Forschungsstrategie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg - 2023 bis 2032
Forschungsprofil
Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg ist eine mittelgroße Universität mit Fakultäten Geistes- und Kulturwissenschaften, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Humanwissenschaften sowie Wirtschaftsinformatik und Angewandter Informatik. Neben fachbezogener Forschung innerhalb dieser Fakultäten werden gezielt die Chancen interdisziplinärer und international vernetzter Forschungsaktivitäten in fakultätsübergreifenden Zentren oder kleineren Forschungsverbünden genutzt.
Vier herausragende, interdisziplinär arbeitende Forschungsbereiche, die bereits über einen längeren Zeitraum exzellente Leistungen erbringen, bilden besondere profilbildende Schwerpunkte in der Forschung:
- Digitale Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaften
- Empirische Sozialforschung zu Bildung und Arbeit
- Erschließung und Erhalt von Kulturgut
- Kultur und Gesellschaft im Mittelalter.
Mit dem Ausbau der Angewandten, Klassischen und Wirtschaftsinformatik sowie der Künstlichen Intelligenz setzt die Otto-Friedrich-Universität Bamberg weitere Impulse zur Schärfung ihres Forschungsprofils in diesen Fächern selbst wie auch in deren Kooperation mit anderen Schwerpunktbereichen. Um der Dynamik in weiteren Forschungsbereichen Rechnung zu tragen, richtet die Universität Bamberg zudem Profilinitiativen ein, die nach Bedarf angepasst werden können. Diese haben das Potenzial, sich in profilbildende Schwerpunkte zu entwickeln. Zurzeit sind dies:
- Finanzmärkte, Digitalisierung und Gesellschaft
- Geschlechtersensible Forschung
- Gesundheit und Gesellschaft
- Handeln von und in Organisationen
- Mensch und Umwelt
- Sprachen, Kulturen und Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens.
Grundsätze
- Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg steht in der Forschung für wissenschaftliche Exzellenz und zielt auf ein Höchstmaß an Qualität der wissenschaftlichen Leistung von Lehrenden und Lernenden.
- Die Forschung der Universität Bamberg ist ausgeprägt kooperativ. Dabei respektieren wir unterschiedliche Fachkulturen in der Forschung und pflegen die fächerübergreifende Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Universität als auch mit anderen Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.
- Die Forschung in der Universität wird getragen von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den Instituten und Fachgruppen. Die Universitätsleitung gibt Impulse, regt fächer- und fakultätsübergreifende Initiativen an, stellt die notwendige Infra- und Anreizstruktur bereit, optimiert diese in Reaktion auf interne Erfahrungen und externe Impulse, erkennt und adressiert interne Hemmnisse und bündelt innovative interdisziplinäre Initiativen.
- Die Universität Bamberg erfuhr signifikante personelle Stärkung in zukunftsorientierten Schlüsselbereichen. Sie wird diesen Zuwachs und die daraus entstehenden Synergien gezielt nutzen, um sich in relevanten Bereichen an internationaler Spitzenforschung zu beteiligen.
- In ihrer Forschungsstrategie legt die Universität großen Wert darauf, neu entstehende Schlüsselbereiche mit den bestehenden Profilschwerpunkten und Profilinitiativen zu innovativen Forschungsverbünden zu verbinden.
- Durch die gezielte Einbindung Forschender aus Kleinen Fächern entstehen Verbünde mit hinreichend kritischer Masse, in denen aktuelle, gesellschaftlich hochrelevante Fragestellungen bearbeitet werden.
- Neben Initiativen kooperativer Verbundforschung zeichnet sich die Universität durch starke Individualforschung in den vier Fakultäten aus. Diese gilt es, weiter zu fördern.
- Die Forschungsstrategie ist inklusiv und divers. Sie ist darauf ausgerichtet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Karrierestufen zu gewinnen, weiter zu qualifizieren und in der Entfaltung ihrer Potenziale zu unterstützen. Die Universität setzt sich für die Gleichstellung der Geschlechter und die Förderung von Diversität in der Wissenschaft ein.
- Die Universität unterstützt nachdrücklich die Position der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dass Forschungsarbeiten in allen Wissenschaftsbereichen wichtige Beiträge zur Förderung von nachhaltigem Denken und Handeln leisten können. Nachhaltigkeitsforschung geht über den naturwissenschaftlich-technischen Bereich hinaus. Forschende aller vier Fakultäten der Universität leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.
- In ihrer Forschung verfolgen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bamberg das Prinzip der Offenheit („Open Access“, „Open Data“, „Open Source“ und „Open Science“) für den kostenfreien, direkten Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen und Erkenntnissen sowie zur Gewährleistung der Nachvollziehbarkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsergebnissen in allen Disziplinen.
- Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Universität Bamberg forschen gemäß ihrem Leitbild für die Gesellschaft und bekennen sich zur Einheit von Forschung und Lehre. Wichtige Dimensionen ihrer Forschungstätigkeit sind Transfer und Kooperation, moderne Wissenschaftskommunikation, das Bekenntnis zu guter wissenschaftlicher Praxis sowie ein konsequentes Qualitätsbewusstsein.
Forschungsexzellenz
⇒ Ziel: Reputation als exzellenter Forschungsstandort bis 2030 und darüber hinaus stärken
A. Gegenwärtige Lage und Herausforderungen
- Forschungsexzellenz ist angesichts des breiten Fächerspektrums und der heterogenen Fächerkulturen im Wissenschaftssystem wie auch an der Universität Bamberg auf vielfältige Weise definiert:
» Auf individueller Ebene äußert sich Forschungsexzellenz insbesondere darin, dass Forschungsergebnisse die wissenschaftliche Diskussion in einem Feld national und vor allem international mitgeprägt und erkennbar vorangebracht haben. Je nach Fachkultur drückt sich dies in bibliometrischen Kennziffern, Rankings, einem hohen Maß an Sichtbarkeit im nationalen und internationalen Wissenschaftsdiskurs, wichtigen Erfindungen oder maßgeblichem Einfluss auf relevante Praxisbereiche aus.
