Nicht nur eine Erinnerung, sondern auch dringend nötig bei diesen Temperaturen: die Kult-Handtücher des Uni-Laufs

Neben den Handtüchern erfreute sich auch die erfrischende Abkühlung im Ziel großer Beliebtheit.

Gesamtsieger und oberfränkische Meister wurden Alexander Finsel (TV 1848 Coburg) und Sandra Haderlein (SC Kemmern).

Die Würzburger Medizinstudentin Delia Schmitt (Startnummer 487) erlief sich den Titel „Bayerische Hochschulmeisterin 2019“.

Trompetenklänge und Applaus: Michael Reichstein und Laszlo Vaskovics bei der Siegerehrung

Trompetenklang und Tropenhitze

Ergebnisse des Siebten Bamberger Uni-Laufs 2019

552 Läuferinnen und Läufer erreichten nach 10 km das Ziel. Schnellster Sportler war Alexander Finsel (TV 1848 Coburg) mit einer Zeit von 35 Minuten und 51 Sekunden. Bei den Frauen gewann Sandra Haderlein (SC Kemmern) in 38 Minuten und 28 Sekunden.

Die Junisonne hatte den Innenhof des Universitätsgeländes auf der ERBA-Insel bereits aufgeheizt, als dort am Sonntag um kurz vor 10.30 Uhr Trompetenklänge ertönten. Der Blick der Läuferinnen und Läufer richtete sich auf die Fassade des Universitätsgebäudes, wo in einem der oberen Fenster Michael Reichstein mit seinem Instrument eine Fanfare spielte. Der Absolvent der Universität Bamberg war extra aus Bayreuth gekommen, um seinen ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen, Dozentinnen und Dozenten und allen anderen Sportlerinnen und Sportlern den baldigen Beginn des siebten Uni-Laufs zu versüßen, bei dem die bislang vermutlich höchsten Temperaturen zu bewältigen waren. Während die Laufgemeinde im Innenhof den Countdown zählte, bis Oberbürgermeister Andreas Starke den Startschuss gab, lief der ehemalige Grundschullehramts-Student die Treppen hinunter und reihte sich in die sportliche Menge ein.

Erstmals Oberfränkische Meisterschaft

Auf den Weg machten sich nicht nur der spätere Gesamtsieger und die Sieger in den einzelnen Altersklassen, sondern auch die späteren Bayerischen Hochschulmeister sowie die Oberfränkischen Meister: Der Uni-Lauf wird zugleich als Volkslauf wie als Bayerische Hochschulmeisterschaft im 10 km Straßenlauf sowie erstmals in diesem Jahr auch als Oberfränkische Meisterschaft im 10 km Straßenlauf ausgetragen.

Die Strecke führte die Läuferinnen und Läufer, von denen die Jüngste 13 Jahre und der Älteste 78 Jahre zählte, entlang des sonnenbeschienenen Main-Donau-Kanals bis zur Buger Spitze. Im Hain erwartete die Aktiven nicht nur etwas Schatten, sondern auch der erste von drei Wasser-Versorgungspunkten.

Weiter ging es zum Haus der Bamberger Rudergesellschaft, vor dem eine weitere Wasserstation für Erfrischung sorgte, die angesichts der Wetterprognose von den Verantwortlichen des Laufs noch kurzfristig organisiert worden war. Einen sehnsuchtsvollen Blick dürfte manche Sportlerin und mancher Sportler anschließend in Richtung Hainbad geworfen haben, an dem es ebenso vorbei ging wie an der historischen Schleuse 100 und dem Alten Rathaus bis zum Kranen, wo sich alle Durstigen an einer dritten Station mit Wasser versorgen konnten. Der letzte Abschnitt führte durch die Fischerei, entlang der Konzerthalle über den Fünferlessteg, an dessen Ende eine Samba-Gruppe den ein oder anderen die Strapazen vergessen ließ und Kraft für die letzten Meter zurück auf das ERBA-Gelände spendete.

Schnellste Bamberger Studierende von der Fakultät WIAI

Insgesamt nahmen 282 Angehörige acht bayerischer Hochschulen am siebten Bamberger Uni-Lauf teil, darunter 245 Läuferinnen und Läufer der Universität Bamberg. Schnellster Bamberger Student war in diesem Jahr Simon Reuter, der nach 40 Minuten und 55 Sekunden die Ziellinie überquerte. Obwohl er sein selbst gestecktes Ziel einer Laufzeit unter 40 Minuten knapp verfehlte, freute sich der Student der Wirtschaftsinformatik über den Titel, mit dem er nicht unbedingt gerechnet hatte. An der Fakultät WIAI studiert auch die schnellste Bamberger Studentin 2019, die 46 Minuten und 46 Sekunden für die 10 km benötigte. „Die ERBA war ein Heimspiel, hier habe ich mich ausgekannt“, so Nina Zeitler (LG Bamberg). Bei früheren Läufen habe die Studentin des Masterstudiengangs Computing in the Humanities bereits als Helferin mitgewirkt, in ihrem letzten Semester wollte sie sich dann selbst ausprobieren.

