Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch verleiht den Preis für gute Lehre 2012 an die Bamberger Wissenschaftlerin Susan Gamper. (Fotos: StMWFK)

Glückliche Preisträger: 15 Dozentinnen und Dozenten bayerischer Universitäten wurden geehrt.

Neue Formate der Wissensvermittlung

„Preis für gute Lehre 2012“ für Bamberger Europäische Ethnologin

Gute Lehre ist eine besondere Kunst. Deswegen zeichnet Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch jedes Jahr Dozentinnen und Dozenten bayerischer Hochschulen für eine hervorragende Lehre aus. Susan Gamper gehört dieses Mal zu den glücklichen Preisträgern. Ihre besonderen methodisch variablen Unterrichtsformen ergänzt sie durch eine intensive Betreuung der Studierenden.

Hochschullehre ist ein weites Feld, das herausfordert: eine attraktive Wissensvermittlung aufzubauen, Bezüge zur Praxis herzustellen, motivierend zu unterstützen, eine kritische Denkweise zu aktivieren, persönliche Stärken zu fördern oder Horizonte zu erweitern sind nur einige Herausforderungen. Um ihr Gelingen zu würdigen, verleiht Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch jedes Jahr Preise für gute Lehre an 15 Frauen und Männer verschiedener Fachrichtungen. „Gerade angesichts steigender Studierendenzahlen ist es eine Herausforderung, Spitzenqualität in der Lehre zu gewährleisten und auch für große Gruppen passgenaue Lehr- und Lernkomponenten zu entwickeln,“ erläuterte Heubisch zur Preisverleihung am 22. April. Die Preisträgerinnen und Preisträger hätten diese Herausforderung mit Bravour gemeistert.

Projektseminare der besonderen Art motivieren Studierende

Bambergs Preisträgerin Susan Gamper, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie vereint diese Komponenten in ihrer Lehre. Mit kreativen Seminarkonzepten und Projekten gelingt es der jungen Ethnologin ihre Studierenden zu begeistern. Die große Herausforderung in der Lehre der Europäischen Ethnologie in Bamberg ist die äußerst heterogene Studierendenschar. Bedingt durch die Tatsache, dass das Fach im Bachelor nur als Nebenfach studiert werden kann, kommen Studierende verschiedener Fachrichtungen zusammen. Auf diese Weise ergeben sich sehr unterschiedliche Qualifikationsniveaus in großen Gruppen, denen Susan Gamper gerecht werden muss. Statt klassischer Seminare mit Referaten und Diskussion im Anschluss arbeitet sie daher mit methodisch wechselnden Formen der Wissensvermittlung, häufig in Kleingruppen. „Mir ist es wichtig, nicht nur fachspezifisches Wissen zu vermitteln, sondern die Studierenden auch zu ermutigen und zu motivieren, ihre Zeit des Studiums zu nutzen, um sich selbst voranzubringen und die eigenen Stärken auszubauen“.

Unter dem Titel „Die Uni in der Stadt“ organisierte die Wissenschaftlerin beispielsweise im Sommersemester 2012 ein Projektseminar, in dem sich die Studierenden in Kleingruppen auf die Suche nach Aspekten studentischen Lebens in Bamberg begaben. In den Seminarstunden wurden die Gruppen durch die gemeinsame Erarbeitung von Methoden und Quellen der Europäischen Ethnologie unterstützt. Zum Schluss musste jeder einzelne einen Projektbericht schreiben. „Projektseminare machen wahnsinnig viel Spaß. Die Studierenden werden animiert, selbst nachzudenken, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu äußern, zu reflektieren und das eigene kritische Denken zu schulen“, fast Gamper zusammen.

Engagement zeigt sich in Studierendenevaluationen

Ihr Interesse die Qualität ihrer Lehre zu steigern, belegen die von ihr bisher erworbenen Zertifikate des Fortbildungszentrums Hochschullehre (FBZHL). „Das FBZHL bietet einen tollen Rahmen, um sich auszutauschen, neue Ideen zu entwickeln und ein Feedback zu bekommen“, erklärt die Wissenschaftlerin. Über den inhaltlichen Bereich hinaus unterstützt und betreut Gamper die Studierenden auch in allen organisatorischen Fragen, die das Fach betreffen: „Sie bietet Studienberatungen auch außerhalb ihrer offiziellen Sprechstunden an und führt aktuell eine Zufriedenheitsstudie unter den Masterstudierenden durch“, berichten die Studiendekane Prof. Dr. Heidrun Alzheimer und Prof. Dr. Stephan Albrecht von der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften in Ihrem Empfehlungsschreiben.

Dass sich Engagement lohnt, zeigen die Studierendenevaluationen und -befragungen der letzten Jahre: „Die Vermittlung der Inhalte lebt neben der fachlichen Kompetenz von Frau Gamper wesentlich von der Begeisterung für die Lehrinhalte“.

Für das aktuelle Sommersemester hat sich die Doktorandin wieder etwas besonderes ausgedacht: Das Thema des Projektseminars ist „Sinne“. „Die Bandbreite ist groß: Wie schmeckt, riecht, klingt Bamberg? Wie fühlt sich diese Stadt an? Ich bin sehr gespannt, was die Studierenden daraus machen werden“, freut sich Gamper auf die kommenden Monate.

Hinweis

Diesen Pressetext verfasste Maike Bruns für die Pressestelle der Universität Bamberg