» Auf institutioneller Ebene beruht eine exzellente Reputation in der Forschung darauf, dass die betreffende Universität – insgesamt oder in bestimmten wissenschaftlichen Disziplinen – international als Ort der Spitzenforschung gilt und darüber hinaus eine hohe Reputation für ihre Ausbildung von Forschenden in frühen Karrierephasen genießt. Im deutschen Wissenschaftssystem gelten vor allem solche Universitäten als exzellent in der Forschung, die in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder zumindest in ausgewählten Forschungsclustern erfolgreich sind, wie es der Universität Bamberg mit der „Bamberg Graduate School of Social Sciences“ (BAGSS) bereits gelungen ist. - Trotz der Dominanz von Individualforschung besteht in einzelnen Bereichen eine internationale Reputation für Forschungsexzellenz größerer Forschungsteams. Hierzu zählen vor allem die Forschung im Profilschwerpunkt Empirische Sozialforschung zu Bildung und Arbeit und zunehmend auch im Schwerpunktbereich Erschließung und Erhalt von Kulturgut, organisiert im Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT). Die Spitzenstellung der Universität Bamberg als führender Akteur im Bereich der empirischen Bildungsforschung wird u.a. durch die Einrichtung des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi) in Bamberg untermauert. Mittelfristig soll auch in den übrigen beiden Profilschwerpunkten Digitale Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaften und Kultur und Gesellschaft im Mittelalter ein strategischer Ausbau der Forschungsexzellenz erreicht werden.
- Die Universität erlebt derzeit infolge der „Hightech Agenda“ der Bayerischen Staatsregierung und der eingeworbenen Professuren im Bereich der Künstlichen Intelligenz einen erheblichen Aufwuchs in den informatischen Fächern. Aufgrund der starken Anwendungsorientierung der Bamberger Informatik und paralleler Berufungen im Profilschwerpunkt Digitale Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaften wird diese Entwicklung signifikante Auswirkungen auf das interdisziplinäre Forschungsprofil der Universität insgesamt haben. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten diese Entwicklung im Sinne eines exzellenten Forschungsprofils der Universität aktiv gestalten und nutzen.
B. Ziele
- Die Universität Bamberg beabsichtigt, den strategischen Ausbau ihrer Reputation als Standort exzellenter Forschung in allen Schwerpunktbereichen und Profilinitiativen.
- Die Universität ist bestrebt, den Kreis der Fächer und Forschungsbereiche mit einer Reputation für international führende Forschung gegenüber dem derzeitigen Stand zu erweitern.
- Um die Sichtbarkeit Bamberger Forschung national und international zu erhöhen, bedarf es einer deutlichen Verbesserung der Erfolge bei der Einwerbung kompetitiver Verbundprojekte mit hoher Reputation im Wissenschaftssystem, einschließlich Förderlinien, die eine exzellente Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ermöglichen.
- Die Steigerung des Drittmitteleinkommens der Universität ist kein Selbstzweck. Sie soll einerseits die finanziellen Mittel für eine wettbewerbsfähige Forschungsinfrastruktur sichern und die Grundlage für international sichtbare Publikationen schaffen. In der Regel können nur so die Voraussetzungen für die Adressierung fachlich oder gesellschaftlich relevanter Probleme geschaffen werden. Andererseits helfen kompetitiv eingeworbene Forschungsprojekte bei der glaubwürdigen Darstellung der Forschungsexzellenz an der Universität und tragen damit längerfristig zur Vergrößerung der Ressourcen bei.
- Die Universität beabsichtigt, die Voraussetzungen dafür zu verbessern, dass die Universität Bamberg sich zu Beginn der 2030er Jahre mit guten Erfolgsaussichten in mehreren Forschungsfeldern entweder allein oder in Kooperation mit anderen am Exzellenzwettbewerb der deutschen Universitäten beteiligen kann. Dies erfolgt durch die intensive Begleitung und Förderung exzellenter und statusübergreifender Forschungsteams mit geeignetem Diversitäts- und Internationalitätsprofil sowie den weiteren Ausbau strategischer Partnerschaften im regionalen, nationalen und internationalen Kontext.
C. Unser Weg
- Die Forschungsstrategie der Universität Bamberg kombiniert die Förderung herausragender Einzelleistungen mit der aktiven Unterstützung exzellenter Forschungsteams.
- Wo Synergien entstehen, kooperiert die Universität in allen vier Fakultäten mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen. Hierzu zählen insbesondere auch das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) als dauerhafte Kooperationspartner.
- Die Universität misst der Unterstützung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei der Antragstellung für Verbundprojekte hohe Priorität bei und hat zur Förderung der Antragstellenden eine neue, über den Hochschulvertrag finanzierte Unterstützungsmaßnahme eingeführt.
- Bei etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und solchen in frühen Karrierephasen zielt das Verfahren der hochschulinternen Forschungsförderung vor allem auf die Unterstützung von Anträgen, die der Vorbereitung von Drittmittelprojekten dienen. Zusätzlich fördern projektunabhängige Formate wie z. B. Workshops oder Antragswerkstätten die Kompetenzen zur erfolgreichen Drittmitteleinwerbung bei Forschenden in frühen Karrierephasen.
- Verschiedene universitäre Einrichtungen unterstützen die Qualifizierung von Forschenden in allen Karrierephasen durch gezielte Förderformate und Programme. Dazu zählen das Dezernat Forschungsförderung und Transfer (Z/FFT), das Graduiertenzentrum Trimberg Research Academy (TRAc), das Welcome Center, die Beauftragten für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst der Universität Bamberg mit dem Gleichstellungsbüro Wissenschaft sowie das Zentrum für Geschlechtersensible Forschung (ZGF).
- Forschende in der Promotions- und Postdoc-Phase leisten essenzielle Beiträge zur Forschungsdynamik an der Universität. Forschende in frühen Karrierestadien können zu den innovativsten und produktivsten Mitgliedern der Universität zählen.
