Die Universität Bamberg ermöglicht die Vereinbarkeit von Studium und Familie.

Maria Steger (r.) nominierte 2018 Samira Riemenschneider (l.) für den Fritzi!-Preis.

Die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (l.) und Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH (r.), übergaben das Zertifikat zum Audit „familiengerechte hochschule“ unter anderem an Maria Steger (2.v.l.).

Vom Wickeltisch in den Vorlesungssaal

Familienministerin zeichnet Universität Bamberg erneut als familiengerechte Hochschule aus

Studium oder Arbeit mit Kind und Pflege verbinden: Das ermöglicht die Otto-Friedrich-Universität, die zum fünften Mal in Folge das Zertifikat zum Audit „familiengerechte hochschule“ bekommt. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey übergab das Zertifikat am 25. Juni 2019 in Berlin an Maria Steger, Leiterin des Eltern-Service-Büros der Universität Bamberg. Sie nahm es stellvertretend für Kanzlerin Dr. Dagmar Steuer-Flieser und für die Projektgruppe „Familiengerechte Hochschule“ entgegen. Seit 2005 darf sich die Universität mit dem Gütesiegel schmücken, das alle drei Jahre nach einer Überprüfung, der sogenannten Re-Auditierung, erneuert wird. Im Interview spricht Maria Steger über den Status Quo der Familienfreundlichkeit, weitere Pläne und Wünsche.

Welche familiengerechten Maßnahmen sind seit 2005 zum Beispiel eingeführt worden?

Maria Steger: Vieles von dem, was wir uns vorgenommen haben, konnten wir auch verwirklichen. Zum Beispiel haben wir die Kindertagesstätte „KinderVilla“ und die Großtagespflegestelle „Kinderinsel ERBA.mbini“ eröffnet. An den großen Universitätsstandorten gibt es nun Eltern-Kind-Zimmer und in allen Gebäuden der Universität Wickelmöglichkeiten. Gute Abschlussarbeiten studierender Eltern würdigen wir mit dem Fritzi!-Preis. Neben strukturellen Änderungen haben wir versucht, an der Universität eine familienfreundliche Kultur zu schaffen. Ich habe Vorträge zu diesem Thema vor allen Führungskräften der Universität gehalten, um dies zu erreichen.

Was planen Sie für die nächsten drei Jahre?

Das Schöne an der Familienfreundlichkeit ist, dass man immer noch mehr tun kann! Weil es in Bamberg schwierig ist, überhaupt Betreuungsplätze für Kinder zu finden, planen wir zusätzlich zu unserem Babysitterpool eine Kurzzeitbetreuung. Sie soll Härten abschwächen, die beispielsweise zu Semesterbeginn entstehen, wenn Studierende oder Bedienstete kurzfristig keinen Betreuungsplatz gefunden haben. Diese Kurzzeitbetreuung ist das nächste Projekt, das wir angehen möchten.

Was würden Sie sich wünschen, damit die Universität Bamberg noch familienfreundlicher wird?

Wenn ich das nötige Geld zur Verfügung hätte, würde ich die Kinderbetreuung an der Universität ausbauen. Die Familienfreundlichkeit für junge Eltern steht und fällt mit einer gesicherten Betreuung. Deswegen würde ich mir mehr Betreuungsplätze und Kapazitäten wünschen. Außerdem würde ich mir wünschen, dass die Angebote, die wir für pflegende Angehörige anbieten, noch bekannter werden. Wir machen schon viel, zum Beispiel haben wir Pflegelotsen ausgebildet, die Betroffene beraten. Und ein ganz großer Wunsch von mir ist, dass die familienfreundliche Kultur alle Bereiche der Universität durchdringt.

Weitere Informationen über die Universität Bamberg als familiengerechte Hochschule unter: www.uni-bamberg.de/fgh