Ringvorlesung
Smart City Ringvorlesung – Zukunft gemeinsam gestalten
Was macht eine Stadt smart? Unsere Ringvorlesung bringt internationale Expert*innen zusammen, um zentrale Fragen rund um die Entwicklung zukunftsfähiger Städte zu beleuchten. Die Vorlesungen sind offen für alle Interessierten.
Im WS 26/27 findet die nächste Veranstaltungsreihe statt. Freuen Sie sich auf ein spannendes Wintersemester!
Alle vergangenen Smart City Ringvorlesungen ab 2021 bis heute können hier als Aufzeichnung angesehen werden (ein Uni Bamberg Konto ist NICHT notwendig).
Anstehende Veranstaltungen
Unsere nächsten Ringvorlesungstermine:
26.10.2026, 18 Uhr ct - Dr. Till Nagel (TH Mannheim) - Re-seeing the city: Urban Visualization Between Past and Future
Ort: U2/01.33 (An der Universität 2)
Zeit: 18 Uhr ct.
Vortragssprache: ENGLISCH
Abstract:
Städtische Visualisierungen stehen im Spannungsfeld zwischen Analyse und Kommunikation. Sie machen Bewegungen, Konflikte und Umweltprozesse sichtbar und prägen gleichzeitig, wie Städte wahrgenommen und erkundet werden.
Dieser Vortrag stellt ausgewählte Arbeiten an der Schnittstelle zwischen visueller Analyse und Ausstellungsdesign vor. Er gibt einen Einblick in Visualisierungsansätze zur Analyse von Mobilitätsdaten, zur Erkundung historischer Archive und zur Auseinandersetzung mit aktuellen und modellierten Klimadaten. Zusammengenommen veranschaulichen diese Beispiele, wie städtische Visualisierungen räumliche und zeitliche Zusammenhänge sichtbar machen und wie sie sowohl als analytisches Werkzeug als auch als Form der öffentlichen Auseinandersetzung dienen können.
Darüber hinaus wird diskutiert wie Daten vor Ort eingebettet und innerhalb des physischen Raums verständlich gemacht werden können. Ausgehend von räumlich verankerten, AR-gestützten Visualisierungen wird ein Gestaltungsraum für eingebettete städtische Visualisierungen skizziert. Der Fokus liegt auf konzeptionellen Grundlagen, gestalterischen Spannungsfeldern und methodischen Herausforderungen, die entstehen, wenn Visualisierungen Teil genau jener Umgebungen werden, auf die sie sich beziehen.
Über Dr. Till Nagel:
Dr. Till Nagel ist Forschungsprofessor für Visual Analytics an der Technischen Hochschule Mannheim, wo er das Human Data Interaction Lab leitet. Dieses Labor erforscht neue Wege, verschiedene Zielgruppen mit interaktiven Datenrepräsentationen zu unterstützen. Seine Schwerpunkte liegen in der Informationsvisualisierung, dem Interaktionsdesign und den Datenkompetenzen. Ein Hauptfokus seiner angewandten Forschung liegt auf städtische Daten und Mobilitätsvisualisierungen sowie auf der Demokratisierung von Visualisierungsmethoden. Er ist Mitherausgeber des Buches "Making with Data" (2023).
Dr. Nagel ist Mitglied im Beirat des ESPRC Centre for Doctoral Training in Diversity in Data Visualization, im Center of Applied Research (BW-CAR) des Promotionsverbands der Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg und assoziiertes Mitglied der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.
Dr. Nagel hat Medieninformatik studiert und 2015 an der Human Computer Interaction Gruppe der KU Leuven promoviert. Er war Gastwissenschaftler am MIT Senseable City Lab in Boston (2011) und an der National University of Singapur (2012), Postdoktorand am FHP Urban Complexity Lab (2015-2016) und Gastprofessor an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (2016). Er war General Chair des IEEE VIS Arts Program (VISAP) 2018 und 2019 und von 2020 bis 2024 Mitglied des VISAP Steering Committee. Seine
Arbeiten wurden auf der Architekturbiennale von Venedig, der Shanghai Design Exhibition, im Nationalmuseum von Singapur ausgestellt und unter anderem in The Guardian, Esquire und der Süddeutschen Zeitung vorgestellt.
30.11.2026, 18 Uhr ct - Johannes Wellhöfer (DIN Deutsches Institut für Normung e.V.) - Warum die beste Smart-City-Idee trotzdem scheitern kann
Normung und Standardisierung als Schlüssel erfolgreicher Digitalisierung
Ort: U2/01.33 (An der Universität 2)
Zeit: 18 Uhr ct.
Vortragssprache: Deutsch
Abstract:
Der Vortrag beleuchtet die Smart City als Aushandlungsraum zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt steht dabei eine einfache Frage: Warum scheitern manche gute Ideen, während andere ganze Märkte, Organisationen oder Städte prägen? Oft liegt die Antwort nicht in der Qualität der Idee selbst, sondern in den Regeln, nach denen Zusammenarbeit, Informationsaustausch und technische Umsetzung organisiert werden. Wer diese Regeln versteht und mitgestaltet, kann Entwicklungen langfristig prägen. Wer sie ignoriert, stellt häufig fest, dass selbst die überzeugendste Vision an der Realität scheitert. Der Vortrag gibt Einblicke in dieses meist unsichtbare System der Gestaltung und zeigt, warum sich hinter vielen erfolgreichen Innovationen eine Ebene verbirgt, die selten öffentliche Aufmerksamkeit erhält: die Normung und Standardisierung.
Über Johannes Wellhöfer:
Johannes Wellhöfer ist Themenentwickler, Netzwerker und Projektmanager im Bereich Normung und Standardisierung beim DIN Deutsches Institut für Normung e. V. (DIN). Seit 2022 unterstützt er deutsche Akteur*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft dabei, ihre Interessen und Ziele wirksam in nationale, europäische und internationale Normungs- und Standardisierungsprozesse einzubringen.
Sein fachlicher Schwerpunkt liegt auf IT-bezogenen Themen der Normung und Standardisierung. In der Themenentwicklung beschäftigt er sich insbesondere mit Fragen der digitalen Transformation, Smart Cities und datengetriebenen Infrastrukturen. Im Smart-City-Umfeld verantwortet er zudem die administrative Leitung eines nationalen IT-Normungsgremiums und begleitet die Zusammenarbeit unterschiedlichster Stakeholder an der Schnittstelle von Technologie, Verwaltung, Wirtschaft und Forschung.
Johannes Wellhöfer studierte Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Einen Teil seines Masterstudiums absolvierte er an der Universität Fribourg (Schweiz). Seine Studienschwerpunkte lagen insbesondere in der Netzwerk- und Organisationssoziologie.
In seiner Arbeit interessiert ihn vor allem, wie wissenschaftliche Erkenntnisse, gesellschaftliche Anforderungen und technische Entwicklungen in Standards übersetzt werden. Dabei betrachtet er Normung nicht nur als technische Regelsetzung, sondern als einen zentralen Prozess gesellschaftlicher Gestaltung, der die Entwicklung digitaler Infrastrukturen und deren Wirkung auf das Zusammenleben maßgeblich beeinflusst.

