Roland Kocina erklärt Katharina (12), was sie auf dem Keyboard spielen soll (Fotos: Michael Gründel/Fränkischer Tag)
Annika war an den Bongos fürs ti-ki ti-ki ti-ki ta-ki zuständig. Samuel am Schlagzeug fürs Bum-tscha und Moritz spielt im Hintergrund auf dem HiHat tstststs.
Davor hat Professor Stefan Hörmann den Kindern erklärt, dass Lieblingsmusik nicht nur von den Eltern, sondern auch vom Alter abhängt.
Mozart kann auch cool sein!
Manchmal fangen Tage ganz schrecklich an: Man sitzt müde im Schulbus und neben einem hört ein Schulkamerad total laut furchtbare Musik. An solchen Tagen will man am liebsten sofort wieder nach Hause ins Bett! Ganz anders die Situation, würde der neben einem gute Musik hören. Dann bekäme man vielleicht sogar selbst gute Laune – weil Lieblingsmusik Spaß macht.
Aber was ist eigentlich Lieblingsmusik? Und woher kommt sie? Diese Fragen haben 60 kleine Studentinnen und Studenten am Freitag gemeinsam mit Professor Stefan Hörmann und seinem Kollegen Roland Kocina erforscht. Die beiden sind Musikpädagogen. Das heißt, sie erforschen alle Dinge rund um die Musik. Und sie erforschen, wie guter Musikunterricht funktioniert.
Gemeinsam mit den Kinder-Uni-Studenten haben sie ziemlich spannende Dinge über Lieblingsmusik herausgefunden: Zum Beispiel, dass sie davon abhängt, welche Lieder Eltern und Freunde gerne hören. Wenn deine Eltern gerne klassische Musik hören, also Beethoven oder Mozart, dann magst du Beethoven und Mozart wahrscheinlich auch gerne.
Klassische Musik ist unbeliebt
Die meisten Eltern hören aber nicht gerne klassische Musik. Das zeigt sich, als die Kinder über verschiedene Musikstücke abstimmen dürfen: Nur 13 von 60 Kindern mögen die „Kleine Nachtmusik“ von Mozart. „She’s the one“ von Robbie Williams hören immerhin 19 Kinder gerne, „Nossa“ von Michel Teló 23. Und „Oye como va“ von Carlos Santana finden sogar 45 Kinder gut!
Welche Musik man hört, hängt aber auch vom Alter ab. Ihr mögt wahrscheinlich noch viele verschiedene Musikarten. Aber wenn ihr älter werdet, wird sich das ändern: Die meisten Jugendlichen hören nämlich am liebsten Pop und Rock – alles andere finden sie uncool.
Es gibt aber auch Jugendliche, die hören gerade nicht Rock oder Pop. Sie wollen anders sein als die anderen – und nutzen dazu die Musik! Bestimmt habt ihr schon mal Jugendliche gesehen, die ganz breite Hosen anhaben und oft eine Baseball-Kappe auf dem Kopf. Sie werden „Hiphopper“ genannt – weil sie alle gerne die Musikrichtung „Hip Hop“ hören. Musik ist so wichtig für sie, dass sie sogar ihren Kleidungsstil und ihren Freundeskreis bestimmt!
Noch wichtiger als der Musikgeschmack in der Pubertät ist aber die Musik, die ihr mit 23 oder 24 Jahren hört. Denn Stefan Hörmann und seine Kollegen haben herausgefunden: Diese Musik werdet ihr wahrscheinlich euer ganzes Leben lang am liebsten mögen! Deswegen gibt es in manchen Diskotheken sogenannte Ü-30-Partys. Auf diesen Partys kommt dann die Musik, die viele Über-30-Jährige gehört haben, als sie Anfang 20 waren.
Am Ende der Vorlesung durften die kleinen Studenten auch selbst Musik machen – und das war manchmal gar nicht so einfach! Sarah soll auf einer Cowbell tok tok tok spielen, während Annika auf Bongos ti-ki ti-ki ta-ki trommelt. Da kommt man schon mal durcheinander – auch wenn viele andere Kinder auf ihren Schenkeln die gleiche Melodie klopfen. Aber am Schluss war Professor Roland Kocina ziemlich zufrieden: „Das habt ihr sehr gut gemacht“, lobte er die Musiker. Und auch Sarah ist begeistert: „Super, dass wir mal was selber machen durften!“
Dieser Artikel erschien am 26. November 2012 im Fränkischen Tag und wurde mit freundlicher Genehmigung des Fränkischen Tages veröffentlicht.