Spezialistinnen und Spezialisten der Denkmalpflege werden in Usbekistan dringend benötigt.

Denkmalgerechte Instandsetzung und Restaurierung stehen u.a. auf dem Studienprogramm.

Mit-Initiator Lorenz Korn.

Spezialisten der Denkmalpflege

Usbekisch-deutscher Studiengang mit Beteiligung der Universität Bamberg eröffnet

Die Universität Bamberg hat gemeinsam mit den beiden usbekischen Architekturhochschulen in Samarkand und Buchara sowie drei weiteren deutschen Hochschulen (FH Potsdam, TU Dresden, Bauhaus-Universität Weimar) den usbekisch-deutschen Masterstudiengang „Bauerhalt und Denkmalpflege“ eröffnet.

Die Seidenstraße förderte über Jahrhunderte den kulturellen Austausch zwischen verschiedenen Völkern. Ein großer Teil der Karawanenstraße führt durch Usbekistan und verbindet die Städte Buchara, Samarkand und Chiwa, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Doch um die alten Bauten zu erhalten und zu restaurieren, mangelt es der Republik Usbekistan an Spezialisten der Denkmalpflege. Um Abhilfe zu schaffen, eröffnete die Otto-Friedrich-Universität Bamberg am 18. und 19. Februar gemeinsam mit den beiden usbekischen Architekturhochschulen in Samarkand und Buchara sowie drei weiteren deutschen Hochschulen (FH Potsdam, TU Dresden, Bauhaus-Universität Weimar) den usbekisch-deutschen Masterstudiengang „Bauerhalt und Denkmalpflege“.

In dem viersemestrigen Studium werden Absolventinnen und Absolventen eines vorangegangenen Architekturstudiums zu Denkmalpflegerinnen und -pflegern ausgebildet. „Während des Studiums lernen die Studierenden Theorie und Praxis der Denkmalpflege in thematisch breitgefächerten Modulen wie Architekturgeschichte des Vorderen Orients, Bauwerksdiagnostik oder Verfahren der denkmalgerechten Instandsetzung und Restaurierung“, erklärt der Bamberger Professor für Islamische Kunstgeschichte und Archäologie Lorenz Korn, der den Studiengang mit ins Leben rief. Während Forschungsarbeiten an seinem interdisziplinären Projekt „Denkmal und Kontext in Buchara“ (2008-2011) ergaben sich erstmals Kontakte zu den usbekischen Partnern und der FH Potsdam, die zur Gründung des Studiengangs führten.
Die ersten Unterrichtseinheiten begannen im Februar.

Neues Bewusstsein für das Kulturelle Erbe

Seit Ende März führt der Bamberger Professor für Baukonstruktion und Baugeschichte Stefan Breitling die 13 Studierenden in die historische Baukonstruktion ein. „Insgesamt reisen nun vier Professoren der Universität Bamberg regelmäßig nach Taschkent, um dort Unterricht abzuhalten. Das erste und das dritte Semester besteht aus Blockunterricht in der usbekischen Hauptstadt, im zweiten Studiensemester besuchen die Studierenden Seminare an den deutschen Partneruniversitäten. So kommen im Herbst 2013 auch sieben usbekische Studierende nach Bamberg“, so Korn.

Der Studiengang richtet sich vorrangig an usbekische Studierende. Die Volkswagenstiftung unterstützt die Kooperation während der zweijährigen Pilotphase mit 690.000 Euro. Aristide Fenster, Botschafter der Republik Usbekistan, hob bei seinem Grußwort anlässlich der Eröffnung in Taschkent die Bedeutung des Studiengangs hervor. Im Rahmen der Stadtsanierung sei man sich immer stärker der hohen Verantwortung für das einzigartige Erbe unzähliger Generationen bewusst geworden. „Denkmalschutz bedeutet für alle Regionen des Landes eine große Herausforderung. Der Studiengang kann dabei helfen, diese zu meistern.“

Weitere Informationen unter:

www.uni-bamberg.de/islamart/studium/ma-studiengang-bauerhaltung-und-denkmalpflege/

Die Meldung wurde von Samira Rosenbaum für die Pressestelle der Universität Bamberg geschrieben.