- Bei der Auswahl von Personal für wissenschaftliche Qualifikationsstellen muss deshalb die potenzielle Forschungsstärke unter Berücksichtigung der persönlichen Lebensumstände eine wesentliche Rolle spielen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die für Einstellungen und Vertragsverlängerungen verantwortlich sind, werden daher Informationen an die Hand gegeben, wie die potenzielle Forschungsstärke angemessen berücksichtigt und beurteilt werden kann.
- Die Auswahl von Personal für Promotions- und Postdoc-Stellen soll nach Möglichkeit offen und wettbewerbsorientiert gestaltet werden. Dazu zählt - unter Berücksichtigung fachlicher Spezifika – vor allem eine internationale, zumindest aber nationale Ausschreibung.
- Auch muss es das Bestreben der Universität sein, eine attraktive Arbeitgeberin für hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierestufen zu sein. Die Attraktivität der Universität in dieser Hinsicht ist in regelmäßigen Abständen zu evaluieren.
- Für die Weiterentwicklung der Forschung ist neben einer dauerhaften und ausreichenden Finanzierung von Personal insbesondere eine moderne administrative Infrastruktur erforderlich. Die Universität setzt sich für eine strategische Serviceorientierung für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten ein.
- Unter Einbezug von externer Expertise unterhält die Universität Bamberg ein System der Qualitätssicherung in der Forschung. Dies wird nachfolgend weiter ausgeführt.
Forschungsmanagement und Qualitätssicherung
⇒ Ziel: Ein modernes, transparentes System zur Forschungsförderung und Qualitätssicherung etablieren
A. Gegenwärtige Lage und Herausforderungen
- Der Planung und Gestaltung des Forschungsprofils der Universität Bamberg sind gemeinschaftlich die Mitglieder der Universitätsleitung und qua Amt die Vizepräsidentin bzw. der Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs verpflichtet.
- Die Ständige Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (FNK) unterstützt Universitätsleitung, Erweiterte Universitätsleitung und Senat in Grundsatzfragen der Forschung. In ihr sind die Forschungs¬dekaninnen und -dekane aller vier Fakultäten sowie die bzw. der Beauftragte der Universität für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst sowie Repräsentierende aller wissenschaftlichen Statusgruppen vertreten.
- In der zentralen Universitätsverwaltung berät das Dezernat Forschungsförderung und Transfer (Z/FFT) zu koordinierten Programmen sowie zu Einzelaktivitäten in der Antragsphase. Z/FFT fungiert als zentrale Anlaufstelle für Forschungsförderung, Forschungstransfer und Forschungsmanagement an der Universität Bamberg. Neben einzelnen Forschenden unterstützt Z/FFT auch die Fakultäten, fakultätsübergreifenden Forschungszentren, Profilschwerpunkte und Transferaktivitäten. Darüber hinaus bereitet das Dezernat Strategiepläne und Entscheidungsvorlagen für die Universitätsleitung vor. Auf operativer Ebene agiert Z/FFT an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und weiteren wissenschaftsstützenden Akteuren, z. B. der Abteilung Haushalt oder dem Justitiariat, sowie der Universitätsleitung.
- Der IT-Service bietet als zentrale Einrichtung vielfältige Dienstleistungen für Forschende an. Dies umfasst „Software as a Service“-Dienste wie das Forschungsdaten-Repositorium, „Platform as a Service“-Dienste bspw. für die Zusammenarbeit in Forschungsprojekten bis hin zu „Infrastructure as a Service“-Diensten in Form von virtuellen Maschinen. Speziell im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) betreibt der IT-Service auch dedizierte KI-Serversysteme, vermittelt den Zugang zu überregional bereitgestellten Ressourcen und unterstützt Forschende bei deren Nutzung.
- Die Universitätsbibliothek unterstützt und berät Forschende umfassend insbesondere zu Fragen der Literaturbeschaffung, der Literaturverwaltung und des Forschungsdatenmanagements. Die Universitätsbibliothek fördert die Veröffentlichung und Finanzierung von „Open-Access“-Publikationen und unterstützt den Betrieb des Universitätsverlags „University of Bamberg Press“.
- Universitätsbibliothek, IT-Service, Z/FFT und Universitätsarchiv betreiben und betreuen das Forschungsinformationssystem (FIS) und das Forschungsdatenrepositorium der Universität.
- Die vielfältigen Unterstützungsleistungen für Forschung an der Universität sind verteilt organisiert. Sie sind teils in der zentralen Universitätsverwaltung angesiedelt (insb. die Bereiche Forschungsförderung, Transfer, Wissenschaftskommunikation, Personal und Haushalt), teils in Serviceeinrichtungen (z. B. Universitätsbibliothek, IT-Service, Graduiertenzentrum TRAc) sowie darüber hinaus auch im Gleichstellungsbüro Wissenschaft und in der AG Forschung des Mittelbaukonvents verortet. Die verschiedenen Bereiche stehen in einem regelmäßigen und konstruktiven Austausch.
B. Ziele
- Die Universität benötigt ein schlankes und modernes System der Qualitätssicherung und der Forschungsförderung in Wissenschaft und wissenschaftsstützendem Bereich, das sich an den Leitlinien des Bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes orientiert und dessen innovativen Anspruch konstruktiv umsetzt.
- Die Universität ist bestrebt, die Forschungsförderung an den strategischen Zielen der Universität auszurichten.
- Die Kommunikation und der Austausch zwischen dezentral organisierten Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen sind weiter zu systematisieren und zu intensivieren.
- Die Universität strebt an, die Prozesse der Qualitätssicherung so zu gestalten, dass sie von allen beteiligten Stellen als fair, transparent und nachvollziehbar angesehen werden können.
