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Der Ehrendoktor Tankred Dorst (r.) erhielt 2009 seine Ernennungsurkunde von Friedhelm Marx.

Der Poetikprofessor und Ehrendoktor der Universität Bamberg wurde 91 Jahre alt.

Personalia & Porträts

Tankred Dorst verstorben

Poetikprofessor und Ehrendoktor wurde 91 Jahre alt

Im Alter von 91 Jahren verstarb am 1. Juni 2017 Tankred Dorst, einer der meistgespielten deutschen Dramatiker der Gegenwart. Dorst war nicht nur durch seine aus Bamberg stammende Frau Ursula Ehler mit Franken verbunden, sondern auch, weil sich hier seine Leidenschaft für das Theater entwickelt hat. Am Landestheater Coburg entdeckte der gebürtige Thüringer seine Verbundenheit zum Theater, die ihn sein Leben lang begleitete.

Auch die Otto-Friedrich-Universität war ihm schon früh vertraut. Als ihm hier 2009 die Ehrendoktorwürde verliehen wurde, erzählte er: „Ich kam 1950 an die damalige Philosophisch-Theologische Hochschule Bamberg, um dort zwei Semester Germanistik und Kunstgeschichte zu studieren. Leider konnte man damals nicht mehr als zwei Semester hier studieren. Aber es war eine schöne Zeit. Ich habe hier meinen ersten Film gemacht, den ‚Mörder von Kotzebue’.“

Aus dem Alumnus wurde ein bekannter Autor. Dorsts Werkverzeichnis umfasst mehr als 50 Titel, darunter auch Übersetzungen und Bearbeitungen fremder Werke, vier Ballett- und Opernlibretti und acht Filme, bei dreien davon führte er selbst Regie. Seit Anfang der siebziger Jahre bestand die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft mit seiner Frau Ursula Ehler, fast alle Theatertexte schrieben sie gemeinsam. 1991 kam Dorst als Poetikprofessor an die Universität Bamberg zurück, um öffentliche Vorlesungen zu halten und in Seminaren mit Studierenden zu diskutieren.

2006 inszenierte Tankred Dorst, wieder gemeinsam mit seiner Frau, bei den Bayreuther Festspielen Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Berlin. Das letzte Theaterstück des Paares „Das Blau in der Wand“ wurde 2016 uraufgeführt. Bis zum Lebensende war Dorst noch produktiv, ganz seiner Aussage entsprechend: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Ehrendoktorinnen und –doktoren.