Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Slavische Kunst- und Kulturgeschichte

Slavische Kunst- und Kulturgeschichte

Liebe Studierende,

mit dem Sommersemester 2008 gewinnt das Fach Slavistik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg einen neuen Schwerpunkt hinzu. Zu den Bereichen Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft gesellt sich als "dritte Säule" die Slavische Kunst- und Kulturgeschichte. Diese in der deutschen Hochschullandschaft einmalige Kombination ist eine große Chance und Herausforderung.

Im täglichen Leben und in intensivierter Form auf Reisen macht man die Erfahrung, dass Wort und Bild eng miteinander zusammenhängen. In ihrem wechselseitigen Zusammenspiel sind sie mentalitätsprägend. Besonders evident wird dies zum Beispiel im Umgang mit der Ikone im orthodoxen Raum, aber auch in der künstlerischen Praxis der osteuropäischen Avantgarde. So heißt es bei Marina Zwetajewa in der Übersetzung von Sarah Kirsch:

"So wie ein Zwilling seinen Bruder fand

Schaut Antlitz durch Gesichtes Wand."

Es ist ein Glücksfall, dass diesem Umstand nun in Bezug auf jene Regionen in Europa wissenschaftspolitisch Rechnung getragen wird, in denen slavische Sprachen gesprochen werden und sich im Laufe von Jahrhunderten slavische Kulturen ausgeprägt haben.

Ich freue mich, dass mir die Aufgabe anvertraut worden ist, als Kunsthistorikerin den Aufbau dieses "neuen", erstmals mit einer Professur bedachten Fachgebietes in Angriff zu nehmen. Bisher habe ich mich in Forschung und Lehre vor allem auf Themen der russischen Kunst- und Kulturgeschichte konzentriert. Das hängt damit zusammen, dass ich in Moskau studiert und promoviert habe und mich auch in der Folgezeit auf die russische Kunst und Kultur konzentriert habe. In der Zukunft werde ich meinen Horizont auch im Hinblick auf die west- und südslavischen Länder erweitern, um Ihren sicher weiter gefassten Interessen und der Definition der Professur so weit als möglich gerecht zu werden. Ich hoffe dabei auf einen intensiven und anregenden Dialog mit Ihnen und mit den Kolleginnen und Kollegen der Slavistik, aber auch mit Interessierten angrenzender Fächer.

Ada Raev