Neuer Bayerischer Hochschulmeister wurde in diesem Jahr Lukas Döbereiner von der Hochschule Coburg, der mit 25 Sekunden Rückstand auf den Gesamtsieger zugleich Gesamtdritter wurde. Über den Titel als Bayerische Hochschulmeisterin 2019 konnte sich die Würzburger Medizinstudentin Delia Schmitt freuen, die nach 39 Minuten und 36 Sekunden zugleich als drittschnellste Frau ins Ziel kam.

Universität Bamberg gewinnt Mannschaftswertung

In diesem Jahr nahmen 351 Männer und 201 Frauen am Uni-Lauf teil. Zwei Minuten und 37 Sekunden nach Gesamtsieger Alexander Finsel (TV 1848 Coburg) erreichte Sandra Haderlein (SC Kemmern) das Ziel. Beide gewannen zudem die erstmals ausgetragene Oberfränkische Meisterschaft. Mit einer Zeit von 38 Minuten und 28 Sekunden wurde Haderlein wie auch im vorhergehenden Jahr schnellste Frau, konnte jedoch ihren Streckenrekord von 36 Minuten und 47 Sekunden aus dem Jahr 2018 nicht weiter ausbauen.

Die Ehrung der jeweiligen Erst-, Zweit- und Drittplatzierten nahm Universitätspräsident und Schirmherr der Veranstaltung Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert gemeinsam mit dem Leiter des Universitätssportzentrums Prof. Dr. Stefan Voll vor. Begleitet wurde die Siegerehrung von Trompetenklängen Michael Reichsteins, der in der Zwischenzeit ebenfalls ins Ziel gekommen war.

Nicht nur Einzelsportler wurden geehrt, auch Mannschaften: Die Mannschaftswertung der Männer als auch der Frauen im Rahmen der Bayerischen Hochschulmeisterschaft gewann die Universität Bamberg. Die Mixed-Wertung im Rahmen der Bayerischen Hochschulmeisterschaft konnte die Universität Erlangen-Nürnberg für sich entscheiden. Die Mannschaftswertungen im Rahmen des Volkslaufs gewann sowohl bei den Männern, den Frauen als auch im gemischten Team die LG Bamberg. Ebenso siegte die Bamberger Leichtathletikgemeinschaft bei der Oberfränkischen Mannschaftswertung der Männer und der Frauen.

Künftig früherer Start?

Neben den auf dem Gewinnertreppchen Platzierten nahmen auch zahlreiche Hobbyläufer an dem Volkslauf teil. Estuardo Campos-Vela kommt aus Guatemala und war in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Seine Frau, mit der er seit einigen Monaten gemeinsam in Deutschland lebt, ist Absolventin der Universität Würzburg, begeisterte Läuferin und schon im letzten Jahr in Bamberg gestartet. Sie hat ihren Mann heuer zur gemeinsamen Teilnahme animiert.

Eine Entscheidung, die der Mittelamerikaner nicht bereut, auch wenn es für ihn, obgleich er warme Temperaturen aus seiner Heimat gewohnt ist, anstrengend gewesen sei, gegen die Sonne zu laufen. „Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei“, ist sich der Guatemalteke sicher. Die Stimmung habe ihm gut gefallen. „Er und alle anderen Läuferinnen und Läufer müssen dann hoffentlich nicht mehr so stark schwitzen“, sagt Laszlo Vaskovics.

Der emeritierte Professor für Soziologie und geistige Vater des Uni-Laufs möchte auch im nächsten Jahr eine dritte Wasser-Versorgungsstation aufbauen. Außerdem plädiert er für eine frühere Startzeit. Die hohen Temperaturen haben ihm Sorgen bereitet, umso erleichterter gibt er sich nach dem Rennen: „Das Wichtigste ist, dass alle Sportlerinnen und Sportler gut ins Ziel gekommen sind.“

Die Ergebnisse des siebten Bamberger Uni-Laufs sind online verfügbar unter: http://www.wkm-iad.de/wk_ergebnisse.php?wknr=239 

Eine Bildergalerie zum Uni-Lauf gibt es im universitären Facebook-Auftritt.