Margarete Will-Frank mit Konstantin Lindner und dessen Vorgängerin und Will-Franks ehemaliger Chefin Mirjam Schambeck

Zum Abschied sang das Lehrstuhlteam ein kleines, selbstgeschriebenes Ständchen.

Versuch über ein geglücktes Berufsleben

Margarete Will-Frank verabschiedet sich nach 42,5 Jahren

Nach über vier Jahrzehnten und neun Chefs an vier verschiedenen theologischen Lehrstühlen nimmt Margarete Will-Frank Abschied von ihrem Berufsleben an der Universität Bamberg. An diese lange Zeit denkt sie vor allem mit Dankbarkeit, Freude und ein wenig Wehmut zurück. Gibt es für solch ein erfülltes Berufsleben möglicherweise eine Art Erfolgsrezept? Arbeitspsychologin Judith Volmer sagt: Ja.

Margarete Will-Frank, zuletzt Sekretärin am Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts, spricht ruhig und bedacht. Die gut 50 Gäste ihrer Abschiedsfeier, langjährige berufliche Weggefährten, Freunde und Familienmitglieder, hören zu Beginn ihrer Rede ein Bekenntnis: „Ich hatte glücklicherweise tolle Chefs und Lehrstuhlteams. Sie und die Universität haben mein Leben hauptsächlich geprägt.“

Margarete Will-Frank – ein glücklicher Einzelfall? Dr. Judith Volmer, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Bamberg, macht Mut: „Glück erleichtert bestimmte Dinge, ist aber nicht entscheidend. Ein gutes Betriebsklima und eine erfüllende Tätigkeit sind keine unverrückbaren Bedingungen. Wenn Arbeitnehmer, Vorgesetzte, Kollegen und Organisation jeweils ihren Teil beitragen, können diese auch erfolgreich verlaufen.“

In Margarete Will-Franks Anfangszeit in den 1970er Jahren gab es noch keine PCs. Die Professoren diktierten ihre Vorlesungen und sämtliche Publikationen noch auf Band. Diese ins Reine zu schreiben, machte damals einen großen Teil ihrer Arbeit aus. „Ich habe mich aber nie als Tippse verstanden, sondern fand den Stoff hochinteressant und lernte sehr viel dabei.“   

Spaß und Interesse an der Arbeit gehören für Judith Volmer neben der Möglichkeit, in einen Arbeitsprozess komplett eingebunden zu sein, und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Routine und Abwechslung zu haben, zu den wichtigsten Motivationsfaktoren. „Arbeit muss fordern, darf aber nicht überfordern. Neben permanenter Kontrolle und Bevormundung ist das Gefühl, den eigenen Aufgaben nicht gewachsen zu sein, der größte Motivationskiller.“

Eine positive Einstellung zu seinen Arbeitsaufgaben zu haben und zu bewahren, ist keine Selbstverständlichkeit, auch nicht für Margarete Will-Frank. Wie man sich eine solche Einstellung bewahrt, beziehungsweise welche Faktoren zusammenkommen müssen, damit dies gelingt, erzählen Margarete Will-Frank und Judith Volmer in der aktuellen uni.kat-Ausgabe.

Hinweis

Diesen Text verfasste Tanja Eisenach für die Pressestelle der Universität Bamberg. Er kann für redaktionelle Zwecke verwendet werden.

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