Die Universität trauert um die Mediävistikprofessorin Seraina Plotke.

- Hannah Fischer

In Bamberg war Seraina Plotke dem Mittelalter nah

Ein Nachruf auf die verstorbene Professorin für Germanistische Mediävistik

Nach kurzer schwerer Krankheit ist Prof. Dr. Seraina Plotke am 27. Oktober 2020 verstorben. Seit April 2019 war sie Professorin für Germanistische Mediävistik am Institut für Germanistik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und war nach eigenen Worten dort angekommen, wo sie sein wollte. In ihrem Antrittsinterview sagte sie: „Es freut mich, dass ich nach Bamberg kommen durfte, eine der ältesten Druckerstädte überhaupt. Mit meiner Forschungsthematik – Mittelalter und Frühe Neuzeit – kann ich vielseitige regionale und lokale Bezüge herstellen. Ich kann mich in Gefilden bewegen, in denen das Mittelalter und die Frühe Neuzeit noch immer zu fassen sind.“

Im Nachruf beschreibt ihr enger Kollege Dr. Detlef Goller Seraina Plotkes Forschungsinteressen als von Beginn ihrer akademischen Laufbahn an wegweisend interdisziplinär und epochenübergreifend. Schwerpunkte ihrer vielen Veröffentlichungen liegen in der historischen Narratologie, der Buch- und Mediengeschichte, den Text-Bild-Gattungen, der Antikenrezeption sowie der historischen Semantik. Darüber hinaus war sie an Editionen mittelalterlicher Texte beteiligt und (Mit-)Herausgeberin vieler Sammelbände.

Neben ihrem großen Engagement in der Forschung sei es Seraina Plotke auch immer ein Anliegen gewesen, ihre Leidenschaft für ihre Themen an die Studierenden weiter zu geben. Für sie sei sie jederzeit ansprechbar gewesen und habe sich auch in Zeiten ihrer eigenen nachlassenden Kräfte um jedes einzelne studentische Anliegen gekümmert.

Weitere Informationen zu Seraina Plotke und den Nachruf ihres Kollegen Dr. Detlef Goller gibt es unter: www.uni-bamberg.de/germanistik