Dr. Katharina Scheffner

Projektkoordinatorin der Bayerischen Betreuungsinitiative Deutsche Auslands- und Partnerschulen (BayBIDS)

Nach meinem Magisterstudium in den Fächern Europäische Ethnologie, Romanistik mit Schwerpunkt Hispanistik und Philosophie in Bamberg und in Santiago (Chile) promovierte ich im Bereich romanische Kulturwissenschaft in Bamberg. Kurz vor Abschluss des Studiums bekam ich mein erstes und zweieinhalb Jahre später mein zweites Kind. Seit Ende 2018 arbeite ich an der Uni Würzburg im International Relations Office und bin dort für Internationalisierungsstrategie, strategische Partnerschaften und Recruiting zuständig.

Vorneweg: Mein Weg in den Beruf war ein langwieriger mit vielen Durststrecken. Während meines Studiums war ich durchgehend als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für EuroEthno tätig und arbeitete im Grundstudium in den Semesterferien immer wieder als Praktikantin und Werkstudentin in verschiedenen Museen der Region. Unterstützt von Frau Prof. Dr. Kerkhoff-Hader, hatte ich bereits im Studium festgestellt, dass mir Wissenschaft und Lehre viel Spaß machen und konzentrierte mich auf eine wissenschaftliche Karriere. Im Nachhinein betrachtet habe ich in dieser Phase gelernt, wie Universitäten im wissenschaftlichen und im administrativen Bereich funktionieren, was mir später viel nützte. Die zahlreichen Aufenthalte im Ausland (Lateinamerika, England) vor, während und nach dem Studium haben meine interkulturellen und sprachlichen Fähigkeiten geschult, so dass nach einigen fruchtlosen Bewerbungen im wissenschaftlichen Bereich klar war, dass für mich alles rund um Internationalisierung ein interessantes Feld sein könnte. Nach einem kurzen Intermezzo als Lehrkraft für besondere Aufgaben am Lehrstuhl Europäische Ethnologie bei Frau Prof. Dr. Heidrun Alzheimer, zahlreichen Lehraufträgen an der Romanistik, einem einjährigen Stipendium zum Abschluss meiner Promotion und Anstellungen in verschiedenen Bereichen des Akademischen Auslandsamts der Uni Bamberg, bin ich nun zwar immer noch befristet angestellt, aber auf einer regulären Verwaltungsstelle tätig. Nebenbei ist die Arbeit in jedem International Office der Welt vermutlich die beste aller möglichen: Ich unterstütze Menschen dabei, Probleme zu lösen, Kontakte zu knüpfen, diese zu institutionalisieren – und lerne gleichzeitig auf meinen Dienstreisen viele Länder und Kulturen kennen.
Viel Spaß!

 

Mein Tipps

  • Die Stellensuche nach dem Studium ist für Geisteswissenschaftler(innen) schwierig und langwierig, mit Kindern wird es noch komplizierter, weil die geografische Flexibilität fehlt. Es ist trotzdem nicht unmöglich, aber man braucht einen langen Atem (ich habe für eine Jobzusage im Schnitt zwanzig Bewerbungen verschickt) und viel Wille zur Selbstausbeutung.
  • Bitte gehen Sie interessehalber in Lehrveranstaltungen, nicht nur in die, die das Modulhandbuch vorsieht.
  • Gehen Sie zu Antritts- und Abschiedsvorlesungen und lernen Sie etwas von den Menschen, denen sie dort begegnen.
  • Knüpfen Sie Netzwerke, besuchen Sie Fortbildungen auch außerhalb Ihres Fachbereichs (ja, Bilanzbuchhaltung ist langweilig) und schauen Sie über den Tellerrand hinaus.
  • Nehmen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen ein Studium bietet, wahr: Auslandsstudium, Auslandspraktika, Reisen, Exkursionen, Werkstudierendentätigkeit
  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Studium – wenn Sie mit knapp 70 in Rente gehen, wird es nicht mehr wichtig sein, ob sie 40 oder 41 Jahre gearbeitet haben.

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