Dr. Roman Weindl M.A.

Leiter des Museums Quintana in Künzing

An der Universität Bamberg habe ich Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Europäische Ethnologie und Ur- und Frühgeschichte studiert. Da ich vor meinem Studium in der Jugendarbeit tätig war und meinen Zivildienst in einer Werkstätte für Menschen mit geistiger Behinderung absolviert habe, war für mich von Anfang an klar, dass meine berufliche Zukunft in der Arbeit mit Menschen liegt. Aufgrund der kulturhistorischen Ausrichtung meines Studiums hat sich hierbei relativ schnell das Berufsfeld der Museumspädagogik als mein persönliches Berufsziel herauskristallisiert.

Das Fach Europäische Ethnologie bot hierbei eine ausgezeichnete Ergänzung zu meinem Hauptfach, da ich mir bereits während des Studiums durch den Besuch von zahlreichen Seminaren theoretisches Wissen zur Institution des Museums aneignen konnte. Praktische Erfahrungen in der musealen Vermittlungsarbeit habe ich anschließend im Rahmen eines Praktikums am Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrum der Stadt Nürnberg gesammelt. Weiterhin habe ich studienbegleitend Menschen mit geistiger Behinderung betreut und als Stadtführer bei AGIL Bamberg gearbeitet.

Mein beruflicher Einstieg in die Kulturvermittlung erfolgte im letzten Studienabschnitt durch ein Praktikum und eine anschließende Beschäftigung als Museumspädagoge am Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau. Nach dem Ende dieser letzten Beschäftigung bin ich in meine Heimatstadt Passau zurückgekehrt, wo ich seit November 2013 freiberuflich mit meinem Unternehmen archäotours tätig bin. Mein Arbeitsbereich ist dabei sehr vielfältig: So bin ich neben meiner museumspädagogischen Arbeit am hiesigen Römermuseum auch freiberuflicher Mitarbeiter im Museum Moderner Kunst, nehme als Fremdenführer Aufträge des Tourismusvereins der Stadt Passau entgegen und biete VHS-Kurse zu archäologischen Themen an. Zusätzlich habe ich eine kleine Teilzeitstelle als Museumspädagoge am OberhausMuseum Passau und beschäftige mich im Rahmen meiner Dissertation im Fachbereich Geschichtsdidaktik mit dem Beitrag von authentischen Museumsexponaten zum historischen Lernen.

Die Arbeit als Freiberufler kann mitunter sehr fordernd sein und setzt aufgrund der verschiedenen Einsatzorte eine gute Organisation sowie ein straffes Zeitmanagement voraus. Zu meiner täglichen Arbeit gehören neben dem Durchführen von kulturellen Angeboten auch das Konzipieren von neuen Angeboten sowie der gesamte Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, also z. B. das Erstellen von Werbematerial wie Flyern oder die Verwaltung einer Website.

 

Meine Tipps

Meine Empfehlungen für Studierende: Suchen Sie sich frühzeitig eine Nische in Ihrem Fachbereich, auf die Sie sich spezialisieren können. Überlegen Sie sich, wodurch Sie sich von anderen Absolventen abheben und wie Sie diese Alleinstellungsmerkmale noch verstärken können. Bleiben Sie dabei aber flexibel und versteifen Sie sich nicht auf eine einzige Option – behalten Sie stattdessen auch verwandte Berufsfelder im Auge, um Lücken in Ihrem Lebenslauf zu vermeiden und übergangsweise Erfahrung sammeln zu können.

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