Die Katholische Akademie Bayern und das Institut Katholische Theologie freuten sich, Johannes Först auszeichnen zu dürfen (v.l.n.r.: Mirjam Schambeck, Friedrich Kardinal Wetter, Johannes Först, Erzbischof Ludwig Schick, Florian Schuller (Fotos: Elisabeth von Sydow).

Johannes Först nimmt den Preis entgegen.

- Elisabeth von Sydow

Gott und die Wissenschaft

Verleihung des Kardinal-Wetter-Preises in Bamberg

Am Mittwoch, 11. November, verliehen die Katholische Akademie Bayern und das Institut Katholische Theologie in der AULA der Universität Bamberg den Kardinal-Wetter-Preis für Nachwuchstheologinnen und -theologen. Der diesjährige Preisträger war PD Dr. Johannes Först, seit 2004 wissenschaftlicher Assistent der Professur für Pastoraltheologie an den katholisch-theologischen Fakultäten der Universitäten Bamberg und Regensburg. 2009 habilitierte er an der Fakultät Katholische Theologie der Universität Bamberg. Först wurde für seine Habilitationsschrift mit dem Titel „Pastoraltheologie und empirische Religionsforschung. Eine theoretische Studie zu Kriterien einer sachgemäßen und problembezogenen Rezeption sozialwissenschaftlicher Forschung“ ausgezeichnet. Darin beschäftigt er sich mit den wissenschaftstheoretischen Bedingungen sozialwissenschaftlicher Rezeptionen in der Theologie. Außerdem versucht er eine Brücke zu schlagen zwischen der religiös pluralen Gegenwartsgesellschaft und den empirischen Sozialwissenschaften. „Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, einen Preis entgegennehmen zu dürfen, der – verehrter Herr Kardinal – Ihren guten Namen trägt“, bedankte sich Först für die Ehrung.

Ein ehrenvoller Namensgeber

Der Namensgeber des Preises, Friedrich Kardinal Wetter, war von 1983 bis 2008 Erzbischof von München und Freising. Zeitgleich unterstützte und förderte er über 25 Jahre lang die Katholische Akademie Bayern. Als Dank für seine Fürsorge und Verdienste benannte die Akademie einen Preis nach ihm, der seit 2007 jährlich verliehen wird. Er ist mit 1500 Euro dotiert und wird für Dissertations- und Habilitationsarbeiten aus allen theologischen Disziplinen verliehen. Die Vergabe des Preises erfolgt in enger Absprache zwischen der Akademie, den katholisch-theologischen Fakultäten der bayerischen Universitäten sowie der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benediktbeuern.

Prof. Dr. Mirjam Schambeck, stellvertretende Institutsdirektorin, nahm die Feier zum Anlass, das neu gegründete Institut Katholische Theologie einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen: „Mit einem vielfältigen Angebot von Studiengängen im Lehramts- und im Bachelor- und Master-Bereich wie z.B. ‚Theologische Studien‘ oder ‚Religion und Bildung‘ ist das Institut für Studierende attraktiv“, stellte die Religionspädagogin fest. „Das beweisen die neuesten Zahlen. Über 400 Studierende, das sind so viele wie zu Fakultätszeiten.“ Dem humboldtschen Bildungsgedanken verpflichtet, setze das Institut darauf, Lehre und Forschung miteinander zu verbinden. „Lehre ist auf Forschung angewiesen, wie auch theologische Forschung nicht ohne Dialog möglich ist – und welcher Dialog ist spannender als der Dialog mit jungen, kritischen Leuten?“, so Schambeck weiter. Damit stehe fest, dass Theologie zu einer modernen Universität gehört.

Theologie bereichert Diskurs der Wissenschaften

Ein Blick auf die aktuelle wirtschaftliche Situation lieferte der stellvertretenden Institutsdirektorin ein weiteres Beispiel dafür, welche Bedeutung der Katholischen Theologie in unserer heutigen Gesellschaft zukommt: „Ein Jahr nach dem großen Finanzcrash ist zu sehen, wie wichtig es ist, auch schleichende Ideologien wie die Komparative des ‚Höher – Schneller – Weiter‘ zu entlarven und gesellschaftliche Mechanismen daraufhin zu befragen, was sie für eine humanere Welt einbringen“, erläuterte Schambeck. „Eine Universität ohne Theologie verzichtet darauf, sich diesen Fragen zu stellen und liefert sich den Funktionalisierungen derer aus, die das meiste Geld haben.“ Ein Beweis dafür, dass Theologie fruchtbringend am Diskurs der Wissenschaften teilnimmt, sei z. B. die Arbeit des diesjährigen Kardinal-Wetter-Preisträgers Johannes Först.