C. Unser Weg
- Die Ständige Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (FNK) bringt sich auf geeignete Weise in die Steuerung des Evaluationsprozesses der wissenschaftlichen Zentren der Universität, der Tätigkeit von Profilschwerpunkten sowie strategisch wichtiger Forschungsvorhaben ein. Auf der Grundlage geeigneter Gutachten gibt die FNK Empfehlungen zu Schwerpunkten und Strukturen der Universität Bamberg im Bereich Forschung, begleitet Programme für Forschende in frühen Karrierephasen und wirkt bei der Entwicklung von qualitätssteigernden Maßnahmen in der Forschung mit.
- Mit den neu eingeführten Forschungsdekaninnen und -dekanen stärkt die Universität die Forschung insgesamt sowie die Fächerkulturen und Perspektiven der Fakultäten. Die Forschungsdekaninnen und -dekanen beraten und unterstützen die Universitätsleitung – insbesondere die Vizepräsidentin bzw. den Vizepräsidenten für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs – bei der Umsetzung der übergeordneten Forschungsziele sowie in den Profilschwerpunkten und Profilinitiativen der Universität. Dazu erhalten die Forschungsdekaninnen und -dekane die Möglichkeit zur regelmäßigen Anhörung und Berichterstattung in zentralen und dezentralen Entscheidungsgremien der Universität. Ein ergänzender Leitfaden zur Forschungsstrategie konkretisiert Aufgaben und Handlungskompetenzen der Forschungsdekaninnen und -dekane und dient ihnen zur Orientierung.
- So unterstützen und beraten die Forschungsdekaninnen und -dekane die Forschenden ihrer Fakultäten in strategischen und strukturellen Forschungsfragen, insbesondere bei der Initiierung von koordinierten Drittmittelanträgen und sind – neben den Dekaninnen und Dekanen – Ansprechpersonen in Forschungsfragen für die zentrale Verwaltung, insbesondere für das Dezernat Forschungsförderung und Transfer (Z/FFT).
- Im Rahmen einer verantwortungsvollen Forschungskultur sind die Forschungsdekaninnen und -dekane Ansprechpersonen für die Umsetzung des DFG-Kodex und stehen in regelmäßigem Austausch mit der Ombudsperson sowie den Mitgliedern der Ständigen Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen eines Fehlverhaltens in der Wissenschaft. Darüber hinaus halten sie den Kontakt zur DFG-Vertrauensperson der Universität und bleiben darüber stets über aktuelle Entwicklungen oder Förderformate der DFG informiert.
- Zur Förderung wissenschaftlicher Karrieren tauschen sich die Forschungsdekaninnen und -dekane regelmäßig mit den Mitarbeitenden des Graduiertenzentrums TRAc über Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus.
- Ausreichend große Institute, Fachgruppen, Forschungs- und Kompetenzzentren führen nach Möglichkeit jährlich ein Treffen zur Forschungsstrategie durch, an dem sie fachbezogen über Individual- und Verbundanträge, besonders zur Stärkung der Profilschwerpunkte bzw. Profilinitiativen sowie zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, beraten und Initiativen beschließen. Bei fachlicher Nähe können die o.g. Gruppen gemeinsame Treffen durchführen. Die Forschungsdekaninnen und -dekane können dazu eingeladen werden, um sich über deren Forschungsaktivitäten und - initiativen auszutauschen und mögliche Strategien und Entwicklungen im Zusammenhang mit den Profilschwerpunkten zu diskutieren.
- Zur Beratung der Universitätsleitung wird ein Forschungsrat (Research Board) eingerichtet: Dieses Gremium besteht aus externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich durch national bzw. international führende Leistungen in der Forschung und Erfahrung in Leitungsgremien von Fördergebern ausgezeichnet haben sollen. Die Universitätsleitung beruft dazu eine angemessene Anzahl von Mitgliedern. Auf eine ausgewogene Berücksichtigung der Fachgebiete ist dabei zu achten. Das Gremium adressiert aktuelle strategische Herausforderungen in der Forschung und gibt Empfehlungen für die weitere Entwicklung und Profilbildung der Universität. Die Vizepräsidentin bzw. der Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs beruft die Sitzungen ein, betreut den Forschungsrat und berichtet in der Universitätsleitung.
- Zum System der Qualitätssicherung der Universität gehören Ziel- und Leistungsvereinbarungen bei neu berufenen Professorinnen und Professoren sowie regelmäßige Diskussionen der Forschungsschwerpunkte durch die Universitätsleitung oder die Erweiterte Universitätsleitung.
- Ebenso wie die Fakultäten, die zentrale Universitätsverwaltung und die zentralen Betriebseinheiten sind die fakultätsübergreifenden Forschungszentren in die Qualitätssicherung der Universität Bamberg einbezogen. Auf dieser Basis macht sich die Universität regelmäßig ein Bild von ihrer aktuellen Forschungsleistung und rezipiert Impulse für die Entwicklung vielversprechender Zukunftsperspektiven.
- Im Bewusstsein ihrer institutionellen Verantwortung setzt die Universität Bamberg strenge Maßstäbe für redliche Wissenschaft und ein verantwortungsvolles Miteinander im Forschungsprozess. Sie setzt sich für die Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis ein und stellt damit den integren Umgang mit Forschungsergebnissen und das Vertrauen in die Forschung ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sicher. Eine wichtige Grundlage dafür sind die an den DFG-Kodex angelehnten „Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“, die an der Universität Bamberg vollständig umgesetzt sind.
- Die Universität Bamberg bekennt sich zu einem offenen Wissenszugang und zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Forschungsdaten. Hierzu hat sie eine Forschungsdaten-Policy verabschiedet, die die Open-Access-Erklärung ergänzt und in der sie sich unter anderem zu den FAIR-Prinzipien und zu Open Science bekennt. Zur Unterstützung unterhält die Universität eine zentrale Beratungs- und Servicestelle für professionelles Forschungsdatenmanagement. Diese informiert auch über die Angebote der beteiligten zentralen Einrichtungen – IT-Service, Universitätsbibliothek sowie der Dezernate Archiv und Forschungsförderung & Transfer. Darüber hinaus engagiert sich die Universität für die kontinuierliche Weiterentwicklung eines leistungsfähigen Forschungsinformationssystems (FIS).
