Ringvorlesung

im Rahmen der Kleine Fächer-Wochen im Wintersemester 2019/2020

Raum: jeweils U7 / 01.05
Zeit: jeweils donnerstags 18-20 Uhr (Ausnahme 24.10.19: 19-21 Uhr)

Organisation und Kontakt für Rückfragen: Prof. Dr. Markus Behmer

22 Fächer der großen Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften sind verzeichnet in der Liste der Mainzer Arbeitsstelle „Kleine Fächer“. Klein sind viele von ihnen an der Otto-Friedrich-Universität nicht. So gehören die Masterstudiengänge Denkmalwissenschaft und Literatur und Medien mit jeweils gut über hundert Studierenden zu den am stärksten nachgefragten Masterprogrammen der Fakultät und der gesamten Universität und im „kleinen Fach“ Slawistik gibt es drei Professorinnen. Alle „kleinen“ sind bestens vernetzt in größere Institutsverbünde und in diverse Forschungskooperationen. Alle sind sie „am Puls der Zeit“, beschäftigen sich mit aktuellen Fragen, teils mit akuten Gegenwartsproblemen, auch wenn ihr Fachgegenstand weit zurück in die Vergangenheit reicht.

In der Ringvorlesung wird das Potenzial dieser „kleinen“, de facto aber oft großen, jedenfalls renommierten und im Disziplinenkanon der Universität höchst relevanten Fächer exemplarisch ausgeleuchtet. Nicht einzelne Forschungsschwerpunkte oder isolierte Fachansätze stehen im Mittelpunkt; vielmehr wird anhand „großer Fragen“ verdeutlicht, wie verschiedene Forschungsansätze und Fachperspektiven fruchtbar zusammenwirken können, um gemeinsam Antworten zu generieren.

Block 1: Heimat und Identität

Bei vielen der „Kleinen Fächer“, wie sie in Bamberg beforscht und gelehrt werden, stehen regionale oder  lokale Aspekte der Kulturaneignung, der Kulturvermittlung, des historischen Erbes und gegenwärtiger Herausforderungen des humanen Miteinanders im Blickpunkt – bezogen auf ganz unterschiedliche Regionen und Problemkreise. Heimat und Identität sind dabei immer wieder Schlüsselbegriffe, die in der Ringvorlesung multiperspektivisch thematisiert werden sollen.

24.10.19: Was ist Heimat?  (Raum: U7 / 01.05, Zeit: 19-21 Uhr)

  • Podiumsgespräch mit Andreas Starke (Oberbürgermeister von Bamberg), Boris Hächler (Chefredakteur Mediengruppe Oberfranken – angefragt), Prof. Dr. Heidrun Alzheimer (Lehrstuhl für Europäische Ethnologie), Prof. Dr. Martin Ott (Institut für Fränkische Landesgeschichte); Moderation: Prof. Dr. Markus Behmer (Dekan der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften)

31.10.19: Migration, Modernität – Schlaglichter auf kontroverse Aspekte der Gegenwart (Raum: U7 / 01.05, Zeit: 18-20 Uhr)

  • Migration in Europa. Herausforderung oder Chance?
    Prof. Dr. Daniel Göler (Professor für Geographische Migrations- und Trans-formationsforschung)
  • Modernität in der Islamischen Republik? Identitäten im Iran.
    Prof. Dr. Christoph Werner (Lehrstuhl für Iranistik)

Block 2: Tradition und Innovation

Digitalisierung und Entertainisierung, Urbanisierung und ökonomische Globalisierung – die großen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit stellen sich auch in den „Kleinen Fächer“. Vielfach liefern sie jeweils eigene, oft weit über ihren konkreten Gegenstandstandbereich hinausweisende Antworten. Exemplarisch sollen im zweiten Schwerpunkt der Vorlesung ein paar Einblicke vermittelt werden.

07.11.19: Was leisten die Digital Humanities? (Raum: U7 / 01.05, Zeit: 18-20 Uhr)

14.11.19 Identitätsanker Denkmal? (Raum: U7 / 01.05, Zeit: 18-20 Uhr)

21.11. 19 Mit der Geschichte lernen? (Raum: U7 / 01.05, Zeit: 18-20 Uhr)

28.11.19: Aus der Geschichte lernen? (Raum: U7 / 01.05, Zeit: 18-20 Uhr)

  • Hilft das Wissen um einstige Finanz- und Wirtschaftskrisen, um heutige Probleme besser zu verstehen?
    Professor Dr. Margarete Wagner-Braun (Professur für Wirtschafts- und Innovationsgeschichte)
  • Mittelalter spielerisch vermitteln: Wie kann man Kinder und Jugendliche an historische Themen heranführen?
    Dr. Detlef Goller (Lehrstuhl für Deutsche Philologie des Mittelalters)

Block 3: Ausgrenzung und Integration

Ging es in der ersten Vorlesungssektion um Verbindendes, so soll nun über Trennendes gesprochen und diskutiert werden. Ausgrenzung – auch dazu können viele der „Kleinen Fächer“ Essentielles beitragen, im geographischen und historischen Sinne: Wie entstehen Grenzen, wie zerfallen Weltreiche? Oder im soziokulturellen Sinne: Wie etwa entstehen Feindbilder, wie werden sie instrumentalisiert?

