Die neu gegründete Trimberg Research Academy (TRAc) unterstützt künftig Bamberger Forscherinnen und Forscher.

Das TRAc-Team: (v.l.) Marion Hacke, Nicolas Giersig und Vizepräsidentin Anna Susanne Steinweg

Präsident Godehard Ruppert, der erste "Emeritus of excellence" Dietrich Dörner und Vizepräsidentin Anna Susanne Steinweg

- Andreas Christ

Impulse für die Forschung

Auftaktveranstaltung der Bamberger Trimberg Research Academy

DFG, EU, Stipendien, Graduate Schools – die Angebote zur Forschungsförderung werden immer vielfältiger. Mit der Trimberg Research Academy (TRAc) verfügt die Otto-Friedrich-Universität nun über eine zentrale Einrichtung, die sowohl Promovierende als auch erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützt. Am 9. Juni stellte sich TRAc der universitären Öffentlichkeit vor.

Namensgeber der neugegründeten Trimberg Research Academy ist Hugo von Trimberg, Didaktiker des späten Hochmittelalters, der mehrere Jahrzehnte das Stift St. Gangolf in Bamberg leitete. Von Trimberg war ein Universalgelehrter, der alles Wissens- und Bildungsgut seiner Zeit zusammenfassen wollte.

„Dieser Forschergeist ist es, der den ‚Lehrer und Sammler‘ Trimberg auch im Jahre 2009 noch zum passenden Namenspatron der neu gegründeten Trimberg Research Academy der Otto-Friedrich-Universität macht“, so Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert  bei der feierlichen TRAc-Auftaktveranstaltung am 9. Juni in der AULA. „Die Trimberg Research Academy ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität“, betonte  Prof. Dr. Anna Susanne Steinweg, die als Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs die Leitung von TRAc innehat. Es werde eine Unterstützungsstruktur geschaffen, die wichtige Impulse für die Forschung geben soll.

TRAc geht einen innovativen Weg

Steinwegs Team, bestehend aus Dr. Marion Hacke und Dr. Nicolas Giersig, nutzte die Gelegenheit, um sowohl sich als auch Aufgaben und Struktur der Akademie vorzustellen. Koordinator Giersig sagte zum Selbstverständnis der neuen Institution: „TRAc setzt sich als service- und beratungsorientierte Schnittstelle dafür ein, Forscherinnen und Forscher auf unterschiedlichen Karrierestufen anzuziehen und konzeptionell zu unterstützen.“ Sie gehe dabei einen ganz eigenständigen Weg, betonte Giersig. Denn TRAc richte sich eben sowohl an Promovierende in strukturierten Programmen und Individualpromovierende, als auch an erfahrene Forscherinnen und Forscher. Dies spiegele sich auch in ihrer dreigliedrigen Struktur „Schools“, „Emeriti of Excellence“ und „Projects“ wider.

In der Sektion Schools werden bestehende strukturierte Promotionsformen, beispielsweise die in Bamberg vertretenen DFG-Graduiertenkollegs, von Hacke dabei unterstützt, ihr Programm zu planen. Außerdem wird hier die Nachfrage der Promovierenden nach Seminaren, die Schlüsselqualifikationen wie Rhetorik oder Konfliktmanagement vermitteln, gebündelt und koordiniert. Doch der Scientific Career Service (SCS) fungiert auch als Anlauf- und Servicestelle für alle Promovierenden und an der Promotion Interessierten. „Bisher gab es regen Zuspruch“, so Hacke, „sowohl bei den Beratungsanfragen als auch bei den Anmeldungen zur im Aufbau befindlichen neuen Promovierendendatenbank.“ 

Der SCS unterstützt also zum einen die deutschlandweit immer wichtiger werdenden Promotionsprogramme, berät aber ausdrücklich auch alle Individualpromovierenden. Denn „auch die Individualpromotion soll nicht schlecht geredet werden“, forderte Präsident Ruppert und betonte, man habe zwar eine Akademie geschaffen und damit ein von der Politik im Zuge des Bologna-Prozesses gefordertes Instrument. „Wir sehen diese Phase aber nicht als dritte Studienphase an, sondern als Beginn des selbstständigen wissenschaftlichen Arbeitens.“ Deshalb beschränke sich TRAc nicht auf strukturierte Promotionsprogramme, sondern habe die Vielfalt der Möglichkeiten im Blick, so Ruppert. „Die Chancen sind hervorragend.“ 

Service für Postdocs

Die Zielgruppe der „Projects“ hingegen sind bereits promovierte Forscherinnen und Forscher, wie Giersig ausführte: „In Zeiten der Bedeutungszunahme drittmittelfinanzierter Forschung gegenüber wissenschaftlichen Planstellen hilft TRAc bei der Anbindung unabhängiger Drittmittelprojekte an die Universität Bamberg. „Neben der formaljuristischen Angliederung leistet TRAc konzeptionelle Beratung, Hilfe bei der Kontaktaufnahme mit den Förderinstitutionen und begleitet die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor, während und nach der Antragstellung. Aber auch bei der privaten Lebensplanung, die sich für Forschende sowie auch deren Partner und Familien heute immer komplizierter gestaltet, wird Unterstützung angeboten. „Dabei arbeiten wir auch mit den anderen Service-Einrichtungen der Universität wie dem Welcome Center, dem Eltern-Service-Büro oder dem Frauenbüro zusammen“, ergänzte Giersig.

Eine Besonderheit der Bamberger Akademie sind die „Senior Researchers“. In dieser Sektion können entpflichtete oder bereits pensionierte Professorinnen und Professoren, die sich in der Forschung und für die Otto-Friedrich-Universität Bamberg besonders verdient gemacht haben, von der Universitätsleitung zu „Emeriti of Excellence“ ernannt werden. Als solche leiten und betreuen sie Forschungsprojekte und können sowohl den jüngeren Professorinnen und Professoren, den Forscherinnen und Forschern in der Sektion „Projects“ als auch den Promovierenden mit ihrer Erfahrung weiterhelfen. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurde Prof. Dr. Dietrich Dörner, ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Psychologie, von Vizepräsidentin Prof. Dr. Anna Susanne Steinweg und Präsident Godehard Ruppert geehrt und feierlich als erster „Emeritus of Excellence“ aufgenommen.

Vielfalt der Möglichkeiten im Blick behalten

Mit den Forschungen Dörners eng verbunden ist die Bamberger Gruppe für Interdisziplinäre Psychologie (GRIP), die bereits in der Sektion „Projects“ mit TRAc assoziiert ist. Dr. Sybille Enz hielt als Vertreterin der Gruppe den Festvortrag mit dem Titel „Soziale Robotik – Neue Formen der Mensch-Maschine-Interaktion“, in dem sie Forschungen aus dem LIREC-Projekt präsentierte. Europäische Wissenschaftler in sieben verschiedenen Ländern forschen im Rahmen dieses Projekts zusammen an Grundlagen für eine langfristige Bindung zwischen Menschen und künstlichen Kameraden. Das aus EU-Mitteln geförderte Vorhaben, an dem sich GRIP beteiligt, ist eine der unterschiedlichen Möglichkeiten, die es heute gibt, Forschung zu finanzieren. Weitere Beispiele wären DFG-Projekte oder Stipendien.