Ute Schmid, Bernd Sibler, Markus Söder, Hubert Aiwanger, Frank Herzog

Auf dem Podium diskutierten zum Thema „KI und Supertech für den Menschen“: Ute Schmid, Bernd Sibler, Markus Söder, Hubert Aiwanger, Frank Herzog (v.r.n.l.).

- Hannah Fischer

„Aufbruch und Optimismus“ als Signal beim Hightech Summit in Bamberg

Ministerpräsident Markus Söder diskutierte an der Universität Bamberg mit Expertinnen und Experten zum Thema „KI und Supertech für den Menschen“.

Unter dem Titel „KI und Supertech für den Menschen“ fand am Montag, den 5. Oktober 2020, der Hightech Summit Bayern an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg statt. Bei der digitalen Veranstaltungsreihe, die die Aktivitäten im Bereich Künstlicher Intelligenz in den bayerischen Regionen vorstellt, diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über den Modernisierungsschub für den Freistaat, den die Bayerische Staatsregierung mit der Hightech Agenda Bayern und der Hightech Agenda Plus gezündet hat.

Hightech Agenda: Ein Meilenstein für die Universität Bamberg

Die Technologieoffensive Hightech Agenda Bayern umfasst ein Investitionsvolumen von insgesamt zwei Milliarden Euro. Der Freistaat investiert dabei in Künstliche Intelligenz (KI) und Supertech, in ein Sanierungs- und Beschleunigungsprogramm für Hochschulen und Mobilfunk, in eine Hochschulreform sowie in eine Mittelstandsoffensive für die bayerische Wirtschaft. Insgesamt sind 1.000 neue Professuren, 10.000 neue Studienplätze und viele Spitzenforschungszentren in Bayern geplant. Bamberg und Oberfranken sollen dabei zentrale Knotenpunkte sein.

„Die Hightech Agenda markiert für uns einen ganz herausragenden Meilenstein“, stellte Prof. Dr. Kai Fischbach, Präsident der Universität Bamberg, fest. An der Universität werden in den nächsten Jahren 30 neue Professuren geschaffen – sieben davon im Bereich Künstliche Intelligenz, zwölf an der Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik und elf an den weiteren Fakultäten. „Das wird unsere internationale Sichtbarkeit deutlich erhöhen und unsere Rolle in bayernweiten, nationalen und internationalen Netzwerken weiter stärken“, ergänzte Fischbach.  

KI soll den Menschen unterstützen, nicht ersetzen

Auf dem Podium diskutierten der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Frank Herzog, Gründer des Unternehmens Concept Laser in Lichtenfels sowie Prof. Dr. Ute Schmid, Professorin für Angewandte Informatik, insbesondere Kognitive Systeme, an der Universität Bamberg, zum Thema „KI und Supertech für den Menschen“. „Ute Schmid ist die Spindoktorin hinter dem riesigen Erfolg der Universität Bamberg in unserem bayernweiten Wettbewerb um KI-Professuren “, sagte Bernd Sibler, der die Diskussion moderierte. Schon seit 2004 bereitet Ute Schmid den Weg für KI-Forschung in Bamberg. Sie hatte auch einen maßgeblichen Anteil daran, dass die Universität Bamberg beim KI-Wettbewerb des Freistaats Bayern im Frühjahr 2020 sieben neue Professuren im Bereich Künstlicher Intelligenz erhielt. Ihr Credo lautet, dass KI den Menschen nicht ersetzen, sondern unterstützen sollte. Diese Haltung unterstrich auch Sibler.

So stellte sie auf dem Podium unter anderem das Projekt Transparent Medical Expert Companion (TraMeExCo) vor, an dem sie im Verbund mit den Fraunhofer Instituten in Erlangen und Berlin arbeitet. Es geht dabei um die bildgebende Diagnostik in der Tumorerkennung, die eine KI übernehmen könnte: „Nun würde kein Arzt weder intuitiv noch aus rechtlichen Erwägungen einer KI trauen, die in dem Bereich autonom und damit völlig selbstständig über Schicksale und Behandlungsmethoden entscheidet“, erklärte Ute Schmid. KI solle den Menschen im Mittelpunkt haben und eine unterstützende Funktion übernehmen. Es müsse eine Balance zwischen Autonomie und Vertrauen geschaffen werden. Hierzu brauche es vor allem Methodenforschung, die an der Universität Bamberg bereits stattfindet und mit den neuen Professuren noch weiter ausgebaut werden kann.

Hightech Agenda als Teil der Strategie zur Bewältigung der Corona-Pandemie

„Die finanziellen Mittel aus der Hightech Agenda werden es uns auf noch breiterer Basis ermöglichen, Lösungen für drängende gesellschaftliche und ökonomische Probleme zu erarbeiten“, sagte Kai Fischbach. Eines dieser Probleme ist momentan die Corona-Pandemie. Die Hightech Agenda sei ein wichtiger Teil der Strategien zur Bewältigung der Pandemie, so Söder. Einerseits sei es wichtig, die medizinische Infrastruktur zu stärken. Auf der anderen Seite, da sind sich der Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Aiwanger einig, müsse man die ökonomische Substanz erhalten, wozu beispielsweise die Überbrückungshilfen gehörten. Und das Dritte sei, dabei mit der Hightech AgendaBayern und der Hightech Agenda Plus einen Sprung in die Zukunft zu machen. Mit Begeisterung und Optimismus aus der Krise zu gehen, ist auch das Credo für Wissenschaftsminister Bernd Sibler. Er schließt mit den Worten: „Nehmen Sie das Signal mit: Aufbruch und Optimismus.“

Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist abrufbar unter: www.youtube.com/watch?v=-kLiVsGD4XI