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Ziel des Verfahrens der Systemakkreditierung ist die Zertifizierung des gesamten Qualitätsmanagementsystems der Universität.

Der Sonderbeauftragte Sebastian Kempgen (1. v. l.), Henrike Herbold (2. v. l.), Anna Pickelmann (Mitte) und Christian Reutter (1. v. r.) vom QM-Team sowie der Vizepräsident für Lehre und Studierende Frithjof Grell freuen sich nach der zweiten Vor-Ort-Begehung über den Abschluss des formalen Verfahrens der Systemakkreditierung.

Hochschulpolitik Lehre & Studium

Zehn Jahre Aufbau, zwei Jahre Verfahren, ein Zertifikat

Letzte Stufe der Systemakkreditierung in Bamberg abgeschlossen

In der Zielvereinbarung 2006-08 mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kultus, Forschung und Kunst setzte sich die Universität Bamberg das Ziel, ein hochschulweites System zur Qualitätssicherung und -entwicklung in Studium und Lehre aufzubauen. Dieses bildete auch die Grundlage für den Einstieg in das Verfahren der Systemakkreditierung, das 2016 begann. Am 27. und 28. Februar 2018 gelang es der Universität, unter Federführung von Prof. Dr. Sebastian Kempgen, das formale Verfahren im Rahmen der zweiten Vor-Ort-Begehung durch eine externe Gutachtergruppe und die Akkreditierungsagentur ACQUIN abzuschließen. „Wir sind stolz darauf, dass wir unsere viele Jahre währenden Bemühungen um den Aufbau eines internen Qualitätsmanagementsystems für Studium und Lehre jetzt zu einem erfolgreichen Abschluss führen konnten“, freut sich Ex-Vizepräsident Sebastian Kempgen, der als Sonderbeauftragter der Universitätsleitung diese Aufgabe nach seiner eigentlichen Amtszeit noch zu Ende führen konnte, im Namen aller, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. „Ein ganz besonderer Dank gilt hier vor allem dem QM-Team der Universität, welches das gesamte Verfahren universitätsintern koordiniert hat.“

Systemakkreditierung gewährleistet hohe Qualität in Studium und Lehre

Die Systemakkreditierung bietet den Hochschulen die Möglichkeit, ihr gesamtes Qualitätsmanagementsystem in Studium und Lehre zertifizieren zu lassen. Dabei prüft eine unabhängige Akkreditierungsagentur, im Fall der Universität Bamberg ist das ACQUIN, die für Lehre und Studium relevanten Strukturen und Prozesse. Dazu zählen zum Beispiel die Einrichtung, Aufhebung und Weiterentwicklung von Studiengängen. Im Detail sind hierbei neben vielen anderen Kriterien die Konzeption der Studiengänge, die jeweilige Studienplangestaltung oder die Betreuung der Studierenden im Fokus der Betrachtung.

Nur wenn das Qualitätsmanagementsystem der Universität Bamberg dauerhaft sicherstellen kann, dass all ihre Bachelor- und Masterstudiengänge in diesen Punkten eine hohe Qualität aufweisen und dies durch ein internes Verfahren, die sogenannte interne Akkreditierung, belegt werden kann, erhält es das begehrte Prüfsiegel des Akkreditierungsrates. Begehrt deshalb, weil jede Hochschule, die ihr internes Qualitätsmanagementsystem erfolgreich akkreditiert hat, nicht mehr für jeden einzelnen Studiengang auf eine externe Programmakkreditierung angewiesen ist, sondern ihren Studiengängen das Akkreditierungslabel im Rahmen eines internen Verfahrens selbst zuerkennen darf.

Maßnahmen zur Sicherung und Entwicklung von Qualität in Studium und Lehre

Ein hochschulweites System zur Qualitätssicherung und -entwicklung in Studium und Lehre einzuführen und die in diesem Rahmen vorgesehenen Maßnahmen umzusetzen, ist eine Mammutaufgabe. Neben der Einführung der internen Akkreditierung galt es, Evaluationsmaßnahmen technisch zu unterstützen, Prozesse zur Anerkennung von Studienleistungen zu dokumentieren oder eine digitale Informationsplattform, das QM ServiceNet, zu schaffen.

Mit der zweiten Vor-Ort-Begehung fand die über ein Jahrzehnt währende Arbeit formal ihren Abschluss: 2 Tage lang führte die Gutachtergruppe von ACQUIN intensive Gespräche mit allen Mitglieder- und Statusgruppen der Universität. Mitglieder der Universitätsleitung, Lehrende, Studierende und Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter standen Rede und Antwort. Sie gaben Auskunft darüber, wie das Bamberger Qualitätsmanagementsystem in der Praxis gelebt wird und welche Erfahrungen sie mit den Praxistests für die neue interne Akkreditierung bisher gemacht haben. „Die neuen Strukturen haben sich bewährt, soviel kann man schon sagen“, lobt Prof. Dr. Frithjof Grell, der die interne Akkreditierung in seiner Eigenschaft als Vizepräsident Lehre und Studierende nach dem Ausscheiden von Sebastian Kempgen als Sonderbeauftragter begleiten wird. „In den nächsten Jahren gilt es, die neuen Abläufe und das Zusammenspiel der Gremien weiter zu optimieren – eine neue Herausforderung für die Universität also, die ich gerne annehme.“

Große Unterstützung durch Studierende

Besonders erfreulich für die Universität im gesamten Prozess der Systemakkreditierung war der Rückhalt, den die Studierenden dem System gegeben haben. „Vor allem die neuen Qualitätszirkel auf Studiengangsebene geben uns Studierenden ein Forum für die Mitsprache und schaffen mehr Transparenz“, loben Laura Schöps, Niklas Dörner und Tobias Hägele als Vertreterinnen und Vertreter der Studierenden die neue Konzeption. Gemeinsam mit einem engagierten Team haben sie sich schon lange mit dem Verfahren befasst.

Formal wird ACQUIN der Universität frühestens in etwa einem Vierteljahr mitteilen können, ob die Universität Bamberg zertifiziert wird und damit systemakkreditiert ist. Ein grundsätzlich positives Ergebnis ist nach dem heutigen mündlichen Feedback der Gutachtergruppe allerdings zu erwarten. „Den Erfolg der Universität sehen wir als große Anerkennung unserer Arbeit. Viel wichtiger ist uns aber, dass jetzt die Grundsteine gelegt sind, damit Qualität in Studium und Lehre auch in Zukunft die notwendige Beachtung erfährt“, erklären Henrike Herbold und Christian Reutter vom QM-Team der Universität Bamberg.