Übung "Kellerkommando & Rohrfrei – Musikethnologische Interviews zum Transfer traditioneller Musik in die Gegenwart" WiSe 2025/26

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Über die Übung „Kellerkommando & Rohrfrei – Musikethnologische Interviews zum Transfer traditioneller Musik in die Gegenwart“

Volksmusik ist dynamisch. Vorläufer einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Volksmusik sind im 18. Jahrhundert zu verorten. Als Reaktion auf die politische, aber auch identitäre Fragmentierung auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, versuchten überwiegend Angehörige des Bürgertums gemeinschaftsstiftende Elemente zu konstruieren. Dem homogenisierten „Volk“ wurde dabei eine schöpferische Kraft zugesprochen. Das „Volkslied“ wiederum galt als Erzeugnis des „Volkes“. Anhand eng umrissener Kriterien wurde das „Volkslied“ definiert und folglich auch validiert. Seitdem hat sich der Forschungsansatz allerdings verändert. Gegenwärtig wird verstärkt die soziokulturelle Einbettung der Volksmusik in den Blick genommen. Dabei steht im Mittelpunkt, mit welchen Bedeutungen Akteurinnen und Akteure die Musik sowie damit verknüpfte Praktiken aufladen. Ebenso bedeutsam ist die Vielzahl an musikalischen Einflüssen, die Volksmusik prägen. Charakteristisch ist somit ein weites Verständnis von Volksmusik.
Eben jene Vielfalt an Volksmusik begegnete den Studierenden in den Interviews. Im Vorfeld erarbeiteten sie gemeinsam mit Dr. Heidi Christ (Leiterin der Forschungsstelle für Fränkische Volksmusik und Lehrbeauftragte in der Europäischen Ethnologie an der Universität Bamberg) einen Leitfaden. Zudem setzten sich die Studierenden mit Techniken der Interviewführung und Besonderheiten dieser Quellenart auseinander. Teilweise konnten die Recherchen zu den Interviewpartnerinnen und Interviewpartnern sogar mit Teilnehmenden Beobachtungen kombiniert werden. In den Interviews schließlich verdichtete sich der volksmusikalische Facettenreichtum in Aspekten wie Kreativität, Musikzugang, Tradition und Gemeinschaft.
Auf Grundlage ihrer Forschungen gestalteten die Studierenden Plakate. Präsentiert wurden diese im Rahmen des 26. Seminars für Volksmusikforschung und -pflege, das sich mit dem Thema „Wem gehört Volksmusik?“ auseinandersetzte.