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Ab dem Sommersemester 2017 ist er Professor für Historische Grundwissenschaften: Dr. Christof Rolker.

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Chancen der Digitalisierung nutzen

Neuer Professor für Historische Grundwissenschaften

Dr. Christof Rolker leitet ab dem Sommersemester 2017 die Professur für Historische Grundwissenschaften an der Universität Bamberg. Seine Vorgängerin Prof. Dr. Andrea Stieldorf folgte zum Wintersemester 2015/16 einem Ruf an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Rolker will die Chancen der Digitalisierung nutzen, indem er zum Beispiel unterstützende digitale Lehrformen entwickelt. Im Informationsportal stellt sich der neue Professor vor.

1. Worin besteht Ihr Selbstverständnis als Professor?

Die historischen Wissenschaften sind ein weites Feld. Daher sehe ich meine besondere Aufgabe als Professor für die Historischen Grundwissenschaften darin, den empirischen Charakter unseres Fachs immer wieder neu zu erproben: in der Arbeit an den erhaltenen Dokumenten und an anderen Quellen. Je fremder uns bestimmte Quellen sind oder werden, desto wichtiger sind spezialisierte grundwissenschaftliche Kenntnisse, um diese Quellen zu erschließen. Angesichts des Medienwechsels, den wir gegenwärtig erleben, erscheint mir die historische Vielfalt der Medien ein besonders spannender Aspekt dieser Forschungen. Meinen Studierenden will ich dabei die Begeisterung für die historischen Wissenschaften, vor allem für die Arbeit mit den Quellen selbst, weitergeben. Und ich möchte ihnen das nötige Handwerkszeug für das möglichst eigenständige Weiterarbeiten vermitteln.

2. Haben Sie ein besonders wichtiges / schönes / spannendes Forschungsprojekt, das Sie gerne kurz vorstellen möchten?

Ein Forschungsprojekt, das sich durch häufig "schöne" Quellen auszeichnet, sind meine Arbeiten zu mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Wappen. In Gesellschaften, in denen Schrift alles andere als alltäglich war, erfüllten diese heraldischen Zeichen viele wichtige Funktionen. Dementsprechend wichtig sind heraldische Forschungen für die historischen Wissenschaften. Eine dieser zeitgenössischen Funktionen war der Gebrauch in repräsentativen Zusammenhängen – und damit auch einer gewissen Prachtentfaltung, die bis heute zur ästhetischen Attraktivität der erhaltenen Darstellungen beiträgt. Man findet sie unter anderem an und in Gebäuden, auf Grabmälern und als Teil von Kunstwerken. Die Erforschung der entsprechenden Wappendarstellungen bietet sich für gemeinsame Projekte von Universität, außeruniversitären Institutionen und der interessierten Öffentlichkeit an. Daher freue ich mich darauf, meine heraldischen Forschungen künftig verstärkt auf die Wappendarstellungen auszurichten, die in und um Bamberg herum erhalten sind.

3. Was sind die wichtigsten Ziele als Lehrender bzw. Forschender in Ihren kommenden Jahren an der Universität Bamberg?

Der persönliche Kontakt mit Studierenden ist und bleibt wichtig, um Wissen und Motivation weiterzugeben. Aber gleichzeitig will ich mich verstärkt um die Entwicklung unterstützender digitaler Lehrformen  kümmern, auch „Blended learning“ genannt. Gerade im Bereich der nichtschriftlichen Quellen bieten sich dazu derzeit gute Möglichkeiten. Auch in der Forschung ist es mir wichtig, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Insbesondere im Bereich der mittelalterlichen Rechtsquellen habe ich vor, neue Formen der Erschließung und Analyse dieser Quellen zu entwickeln.

Christof Rolkers beruflichen Werdegang finden Sie auf der Homepage der Historischen Grundwissenschaften.