Profilbildung
⇒ Ziel: Das Forschungsprofil mit exzellenter Forschung stärken
A. Gegenwärtige Lage und Herausforderungen
- Das Forschungsprofil der Universität Bamberg verbindet Verantwortung für die Gesellschaft mit der strategischen Identifikation und systematischen Weiterentwicklung von zukunftsfähigen, innovativen Ideen aus der wissenschaftlichen Grundlagenforschung, der anwendungsorientierten Forschung sowie dem Wissens- und Technologietransfer in Gesellschaft, Politik, Kultur und Wirtschaft. An der Universität Bamberg wird Forschung derzeit
» in vier universitätsweiten Profilschwerpunkten national und international profiliert (siehe oben),
» an zwei damit verbundenen fakultätsübergreifenden Forschungszentren und einem Kompetenzzentrum zu interdisziplinärer Forschungsstärke gebündelt und
» an vier Fakultäten in spezifischen Forschungsschwerpunkten, auch unterhalb der Ebene von Profilschwerpunkten und Profilinitiativen, sowie in Form von Individualforschung gestaltet. - Die Profilschwerpunkte werden von Verbünden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern getragen, die in ihrem jeweiligen Forschungsgebiet national wie international besonders ausgewiesen sind. Sie zeichnen sich durch eine kritische Masse von jeweils etwa 30 promovierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und eine hohe interdisziplinäre Vernetzung aus. Sie weisen in der Förderung von Forschenden in frühen Karrierestadien, der forschungsbasierten Lehre sowie im Wissenstransfer ein eigenständiges Profil auf. Mit ihrer Forschung tragen sie international sichtbar zur Bearbeitung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen und historisch-kultureller Fragen bei.
- Zwei wissenschaftliche Zentren und ein Kompetenzzentrum der Universität sind explizit mit Profilschwerpunkten verbunden und kombinieren Forschung und forschungsorientierte Lehre:
» Das Zentrum für Mittelalterstudien (ZEMAS) im Arbeitsbereich des Profilschwerpunkts Kultur und Gesellschaft im Mittelalter ist in der Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften verankert.
» Das Zentrum für innovative Anwendungen der Informatik (ZIAI) ist ein fakultätsübergreifendes wissenschaftliches Zentrum und dient als Inkubator und Katalysator im Profilschwerpunkt Digitale Geistes-, Human- und Sozialwissenschaften.
» Ähnliches gilt für das Kompetenzzentrum Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT), das den institutionellen Kern des Profilschwerpunkts Erschließung und Erhalt von Kulturgut bildet. - Mit dem Profilschwerpunkt Empirische Sozialforschung zu Bildung und Arbeit sind zwei An-Institute der Universität verbunden:
» Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi)
» Staatsinstitut für Familienforschung (ifb)
In enger Zusammenarbeit mit diesen Instituten leistet die Universität Bamberg einen Beitrag zur Entwicklung einer modernen, innovativen und wissenschaftsgeleiteten Wissensgesellschaft und -ökonomie. - Das Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung Bamberg (ZLB) bündelt als zentrale Einrichtung der Universität fakultätsübergreifend die Forschungsaktivitäten der Bamberger Akteure in der Lehrkräftebildungsforschung. Viele Mitglieder des ZLB sind zusätzlich auch im Profilschwerpunkt Empirische Sozialforschung zu Bildung und Arbeit aktiv, sodass das Zentrum zudem auch zur Sichtbarkeit des Profilschwerpunkts beiträgt.
- Um neue innovative Forschungsfelder gezielt zu fördern, kann die Universitätsleitung auf Empfehlung der FNK neue Profilinitiativen einrichten. Diese repräsentieren dynamische Verbünde von Forschenden mit hohem Entwicklungspotenzial für einen zukünftigen universitätsweiten Profilschwerpunkt.
- Neben den genannten fakultätsübergreifenden Einrichtungen mit starkem Bezug zu Themen der Profilschwerpunkte und –initiativen bestehen weitere fakultätsübergreifende Zentren sowie Zentren mit einem klaren Schwerpunkt in einer Fakultät. Auch sie dienen als Kristallisationskerne gemeinschaftlicher Forschungsaktivitäten.
- Weiterhin verfügt die Universität über eine Reihe von Kompetenzzentren und Forschungsstellen, deren Schwerpunkt in einzelnen Fakultäten oder Instituten liegen und die ebenfalls Kristallisationskerne für fakultätsübergreifende Initiativen werden könnten.
B. Ziele
- Arbeit in den Profilschwerpunkten, Profilinitiativen und Verbünden soll nicht nur quantitativ eine kritische Masse Forschender aller Statusgruppen repräsentieren, sondern auch qualitativ innerhalb der Wissenschaftscommunity und auch von der Öffentlichkeit als führend im nationalen und internationalen Wissenschaftssystem wahrgenommen werden.
- Diese führende Stellung soll durch Publikationen und ein extern anerkanntes Drittmitteleinkommen wahrgenommen werden (z. B. im Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft, DFG), was in den Evaluationen berücksichtigt wird.
- Das Drittmitteleinkommen der Profilschwerpunkte, Profilinitiativen und Verbünde soll schrittweise die Ausstattung und dezentrale Unterstützung Forschender in diesem Bereich stärken.
C. Unser Weg
- Alle wissenschaftlichen Zentren der Universität werden regelmäßig gemäß ihren Geschäftsordnungen evaluiert. Auf der Grundlage der Evaluationsberichte kann der Forschungsrat weitere Empfehlungen an die Universitätsleitung formulieren.
