Sie gaben gemeinsam den Startschuss für TAO (v.l.): Michael Pötzl, Godehard Ruppert, Markus Zanner (Universität Bayreuth) Wolfgang Heubisch, Jürgen Lehmann, MdL Thomas Hacker und Iris Hetz, Geschäftsführerin von TAO. (Fotos: David Ebener)

Über die Idee, Bedeutung und die Ziele von TAO sprachen Wolfgang Heubisch und Godehard Ruppert.

Oberfrankens Hochschulen zeigen Stärke

Die TechnologieAllianzOberfranken geht an den Start

Auftakt für eine deutschlandweit einmalige Hochschulkooperation: Die TechnologieAllianzOberfranken (TAO) beging ihre offizielle Eröffnung mit einer gemeinsamen Festveranstaltung aller vier beteiligten oberfränkischen Hochschulen. Im Beisein von Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch stellten die vier Partner ihre Projekte und Themen vor, mit denen sie sich in der Allianz engagieren, und luden zum Gespräch ein.

Seit dem 29. September 2011, an dem die Präsidenten der Universitäten Bamberg und Bayreuth sowie der Hochschulen Coburg und Hof im Beisein von Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch den Kooperationsvertrag für die Technologie Allianz Oberfranken (TAO) unterzeichneten, hat sich an der Universität Bamberg und bei ihren Partnern viel getan: Neue Forschungskooperationen wurden eingerichtet, hybride Bachelor- und Master-Kombinationen sind in Planung und hochschulübergreifende Promotionsvorhaben wurden ins Leben gerufen. Nun gab es die Gelegenheit, sich bereits Erreichtes zu vergegenwärtigen, sich über aktuelle Vorhaben auszutauschen und gemeinsam einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Denn am 28. Februar 2013 wurde an der Hochschule Coburg mit einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung der Startschuss für TAO gegeben, die der Freistaat Bayern mit insgesamt 65 Millionen Euro finanziert. Wolfgang Heubisch würdigte vor zahlreichen Gästen die Initiative der oberfränkischen Hochschulen: „Die Hochschulen in Oberfranken haben die wissenschaftlichen Themen identifiziert, die sie verbinden.“ In der TechnologieAllianzOberfranken könne jetzt jede Hochschule ihre Stärken einbringen und kreativ mit den Nachbarhochschulen zusammenwirken. Daraus entstehen sowohl für die Studierenden als auch für die regionale Wirtschaft Synergieeffekte.

Neue Professuren für die Universität Bamberg

Tatsächlich ist die Zusammenarbeit vielfältig und umfasst zum Beispiel die Bereiche Energie, Mobilität sowie Sensorik und Werkstoffe. „Der Mehrwert von TAO in den Bereichen Lehre und Forschung spricht für sich“, machte auch Iris Hetz, Geschäftsführerin der TechnologieAllianzOberfranken und Ansprechpartnerin für Kooperationspartner aus Wissenschaft und Wirtschaft, angesichts der Kick-Off-Veranstaltung deutlich. Die Universität Bamberg unterstützt TAO vor allem durch ihr wissenschaftliches Know-how im Fach Informationstechnologie, das sie schon seit Jahren gezielt und kontinuierlich, zum Beispiel durch neue Professuren, ausbaut. So wird mit Prof. Dr. Thorsten Staake, vormals ETH Zürich, zum 1. April 2013 der erste im Rahmen von TAO geschaffene Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Energie-effiziente Prozesse, besetzt werden. Weitere Verstärkung in den Bereichen Informatik und Angewandte Informatik ist im Laufe des Jahres zu erwarten.

Wolfgang Heubisch bedankte sich bei den beteiligten Hochschulpräsidenten für ihre Initiative. Er würdigte dabei besonders die Leistungen des verstorbenen Bayreuther Universitätspräsidenten Prof. Dr. Rüdiger Bormann. Heubisch sagte: „Er wäre erfreut gewesen, hier die ersten Früchte der gemeinsamen Arbeit zu sehen.“ Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert, Präsident der Universität Bamberg, machte deutlich, worin die Ziele der TechnologieAllianzOberfranken liegen. Er stellte fest: „Wir vereinfachen den Übergang zwischen den beteiligten Hochschulen und schaffen vermehrt Möglichkeiten für kooperative Promotionen. Hier werden Absolventen der Hochschulen Coburg und Hof bei ihrer Doktorarbeit von Professoren ihrer Hochschulen und der benachbarten Universitäten in Bamberg oder Bayreuth gemeinsam betreut.“

TAO stärkt die Region Oberfranken

Für die regionale Wirtschaft bedeutet die TechnologieAllianzOberfranken ganz konkret: Industrie, Handwerk und Dienstleister in Oberfranken können auf gut ausgebildete Fachkräfte zurückgreifen und in konkreten Forschungsprojekten vom Know-how profitieren, das an den Hochschulen in ihrer Nähe vorhanden ist. Prof. Dr. Michael Pötzl, Präsident der Hochschule Coburg, sieht in der TechnologieAllianzOberfranken die Antwort Oberfrankens auf das Konzept des Bayerischen Zukunftsrates aus 2011, in dem die ländlichen Regionen Bayerns nur eine untergeordnete Rolle spielen. „Dieses Konzept hat uns herausgefordert und motiviert, selbstbewusst aufzutreten und gemeinsam unsere Stärken zu zeigen“, so Pötzl.

Konkret sichtbar wurde die Idee, die hinter der Allianz steht, als Prof. Dr. Jürgen Lehmann, Präsident der Hochschule Hof, sechs junge Leute vorstellte, die aktuell an einer kooperativen Promotion arbeiten. Allen gemeinsam ist, dass sie an der Hochschule Coburg oder der Hochschule Hof studierten und jetzt – in Kooperation mit den Universitäten Bamberg bzw. Bayreuth für ihre Doktorarbeit forschen. Die präsentierten Themen reichten von einer Kombination der Informatik mit den Literaturwissenschaften über das Zusammenspiel von Elektrotechnik und Materialforschung bis zur Sozialen Arbeit in Verbindung mit Bevölkerungswissenschaft und Informationstechnik.

Außerdem zeigten 26 Institute bzw. einzelne Wissenschaftler am „Marktplatz der Wissenschaften“, woran sie aktuell forschen. Interessant war diese Präsentation nicht nur für Unternehmen. Auch die Forscher selbst profitierten von dieser „Wissenschaftsmesse“. Denn sie zeigte ihnen das Potenzial der Nachbarhochschule, auf das sie bei künftigen wissenschaftlichen Fragestellungen zurückgreifen können.

Hinweis

Dieser Pressetext wurde von Dr. Margareta Bögelein (Coburg) und Tanja Eisenach verfasst.