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Cordula Artelt exprimentiert mit den jungen Studierenden, wie wichtig Informationsaustausch ist, um richtige Urteile fällen zu können.

Bamberg; Kinder Uni ?ber Schulen im Kongo; Foto: Barbara Herbst

Annette Scheunpflug klärte in ihrer Vorlesung über die Probleme auf, mit denen die Schulen im Kongo kämpfen, und wie Forscherinnen und Forscher helfen können, sie zu lösen.

Lehre & Studium

Schnelle Urteile, Bücherschlangen und Raubtiere im Pausenhof

Ein Rückblick auf die Kinder-Uni im Sommersemester 2018

Im Sommersemester 2018 standen an insgesamt drei Samstagen im April und Mai die Türen der Bamberger Kinder-Uni für junge Studierende offen. Vorlesungen über Meinungsbildung, die Universitätsbibliothek und das Schulwesen im Kongo lockten Zuhörerinnen und Zuhörer in den Hörsaal.

„Unsere Einstellungen sind ein Rahmen. Sie helfen uns, Situationen einzuordnen und zu bewerten.“ Mit diesen Worten eröffnete Prof. Dr. Cordula Artelt, Inhaberin des Lehrstuhls für Empirische Bildungsforschung, am 21. April das Kinder-Uni-Sommersemester. Unter dem Titel „Einschätzungen, Meinungen, Urteile - Wie entstehen sie und warum liegen wir auch mal falsch?“ erforschten die jungen Studierenden in einem Experiment, warum es so wichtig ist, miteinander zu sprechen, bevor Urteile über Personen gefällt werden. Denn ohne Kommunikation und ohne den Austausch verschiedener Informationen kann es schnell zu Vorurteilen kommen, die Menschen aus einer Gemeinschaft ausschließen. Mehr Eindrücke zur ersten Vorlesung gibt es hier.

Um Information und Wissensaustausch ging es auch in der zweiten Kinder-Uni-Vorlesung am 28. April mit Dr. Fabian Franke, Direktor der Universitätsbibliothek Bamberg. Er verriet, dass alle Bücher der fünf Bamberger Teilbibliotheken ausreichen würden, um sie zu einer 70 Kilometer langen Bücherschlange aneinanderzureihen. Wie man in so einer Fülle von Büchern das richtige findet? Mit einer Signatur! Bei einer Führung durch die Teilbibliothek 4 stellten die Besucherinnen und Besucher das System auf die Probe und machten sich auf die Suche nach einem der „Sams“-Bücher von Paul Maar. Ein ausführlicher Artikel ist hier online.

Aber nicht alle Kinder haben einen so leichten Zugang zu Bibliotheken und Schulen wie hier in Deutschland. In der letzten Kinder-Uni-Vorlesung am 5. Mai bereiste Prof. Dr. Anette Scheunpflug, Inhaberin des Lehrstuhls für Allgemeine Pädagogik, mit ihren Studierenden gedanklich einen fernen Kontinent: „Im Land Kongo, in Afrika, bekommt nur jedes sechste Kind einen Platz in der Schule“, erklärte die Bildungsforscherin. Das ist so, weil das Land, das einst vom belgischen König als Kolonie geplündert wurde, sehr arm ist. Die Universität Bamberg versucht zu helfen, indem sie Lehrerinnen und Lehrer ausbildet, die ihr Wissen dann an kongolesische Lehrkräfte weitergeben. Es gibt auch andere Probleme an den Schulen, denn ab und zu schaut schon mal ein gefährliches Raubtier in den Pausenhöfen vorbei. Hier gibt es einen Artikel mit weiteren Details zur dritten Vorlesung.

Im Wintersemester 2018/19 finden weitere Kinder-Uni-Vorlesungen statt. Sobald nähere Informationen bekannt sind, stehen sie hier online.