Kammerchor und -orchester der Universität Bamberg singen udn spielen im Chorraum der AULA vor Publikum.

Festliche Stimmung in der AULA: Kammerchor und -orchester der Universität präsentierten Bachs Weihnachtsoratorium.

Wilhelm Schmidts dirigerte Chor und Orchester.

Wilhelm Schmidts dirigerte Chor und Orchester.

Der Kammerchor der Universität Bamberg beim Singen des Weihnachtsoratoriums.

Der Kammerchor hatte viele rhythmisch knifflige Stellen zu meistern.

Solisten beim Schlussapplaus

Geschafft! Der Schlussapplaus belohnte die Mitwirkenden für ihre Leistung.

Weihnachtskonzerte mit Kammerchor und -orchester der Universität

Zum Jahresende erklang Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ in der AULA der Universität.

Wenn Weihnachten naht, ist Bach meist nicht weit – und auch in diesem Jahr gab es wieder das „Oratorium auf die Heilige Weyhnacht“ in Bamberg zu hören, am Wochenende gesungen und gespielt von Kammerchor und -orchester der Universität Bamberg unter seinem Dirigenten Wilhelm Schmidts.

Worum geht es nochmal? Eine Flüchtlingsfamilie, eine jüdische noch dazu, macht sich auf den Weg um die damalige halbe Welt, zuerst – noch – zu zweit; und die Familienverhältnisse sind, sagen wir mal, recht offen: Für die Schwangerschaft der jungen Frau gibt es zwei potenzielle Verursacher, wobei einer in der Geschichte recht offensiv in den Vordergrund geschoben wird. Zustände! Und weil sie völlig verarmt unterwegs sind, können die Fremden auf nichts als Verständnis und Hilfe ihrer Mitmenschen hoffen. Für die Nacht der Geburt bekommen sie dann einen Kuhstall zugewiesen. Immerhin. 

Doch nun zur Musik, und um es gleich vorwegzunehmen, es ist dem kleinen Orchester und den etwa 40 Sängerinnen und Sängern unter Schmidts Leitung ein Glanzstück gelungen. Das Bach'sche Meisterwerk ist uns Hörern ja zugleich ein Lebensbegleiter und ich gestehe gerne, dass sich mir die metrische und harmonische Kraft der Arien, die Ruhe der Chöre, vor allem aber die schier überwältigende Vielfalt und Unterschiedlichkeit der musikalischen Formen insgesamt an diesem Abend so großartig erschlossen hat wie lange nicht mehr. Dazu leisteten die hervorragend eingespielten Streicher, die im Geist der historischen Spielweise mit knapper Phrasierung und schlankem Ton lustvoll virtuos aufspielten, aber auch große piano-Disziplin in begleitenden Abschnitten zeigten, ihren grundlegenden Beitrag.

Die wiederholt deutlich führende Primaria Eva Hennevogl sorgte mit für die enge Anbindung der Bläsergruppe; diese überzeugte durch klare Artikulation und Klangfarbenreichtum (die Oboen, die Trompeten – ein Traum!) im Ensemblespiel genauso wie durch hervorragende Solisten (beispielhaft: Chiara Novello als Flötistin in der Soloarie). Die solide Bassgruppe wurde durch den Dirigenten Wilhelm Schmidts als Rezitativbegleiter am Cembalo mitgesteuert, der auch damit ganz nah an seinem Solistenquartett agieren konnte. Mit Ersatzbariton Johannes Weinhuber aus Leipzig stand schließlich ein Alte-Musik-erprobtes und auch zu drei Vierteln über keinen geringeren als Philippe Herreweghe in die Feinheiten der Bach'schen Musik eingeführtes Gesangsquartett in der Dominikanerkirche.

So überzeugten die Arien im Wechselspiel mit den Rezitativen bzw. als Kontraste zu den Chorälen, beflügelten uns aber auch in wechselnden Besetzungen auf wunderbare Weise. Dass Julian Habermann stimmlich leicht angeschlagen wirkte, machte er in seinen geschmeidig gestalteten Arien und mit höchster professioneller Konzentration erkennbar wett. Ach ja, der Chor: Hut ab vor der Probendisziplin! Großen Respekt verdient die Vertiefung in die vielen rhythmisch kniffligen Stellen wie auch die zahllosen textbezogenen Details, sei's der 'schwebende' Moment bei Nr. 33 oder der alliterativ trotzige Triumph im Schlusschoral – zu Recht folgte anschließend der Triumph im Sturm des Applauses.