05.12.19: Wie „funktioniert“ Ausgrenzung? (Raum: U7 / 01.05, Zeit: 18-20 Uhr)

12.12.19: Wie entstehen Grenzen? (Raum: U7 / 01.05, Zeit: 18-20 Uhr)

  • Vom kontrollierten Siedlungsraum zur Konfliktzone: Krieg und Frieden an den Grenzen des  Imperium Romanum
    Prof. Dr. Michaela Konrad (Lehrstuhl für Archäologie der Römischen Provinzen)
  • Die heutigen Grenzen in Mittel- und Osteuropa – nur Artefakte?
    Prof. Dr. Andreas Dix (Professur für Historische Geographie)

Block 4: Vielfalt und Verständigung

Wofür stehen die „Kleinen Fächer“ in ihrer Gesamtheit? Sicher für Vielfalt. Heterogen sind ihre Gegenstände, divers bis disparat die Ansätze und Methoden. Doch es gleicht keineswegs einem „Turmbau zu Babel“, sie alle oder doch sehr viele von ihnen unter ein gemeinsames Dach bringen zu wollen – sei es an einer, an unserer Universität, sei es auch nur in einer Ringvorlesung. Vielmehr ergeben sich im täglichen Miteinander oder im gelegentlichen Austausch Möglichkeiten für vielfältige Synergien und Kooperationen.

Ein Verbindungsglied ist Kommunikation, ihr wichtigstes Werkzeug: Die Sprache. Sprachen sollen daher in der letzten Session der Vorlesung im Mittelpunkt stehen – auch hier wieder exemplarisch, auch hier wieder im konkreten Sinne (etwa Arabisch als Lingua Franca eines riesigen Kulturraums) – und in übertragener Bedeutung (z.B. Fotografie als verbindend-visuelle „Sprache“).

Zum Abschluss geht es dann tatsächlich und höchst vielfältig um den Turm zu Babel: archäologisch, kunstgeschichtlich, theologisch.

09.01.20: Wie entstehen Sprachen – und wie verändern sie sich? (Raum: U7 / 01.05, Zeit: 18-20 Uhr)

Kurzvorträge:

  • Der Rückgang sprachlicher Vielfalt: Ursachen und Folgen
    Prof. Dr. Geoffrey Haig (Lehrstuhl für Allgemeine Sprachwissenschaft)
  • Arabisch zwischen Vielfalt und Standard
    Prof. Dr. Lale Behzadi (Professur für Arabistik)    
  • Können Dialekte zu Sprachen (gemacht) werden? Das Beispiel Balkan nach dem Zerfall Jugoslawiens.
    Prof. Dr. Johannes Grotzky (Honorarprofessor für Osteuropawissenschaften, Medien und Kultur)

(Am 16.01.20 keine Vorlesung, da am 17.1. der „Marktplatz der Kleinen Fächer“ stattfinden wird.)

23.01.20: Bildhaftes, Anschauliches, Begreifbares einst und jetzt (Raum: U7 / 01.05, Zeit: 18-20 Uhr)

  • Wie „spricht“ die Antike zu uns? Bildwerke – Texte – Übersetzungen – Transformationen
    Prof. Dr. Sabine Vogt (Professur für Klassische Philologie/Schwerpunkt Gräzistik)
  • Bietet die Fotografie eine universelle „Sprache“?
    Prof. Dr. Jörn Glasenapp (Lehrstuhl für Literatur und Medien)

30.01.20: Turmbau zu Babel – mehr als ein Mythos? (Raum: U7 / 01.05, Zeit: 18-20 Uhr)

In 19 Vorträgen und Diskussionsrunden wird und werden Verbindendes herausgestellt, Vielfalt lebendig vermittelt, Visionen formuliert, Denkanreize geboten – um insgesamt zu zeigen:

Groß können sie sein, die „Kleinen Fächer“, wenn sie die Rahmenbedingungen haben, sich im Zusammenspiel mit der gesamten Fächervielfalt der Otto-Friedrich-Universität zu entfalten.