Preisverleihung in Augsburg: Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Daniela Sauer (Foto: Universität Augsburg)

Daniela Sauer im Rollenspiel mit einem Lehramtsstudenten (Foto: Helmut Ölschlegel)

Die Verbindung von Theorie und Praxis ist ein wichtiger Bestandteil von Daniela Sauers Lehre (Fotos: Christian Herse)

Daniela Sauer mit Lehrkräften und Studierenden des Seminars Kollegiale Beratung

Ausgezeichnet, Daniela Sauer!

Diplom-Pädagogin erhält Preis für gute Lehre 2010

Daniela Sauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Schulpädagogik, legt in ihren Seminaren viel Wert auf die Verbindung von Theorie und Praxis. Nun wurde sie unter anderem dafür vom Wissenschaftsminister mit dem Preis für gute Lehre ausgezeichnet.

Hätte nicht vor Jahren ein Studienberater Daniela Sauer vehement davon abgeraten, Grundschullehramt zu studieren, dann wäre die Universität Bamberg heute womöglich um eine ausgezeichnete Dozentin ärmer. Ausgezeichnet ist sie im wahrsten Sinne des Wortes: Im Oktober verlieh der bayerische Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch der Diplom-Pädagogin Daniela Sauer vom Lehrstuhl für Schulpädagogik den Preis für gute Lehre 2010, da ihre Lehre Theorie und Praxis vorbildhaft im Sinne einer wissenschaftsbasierten Berufsfeldorientierung verbinde. Dieser ist mit immerhin 5.000 Euro dotiert.

Vorausgehend hatte die Fakultät Humanwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg sie bereits mit dem Preis für exzellente Lehre 2010 geehrt.  Das Gremium der Fakultät betonte in seiner Laudatio vor allem Sauers „innovative, vorbildliche und kreative Seminargestaltung“, in denen eine „motivierende Lehr- und Lernatmosphäre“ herrsche und „die Studierenden einen direkten Gewinn für ihre spätere berufliche Tätigkeit erzielen können“. Vorgeschlagen wurde die Diplom-Pädagogin aus der Mitte der Studierenden, von der Fachschaft Humanwissenschaften.

Beim Thema Schule geblieben

„Das Thema Schule hat mich nie losgelassen“, erklärt die Mutter von vier Kindern. Als Dozentin am Lehrstuhl für Schulpädagogik beschäftigt sie sich jetzt in ihrem Berufsalltag viel damit. Gerade weil Sauer viel Wert auf die Verbindung von Theorie und Praxis legt, finden ihre Seminare nicht nur in Veranstaltungsräumen der Universität statt, sondern auch an Schulen im Landkreis Bamberg. Im Seminar Kollegiale Beratung unter Lehrkräften – Grundlagen, Konzepte und Handlungspraxis beispielsweise bietet sie den Studierenden die Möglichkeit, an kollegialen Beratungssitzungen von Lehrkräften teilzunehmen und so reale Fälle aus dem Schulalltag kennen zu lernen. „Aus empirischen Studien wissen wir, dass gerade für den Aufbau von Handlungskompetenzen erste Erfahrungen im Beruf sehr wichtig sind. Die Zusammenarbeit mit Schulen eröffnet den Lehramtsstudierenden die Möglichkeit, theoriegeleitet an aktuellen Problemfällen der Lehrkräfte teilzuhaben und somit von diesen sogenannten stellvertretenden Erfahrungen zu profitieren“ erklärt Sauer.

Die gute Zusammenarbeit mit den Schulen im Landkreis Bamberg fiel der Pädagogin allerdings nicht einfach in den Schoß. Schon während ihres Studiums war Daniela Sauer dort an verschiedenen Schulen als Beraterin tätig und hat sich später ein Netzwerk aufgebaut, auf das sie nun zurück greifen kann, indem sie die Schulen mit kollegialer Beratung und Gesprächsführung begleitete.

Wissenschaftsbasierte Berufsfeldorientierung

Ein weiteres Seminar der Dozentin bezieht sich auf die zweite Phase der Lehrkräfteausbildung: das Referendariat. In Zusammenarbeit mit ihrem Kollegen PD Dr. Roland Bätz und den Studienseminarrektoren Detlef Christel und Helmut Ölschlegel leitet sie das Seminar Lernen und Arbeiten im Referendariat – das Kooperationsseminar ‚KOPRA‘, bei dem es um die Verzahnung der ersten und zweiten Phase der Lehrkräfteausbildung, also um den Austausch der Studierenden mit Referendaren geht. An den Seminartagen fährt Sauer mit ihren Kollegen und ihrem Kurs an die Schulen und nimmt „live“ am Unterricht der Referendare teil. Mit den Referendaren gemeinsam erleben und analysieren die Studierende den ‚realen‘ Unterricht. Außerdem können sie fallbezogen an Themen arbeiten, indem sie beispielsweise Beratungs- und Konfliktgespräche mit Eltern oder Schülerinnen und Schülern üben. Weitere Schwerpunkte ihrer Lehre sind unter anderem die Themen Mobbing unter Schülerinnen und Schülern oder Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern.

Freude am Tun

„Die Zusammenarbeit mit den Studierenden bereitet mir viel Freude und es reizt mich jedes Mal wieder, Sitzungen sowohl für die Studierenden als auch für mich selbst spannend zu gestalten. Seit Beginn meiner Lehrtätigkeit 2006 ist deshalb das Feedback der Studierenden eine wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung meiner Seminare. Umso mehr freue ich mich, dass ich von den Studierenden für den Preis vorgeschlagen wurde, das bedeutet mir sehr viel“, erklärt Sauer. Auch  Prof. Dr. Sibylle Rahm vom Lehrstuhl für Schulpädagogik schätzt ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin sehr. Vor allem im Bereich Beratung für Lehrkräfte und Eltern und Kommunikationstraining könne Sauer den „Studierenden wertvolle universitäre Angebote machen“, erklärt sie.