Internationale Studierende wandern bei der Exkursion im Landkreis Bamberg.

Im Musikhaus Thomann probieren einige Gäste die Instrumente gleich aus.

Eine ungewöhnliche Wanderung durch den Baumwipfelpfad im Steigerwald...

Stellvertretender Landrat Johann Pfister empfängt die Gruppe auf der Giechburg.

98 Personen nehmen an der Sommer-Universität teil.

- Selmar Klein

Sommer-Universität in Bamberg

Studierende aus 28 Ländern auf Exkursion durch den Landkreis

„Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich.“ Viele deutsche Kinder sind mit den Streichen aus „Max und Moritz“ vertraut. Bei der 39. Internationalen Sommer-Universität dieses Jahr an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg erfahren 98 Studierende aus 28 verschiedenen Ländern, was Kinder und Jugendliche in Deutschland prägt. Das Akademische Auslandsamt hat zusammen mit der Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Literaturvermittlung Interessierte diesmal unter dem Titel „Kindheit und Jugend in Deutschland: Sprache – Geschichte – Literatur“ nach Bamberg eingeladen. Den ganzen August über besuchen die Teilnehmenden Literatur-, Kultur- und Landeskundeseminare: Deutsche Märchen und Kinderlieder kommen ebenso zur Sprache wie Erziehungskonzepte und Politik hierzulande. Zusätzlich können die Gäste Deutschkurse belegen, in denen sie Grammatik, Wortschatz und Stilistik erlernen. In Exkursionen erleben sie fränkisches Leben hautnah.

So auch auf ihrer ersten Exkursion am 9. August 2017, wo die Teilnehmenden wirtschaftliche, politische und landschaftliche Facetten des Landkreises Bamberg kennenlernten: vom weltweit führenden Musikalienhändler Thomann im 142-Seelen-Ort Treppendorf über den Baumwipfelpfad im Steigerwald bis hin zum Empfang des Landrats auf der Giechburg. Als Geschäftsführer des Musikhauses Thomann gab Hans Thomann Einblicke in Firmenentwicklung, Unternehmensstrategien sowie das internationale Team, das in 18 verschiedenen Sprachen operiert, wobei jeweils Muttersprachlerinnen und Muttersprachler für die Kommunikation zuständig sind – auch um kulturellen Unterschieden Rechnung zu tragen. Außerdem präsentierte er die komplexe Lagerlogistik und die Versandabwicklung mit ihrer aufwändigen Qualitätssicherung. Das veranschaulichte er an Beispielen wie Klaviertransporten ans andere Ende der Welt oder der Optimierung von 39-Euro-Gitarren für Discounter. Ein Streifzug durch die 6.000 Quadratmeter große Ladenfläche rundete diese erste Station ab – inklusive spontaner musikalischer Darbietungen der Gäste.

Mitten in den Baumkronen des Steigerwaldes

Nach einer idyllischen Busfahrt, vorbei am ehemaligen Zisterzienserkloster Ebrach, führte die Exkursionsroute die Studierenden mitten hinein in die Baumkronen des Steigerwaldes. Einblicke in die nachhaltige Waldbewirtschaftung ergänzten die sinnlichen Eindrücke von der artenreichen Flora und Fauna. Durch die verschiedenen Etagen des Ökosystems hindurch windet sich der Stelzenpfad am Ende spiralförmig hinauf und eröffnete den Studierenden an diesem sonnigen Tag ein Panorama in 42 Metern Höhe über dem Steigerwald.

Noch etwas höher hinauf ging es zur Giechburg oberhalb von Scheßlitz, wo der stellvertretende Landrat Johann Pfister die Gruppe empfing. Im Westflügel der hochmittelalterlichen Halbruine unterstrich der Politiker die kulturelle Vielfalt der Gastgeberregion als Quelle dialogreicher Begegnungen und wirtschaftlicher Entwicklung im Landkreis mit seinen zahlreichen Hidden Champions, touristischen Attraktionen und Bildungseinrichtungen. Zum Abschluss des Tages besuchten die ausländischen Gäste eine weitere Attraktion: die Wallfahrtskirche des Heiligen Pankratius auf dem Gügel. Noch bis zum 28. August können die Studierenden Eindrücke der deutschen Kultur und Sprache sammeln – auch auf ihren Ausflügen nach Würzburg und Nürnberg.

Auch auf der Facebook-Seite der Universität gibt es einen Beitrag über die Sommer-Universität anlässlich des Empfangs der Stadt Bamberg.