- Angesichts der Bedeutung von Profilschwerpunkten und -initiativen für das Forschungsprofil, die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Einwerbung koordinierter Projekte geben sich die Forschenden in diesen Gruppen unter Einbeziehung der zugeordneten wissenschaftlichen Zentren und Kompetenzzentren eine schlanke Governance-Struktur (vor allem ein Team von Sprecherinnen bzw. Sprechern) und entwickeln Strategien für die Einwerbung von Individual- und vor allem Verbundprojekten.
- Die Teams von Forschenden in diesen Bereichen schaffen niedrigschwellige Diskussionsformate (z. B. Forschungsseminare), um sich gegenseitig bei der Einwerbung und Durchführung von Verbund- und Individualprojekten zu unterstützen. Dabei ist zu einem möglichst frühen Zeitpunkt das Dezernat Forschungsförderung und Transfer beratend hinzuzuziehen.
- Der Forschungsrat kann eine kurze Evaluation der Tätigkeit der Profilschwerpunkte und -initiativen anhand von Indikatoren, die in der jeweiligen Disziplin anerkannt sind, initiieren.
- Forschungsteams in Profilschwerpunkten und wissenschaftlichen Zentren, in deren Arbeitsbereich keine DFG-Forschungsgruppe, kein DFG-Sonderforschungsbereich, keine maßgebliche Beteiligung an einem Verbundprojekt im EU-Forschungsrahmenprogramm und keine Beteiligung an einem anderen Verbundprojekt (z. B. Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, BMFTR) gefördert wird, bereiten einmal in drei Jahren einen Antrag für eine von ihnen (mit- ) geleitete DFG-Forschungsgruppe, einen DFG-Sonderforschungsbereich oder ein Verbundprojekt im EU-Forschungsrahmenprogramm vor. Dies kann ein Bamberger Projekt oder ein mit anderen Einrichtungen koordiniertes Projekt sein. Dabei wird angestrebt, vorrangig Drittmittelprojekte mit einem angemessenen finanziellen Umfang und vertretbarem Aufwand für die Abwicklung zu realisieren.
- Zur Unterstützung geplanter Verbundprojekte bei der DFG oder im EU-Forschungsrahmenprogramm können Antragstellende eine Förderung aus der neu eingeführten, über den Hochschulrahmenvertrag finanzierten Unterstützungsmaßnahme beantragen. Die Universitätsleitung holt hierzu eine Stellungnahme der FNK ein.
- Die Forschenden aller Profilschwerpunkte nutzen geeignete Formate der Wissenschaftskommunikation, um die Sichtbarkeit der Universität sowie der Beiträge ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insbesondere im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen zu stärken.
Karriereförderung in der Wissenschaft
⇒ Ziel: Attraktive Forschungsbedingungen schaffen, Talente fördern und Exzellenz sichern
A. Gegenwärtige Lage und Herausforderungen
- Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg bedarf der Zusammenarbeit aller wissenschaftlichen Statusgruppen, um ihren Ruf als exzellente Forschungsuniversität zu stärken.
- Sie macht es sich daher zur Aufgabe, Forschungstalente mit großem Potenzial frühestmöglich auch international zu identifizieren zu gewinnen und im Hinblick auf eine erfolgreiche Laufbahn in der Wissenschaft wie auch auf anspruchsvolle Funktionen in Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. Grundlegende Elemente dafür sind neben der forschungsbasierten Lehre eine frühe Integration von Studierenden, Promovierenden und Postdocs in exzellente Forschungsprojekte und strukturierte Promotionsprogramme, z. B. von der DFG oder anderen Institutionen geförderte Graduiertenkollegs.
- Als zentrale Serviceeinrichtung zur Koordinierung und fachübergreifenden Durchführung der wissenschaftlichen Förderung von Forschenden unterhalb der professoralen Ebene fungiert an der Universität Bamberg seit 2009 das Graduiertenzentrum Trimberg Research Academy (TRAc).
- Neben professionellen Beratungs- und Coaching-Angeboten zu individuellen Karrierefragen und einem umfangreichen Programm zur Vermittlung überfachlicher Qualifikationen in Forschung, Wissenschaftsmanagement und Wissenschaftskommunikation erhalten Forschende in frühen Karrierestadien (Promotions- und Postdoc-Phase) am Graduiertenzentrum TRAc Unterstützung bei der Vorbereitung von Drittmittelanträgen.
- Im Wesentlichen finanziert durch eine erfolgreiche Einwerbung von Mitteln aus dem WISNA-Programm des BMFTR hat die Universität Bamberg herausragenden Wissen¬schaftlerin¬nen und -wissenschaftlern in frühen Karrierephasen seit 2019 an geeigneten Stellen erfolgreich den Karriereweg der Tenure-Track-Professur (TT-Professur) eröffnet.
- Chancengerechtigkeit und Diversität sind elementare Bestandteile der Forschungsstrategie der Universität Bamberg. Beides sind Voraussetzungen für Kreativität, Problemlösungskompetenz, Innovation, Arbeitgeberattraktivität und Akzeptanz in der Gesellschaft. Explizit festgehalten wird dies in der Diversitätsstrategie und im Gleichstellungskonzept der Universität, wonach die Förderung von Vielfalt beispielsweise in kultureller und religiöser Hinsicht, in Bezug auf sexuelle Identität und Selbstbestimmung, auf Integration von Menschen mit Migrationserfahrung, auf Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung umfassend zu berücksichtigen ist. Die Universität Bamberg bekennt sich dazu, den Weg zu mehr Chancengerechtigkeit konsequent weiterzuverfolgen.
- Ihr besonderes Bewusstsein für Aspekte der Diversität stellt die Universität Bamberg darüber hinaus in ihren durch Transparenz und Zuverlässigkeit gekennzeichneten Berufungsverfahren und auch in allen weiteren Einstellungsprozessen unter Beweis.
B. Ziele
- Es ist Ziel der Universität Bamberg, ihre Attraktivität als Standort für Forschungstalente und Spitzenforschende aller Karrierestufen weiter zu erhöhen.
