Steffen Schaal führt ein Wärmeexperiment durch (Bilder: Monica Fröhlich).

Steffen Schaal zeigt wie sich das Sommer- und das Winterfell des Hermelins voneinander unterscheiden.

Die Kinder machten begeistert mit.

Nach der Vorlesung konnten die Kinder Fragen stellen und Anschauungsobjekte begutachten.

Wie verbringen Tiere den Winter?

Auftakt zur Kinderuni im Wintersemester 2010/11

Rund 120 Nachwuchsakademikerinnen und Nachwuchsakademiker stürmten am Freitag, den 1. Oktober, die MS Wissenschaft. Das Ausstellungsschiff, bei dem es dieses Jahr um das Thema Energie ging, war Veranstaltungsort für die erste Kinder-Uni-Vorlesung der Universität Bamberg im Wintersemester 2010/2011. Von Prof. Dr. Steffen Schaal von der Didaktik der Naturwissenschaften erfuhren sie, wie Igel, Fledermaus und Eichhörnchen den Winter verbringen.

Draußen wird es immer kälter und bald steht der Winter vor der Tür. Für uns Menschen ist das kein Problem. Wir können in unseren Häusern und Wohnungen einfach die Heizung aufdrehen. Die Tiere haben es im Winter aber nicht so einfach. „Der Frost ist im Winter das größte Problem für die Tiere“, erklärte Steffen Schaal. „Denn wenn die Körperzellen der Tiere gefrieren, gehen sie kaputt.“ Damit das nicht passiert, haben Tiere unterschiedliche Methoden entwickelt, um ihren Energiehaushalt im Winter zu regulieren und so die kalte Jahreszeit zu überleben.

Urlaub im warmen Süden

Viele Vögel, wie die Schwalben zum Beispiel, verlassen Europa, fliegen tausende von Kilometern in den Süden und machen „Urlaub“ im warmen Afrika. Denn während bei uns auf der Nordhalbkugel Winter herrscht, ist auf der Südhalbkugel Sommer. Tiere, die eine so weite Strecke nicht zurücklegen können, bleiben hier und wappnen sich gegen die Kälte. Dabei machen einige es wie der Mensch: sie suchen sich einen Unterschlupf und ziehen sind warm an. „Viele Tiere wechseln im Winter ihr Fell, so wie wir im Winter dickere Jacken anziehen. Das Winterfell des Steinbocks hat mehr Wollhaare und eine dickere Fettschicht als das Sommerfell“, so Schaal. Der Pelz des Hermelins ändert im Winter sogar seine Farbe und wird weiß, so dass es im Schnee besser getarnt ist.

„Das Fell ist aber nicht warm“, meinte der Kinder-Uni-Professor. „Es hält nur die Wärme im Körper und verhindert den Temperaturangleich mit der kälteren Umgebung.“ Um dies zu verdeutlichen füllte Schaal drei kleine Fläschchen mit heißem Wasser und umwickelte das erste  mit Wollstoff, das zweite mit Blasenfolie und ließ das dritte einfach so stehen. Nach einer Temperaturmessung zeigte sich, dass das mit Wolle umhüllte Fläschchen die Wärme am besten gespeichert hat.

Die kalte Jahreszeit verschlafen

Ganz anders überwintern Igel oder Fledermäuse. Sie halten Winterschlaf. Das heißt, sie bewegen sich kaum, schlafen die ganze Zeit und verringern ihren Stoffwechsel so drastisch, dass ihre Körpertemperatur stark absinkt. Professor Schaal nennt den Grund: „Je geringer der Temperaturunterschied zwischen zwei Körpern ist, desto langsamer gleichen sich die Temperaturen aneinander an. So kühlen die Tiere selbst bei kalten Temperaturen nicht so schnell aus.“

„Und woher wissen die Winterschläfer, wann es Frühling ist und sie aufwachen sollen?“, wollen einige Neugierige wissen. Steffen Schaal weiß die Antwort: „Zum einen wird es draußen wärmer und das spüren die Tiere. Zum anderen wachen sie automatisch auf, wenn ihre Fettschicht aufgebraucht ist. Und außerdem hören sie am Zwitschern der Vögel, dass der Winter endlich vorbei ist.“

Bilder

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