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Das Projekt ArchaeoCentrum bringt das Mittelalter näher.

Der Geschichtspark Bärnau ist schon jetzt das größte archäologische Freilichtmuseum in Deutschland.

Nur mit Mitteln der experimentellen Archäologie soll eine Reisestation aus der Zeit Kaiser Karl IV. entstehen, wie das Modell zeigt.

Wissenschaft & Praxis

Grenzüberschreitend(e) Geschichte vermitteln

Im ArchaeoCentrum bayern-böhmen startet die nächste Bauphase

Das deutsch-tschechische Kooperationsprojekt „ArchaeoCentrum bayern-böhmen – Gemeinsamen Kulturraum bewahren und vermitteln“, an dem der Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (AMANZ) der Universität Bamberg maßgeblich beteiligt ist, geht in die nächste Phase: Anfang Oktober haben die Bauarbeiten an der Archäologiewerkstatt begonnen.

Angegliedert an den Geschichtspark in Bärnau ist das ArchaeoCentrum, das größte archäologische Freilichtmuseum Deutschlands. Ein Teil des ArchaeoCentrums ist die so genannte Archäologiewerkstatt. In ihr ist Platz für Arbeitsräume von Archäologinnen und Archäologen und zwei große Ausstellungsräume. Der Bau der Werkstatt hat jetzt begonnen. Bis Ende 2018 soll er abgeschlossen sein.

Auch bei der historischen Reisestation von Kaiser Karl IV., die sich direkt vor der Archäologiewerkstatt befindet, gibt es Fortschritte. Der Landschaftsbau auf dieser Fläche ist seit wenigen Tagen abgeschlossen. So wurden beispielsweise Wege, Wälle und ein Steinbruch angelegt. Bis zum Frühjahr 2019 wird dem Steinbruch eine Hütte für den Steinmetz und ein Sägewerk angegliedert, sodass die Bauarbeiten an der Reisestation beginnen können. Das Besondere daran: Von den Fundament-Arbeiten bis zur Dachdeckung werden bei der Rekonstruktion der Reisestation nur mittelalterliche Bau- und Handwerkstechniken sowie Originalmaterialien eingesetzt.

Alle Besucherinnen und Besucher des ArchaeoCentrums können die Bauarbeiten beobachten und teilweise sogar mitanpacken. „Das ArchaeoCentrum hat vor allem ein Ziel: Die Gäste in Bärnau sollen Archäologie zum Anfassen erleben und Geschichte verstehen lernen“, erklärt der Ideengeber des Projekts Prof. Dr. Ingolf Ericsson von der Universität Bamberg. Kurz vor seinem Ruhestand war es ihm im Frühjahr 2017 gelungen, dieses wegweisende Projekt zu initiieren, das er auch weiterhin als wissenschaftlicher Leiter und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates begleiten wird.

Neben dem Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (AMANZ) der Universität Bamberg sind die Westböhmische Universität in Pilsen, die Karls-Universität in Prag, der Trägerverein des Geschichtsparks Via Carolina e.V., das Westböhmische Museum sowie das Museum des Böhmischen Waldes in Pilsen beteiligt. Gefördert wird das Projekt mit rund 2,8 Millionen Euro des Programms zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit des Freistaats Bayern und der Tschechischen Republik.

Weitere Informationen zum ArchaeoCentrum gibt es in der Sommersemester-Ausgabe 2017 des Campus-Magazins uni.kat der Universität Bamberg.