Hartmut Plehn sorgt seit Januar 2012 für einen reibungslosen Ablauf im Rechenzentrum (Fotos: Lena-Maria Frank)

Informationstechnik braucht man in der Universität überall

Das Rechenzentrum in der Feldkirchenstraße

Hartmut Plehns Vorgänger Rudolf Gardill, seit dem Frühjahr 2012 Ehrenmitglied des ZKI e.V. (Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung in Lehre und Forschung e. V., Foto: Barbara Herbst)

- Lena-Maria Frank

Ein Mann mit großen Zielen

Hartmut Plehn ist neuer Leiter des Rechenzentrums

Ein Unterfranke hat seit Januar das Sagen im Rechenzentrum der Universität Bamberg. Nach fast drei Jahrzehnten – zuletzt als Abteilungsleiter – an der Universität in Würzburg stellt sich Hartmut Plehn damit einer neuen Herausforderung. Der promovierte Physiker plant vieles – beispielsweise ein neues Mailsystem für die Studierenden.

Informationstechnik ist Teil des universitären Lebens. Der Studierendenausweis ist ständig in Aktion: Mal kopiert man, mal bezahlt man damit in der Mensa. Studierende und Lehrende brauchen den Ausweis, um sich Bücher in der Bibliothek auszuleihen. Dort können sie aber auch an Computer-Arbeitsplätzen arbeiten oder gleich mit dem eigenen Laptop das W-LAN-Netz der Universität nutzen. Überall sind die Universitätsangehörigen auf funktionierende IT-Einrichtungen angewiesen. Deshalb werden sie jeden Tag gebraucht: die Mitarbeiter des Rechenzentrums der Universität Bamberg. Damit dort alles reibungslos funktioniert und für alle Universitätsangehörigen die Basisinfrastruktur zugänglich ist, dafür sorgt seit Januar 2012 Dr. Hartmut Plehn. Er trat als neuer Leiter des Rechenzentrums die Nachfolge von Dr. Rudolf Gardill an.

„Über Physik in die IT-Schiene“

Nach 27 Jahren an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg suchte Hartmut Plehn nach einer neuen Herausforderung. „Ich bin seit Beginn meines Studiums jeden Tag im gleichen Gebäudekomplex gewesen“, erklärt er. Das Rechenzentrum in Würzburg ist nämlich im gleichen Bau untergebracht wie die Fakultät für Physik und Astronomie. Plehn hat nicht, wie vielleicht zu erwarten wäre, Informatik studiert, sondern Physik. „Ich bin aber schon vorher in die IT-Schiene abgedriftet, wegen meiner Diplomarbeit, in der ich physikalische Modelle mit numerischen Methoden untersucht habe“, erzählt Plehn schmunzelnd. Auch als Doktorand blieb er im Würzburger Rechenzentrum, denn dort wurde ein Mitarbeiter als Schnittstelle zwischen Physik und Informatik gesucht. Zuletzt war der dreifache Familienvater dort als Abteilungsleiter für Kommunikationssysteme tätig.

Der Wechsel nach Bamberg verlief sehr gut. In der Feldkirchenstraße 21 hat sich der Unterfranke bereits gut eingelebt. Familienfotos hängen an der Wand seines Büros im zweiten Stock. „Ich wurde herzlich aufgenommen und ich habe das Gefühl, dass hier alle im Team sehr engagiert sind“, erzählt der Leiter des Rechenzentrums. Besonders freut er sich über die kurzen Arbeitswege in Bamberg und darüber, dass der Informationsaustausch sehr gut funktioniert. „Die Verflechtung zwischen Universität und Stadt finde ich genial“, lobt Plehn auch die architektonischen Besonderheiten der Universität. Irgendwann möchte er in die Regnitzstadt ziehen, denn momentan pendelt er noch jeden Tag aus der Nähe von Würzburg nach Bamberg. „Da warte ich aber noch bis meine Töchter mit der Schule fertig sind“, so Plehn. „In einigen Jahren drehe ich meine Joggingtouren vielleicht nicht mehr im unterfränkischen Würzburg, sondern auf den Straßen Bambergs, entlang der Regnitz.“

Neue Mailserver, Single Sign-on und Cloud Computing

In Bamberg erwarteten Hartmut Plehn gleich mehrere große Projekte. Mit den neuen Universitätsgebäuden auf dem ERBA-Gelände kommt viel Arbeit auf das Rechenzentrum zu. Insgesamt 30 Prozent mehr Netzanschlüsse müssen deswegen bis zum Herbst in Betrieb genommen werden. 2011 installierte das Rechenzentrum außerdem einen neuen Mailserver mit Gruppenarbeitsfunktion für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität. „Die Umstellung der Konten ist ein großer Aufwand, denn es müssen ja alle Daten übertragen werden“, berichtet Plehn. Der gebürtige Unterfranke hat sich aber noch so einiges vorgenommen: Er möchte alle Systeme synchronisieren, in denen Personendaten verwaltet werden, sodass alle Daten der Universitätsangehörigen über eine zentrale Komponente laufen. Hier gilt das Stichwort „Single Sign-on“: Die Nutzer müssten sich beispielsweise nur noch einmal einloggen, um zu Verlagsangeboten, in den VC und zu Flex-Now zu kommen.

Dem neuen Chef im Rechenzentrum schwebt darüber hinaus ein ganz neues Mailsystem für die Studierenden vor. „Eine neue Herausforderung ist das ‚Cloud-Computing‘. In einem digitalen Speicher liegen die Daten wie in einer Art Internetwolke“, erklärt Hartmut Plehn. Er möchte einen neuen Mailserver auf Basis einer Business Cloud anbieten. Dann könnten Studierende über den Server auch Officefunktionen, Kalender und Adressbücher online nutzen. Ein weiteres wichtiges Thema sind für den promovierten Physiker Schulungen zu IT-Fragen für die Studierenden. „Es sollte IT-Einführungen geben, die mehr auf den Unibedarf ausgerichtet sind“, so Plehn. Er sieht hier großen Bedarf nach nicht-fachspezifischen Basisschulungen, beispielsweise im Bereich Excel. Im Rechenzentrum steht mit Hartmut Plehn nun also ein Mann an der Spitze, der schon einiges umgesetzt, sich aber noch mehr vorgenommen hat.