Ausstellung "Die vertriebenen Kinder": Autoren
Ausstellung "Die vertriebenen Kinder": Zeitzeuge
Ausstellung "Die vertriebenen Kinder" mit Begleitprogramm
Wie erlebten Kinder das Ende des Zweiten Weltkriegs? Was konnten sie mitnehmen, und wie war der Abschied von ihrem Heimatort? Wie war ihre Ankunft im zerstörten Deutschland? Und wo fühlen sie sich heute zu Hause?
Auf diese Fragen antworteten Zeitzeugen, die die Vertreibung aus der Tschechoslowakei nach 1945 als Kinder erlebt haben. Aus zahlreichen Filmgesprächen hat der Dokumentarfilmer Jan Blažek (Post Bellum, Prag) fünf Lebensgeschichten ausgewählt und zusammen mit dem Schriftsteller Marek Toman und fünf tschechischen Comiczeichnern und -zeichnerinnen – Jakub Bachorík, Magdalena Rutová, Stanislav Setinský, Františka Loubat und Jindřich Janíček – in die Graphic Novel Odsunuté děti (Vertriebene Kinder, 2020) verwandelt. Die deutsche Übersetzung Die vertriebenen Kinder. Graphic Novel von Raija Hauck kam 2023 im Verlag Balaena heraus.
Die Ausstellung wurde durch die Initiative von Jana Paulina Lobe, Alumna und ehemalige Mitarbeiterin der Europäischen Ethnologie und Christina Meinusch, Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und Lehrbeauftragte in der Europäischen Ethnologie an die Universitätsbibliothek Bamberg vermittelt.
- Ort: Teilbibliothek 4 (TB4) der Universität Bamberg, Heumarkt 2, 96047 Bamberg
- Zeitraum: Do 29.10. (Vernissage ab 18 Uhr) bis So 20.12.2026
- Öffnungszeiten: Mo-Fr 08:30-24:00 Uhr, Sa+So 10:00-20:00 Uhr
- Eintritt frei.
- Weitere Informationen zur Ausstellung “Die vertriebenen Kinder”
Erinnern im Gespräch. Begleitprogramm zur Ausstellung "Die vertriebenen Kinder"
Die Ausstellung "Die vertriebenen Kinder" wird von einem Begleitprogramm flankiert, das unterschiedliche Formen des Erinnerns, verschiedene Medien und mehrere Generationen zusammenführt. Dabei wird der Wiedergabe historischer Erfahrungen von Flucht und Vertreibung die Frage an die Seite gestellt, wie diese Geschichten heute erzählt und von jüngeren Generationen neu befragt werden.
1. Vernissage mit Podiumsdiskussion im Rahmen des Semesterauftakts der Europäischen Ethnologie
Donnerstag, 29.10.2026: 18:00 - 22:00 Uhr, Teilbibliothek 4 (TB4) der Universität Bamberg, Heumarkt 2, 96047 Bamberg, Eintritt frei.
Zum Auftakt wird die Wanderausstellung "Die vertriebenen Kinder" im Rahmen des Semesterauftakt der Bamberger Europäischen Ethnologie eröffnet. Im Gespräch geben die Autoren der gleichnamigen Graphic Novel Einblicke in die Entstehung des Buches: Welche Entscheidungen liegen zwischen Interview, Text und Bild und was kann gerade ein Comic über Erfahrungen von Flucht und Vertreibung erzählen? Als besondere Gäste haben sich auch in der Graphic Novel porträtierte Zeitzeuginnen angekündigt.
2. Filmabend & Director’s Talk: “30 Kilo Heimat”
Donnerstag, 19.11.2026: 18:30-20:00 Uhr; "An der Universität 5 (U5), Hörsaal U5/00.24, Eintritt frei.
Wie viel Heimat passt in 30 Kilogramm? Regisseur Michael Eibl stellt seinen Dokumentarfilm „30 Kilo Heimat“ vor und spricht anschließend mit dem Publikum über seine Familiengeschichte, die Entstehung des Films und die Nachwirkungen von Flucht und Vertreibung über Generationen hinweg. Filmvorführung und Director’s Talk verbinden dabei dokumentarisches Erinnern mit einem sehr persönlichen Blick auf Familiengeschichte und ihre Weitergabe.
Die Veranstaltung wird mitorganisiert von der Ackermann-Gemeinde und gefördert durch die Katholische Erwachsenenbildung.
Weitere Informationen zum Film: "30 Kilo Heimat" .
3. Finissage & Wintergespräch: „Mit anderen Augen“. Junge Perspektiven auf deutsch-tschechische Begegnungen und sudetendeutsche Erinnerungskultur.
Donnerstag, 17.12.2026: 16:00-18:00 Uhr; “An der Universität 2” (U2), Hörsaal U2/00.25, Eintritt frei.
Zum Abschluss der Ausstellung "Die vertriebenen Kinder" kommen in vorweihnachtlicher Atmosphäre Studierende der Europäischen Ethnologie mit Stefanie Kilian, Sprecherin der Sudetendeutschen Jugend und Christina Meinusch, Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und und Lehrbeauftragte in der Europäischen Ethnologie zusammen. Sie werden über ihre Erfahrungen einer Exkursion zum Sudetendeutschen Tag in Brünn im Rahmen der Übung Oral History im Kontext von Zwangsmigration am Beispiel der Sudetendeutschen im Sommersemester 2026 berichten. Neben Anekdoten, vielen Begegnungen, manchen Irritationen und neuen Blicken auf Erinnerungskultur steht dabei eine Frage im Zentrum: Was kann eine jüngere Generation heute mit diesem kulturellen Erbe anfangen?
Geplant: Erzählcafé und Vermittlungsangebot für Bamberger Schüler:innen
- Über die Laufzeit der Ausstellung hinaus bringt im Januar 2027 schließlich ein Erzählcafé unterschiedliche Fluchterfahrungen und Erinnerungshorizonte miteinander in den Dialog.
- Auch ein Vermittlungsangebot für Bamberger Schüler:innen verschiedener Schulformen befindet sich derzeit in Entwicklung.


