Zweigstelle der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V.

Die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. (kurz: DGO) ist der größte Verbund für Osteuropaforschung im deutschsprachigen Raum. Sie bietet nicht nur eine Plattform zur Diskussion von Kultur, Wirtschaft und Politik in Ostmittel- und Osteuropa, sondern vermittelt auch Wissen über und Kontakte nach Osteuropa. Nach einer Übergangsphase ist die Zweigstelle Bamberg seit dem Herbst 2019 am Lehrstuhl für Slavische Sprachwissenschaft angesiedelt und wird von Prof. Dr. Sandra Birzer geleitet. 

Die Zweigstelle Bamberg unterhält eine enge Kooperation mit der Zweigstelle Erlangen am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt der Geschichte Osteuropas unter der Leitung von Prof. Dr. Julia Obertreis. 

 

Regionalgruppe Junge DGO Bamberg/Erlangen

Auf Ebene der Jungen DGO besteht seit 2019 ein Zusammenschluss von Studierenden aus Bamberg und Erlangen, der seit Juli 2020 offiziell als Regionalgruppe "Junge DGO Bamberg/Erlangen" anerkannt ist und gefördert wird. Wir möchten über das Angebot der Zweigstellen Bamberg und Erlangen hinaus ein abwechslungsreiches Programm mit neuen Formaten bieten und sowohl für die Angehörigen der beiden Universitäten als auch für eine interessierte Öffentlichkeit ein Forum zum Austausch über Osteuropa schaffen. Dafür stützen wir unser Programm grundlegend auf zwei Säulen: Neben der akademischen Säule, etwa in Form von wissenschaftlichen Vorträgen (vorrangig von Promovierenden) oder wissenschaftlichen Workshops, soll die vielfältige Kultur Osteuropas durch die kulturelle Säule, wie Filmabende oder künstlerische Workshops, repräsentiert werden. Die Vermittlung von Wissen über Osteuropa sowie die Möglichkeit zum Dialog sind dabei zentrale Anliegen.

Sprecherin in Bamberg ist Magdalena Burger, Sprecher in Erlangen ist Igor Biberman.
 

Unsere kommenden Veranstaltungen:
 




Unsere vergangenen Veranstaltungen:
 

Vortrag am Donnerstag, 28. Mai 2020 von Dr. Alina Jašina-Schäfer (Gießen): Everyday Belonging in Post-Soviet Borderlands: The Case of Russian Speakers  in Estonia and Kazakhstan

Focusing on the lives of Russian speakers, their visions of space and community in post-Soviet Estonia and Kazakhstan, this talk provides insights into the complex meanings of everyday belonging among linguo-cultural minorities. How do minorities define own surroundings? How do they respond to possible political and socio-cultural exclusions? How do they reconcile between claims of being excluded and attempts to call places like Estonia or Kazakhstan their home? To unpack these questions productively in this talk I draw not only on the broader political discourses but concentrate especially on the micro-level practices of Russian speakers in two borderland cities – Narva in Estonia and Petropavlovsk in Kazakhstan. Surveying these intersecting layers, I wish to reconstruct the life in the borderlands as that of ‘exterior interiority’ – a continuous spiral play of boundary construction, appropriation, and transgression between different versions of Estonianness/Kazakhness, Europeanness/Cosmopolitanness and Russianness.

Alina Jašina-Schäfer studierte Central and East European Studies with German in Glasgow und Mainz sowie International Relations and European Studies in Budapest. Sie promovierte sich am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) in Gießen. Für ihre Dissertation zum Thema "Places of Belonging, Places of Becoming: Narratives and Practices of Russian Speakers in post-Soviet Estonia and Kazakhstan" wurde sie mit dem diesjährigen Klaus-Mehnert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde ausgezeichnet. 

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Filmabend am Donnerstag, 6. Februar 2020 mit einer Einführung von Eva Binder (Innsbruck): DONBASS (Sergei Loznitsa, 2018)

Sergei Loznitsa führt in seinem  Spielfilm in 13 Episoden durch die vom Krieg verwüstete Ostukraine und zeichnet das Bild einer in jeder Hinsicht verheerten Region. Krieg wird dort als Frieden bezeichnet, Propaganda als Wahrheit und Hass als Liebe. Eine Reise durch den Donbass entwickelt sich zu einer Reihe aufregender Abenteuer, in denen das Groteske und Dramatische so eng verbunden sind wie Leben und Tod. Der Film ist keine Geschichte einer Region, eines Landes oder eines politischen Systems: Es geht um eine von Post-Wahrheiten und Fake-Identitäten verseuchte Welt.

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Vortrag am Mittwoch, 11. Dezember 2019 von Niklas Zimmermann (München): Sudetendeutsch, katholisch und tschechisch: Die Ackermann-Gemeinde von 1946 bis heute

Die Ackermann-Gemeinde entstand 1946 als katholische „Gesinnungsgemeinschaft“ von Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Böhmen, Mähren und Schlesien vertrieben wurden. In den ersten zwei Jahrzehnten nach ihrer Gründung wirkte sie vor allem innerhalb der eigenen „Volksgruppe“, bevor sie nach Abtritt der „Erlebnisgeneration“ verstärkt „Osthilfe“ für Katholiken in der kommunistischen Tschechoslowakei betrieb. Im Zuge von heftigen vergangenheitspolitischen Debatten ab 1989 etablierte die Ackermann-Gemeinde verschiedene Dialogforen zur deutsch-tschechischen Verständigung. Der Vortrag geht der Frage nach, wie sich Ausrichtung und Wirken der religiös-politisch motivierten Organisation unter stark veränderten historischen Rahmenbedingungen entwickelt haben.

Niklas Zimmermann ist in Basel und Bern in der Schweiz aufgewachsen und promoviert seit 2016 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Studienbegleitend absolvierte er Aufenthalte in Mittel- und Osteuropa und sammelte journalistische Erfahrungen. Seit April 2019 ist er Volontär der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 

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Vortrag am Dienstag, 29. Oktober 2019 von Leonid Klimov (Wissenschaftsredakteur von dekoder): An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Medien: das Online-Magazin zu Russland dekoder.org

Das mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnete Online-Medium dekoder.org bringt russischen unabhängigen Journalismus und wissenschaftliche Kompetenz aus europäischen Universitäten auf eine gemeinsame Plattform und baut eine Schnittstelle zwischen Journalismus und Wissenschaft auf. Damit setzt sich dekoder zum Ziel die wissenschaftlichen und journalistischen Diskurse, die weitgehend unabhängig voneinander geführt werden, ineinander zu verflechten.

Im Vortrag werden praktische Erfahrungen sowie der theoretische Rahmen für den Aufbau einer solchen Schnittstelle skizziert. Anschließen diskutieren wir Fragen rund um Wissenschaft und Journalismus sowie um Russland und Russland-Bilder.