- Darüber hinaus benötigt die Universität ein System, hochgradig erfolgreiche Spitzenforschende aller Karrierestufen für Bamberg zu gewinnen und in Bamberg zu halten, wenn sie durch Publikationen, Forschungspreise oder eingeworbene Drittmittel erheblich zur Profilierung der Universität in Forschung, Lehre und Transfer beitragen.
- Nicht zuletzt ist der Universität weiter daran gelegen, hochgradig talentierte Studierende in Bachelor- und Master-Studiengängen forschungsorientiert auszubilden und bei Interesse und Eignung an exzellente Forschung heranzuführen.
C. Unser Weg
- Die Universität Bamberg wird auch weiterhin durchlässige Karrierewege für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Karrierephase (Promotions- und frühe Postdoc-Phase) fördern, den Anteil von Frauen bei Erstberufungen weiter erhöhen (z. B. durch die Teilnahme an geeigneten Ausschreibungen von Fördergebern wie dem BMFTR) und den Ausbau einer modernen, familiengerechten Arbeitsumwelt vorantreiben.
- Die Erfahrungen mit TT-Professuren der letzten Jahre müssen ausgewertet werden, um eine strategische Ausschreibung von Stellen als TT-Professuren zu optimieren. Insbesondere die Besetzung von Juniorprofessuren mit TT bietet angesichts der Rigidität des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes die Möglichkeit, Spitzenforscherinnen bzw. Spitzenforschern mit Potenzial schon im Anschluss an die Postdoc-Phase eine längerfristige Perspektive zu bieten.
- Die Universität Bamberg strebt in diesem Zusammenhang an, wissenschaftlich selbstständigen Forschenden in der fortgeschrittenen Postdoc-Phase / Etablierungsphase (z. B. Trägerinnen und Trägern von ERC-Starter-Grants, Nachwuchsgruppenleiterinnen und -leitern im Emmy-Noether-Programm oder gleichwertige Positionen) eine dauerhafte Perspektive zu geben. Hierzu kann ggf. das Instrument der Direktberufung nach dem Bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes genutzt werden.
- Das Graduiertenzentrum TRAc bietet einen zusätzlichen institutionellen Rahmen, extern geförderte Forschungsprojekte, auch schon in der Vorbereitungsphase, lehrstuhlunabhängig an die Universität anzubinden. Diese Möglichkeit ist zu evaluieren und ggf. auszubauen.
- Um zu gewährleisten, dass Forschende in frühen Karrierestufen das Beratungs- und Coaching-Angebot der TRAc zur Karriereplanung kennenlernen, wird eine Erstberatung bei Neueinstellungen etabliert.
- Die bisher bestehenden Förderinstrumente für verschiedene Karrierephasen und Zielgruppen werden in eine Systematik überführt, die sicherstellt, dass für jede forschende Person insbesondere in den Übergangsphasen der Wissenschaftskarriere (z. B. vor und nach der Promotion, nach Rückkehr von einem Auslandsaufenthalt) ein geeignetes Förderinstrument bereitgestellt wird, das in einem kompetitiven Verfahren beantragt werden kann.
- Die Universität unterstützt sowohl individuell betreute als auch in strukturierten Programmen durchgeführte Promotionen. Wegen der besseren Ausstattung extern geförderter Promotionsprogramme wird die Einwerbung von Graduiertenkollegs mit Priorität verfolgt. Diese können dann an bestehende Graduiertenschulen angeschlossen werden.
Regionale, nationale und internationale Kooperationen
⇒ Ziel: Zusammenarbeit stärken und internationale Netzwerke ausbauen
A. Gegenwärtige Lage und Herausforderungen
Internationale Kooperationen
- Internationale Kooperationen erfolgen derzeit vorwiegend projektbezogen in einzelnen Verbund- oder Individualprojekten. Insbesondere unter dem EU-Forschungsrahmenprogramm finden einige wichtige Aktivitäten statt.
- Im Austausch mit der Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen (KoWi) bestätigte sich für die Universität ein großes Potenzial im Bereich europäischer Drittmittelförderung. Die Herausforderung besteht nun darin, die vorhandenen Möglichkeiten und Potenziale in dem Bereich besser auszuschöpfen.
- Über Europa und einzelne Projekte hinaus beteiligte sich die Universität 2019 führend an dem strategischen transnationalen Universitätsnetzwerk BRIDGES, in dem die Universität Bamberg mit der Deakin University (Melbourne) und der Fundación Universidad Argentina de la Empresa (UADE), Buenos Aires begonnen hat, Kooperationsmöglichkeiten in Forschung und Lehre zu erörtern.
Nationale und regionale Kooperationen
- Die Universität ist eng mit ihren An-Instituten – dem Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) und dem Bayerischen Staatsinstitut für Familienforschung (ifb) – verbunden. Die Universität nutzt die starken Synergien zwischen Forschenden in den beiden An-Instituten und an der Universität.
- Des Weiteren besteht mit der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. und ihren Instituten eine enge Zusammenarbeit, die sich über verschiedene Bereiche der Universität erstreckt (beispielsweise in der Betriebswirtschaftslehre und den Denkmalwissenschaften). Mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) besteht im Hinblick auf den Profilschwerpunkt Empirische Sozialforschung zu Bildung und Arbeit eine enge Forschungskooperation, welche durch die gemeinsame Professur für Soziologie, insb. Arbeitsforschung intensiviert wird.
- Über S-Professuren kooperieren vor allem die Institute für Soziologie und Volkswirtschaftslehre der Universität Bamberg mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Diese Kooperation stärkt den Profilschwerpunkt Empirische Sozialforschung zu Bildung und Arbeit der Universität durch gemeinsame Forschungsprojekte und Veröffentlichungen.
- Mit der Universität Bayreuth kooperiert die Universität Bamberg auch im Institut für Fränkische Landesgeschichte (IFLG) in Schloss Thurnau. Das Institut wurde 2017 gegründet und bündelt landesgeschichtliche Forschungen an beiden Universitäten. Es wird von der Oberfrankenstiftung gefördert.
