Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Europäische Ethnologie

Immaterielles Erbe der Bamberger Gärtnerstadt

Leben, Kultur und Identität am Beispiel der Gärtner und Häcker in der Welterbestadt

(Gefördert durch die Universität Bamberg und die Oberfrankenstiftung)

  • Leitung: Dr. Marina Scheinost

Das Ziel des Projektes war die Erstellung einer umfassenden, interdisziplinär und so­wohl historisch als auch gegenwartsorientiert angelegten Kulturanalyse am Beispiel des Immateriellen Erbes der Bamberger Gärtner und Häcker. Im Vordergrund stand dabei die Untersuchung von Wert­vor­stellungen (Fragen der Enkulturation und Akkulturation), Normvorstellungen (Fragen der Kommu­nikation und Diffusion) und von Identifikationsmustern in ihrem Bedeutungswandel.

Der Kulturbegriff ist hier nicht als ein festes abgeschlossenes System von Traditionen und Werten zu verstehen, das geo­graphisch oder national klar abgegrenzt ist. Er ist offen und geht von dynamischen Vorgängen aus, die das soziale Leben prägen. Im Zentrum steht das Erkennen bzw. Verstehen von Entwicklungen innerhalb kultureller Äußerungen in ihrer Dauer, ihrem Wandel, ihrer Tradition (Kontinuität) und Transformation bzw. Diskontinuität. Diese Prozesse hinsichtlich der Gärtner und Häcker zu untersuchen und zu verstehen, war das Ziel des Projektes.

Die Ergebnisse der Studie sollen Eingang finden in die aktuelle Diskussion zum Weltkulturerbe auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene sowie in die lokale Stadtentwicklung, die den strukturellen Wandel im Gärtnergebiet als Problem thematisiert. Das Projekt ermöglicht die Zusammenarbeit der Universität mit dem Dokumentationszentrum Weltkulturerbe der Stadt Bamberg und stärkt dadurch für Universität und Stadt die international relevante Verbindung zur UNESCO. Betrachtet man das immatrielle Kulturerbe als Triebfeder kultureller Vielfalt und als Garant nachhaltiger Entwicklung, so ist die intensive Auseinandersetzung damit eine Notwendigkeit für aktuelle Fragen in der Wissenschaft. Angestrebt ist zu einem späteren Zeitpunkt eine Erweiterung des Projektes auf einen Vergleich mit ähnlichen innerstädtischen Landwirtschaftsräumen Deutschlands und Europas und deren Kulturausprägungen.