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Sieben Wissenschaftler erhielten im Jahr 2010 den Hans-Löwel-Preis (Fotos: Christian Herse).

Godehard Ruppert (re.) überreicht Michael Oberländer die Urkunde (li.).

Die hochsommerlichen Temperaturen konnten Oberbürgermeister Andreas Starke nicht davon abhalten, an der Preisverleihung teilzunehmen.

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Von Grenzgängern und Weltrettern

Hans-Löwel-Preis geht an sieben Nachwuchswissenschaftler der Universität Bamberg

 

Innovativität und Interdisziplinarität werden bei der Vergabe des Löwel-Preises großgeschrieben, das machten sowohl die Preisträger, die ihre Arbeiten dem Publikum kurz vorstellten, als auch die betreuenden Erstgutachter in ihren Würdigungen deutlich. Dr. Paul-Bellendorfs Dissertation beispielsweise trägt den Titel „Metallene Grabplatten in Franken und Thüringen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert – eine interdisziplinäre Studie zum Denkmalbestand und seiner Gefährdung durch Umwelteinflüsse“. Die Arbeit vereint kunsthistorische, werkstoffwissenschaftliche und denkmalpflegerische Forschung und zeigt nach Laudator Dr. Rainer Drewello, Professor für Restaurierungswissenschaft in der Baudenkmalpflege an der Universität Bamberg, das Potenzial der Verbindung von geistes- bzw. kulturwissenschaftlicher, naturwissenschaftlicher und ingenieurwissenschaftlicher Forschung „zwischen den Welten“.

Ausgezeichnete Arbeiten mit vielfältigen Themen

Andere Arbeiten glänzen mit nahezu tagespolitischer Aktualität: Dr. Michael Kerler befasste sich am Beispiel der Weltbank damit, wie in internationalen Organisationen gut regiert werden kann und Dr. Daniel Kohlert überprüfte die Qualität der Anlageberatung von Privatkunden. Dr. Joachim Stempfle habe sogar die „Instrumente zur Rettung der Welt“ geliefert, meinte sein Laudator Prof. Dr. Dietrich Dörner, ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Psychologie an der Universität Bamberg, mit einem Augenzwinkern. Die Frage sei nur, ob die Erkenntnisse seiner Doktorarbeit „Die Psychologie des Problemlösens – Was Kommunikation in Entscheidungsgruppen erfolgreich macht“ von der Welt auch angenommen werden würden, fügte er ernst hinzu.

Auch Verena Kaufmann, Dr. Florian Meinfelder und Dr. Michael Oberländer durften sich über einen Preis der Löwel-Stiftung freuen. Die Wichtigkeit von regionalen Netzwerken und bürgerschaftlichem Engagement betonte auch der Präsident der Universität Bamberg, Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert. Damit erinnerte er an den Stiftungsgründer Hans Löwel, der als erfolgreichen Unternehmer kurz vor seinem Tod 1996 zusammen mit seiner Frau Edith die Hans-Löwel-Stiftung mit einer Stiftungssumme von mehreren Millionen DM ausstattete.

Löwel-Stiftung beendet ihre Arbeit

Alle zwei Jahre wird der Preis des Plauener Unternehmers Hans Löwel verliehen, der kurz vor seinem Tod eine Stiftung gründete und diese mit mehreren Millionen Euro ausstattete. Prämiert werden wissenschaftlich herausragende, spannende, gut lesbare Arbeiten, die praxis- und zeitnah sind und darüber hinaus neue Forschungsmethoden aufweisen. Die Jury besteht aus hochkarätigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft, darunter auch Oberbürgermeister Andreas Starke.

Die Stiftung beendet gemäß Stifterwillen Ende 2011 ihre Arbeit. Ihr Vermögen geht in die Universitätsstiftung über, die weiterhin Wissenschaftspreise vergeben wird. Ruppert deutete aber an, dass das Vermögen der Universitätsstiftung Bamberg auch dazu genutzt werden solle, den lang gehegten Wunsch nach einem internationalen Gästehaus zu verwirklichen. „Ein Gästehaus mitten in der Altstadt, mitten im Weltkulturerbe – das ist das Feinste, was wir internationalen Forschungsgästen bieten können.“