- Die Universität Bamberg ist mit der Hochschule Coburg durch das gemeinsam getragene Institut Mensch und Ästhetik verbunden, das sich der interdisziplinären Erforschung der Wechselwirkungen von Gesundheit und ästhetischer Gestaltung widmet.
- Zur Stärkung des Potenzials der Wissenschaftsregion Oberfranken haben sich die Universität Bamberg, die Universität Bayreuth sowie die Hochschulen für angewandte Wissenschaften Coburg und Hof 2011 zur TechnologieAllianzOberfranken (TAO) zusammengeschlossen. Forschende der Universität Bamberg, insbesondere aus der Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI) sowie dem Kompetenzzentrum für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT), sind hier vor allem in den Bereichen IT/Sensorik und Mensch und Technik aktiv.
- Mit der Stadt Bamberg kooperiert die Universität in dem vom Bundesministerium des Inneren geförderten „Smart City Research Lab“. Als eine von 73 deutschen Kommunen wurde Bamberg 2020 nach einem Antrag vom Bundesinnenministerium als Modellprojektkommune ausgewählt. Ein interdisziplinäres Forschungsnetzwerk der Universität Bamberg, verortet im Zentrum für Innovative Anwendungen der Informatik (ZIAI), unterstützt die Stadt Bamberg auf ihrem Weg zur „Smart City“ durch gemeinsame Forschungsprojekte, die Organisation des wissenschaftlichen Austauschs und die Einbeziehung relevanter Themen in der forschungsgeleiteten Lehre.
- Im Bereich der Lehrkräftebildung sowie der Lehrkräftebildungs- und Bildungsforschung ist die Universität über das Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (ZLB) auf internationaler, bundes- und bayernweiter Ebene durch zahlreiche Projekte und mehrere Projektverbünde intensiv vernetzt. Darüber hinaus stärkt das ZLB maßgeblich die regionale Zusammenarbeit der Universität mit Schulen und Bildungseinrichtungen, unterstützt den Wissenstransfer und fördert die praxisnahe Forschung in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung.
- Darüber hinaus kooperiert die Universität über ihre weiteren Institute, universitären Zentren und Kompetenzzentren intensiv mit regionalen und nationalen Forschungseinrichtungen sowie anderen Hochschulen, um gemeinsam innovative Forschungsprojekte voranzutreiben und den Wissenstransfer zu fördern.
B. Ziele
- Die Universität Bamberg strebt an, ihr Profil als regional, national und international vernetzte und agierende Universität weiter zu stärken, wobei Europäisierung sowohl Teil der Internationalisierungsstrategie als auch der Forschungsstrategie ist.
- Die Universität Bamberg zielt auf eine deutliche Steigerung ihres Drittmitteleinkommens aus Fördermitteln des EU-Forschungsrahmenprogramms.
- Ziel der Universität ist es, dass innerhalb der Strategielaufzeit
» mindestens eine Wissenschaftlerin bzw. ein Wissenschaftler jedes großen Instituts bzw. jeder Fachgruppe eine Einzelförderung in Form eines ERC Starting, Consolidator, Advanced oder Synergy Grant beantragt oder sich aktiv an entsprechenden Verbundaktivitäten der Profilschwerpunkte, Profilinitiativen oder wissenschaftlichen Zentren beteiligt.
» sich mindestens eine Gruppe Forschender in jedem Profilschwerpunkt an einem Verbundantrag im EU-Forschungsrahmenprogramm beteiligt.
» sich jede Graduiertenschule der Universität nach Möglichkeit an der Beantragung einer strukturierten Promovierendenausbildung im EU-Forschungsrahmenprogramm beteiligt.
» jede Graduiertenschule der Universität Bamberg die Beantragung von mindestens einem Programm zur Gewinnung internationaler Postdocs unterstützt. - Die Universität Bamberg möchte ihre regionalen, nationalen und internationalen Kooperationen nutzen, um ihre Chancen in der Verbundforschung zu verbessern.
C. Unser Weg
- Notwendig ist eine klare Artikulation von Prioritäten regionaler, nationaler und internationaler Kooperation. Hierzu ist ein regelmäßiger Dialog zwischen Universitätsleitung, Forschungsrat und den Fakultäten zu etablieren.
- Synergien zwischen der Universität Bamberg und regionalen, nationalen und internationalen wissenschaftlichen Partnerorganisationen sollen genutzt und weiter ausgebaut werden.
- Dabei werden auch bestehende Strukturen auf regionaler Ebene genutzt (z. B. TAO, „Smart City Research Lab“ oder IFLG).
- Hierzu informiert Z/FFT Forschende fortlaufend in enger Kooperation mit der KoWi und der Bayerischen Forschungsallianz (BayFOR).
- Insbesondere die Sprecherinnen bzw. Sprecher von wissenschaftlichen Zentren, Profilschwerpunkten und Profilinitiativen sind gezielt über Förderprogramme bei europäischen oder internationalen Förderlinien sowie zu den Fördermöglichkeiten zur Anbahnung von Kooperationen durch BMFTR und DFG zu beraten und geeignet zu unterstützen.
- Darüber hinaus initiiert die Vizepräsidentin bzw. der Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs regelmäßig Gespräche über kooperative Antragsstrategien mit den Sprecherinnen bzw. Sprechern der wissenschaftlichen Zentren sowie der Profilschwerpunkte und Profilinitiativen.
- Eine Weiterentwicklung und regelmäßige Evaluation des Anreizsystems in Bezug auf Kooperationen soll durch die Universitätsleitung unter Einbezug des Forschungsrats erfolgen.
- Bei der Evaluation wissenschaftlicher Zentren, Profilschwerpunkte und Profilinitiativen werden die regionalen, nationalen und internationalen Kooperationen berücksichtigt.
Die Forschungsstrategie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg wurde am 24.09.2025 durch die Universitätsleitung verabschiedet.