einem Kompetenzzuwachs. Wenn diese Kompetenzen für den ersten Arbeitsmarkt fruchtbar gemacht werden sollen, müssen sie zunächst erfasst werden und zwar idealerweise so, dass eine europaweite Vergleichbarkeit entsteht.

Hierzu sind bereits in verschiedenen Ländern einige online verfügbare Instrumente entwickelt worden, die jedoch unterschiedlich verbreitet sind und teilweise gar nicht mehr genutzt werden. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Priorisierung einer Erfassung von Kompetenzen und damit Handlungspotentialen mittels eines online verfügbaren Tools. Zielstellung des Projekts ImproVal, das an das Vorgängerprojekt „Destination eValidation“ anschließt, ist es, Art und Umfang der Nutzung von Evaluationstools zur Erfassung von Kompetenzen im Rahmen der freiwilligen Arbeit in verschiedenen europäischen Ländern zu evaluieren. Partner in diesem Projekt kommen unter anderem aus Finnland, Belgien, den Niederlanden und der Slowakei.

Zuordnung:
Berufliche und betriebliche Bildung

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz

Operative Leitung:
Dr. Jens Aichinger

Förderer:
Erasmus+

Förderzeitraum:
09/2018 - 11/2020

Praxiselemente in der Lehrerbildung – Deutschland und China

The professionalization of teacher students is in many countries a highly discussed phenomenon. Above all, often the implementation of practical elements and their contribution on student’ development is a current question in research of teacher education. Nevertheless, the traditional ‘application-of-theory’ model seems not effective and more reflective model like Schöns’ concept of the reflective practitioner seems more useful to explore the contribution of practical elements. Especially, the interplay of practical experiences and their theoretical reflection. In cooperation with the Tongji University (Prof. Dr. Jiping Wang, Chinese-German institute for vocational research) we work on the question of the connection of theory and practice in vocational teacher education in a comparative and empirical perspective.

Ausgewählte Literatur:
Gerholz, K.-H. (2017). Service Learning als didaktisches Format in der Lehrerbildung. In: Wang, J., Feng, X. & Rützel, J. (Hrsg.). Berufsschullehrerbildung in der Volksrepublik China und in der Bundesrepublik Deutschland. Professionalisierung – Kompetenzen – Herausforderungen. Tongji University Press, 208-227. 

Zuordnung:
Lehrerbildung

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz (Universität Bamberg) 
a.o. Prof. Dr. Jiping Wang (Tongji University)

Operative Leitung:
Julia Holzner, MSc (Universität Bamberg)
Hui Tang, MEd (Tongji University)

Laufzeit:
09/2017-11/2018

Förderer:

ERASMUS+ Projekt Destination eValidation (DesTeVa)

Im Projekt DesTeVa geht es um die Situation von ‚Volunteers’ (Ehrenamtlichen), deren Tätigkeit auch institutionell anerkannt und entsprechend gewürdigt werden soll. Viele dieser engagierten Menschen arbeiten mehr oder weniger im Verborgenen und können oft selbst nicht nachvollziehen, ob und was diese Tätigkeit für sie selbst bedeutet und welche Fähigkeiten sie im Rahmen der Tätigkeit entwickeln. Zielstellung von DesTeVa ist die Dokumentation und Validierung von Kompetenzen im Ehrenamt (volunteering skills). Es geht um die Entwicklung eines europaweiten onlinebasierten Validierungsinstrumentes. Die Entwicklung wird in Kooperation mit unterschiedlichen Partnerländern durchgeführt: Bulgarien, Finnland, Großbritannien, Italien, Portugal, Rumänien, Spanien und der Türkei. Am Ende des Projektes soll ein Online Tool zur Verfügung stehen, das den Ehrenamtlichen in den verschiedenen Ländern die Möglichkeit der Validierung und Dissemination ihrer Kompetenzen gibt. Darüberhinaus soll eine Passung des Online Tools mit den jeweiligen nationalen Qualifikationsrahmen hergestellt werden.

Zuordnung:
Berufliche und betriebliche Bildung

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz

Operative Leitung:
Silvia Leicht

Förderer:
Erasmus+

Förderzeitraum:
10/2013 - 02/2017