Das Logo ist nicht die einzige Änderung: Neu am ZLB sind Inhalt, Struktur und Ort.

ZLB-Sprecherin Anna Susanne Steinweg spricht über die vernetzte Struktur des Zentrums.

Annette Scheunpflug betont die Wichtigkeit von Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Globalisierung.

Die Leitungsstruktur ist kollegial aufgebaut: Das Leitungsgremium besteht aus zehn Professorinnen, Professoren und Wissenschaftlichen Mitarbeitenden. Vizepräsident Frithjof Grell (l.) signalisiert seine Unterstützung.

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Altbewährte, zukunftsorientierte Lehrerbildung

Neues Zentrum unterstützt und vernetzt Lehramtsstudierende, Forschende und Praktiker

In die lange Tradition der Lehramtsausbildung an der Universität Bamberg reiht sich das Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung Bamberg (ZLB) ein. Neu sind Inhalte, Struktur und Ort. In der Luitpoldstraße 19, der neuen Adresse des ZLB, fand am 18. Dezember 2018 die feierliche Auftaktveranstaltung statt. Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert und Bürgermeister Dr. Christian Lange drückten in Grußworten ihre Freude darüber aus, dass das ZLB nun mitten in Bamberg alle Beteiligten an der Lehrerbildung in Studium, Lehre und Forschung unterstützt und vernetzt. 85 Professuren, die an der Lehramtsausbildung mitwirken, sind in diesem Zentrum verbunden. Durch die Kooperation mit Schulen und Schuladministration in der Region schlägt das ZLB eine Brücke zwischen Forschung und Praxis.

Die Stärke des Zentrums

Um die Lehrerbildung in Bamberg gemeinsam gestalten zu können, haben die Fachdidaktiken, die Fachwissenschaften, die Bildungswissenschaften, die Studierendenvertretung und die Universitätsleitung gemeinsam das Lehrerbildungszentrum – das ehemalige BAZL – neu strukturiert. „Das Miteinander aller lehrerbildenden Fächer ist die Stärke unseres Zentrums“, nennt ZLB-Sprecherin Prof. Dr. Anna Susanne Steinweg den Grundgedanken. Dabei arbeitet das Zentrum sowohl mit externen Partnern als auch mit zentralen Einrichtungen der Universität zusammen, zum Beispiel mit dem Praktikumsamt für Lehrämter oder der Akademie für Schlüsselqualifikationen und wissenschaftliche Weiterbildung (ASwW).

Der Vernetzungsgedanke wurde bei der Auftaktveranstaltung sichtbar: malý malina, eine Band aus Lehramtsstudierenden verschiedener Fachbereiche, begleitete das Festprogramm. Und bei einem Podiumsgespräch tauschten sich Vizepräsident Prof. Dr. Frithjof Grell, Schulleiter OStD Markus Knebel, Pädagogin Prof. Dr. Annette Scheunpflug und Lehramtsstudentin Selina Wessel über Chancen und Herausforderungen der Lehrerbildung aus.

Neue Organisation: kollegiale Leitungsstruktur

Organisatorisch spiegelt sich die vernetzte Struktur unter anderem darin wider, dass alle lehrerbildenden Universitätsangehörigen automatisch Mitglied im ZLB sind. „Dadurch bekommen alle, die in der Lehrerbildung arbeiten und über die Lehrerbildung forschen, eine Stimme“, so ZLB-Sprecher Prof. Dr. Konstantin Lindner. Dass er zusammen mit Anna Susanne Steinweg für das Zentrum spricht, hängt mit der veränderten, kollegialen Leitungsstruktur zusammen. Neben dem Sprecherduo sind sechs Professorinnen und Professoren sowie zwei Wissenschaftliche Mitarbeitende ins Leitungskollegium gewählt worden, die zum Auftakt in einem Kurzvideo erklärten, warum sie sich im ZLB engagieren.

Eine weitere strukturelle Änderung ist der Akademische Beirat, der aus fünf universitätseigenen und fünf externen Experten besteht und das ZLB bei Planungs- und Entwicklungsfragen berät. Die Lehramtsstudierenden, die rund ein Fünftel aller Studierenden der Universität Bamberg ausmachen, werden vom Referat für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (LeB) vertreten. Ein Mitglied ist beispielsweise Selina Wessel, die das Referat als „Anlaufstelle für Studierende und Dozierende“ bezeichnet.

Vier inhaltliche Schwerpunkte des ZLB

Inhaltlich konzentriert das ZLB seine Arbeit auf vier Bereiche, die jeweils von einem Leitungsduo geführt werden:

  • Der Bereich Studienkoordination und Studienmanagement koordiniert alle Lehramtsstudiengänge, die Beratung der jeweiligen Studierenden und unterstützt bei der Weiterentwicklung zukunftsfähiger Studiengänge.
  • Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs fördert und entwickelt interdisziplinäre Forschungsprojekte in und zur Lehrerbildung und ist ein Austausch- und Begegnungsort für Promovierende.
  • Schulpraktische Studien vernetzt Studierende mit Partnerschulen, koordiniert die Vernetzung von Studium und Praxisphasen und unterstützt bei internationalen Praktika.
  • Lebenslanges Lernen und Wissenstransfer bereitet Informationen aller Bereiche des ZLB öffentlichkeitswirksam auf und entwickelt zukunftsfähige Zusatzqualifikationen und Weiterbildungen, damit Lehrerinnen und Lehrer aktuelles Wissen weitergeben können.

Drei Querschnittsthemen: Inklusion, Digitalisierung, Beratung

In drei Querschnittsbereichen arbeitet das ZLB an Zukunftsfragen: Inklusion in der universitären Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Digitales Lehren und Lernen sowie Beratung im schulischen Kontext. „Es ist wichtig, dass wir über die aktuellen und zukünftigen Veränderungen der Gesellschaft nachdenken, zum Beispiel über Fragen der Globalisierung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung“, meint Prof. Dr. Annette Scheunpflug, Sprecherin des Projektes WegE – Wegweisende Lehrerbildung. Im Rahmen von WegE, das von Bund und Ländern in dem Programm Qualitätsoffensive Lehrerbildung seit 2016 gefördert wird, wurden die neuen ZLB-Strukturen unter Mitwirkung verschiedener Akteure der Universität Bamberg entwickelt.

Wie sich die Lehrerbildung in Bamberg seit 1776 Schritt für Schritt entwickelt hat, zeigte bei der Auftaktveranstaltung eine Zeitleiste. Darauf ist das ZLB der neueste Meilenstein, an der Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Eine Bildergalerie finden Sie auf der Facebook-Seite der Universität Bamberg.